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Moaer Mzeiger

monatlich ^ 4^70 * ^ Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ^S Iulöa- und Haunetal-Zulöaer Kreisblatt

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j[r. 255 1934

Fulda, Mittwoch, 31. Oktober

11. Jahrgang

Vier neue Zeppeline.

Eckeners große Pläne.

Er empfiehlt Zeppelinban in Washington.

»r. Eckener, der in Washington ausführlich vor mMstfahrtäusschuß über den Stand des Luftschiff- «iebes sprach, erläuterte auch seine Pläne für die lufiinft. Er machte dabei die Zusicherung, daß er im Luter 1935 nach Fertigstellung des neuen Zeppelin- MiffesL. Z. 129" mit diesem neuen Luftschiff

Versuchsfahrten zwischen Friedrichshafen und Nordamerika

.-«nehmen wolle. Er stelle das neue Luftschiff auch für liig i g e Rundfahrten in Amerika zur Ver- âMg. Im Herbst 1935 würdeL. Z. 129" in den Süd- lilmttk-Dienst eingestellt werden. Der Lnftfahrtausschuß «sprach, dem Bundeskongreß eine Vorlage zugehen zu chm, in der von der Regierung Mittel für die Aus- Hiung der Versuchsfahrten desL. Z. 129" u n ch !ord a merika für Vorbereitung eines regelmäßigen mdülantischen Luftschiffdienstes durch

Bau von 3 bis 4 Zeppelin Luftschiffen

ivie für die Ausbildung der für diese Luftschiffe bc- lifigten Mannschaften angefordcrt werden, falls sich die vständigen Behörden für die Annahme des Planes Dr. Wieners entscheiden sollten.

Eckeners Ziel: Weltumspannender Luftschiffdèensi

St Eckener empfahl dem Luftfahrtausschuß ferner ;c Einrichtung eines die Welt umspannenden «fisch i s s d i c n st e s zwischen Deutschland, Nord- mnka, Südamerika, Holländisch-Jndicn und Rritiick-

Die neue soziale Ordnung.

Organisation der Arbeitsfront zum 1.3anuar fertig.

Erklärungen Dr. Leys.

Der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, erörterte in einer Miner Pressebesprechung Grundfragen derOrganisa-

der Deutschen Arbeitsfront. Er hob eingangs her- A daß es völlig unmöglich gewesen sei, den Organifa- ^nswust der alten Gewerkschaften beizubehalten. Am i Januar 1935 werde die Organisation vollendet sein, «nn man angesicht des bereits heute erreichten Erfolges wie diese Neuordnung möglich gewesen sei, so müsse 1,1 erster Linie folgendes bedacht werden:

Die Organisation der Deutschen Arbeitsfront nach eucn, nationalsozialistischen Grundsätzen und Gesichts-

nach dem Borbilde der Partei, sei erst erfolgt als "° Verhältnisse dazu gedrängt hätten, und nicht umge- So sei sie aus dem Volke herausgewachsen, und das habe den Erfolg verbürgt, aus Klaffenfeinden fanatischen Gegnern eine umfassende

^cmeinschaftsorganisation aller schaffenden Deutschen Sachen. Wenn die Beiträge auch weiter erhoben so liege ihnen doch im Gegensatz zu dem Ver- .«ungscharakter übelster und unsicherster Art aus der ^Mischen Zeit letzten Endes etwas ganz anderes zu- eie seien Kampfbeiträge, weltanschauliche, politi- Furage. Die Deutsche Arbeitsfront sehe sie als das Spital an, um damit einen Schatz im Volke zu J Energien im Volke zu mobilisieren, die bisher gelegen hätten.

neue Verordnung des Führers und Reichs- Zeige den weiteren Weg auf. Politisch völlig heutig und klar besage sie, wie Dr. Ley hervorhob, "wo, daß die Deutsche Arbeitsfront die Rcchls- der alten Gewerkschaften wäre, denn ne sei »in' ^"^fasfung aller schaffenden Deutschen, »ich J seiner Zweige. Das Reichsarbeitsgericht sowohl Ninimig N^chsgericht hätten ja auch schon früher ^ vollkommene Neuartigkeit dieser Organisation

Lj- bestätigt.

iiinöcA'^ Arbeitsfront, die heute finanziell das ge- (iii* A.A^Jietle, was je bestanden habe, sei weiterhin hätten s- e M e u e m Vermögen aufgebailt. Hingegen J "^on Gewerkschaften allein schon an dem müssen wirtschaftlichen Aufbaues zugrunde gehen cs sei die Aufgabe, allen noch da und dort honinte ^en Ballast abzustotzen; es solle nur das uber- b-itsw?^ beibehalten werden, was dem -l f' br i n ne ^c n nutze und ihm Vortet L"neist 'sie früheren Gewerkschaftshäuser an sich z. Primi,iu,^bm.t unter bcwttßler Anwendung des ^uett in alten Stadtteilen, paßten nicht in,den ^r mimt j besten Gemeinschaftshäuser das Schönste . was die Stadt aufzuweisen habe.

in her ^"'wenden Ausführungsbestimmungen

^ungS Verordnung würden im einzelnen genaue hervnAen. Es gelte jetzt, wie Dr. Ley mit Rach- bet '/ "'ch, übermütig zu werden und den M^-rorT^uuvg nickt mißzuverstehen. Denn werkn idlo» i lotgeritieu, so werde sie in einem balln« ""Ne ez "v.hen Sinn gründlich verfehlt haben, «o Un darauf an, Disziplin in kalten und

Jndien. Ein seetüchtiges Luftschiff, so sagte er, sei bereits vorhanden. Man müsse nur ohne Zögern zugreifen. Das .Heliumgas, das für die Verwirklichung dieses großen Planes erforderlich sei, müsse allerdings von der Regie­rung der Vereinigten Staaten, die das Helium-Monopol besäße, zur Verfügung gestellt werden. Dr. Eckener belegte zahlenmäßig, daß der Zeppelindienst zwischen Deutsch­land und Südamerika einträglich ist.

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Amerika bietet Landungsplätze für die Atlantikflüge an.

Erotzluftschiffe statt Riesen dampfer.

Washington, 31. Okt. (Funkm.) Im Zusammenhang mit den Besprechungen über die geplante Einrichtung eines regelmäßigen Zeppelinluftschiffdienstes zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wird noch bekannt, daß das Marineamt Dr. Eckener die Benutzung der Lan­dungsplätze Lakehur st und Miami als Statio­nen für die im nächsten Sommer beginnenden Atlantik- flüge des LZ. 129 gestattet hat. Die Landungskosten seien jedoch zu erstatten. Die klimatisch günstig gelegene Sta­tion Miami würde nur benutzt werden, wenn die Witte­rungsverhältnisse eine Landung in Lakehurst unmöglich machen.

Der Vorsitzende der amerikanischen Schiffahrtsbehörde befürwortete warm den Bau von Erohluftschiffen für Handelszwecke anstelle des jetzigen Wettbewerbs im Bau von Riesendampfern. Anstatt einen Riesendampfer wie die englischeQueen Mary" zu bauen, dessen Kosten sich in den Vereinigten Staaten um 50 Prozent höher stel­len würden als in Europa, könnte man 5 Luftschiffe mit­samt den dazugehörigen Landungsplätzen erbauen.

unter gar keinen Umständen über das Ziel hinauszu­schießen. Gelinge das, so werde diese Verordnung den größten Segen für unser Volk bringen.

Der Sinn der VrerMherNachungsaküon.

Beseitigung berechtigter Klagen und unberechtigter Gerüchte

WPD. Über die Preisüber w a ch u n g s a k t i o n, die von der Parteileitung angeordnet worden ist, erfahren wir nähere Einzelheiten:

Die Parteileitung legt Wert darauf, noch einmal fest- zustellen daß es sich hierbei lediglich um eine Aktion handelt, deren Ziel es ist, eine eingehende Übersicht über die tatsächlichen Verhältnisse zu erlangen und Stimmungs­berichle zu sammeln. Direkte Eingriffe in die Preis­gestaltung sind also verboten. Die Parteiglrede- r u n g e ii werden ihre Kontrolle im wesentlichen auf bie= jenigen Berufsgenoffen beschränken, welche der Partei oder der Arbeitsfront angehören. Die Jndustrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer sind gebeten worden, die Kontrolle für die nichtorganl- fierten Betriebe vorznnehmen.

MW bereits gemeldet, werden den ausführenden Parteistellen genaue Übersichten über die Preisentwicklung der einzelnen Warengruppen zuaelcilei um in jedem Falle ein volkswirtschaftlich und wirtschaftspolitisch richtiges Urteil zu erhalten Es wird auch berücksichtigl werden müssen, ob eventuelle Preis- steigerunaen ausschließlich aus das Konto der Letzthandler, der" Einzelhändler gesetzt werden muffen ober tue Produktion und der Großhandel die eigentliche Ursache zu der Preissteigerung sind. Es ist ersichtlich, daß der Erfolg der gesamten Aktion von einer klugen und alle Möglichkeiten prüfenden Durchführung abbangt, will man nicht Gefahr laufen, ein völlig unrichtiges oder schiefes Bild über die tatsächliche Lage zu erhalten Dabei ist der Erfolg in gleichem Maße von dem richtigen Em, atz der Parteigliederungen als auch, der Bereitwilligkeit und Unterstützung der Wirtschaft selbst abhängig

Es darf in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck ent- stehen, als handle cs sich hier um eine Bergeltungsaktion, um gewisse Übeltäter zu brandmarken, sondern man must sich dessen bewusst fein, vast cs gilt, einerseits Die Ursachen berechtigter Klagen der Küuscrschaft zu beseitigen und andererseits überflüssigem Geschwätz und Gerüchten ein Ende zu bereiten. , , .

Für das Gebiet der Lebens m t t < c l muß be- sonderè beachte, werden, daß hier große Warengruppen bereits der unmittelbaren Preiskontrolle und der Ein­wirkung staatlicher Stellen unterliegen, so daß hier Breite garantiert sind, die gesamtwirtschaftlich berechtigt sind und nationalsozialistischer Wirtschaftsdisziplin entsprechen. Schließlich fei nock darauf binZewiesen daß die mit der Durchführung beauftragten stellen der Porlei ange­wiesen sind, die Kontrolle so anzusetzen, daß seitens der Kästet jegliches Mißtrauen in bezug auf Scku iffcleien und A u s k u u d s ch a f t c r e i e n irgendwelcher Betriebsgeheimnisse unterbunden Wird. ___________

Eurze pslitifche Nachrichten.

Wie aus Oviedo in Asturien gemeldet wird, r s 1 I Sinder, die den revolutionären Kämpfen z ü m O v s e r fielen. beerdigt worden. Inzwischen

konnten zwei weitere Kinderleichen aus den Trümmern eines zerstörten Hauses geborgen werden.

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Vor dem Militärgericht in Klagenfurt wurde der Hochverratsprozeß gegen die Brüder Ingenieur Kurt, Ingenieur Herbert und Hochschüler Karlheinz Zekner durchgeführt. Kurt Zekner wurde zu lebenslänglichem Kerker, Herbert zu zwölf Jahren, Karlheinz zu fünfzehn Jahren schweren Kerkers verurteilt. Kurt Zekner soll die Befehle zur Julirevolte gegeben haben.

Gegen den Unsinn der Hamsterei.

Nur wenn wir den Realitäten ganz stark ins Auge sehen, werden wir sie meistern können", und diese Wirklichkeiten", auf die der kommissarische Reichswirt­schaftsminister Dr. Schacht in seiner hochbedeutsamen Weimarer Rede hinwies, hat er eigentlich schon in dem gar nicht allzu drastischen Satz zusammengefaßt:Das deutsche Volk weiß, daß es sich heute in einem ver - längertenKriege befindet, nur daß er mit sehr viel heimtückischeren Mitteln geführt wird." Dr. Schacht hat in seiner Weimarer Rede dafür gesorgt, daß auch von diesemverlängerten Kriege" jene Teile des deutschen Volkes unterrichtet wurden, die davon wirklich noch nichts wissen oder sich davor die Ohren zuhielten. Laut und deut­lich hat Dr. Schacht gesprochen und ebenso laut und deut­lich gesagt:Wir werden uns ganz zweifellos den Riemen enger schnallen müssen, aber zum Ver­zagtsein ist absolut kein Grund vor­handen."

Schon als Reichsbankpräsident ist Dr. Schacht nie ein Schönfärber gewesen. Nicht dem Ausland, geschweige denn dem Inland gegenüber. Man hat ihn draußen oft nnd heftig wegen der devisenpolitischen Maßnahmen an­gegriffen, die er verordnen mußte, um das A und O seiner ganzen Haltung zu erfüllen: die Stabilerhaltung der deutschen Währung. Aber man hat ihm im Ausland auch das Zeugnis nicht versagt, daß feine Mitteilungen über die deutsche Wirtschaftslage und Zahlungsfähigkeit weder zu pessimistisch noch zu optimistisch seien, saubern eben die fest ins Auge gefaßten Realitäten" zur Darstellung bringen. Im Inland weist man dies auch; man weiß, daß er die Dinge so sieht, wie sie sind, und nicht so, wie er sie sich wohl wünschen oder wegwünschen mag! Und daß er auch unverhohlen ausspricht, was er sieht! Damit tut er aber auch nur das, was des deutschen Volkes höchst- verantwortlicher Führer Adolf Hitler immer getan hat und tut: den Realitäten ganz stark ins Auge sehen. Und sie dem ganzen deutschen Volk vor Augen stellen!

Durch das deutsche Land geht die Sorge um einen gewissen Teil unserer Rohstosfcinfuhr aus dem Ausland, die uns durch unsere Devisennot und durch die Erschwerung unserer Ausfuhr abgefperrt wird. @s_ fällt Dr. Schacht gar nicht ein, die Berechtigung dieser Sorge bestreiten zu wollen, also Unerfreuliches, aberTatsächliches, zu beschönigen. Sondern er sagt ganz offen:Jawohl, wir sind mit Rohstosfen durchaus nicht ausreichend versorgt!" lind ebenso offen spricht er es aus: Jawohl, wir werden uns auch ganz zweifellos einrichtcn müssen, daß wir die Devisen, die wir besitzen oder die wir noch bekommen werden, auch in erster Linie sachgemäß für die Rohstoffe verwenden, die wir brauchen!"

Aber gerade Weil Dr. Schacht nicht den geringsten Schleier vor diese Dinge zieht, darf man seinen Mit­teilungen auch glauben, die er über den E i f o l g unserer Anstrengungen zur Bekämpfung und Überwindung dieser Rohstoffnöte macht. Auch hier ist er wieder nach der schwarzen Seite" hin von größter Offenheit: Alle die von der sogenannten Ersatzstoffindustrie erzeugten Roh­stoffe und Halbfabrikatesind letzten Endes Dinge, die selbstverständlich teurer sind, als wenn wir dic aus­ländischen Rohstosfe aus der Natur entnehmen" Aber sie sind deswegen nicht minderwertiger und brauchen auch nicht in alle Ewigkeit teurer zu bleiben. Einst hat die Welt auch nur den Chilesalpeter gekannt und den Rüben­zucker alsErsatzstoff" bezeichnet, aber hier wie dort ist durch den deutschen Erfindergeist alles völlia um­gestaltet worden. Jetzt färbt die ganze Welt mit künst­lichem Indigo und Krapp, und von den früheren Ricsen- Pflanzungen" der natürlichen Farbmittel blieb fast nicyts mehr übrig. Ähnliches kann auch mit der Erzeugung von anderenErsatzstoffen" geschehen, die auf- und auszubatien die deutsche Devisennot erzwingt. Und wenn man von demverlängerten Krieg" spricht, dann bars man vielleicht gerade in diesen wirtschaftlichen Zusamluenhänaen an ein anderes Wort erinnert:Der Krieg ist der Vater aller Dinge." Das ist zwar nicht ganz richtig, aber doch mindestens zur Hälfte. _

Noch einmal sei es gesagt: Gerade weil Dr. Schacht die dunklen Seiten unserer R o h st o f s n o t weder ver­birgt noch mit einem optimistischen Anstrich aufhellen will darf man ihm nun auch unbedingt Glauben schenken, wenn er darauf verweist: Trotz Rohstoffknappheit sind wir mit F e r t i g w a r e n in den Lägern so reichlich versorgt daß insbesondere die Konsumenten der breiten Masse sich gar keine Sorgen zu machen brauchen'. Wir haben genug zum Anziehen und wir haben genug zum Essen und Trinken!" Dazu tritt die ebenso glaub­hafte Versicherung Dr. Schachts, daß unsere Ersatzrohstofs- industrie in Deutschland ganz außerordentliche Fortschritte aus den verschiedensten Gebieten gemacht hat.

Wir Deutsche leben heute in einemverlängerten Krieg; das wissen wir ebenso wie das andere, daß wir nämlich insolgedessen auchden Riemen enger schnallen müssen". Aber wir wissen drittens, daßzum Ver­zagtsein absolut kein Grund vor­handen i st'.