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TageblaA für Rhön und Vogelsberg

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, 2561934

Fulda, Donnerstag 1. November

11. Jahrgang

Die Saar bedroht!

Frankreich droht mit Einfall ins Saargebiet. zlarm befehle an die Grenzlruppenteile.

Wie dem Pariser BlattMatin" aus Nancy gemeldet ^, solle» die französischen Militärbehörden alle Vor- Ittrunflcn zur sofortigen Durchführung einesAbwchr- EZ" getroffen haben,für den $afl. Satz Deutschland in Handstreich auf das Saargebiet unternimmt, der «Msches Gebiet bedrohen" könnte. Neuere Nach- W miesen, heißt cs, auf die Möglichkeit einesHand- Mes der SA." auf das Saargebiet unmittelbar nach »Tage der Volksabstimmung am 13. Januar hin, durch Ä der Völkerbund vor eine vollendete Tatsache gestellt Mn könnte. In einer Eingabe derSaar-Wirtschafts- Minigung" an den Völkerbund werde erklärt, daß auf tznindvertraulicher Nachrichten" ausglaubwürdiger üielle" mit der Möglichkeit eines deutschen Einfalls in isi Laargebiet ernstlich gerechnet werden müsse Die Vcr- likiüing dieser Nachricht habe natürlich in den französi- frn Grcnzbezirkcn wie auch in Paris und im übrigen ?mnlieich eine gewisse Beunruhigung ausgclüst. Man liiine, so heißt es in dem Telegramm desMatin" zur Ncruhigung der öffentlichen Meinung Frankreichs sagen, die Heeresleitung Frankreichs die Mgenheit nicht verfehlt hat, sich mit dieser Frage zu Ikschllftigen. Einerseits werde die Ausbildung der kürz- Kch bei ihren Truppenteilen eingetroffenen Rekruten in Lothringen in diesem Jahre besonders eifrig betrieben, andererseits seien sowohl bei den Stäben der Armeekorps von Mey und bei dem 20. Armeekorps von Nancy alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen.

_ Ein weiteres Pariser Mati, das sozialistische »Leuvre". behauptet, daß der französische Bot - i6«her in London, Corbin, den englischen Innenminister Simon von dentechnischen" Vor- Wrangen in Kenntnis gesetzt habe, die es dem Präsi- imen der Regierungskommission Knox ermöglichen Um, daß er die erforderlichen

Streitkräfte zur Verfügung

^, um jedeaufrührerische Betätigung der national« Alistischen Organisation" im Saargebiet im AugenbliÄ «»Volksabstimmung zu verhindern.

. Dazu meldet das Londoner BlattTimes" u. a. Mndes:

Die französische Regierung hat dem General, der ^ Truppen an der Saargrenze befehligt, Weisungen crlcilt, hie sich auf den Fall beziehen, daß der Präsident der Saarregierungskommissèon Dr. Knox um Beistand »sucht.

, Zur Zeit der Räumung des Rheinlandes wurden die Ü^Mischen Truppen aus dem Saargebiet zurückgezogen. E Präsident der Regierungskommission Hai das Recht, Ml dieTimes" weiter, sich im Falle der Gefahr an Ulipßen außerhalb des Gebietes zu wenden.

*

Vorstehende übereinstimmende Meldungen sind ge- in allen deutschen und saarländischen Kreisen Aufsehen und Beunruhigung hervorzurufen. M derartige militärische Vorbereitungen können jedem ^wande dienen, um einen Gewaltakt diirchzuführen. j^ "'^ Drohung allein mit einer derartigen Aktion

^rechtmäßiger Bcciufluffungsvcrsuch der bettot« stehenden Abstimmung

«Mneteiien. Die deutsche Regierung und das deutsche Li wünschen nichts anderes als die vertraglich zu- - "?e Durchführung der Abstimmung und im Anschluß Ä ^^ ausschließlich den Wünschen der abstim- ß.'i^rcchrigten Bevölkerung entsprechende Lösung der nFMe. Es widersprich, dem Vertrag und dem kder Volksabstimmung, wenn eine an der Abstim- l e t l j a i e Mach, von feiten des Treuhänders

^^eich s Festunas-

tu?* über die militäri- an der Beben wir hier eine Karte man die absolute ^enüber h ^? teutschen Grenzen Aigen französischen Befesti- Während die beut« d°m Urteil von ^fich in>!° ^ werden mußten, ^lige er französischen Grenze ?"èchcurer"^? '"" ®c!dMc" ^biet/^ die ^Ns^, and rechts des Rheins

^..'Völkerbundes oder seiner Organe mit einer mili­tärischen Aktion im Saargebiet betraut würde. Ein solches Vorgehen könnte nur als ein

Handstreich" bezeichnet werden, da keine Instanz eine derartige rechts­widrige Maßnahme legitimieren könnte.

Trotz aller Emigrantenprovokationen wird die Saar- bevölkerung an ihrer mustergültigen Disziplin bis zur Saarabstimmung und über diese hinaus festhalten. Deutscherseits jedenfalls besteht alles Interesse daran, die Saarbevölkerung in dieser Haltung zu bestärken, damit sie sich am 13. Januar 1935 frei zu Deutschland bekennen kann, und dann der Völkerbund aus diesem Bekenntnis, durch keinerlei Machenschaften beeinträchtigt, die gegebenen Folgerungen zieht.

*

Auf des Messers Schneide.

Französische Drohungen, wie sie in den vorstehenden Meldungen sich abzeichnen, sind an sich nichts Neues. Wir erinnern nur an die Manöver mit kriegsstarken Truppeneinheiten an den Grenzen Elsaß-Lothringens und des Saargebietes vor wenigen Monaten: wir erinnern weiter an die letzte Rede des verstorbenen französischen Außenministers B a r l h o u in Gens, die zwar nicht der Form, wohl aber dem Inhalt nach eine glatte Jnter- ventionsdrobung war. Und wir erinnern an die letzte Rede des derzeitigen französischen Kriegsministers, des Marschalls P è t a i n , im Kammerausschutz über die Not­wendigkeit verstärkter Aufrüstung im Hinblick auf etwaige Saarzwischensälle größeren Stils.

Wenn aber, wie es die Pariser und Londoner Mel­dungen übereinstimmend beweisen, die französischen Grenztruppenteile gleich in großen Kampfverbänden Be­fehle erhalten, die schon über den Rahmen eines Alarm­befehls hinaüszugehen scheinen und fast einer Teil- mobil mach» na aleichkommen. dann bedeutet das die

Ungeheuerliches

Zweieinhalb Jahre Gefängnis für den Kriegsblinden Rathke.

Vor dem M eher Appcttativnsgcricht wurde jetzt in dem sogenannten Röchling-Spionageprozeß das Urteil gefällt. Danach erhalten der kriegsblinde Leiter der Röchlingschen Bctriebspolizei, Rathke, zweieinhalb Jahre, Frischmann drei Jahre, Baltes zweieinhalb Jahre, Liücnburger zweieinhalb Jahre und Rupp fünf Jahre Gefängnis. Die beiden letzteren wurden in Ab­wesenheit verurteilt. Außerdem wurde auf Geldstrafe bis zu 1000 Franc und zehn bis zwanzig Jahre Laudes- vcrwcisung erkannt. Dieses ungeheuerliche Urteil hat im ganzen Saargebiet lebhafte Empörung hcrvvr- gcrufen.

Roch steht allerwärts in Erinnerung, wie es über­haupt zuwege kam, daß Rathke auf französischem Boden festgenonunen wurde. Durch ein fingiertes Tele­gramm hatte die französische Politische Polizei Rathke aus dem Saargebiet nach einem lothringischen Grenzort gelockt, wo er sofort mit einem Begleiter wegen an­geblicherSpionage" verhaftet wurde. Der erhobene Verdacht wurde durch die Verhandlungen vor dem Metzer Gericht in keiner Weise erwiesen. Allerdings unterhält die Firma Röchling in Völklingen ein poli­tisches Büro, das sich mit den den Saarkampf be­treffenden Fragen beschäftigt. Dieses Büro und ebenso­wenig der jetzt verurteilte Kriegsblinde Rathke, haben jedoch u i e e t w a s m i t S p i o n a g c z u t u n g e h a b i.

Den französischen Stellen kam cs offenbar lediglich darauf an, unter bewußter UnterftcUuna falscher Tatsachen

unerhörteste Herausforderung der Geduld des deutschen Volkes, die es feit dem Einbruch in das Ruhrgebiet erlebt hat. Daß die SA. einen Einmarsch in das Saar- gebiet nach dem 13. Januar, also unmittelbar nach dem Abstimmungstag, beabsichtigt, könnte man als kindischen Blödsinn abtun, wenn diese niederträchtige politische Ver­leumdung eben nicht von Frankreich ausginge und ganz planmäßig zum Vorwand für eine verschärfte Terrorisierung der Abstimmungszeit genommen würde. Es geht hier gar nicht darum, ob der englische Französ- ling Knox, der sich als Präsident derneutralen" Saar­regierung einen so unrühmlichen Namen gemacht hat, vielleicht den wahnwitzigen Ehrgeiz hat, über Krieg und Frieden in Europa bestimmen zu können. Es geht hier um die Tatsache, daß mit jenen frechen Lügen die Reichs­regierung und damit auch ihr Ches, unser Führer und Reichskanzler Adols Hitler, gewissermaßen Lügen gestraft werden soll, er, dessen feierliche Forderungen einer ungestörten Abstimmung von aller Welt als eine von Deutschland gegebene G a r a n i i e betrachtet werden. Auch Frankreich kennt diese klare Einstellung der Reichs­regierung natürlich ganz genau. Aber wenn es um die reichen Bodenschätze des Saargebietes geht, die von Frankreich feit fünfzehn Jahren im Wege des Raubbaues geplündert werden, dann ist nach französischen Begriffen jedes, aber auch jedes Mittel zur Erreichung des Pariser Saarzieles recht.

Wir Deutschen müssen auch in schärfster Form gegen die vorgetäuschte französisch-englische Ansichl protestieren, als wenn sich Frankreich heute an der Saar in derselben Lage wie 1925/L6 am Rhein besinnet und irgendwelche Rückzugslinien zu sichern hat. Es stehen keine französischen Truppen im Saargebiet ober will Frankreich etwa für jenes Gesindel den Weg nach dem Westen offen halten, das man in ausländischen Blättern als denAuswurf der deutschen Emigranten" bezeichnet? Wir leben auch nicht mehr im Jahre 1919, wo Frankreich, toll vom Siegesrausch, es sich ungestraft erlauben konnte, ganze deutsche Provinzen zu besetzen oder besetzen zu lassen. Es gibt keine Erfüllungsparteien mehr in Deutsch­land, wohl aber eine Hitlerregierung und ein national« stolzes deutsches Volk!

Urteil in Metz.

ein Exempel zu statuieren, das an die schlimmsten Zeiten französischer Kriegsgerichte erinnert.

Nach dieser willkürlichen Rechtsauffassung könnte also in Zukunft kein Saardeutscher mehr ungefährdet f r a n z ö s i s ch e n B o d c n b e t r e 1 e n , da in der einen oder anderen Richtung sich unvermeidlich jeder Saarländer in dem augenblicklichen Stadium der Abstim­mungsvorbereitungen für den A b st i m m u n g s k a m p f einsetzt.

Die Verurteilung Rathkes läuft überdies auf einen glatten Bruch des sogenannten Garanticabkommcns vom Juni d. J. hinaus.

In diesem haben sich in Genf die Regierungen Frankreichs und Deutschlands feierlich verpflichtet, sich jeder strafrechtlichen Verfolgung eines abstimmnngsbercchiigten Saarländers wegen der von ihm eingenommenen poli­tischen Betätigung während der Abstiminungszcit zu ent­halten.

Straßburger Sender

als Märchenerzähler.

Der Zeppelin sollte über Spanien abgeschosien sein.

Den Verbreitern von Greuelmärchen geht allmählich die Puste aus, ihrMaterial" wird immer dürftiger. Auch der Straßburger Sender, der immer mit warmen Worten für dieEmigrantenbelange" ein getreten ist, leidet feit einiger Zeit unter Stoffmangel. Diese für ihn natürlich höchst bedauerliche Tatsache bat ihn dazu getrieben, nun mit ganz großem Geschütz auf zufahren.

Und so wurde denn als ganz großer Schlager den Hörern mitgeteilt, daß unser guter alter Zeppelin über Spanien abgcschvsscn worden fei!

Man soll das Wort von den kurzen Beinen der Lügen nicht zu Tode hetzen: in diesem Falle trifft cs 51t. Nämlich gerade zu derselben Zeit, als diese Meldung den Sender verließ, traf vom Zepp die Nachricht ein. das er sich kurz vor der südaxnerikanischen Küste befände. Unsere Technik schreitet immer weiter fort,äbgeschofsenc" Zeppeline fliegen fröhlich weiter und kümmern sich nicht darum. Lächerlichkeit tötet . . .!

Kurze politische Rachrichten.

Der Chef des Stabes. Lutze, der in den letzten Tagen unpäßlich war, ist so weit w i e d e r h e r g e st c l l t, daß er sich im Flugzeug von Hannover nach Berlin begeben konnte.

Der ö st.e r r e i ch i f $ c Ministcrrat genehmigte einen Gesetzentwurf' über die ö st e r r e i ch i s ch e Sport« und T u r n f r 0 n t. Alle Verbände und Vereine, deren Mitglieder Sport betreiben oder turnen, werden zu« sammengefaßt. Die Sport- und Turnfront ist ein auf autoritärer Grundlage aufgebauter Verband öffentlichen Rechtes.