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M-aer /lnzeiger

jeden Werktag. Wochenbeilage: Der grj^nt J Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. ^"niekerungsbehinderung durchHöhere Ee- fieteW keine Ansprüche. Verlag Friedrich Fulda, Königstraße 42. Rotatrons- Diedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- Mifileiter: Wedr. Ehrenklau, Fulda. Königstr. 42.

Tageblatt für Rhön und v°,°Isb°rg geft?» k«<ö°, und h-un-tal.;»!»--- K-el-blatt

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Fulda, Freitag 2. November 11. Jahrgang

Ein Wort an unsere Jugend.

Ihr seid eine große deutsche Jugenbgemeinschast". kure Hände müssen einst das begonnene Werk halten und tragen!

Reichsminister Dr. Goebbels sprach zu den Jungen und Mädchen.

sicichsmimstcr Dr. Goebbels sprach am Donners- l.,jbcr alle Sender zur deutschen Jugend. Die Rede von den Gefolgschaften der Hitler-Jugend dllrch -«inschaftsempsang ausgenommen.

Reichsminister Dr. Goebbels erklärte einleitend, daß è eine besondere Freude sei, vor der Jugend zu Mm, weil er sich selbst jung genug fühle, um wie zu rigesinnten und Gleichgestellten zu sprechen. Er M dann fort:Es ist in der Tat eine ganz neue fmend, die hier cmporwächst, und ihr alle könnt stolz Wus sein, in ihren Reihen mitzumarschieien. Was st von der Jugend, vor allem der Vorkriegszeit, unter­scheidet und vor ihr auszeichnet, das ist die Aus- -kweckt heit ihres Geistes, die wache Spannkraft, die aus ihren Augen leuchtet, die T a l b e r e i t s ch a s t, die in ihrem Marschtritt misslingt, die Tapferkeit, mit der sie das Leben nimmt, wie es ist. die Offenheit ihres Charakters, die jeder Duckmäuserei abhold ist, die jllarheil ihrer Auffassungen und die U n s e n t i m e n - talität im Begreifen unseres deutschen Schicksals. Diese Tugenden sollen ewiges Erbgut einer sich stets er­neuernden deutschen Jugend sein. Wenn ihr dazu noch das Wunder fertigbringt, sie zu paaren mit einer edlen und stolzen Bescheidenheit, die Achtung vor dem Alter md Respekt vor der Leistung in sich schließt, dann seid ihr in der Tat die würdigen Nachkommen der Gene- ratioii, die den Krieg durchkämpft und die deutsche Revo- lulion zum Siege geführt hat.

Sincs dürft ihr nie vergessen: Nicht jeder, der älter ist als ihr, muß deshalb ein Reaktionär sein! Und nicht jeder, der etwas kann, verdient deshalb den Spott und lic Verachtung derer, die noch jung sind und deshalb etwas lernen müssen.

In wißt ja selbst aus eurer eigenen Erfahrung, daß es «chmal Jungens von 16 Jahren gibt, bei denen man nur bedauert, daß sie keine Glatze und keinen Vollbart toben; ebenso gibt es natürlich auch Grauköpfe, in deren Stuft ein Herz schlägt, das genau so jung ist wie das eure. Bit gehören zu euch und fühlen sich auch als zu euch ge­ring. Und wenn sie euch manchmal mit gutem Rat ent= Dentreten, so horcht wohl auf, denn sie haben eine lange Lebenserfahrung hinter sich, alts der sie die Berechtigung ichöpsen können, euch auf diesem oder jenem Gebiet Weg- »cifer zu sein.

Die Weltgeschichte fängt nicht erst mit euch an, sondern

ßc wartet nur darauf. von euch fortgesetzt zu werden."

,Ich kann", so sagte der Minister,es wohl begreifen, toi; ihr euch manchmal mit euren Eltern und Lehrern nicht toä versteht; aber das beruht ja nicht nur daraus, daß euch nicht verstehen sondern auch daraus, daß ihr sie "'41 versteht. Ich habe mich deshalb vor allem darüber Ereilt, daß seit langer Beil schon in euren Kreisen die .' c b a l t e n ü b e r K i r ch e n - n n d K o n f e s s i o n s- igen verstummt sind. Denn das sind keine uvblemc, die von euch gelöst werden müssen, und eo toniigt schon, wenn die Erwachsenen sich darüber nicht ">ug werden.

ein Jungens und Mädels habt so viele andere Auf- Mben, die euch selbst betreffen, unmittelbar zu losen, M ihr getrost noch einige Jahre warten könnt, um euch in diese Diskussion hincinzumischen.

gleicht sind bis dahin auch die Erwachsenen unter sich W geworden. Ich möchte in diesem Zusammenhang die vielen Hunderttausende von jungen Mensclien, die den konfessionellen Verbänden in die Hitler fugend Mergekommen sind, aus das herzlichste in unseren è begrüßen. Ihr müßt alle dafür sorgen, daß sie ."Nieren Gruppen und Fähnlein vollends ausgehen, ! Men eure wahren imD echten Kameraden werden und nicht fürchten müssen, daß das, was ihnen vom heilig und unantastbar ist, in euren Reihen wird. Echte Kameradschaft teJ, ch immer das wunderbare Vorrecht der ^ugend Der Klassendünkel, der unter erwachsenen k'" 'manchmal direkt lächerliche Blüten treibt,

' Dank bei jungen Menschen ganz unbekannt, nur mitleidig lächeln, wenn man euch ^vvte, daß ein Jungarbeiter mit einem t ^^ nicht im gleichen Glied marschieren Nkr seid alle zusammen eine große dcuftche

Jugendgemeinschaft.

w isation zählt Millionen von Mitgliedern. Sicilia< , ^^ Riesenkörper manchmal auch Fehler um h«s ist ganz selbstverständltch. Es ""her, wenn es sich anders verhielte^ Aber die sollen nicht nur eure wenigen Fehler, ^^en auch eure vielen Tugenden sehen. Mttebt $ euer Reichsjugendführer auf das ernsteste N rückt ^)va austauchende Fehler und Mängel sofort "'iißen ö» beseitigen. Eltern und Erzieher aber ?^n 'bn& - J*c ehrlich und unvoreingenommen sind, zu- ^ükljcht ? sein Werk eine große deutsche Hosfnling ver- 1)01: Die Einigung u u s c r c r I u g e n d !

Niemand ist", so erklärte Dr. Goebbels,euch Jungens und Mädels gram darüber, wenn ihr in frischer und ungebundener Daseinslust die jungen Jahre eures Lebens nach Kräften auszukosten und nutzbar zu machen versucht. Aber

hinter jeder Ungebundenheit muß Zucht, Ordnung und Disziplin stehen.

Als ich am Sonnabendabend des Nürnberger Partei­tages euer Zeltlager besuchte, habe ich mit eigenen Augen feststellen können, wie weit ihr es schon in dieser Be­ziehung gebracht habt. Da herrschte kein Prunk, ver­gebens suchte man nach den großen Luruswagen, die euch in der Emigrantenpresse angedichtet werden. Alles war einfach, klar, spartanisch und diszipliniert. Ein gleiches Beispiel eurer inneren Ordnung habt ihr am Anfang dieses Jahres in der großangelegten Durch­führung des Reichsberufswettkampfes abgelegt. Ein gleiches Beifpiel bietet auch eure Organisation des Land- dienstes und der Landhelfer.

Es ist ein paar Wochen her, da stand morgens, als ich zum Dienst ging,

vor meinem Ministerium unter den wartenden Men­schen ein kleiner Jungvolkpimpf von zehn Jahren.

Dieser Junge trat ganz unvermittelt an mich heran und fragte mich, ob er nlich einmal persönlich in einer dringen­den Angelegenheit sprechen könne. Dieser Junge sah mich so bittend an, daß ich ihn mit ins Haus hineinnahm, und dort erzählte er mir nun Die kleine und doch so erschüt­ternde Tragödie seines Lebens. Sein Vater hatte bei unvorsichtigem Hantieren mit Der Pistole einen tödlichen

Frankreichs letzte Saarkarte.

Vorsätzliche Herausforderung."

Die im ersten Augenblick fast unglaublichen Mel­dungen über die Befehle an französische, unweit der Saargrenze liegende Truppenteile, sich auf einen even­tuellen Einmarsch ins Saargebiet vorzubereiten, haben sich nicht nur offiziell bestätigt, sondern neben einem ganz außerordentlichen Aufsehen auch schon manche scharfe Kritik im Ausland ausgelöst. Sogar in der eng­lischen Presse. DieN c w s C h r o n i c l c" erklärt, selbst in maßvollen deutschen Kreisen werde jener französische Schritt als einevorsätzliche Herausforderung" angesehen, und derD a i l p H e r a l d" hält cs für zweifellos, daß verantwortliche greife in Berline inen solchen Wahnsinn, wie einen Putsch vor der Saarabstimmung, nicht be­absichtige n". ' .

Ebenso berichtet der BerlinerTimes"-Korrespondent über die tiefgehende Erbitterung, die in ganz Deutschland infolge der Meldungen über Die französischen Schritte an der Saargrenze entstanden sei. Die Erregung ist noch größer geworden durch die Erklärung einer Pariser Zeitung,

die französischen Truppen sollten ins Saargcbict auch ohne internationalen Auftrag cinrüden.

Kurz vor Bekanntwerden dieser Absichten der Pariser Regierung hatte übrigens Der Londoner französische Botschaft e r beim englischen Staatssekre- t ä r De^ Äußern, Sir Simon, einen Besuch gemacht und diesenins Bild gesetzt". Möglicherweise hat er dabei auch um die Beteiligung von eng­lischen Truppen bei derSaar-Armee ersucht.

Denn der PariserTimes"-Korrcspondcnt berichtet, Frankreich wünsche eine solche Beteiligung auch nur .einer Handvoll Truppe n" zur Begleitung ms Saargcbict oder zum mindesten die Verpflichtung dazu. Denn Frankreich wolle die Verantwortung nicht allein trauen, wenn ausschließlich französische Truppen in das Saargcbictgerufen" würden.

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Unter demSchoß her Bajonette"?

Rein, es bedarf wirklich keines politischen Scharf­sinns oder sonstiger hoher Geistesgaben, um zu merken, daß die gleichzeitige Veröffentlichung von französischen Anweisungen an die Truppen, sich für die A b str m- m u n g s z e i t i m Saargebiet zu einem etwaigen Einmarsch in dieses Land bereitzuhalten, eine abgekartete Geschichte ist. Die beiden Pariser ZeitungenMatin" und besondersL'Oeuvre" verfügen über beste Beziehun­gen zum Auswärtigen Amt am Quai d'Orsay und daß die LondonerTimes", lvo die,c Meldungen gleichfalls und gleichzeitig mit jenen beiden französischen Blättern erschienen, sozusagen das englische Reglerungs- oraan sind, dürfte nicht ganz unbekannt sein! Und gerade infolgedessen - weil es sich hier eben u t ch t um beite» b i a e oder gar um oppositionelle Zeitungen handelt ist das gewaltige Aufsehen an sich schon verständlich das diese Nachrichten in Europa erregt haben. Aber aus dem- elbcn Grunde erklärt es sich auch, warum diese Mitteiluna

Schuß erhalten, seine Mutter lag schwer krank und gänz­lich verlassen zu Hause, und er selbst hatte nun versucht, durch Verkauf von Postkarten und Abzeichen am Tage ein paar Groschen zu verdienen, damit er seinen noch jüngeren Geschwistern etwas zu essen nach Hause bringen könnte. Bis ihm schließlich ein Schupomann seine Ware beschlagnahmte, weil er keinen Gewerbeschein besaß. Was wollte der Junge von mir? Geld, Fürsprache, Protek­tion, Unterstützung? Rein, nichts von alledem! Er wollte nur einen Gewerbeschein!

Muß man eine solche Jugend nicht lieben?

Muß man nicht täglich und stündlich bestrebt sein, ihr zu helfen und, wo man kann, das Leben zu erleichtern, das ohnehin schwer genug ist? Die Besserwisser sagen: Das ist ein Einzelsall! Und doch hat der Einzelfall seine höhere Bedeutung. Es ist ein Einzelfall, an dem sich der herbe und phrasenlose Heroismus einer deut­schen Jugend abwandelt, die hinter uns steht und einmal an unsere Plätze treten soll.

Ihr Eltern und Lehrer mögt in diesen Jungens und Mädels nicht nur die vorlauten Naseweise sehen, die reden, ohne gefragt zu sein, sondern auch die kommen­den Männer und Mütter unseres Volkes, denen wir doch einmal unsere ganze Zukunft anvertrauen müssen.

Wenn sie in diesen Wochen und Monaten an euch herantreten und. u m Heime bitten, in denen sie sich versammeln können, sorgt mit dafür, daß sie sie be­kommen; denn es ist besser, sie dienen in diesen Heimen nach bestem jugendlichen Vermögen der Nation und ihren Aufgaben, als daß sie taten- und hoffnungslos auf den Straßen herumlungern."

Dr. Goebbels schloß seine Rede mit den Worten: Einmal wird auch an uns alle die Stunde herantreten, da wir das Schlachtfeld des Lebenskampfes verlassen müssen. Wenn unsere Augen fid)' dann schließen, wollen wir wissen, was aus dem Werk werden soll, das wir ' begonnen haben. Eure starken Hände müssen cs dann halten und tragen, auf daß es in guter Hut sei von Geschlecht zu Geschlecht!"

nun des anders in Deutschland wie ein Donnerschlag wirkt. Und jener Grund verhindert cs auch, denB c - r u h i g u n g s p i l l e n" irgendwelches Vertrauen zu schenken, die man nun von Paris aus zu spenden ver­sucht. Wirkungen können sie schon deswegen nicht erzielen, weil die Pariser halbamtliche Kommentierung das Wesentliche jener Meldungen über militärische Vorberei­tungen gar nicht bestreitet; infolgedessen hatte der Matin" ganz recht, als er in seinen Mitteilungen auch gleich sagte, er habeein Dementi nicht zu befürchten". Es ist auch gar keins erfolgt! Außerdem ist die übrige Presse als Chor in die Melodie eingefallen, die ihr der Matin",L'Oeuvre" und DieTimes" vorgeblasen haben, übrigens mag bei dieser Gelegenheit, da man von einemSA.-Putsch in das Saargcbict b i n e i n" fabelt, wieder einmal daran erinnert werden, daß ein PariserTimes"-Korrespondent übrigens ein polnischer Jude es vor einem Jahr gewesen ist, der die Märchen von den deutschen Durchmarschplänen durch die Schweiz in Die Welt gesetzt hat. In London leugnet man höheren Orts" auch gar nicht, daß die Meldungen über Die Bereitstellung französischer Truppen an der Grenze des Saargebietes richtig sind, aber man sei fran- zösischerseits der Ansicht, daß die Nachrichtallzu präzise" verfaßt sei! Also auch dieTimes" brauchenkein De­menti zu befürchten".

Ein sonderbares Licht das darf man als Deutscher wohl sagen werfen diese militärischen Vorbereitungen an der Grenze denn doch auf dieL oyalitätFrank- r e i ch s" in der Abstimmungsfrage, nachdem Barthou, der verstorbene französische Außenminister, noch Anfang Juni d. J. feierlich erklärt batte, keinen Wert auf die Sorge für die Ordnung im Saargebiet zu legen, wenn die deutsche Regierung sich jedes Eingriffs in Die Ab- stimmungsfreihett enthalte. Läßt es sich mit einer wirk­lichenLoyalität", läßt es sich überhaupt mit dem Ver­sailler Vertrag vereinbaren, wenn diese Abstimmung nicht frei" erfolgt, sondern unter dem sogenanntenschntz" fremder Truppen?! Daß bei solchen militärischen Kräften vor allem die beiden an der Saarfrage interessierten Mächte ausgeschlossen sind, dürfte man doch auch in Paris wissen. Ebenso weiß man Dort, warum das Saarsüttut ausdrück­lich bestimmt, daß durch restlose Ausschöpfung aller an der Saar heimischen Kräfte, also durch eine tu i r 111 cu e Saarpolizei, dort für Die Sicherheit, O rdnnng und insbesondere für die Abstimmungsfreiheit gesorgt werden soll ^cr Sinn und Zweck all dieser Bestimmungen ist völlig eindeutig: Losgelöst von jedem Druck von außen her sott - der Saarländer Die Entscheidung über Die Zn tunft seines Gebietes treffen. Und die Möglichkeiten aus- iuschöpfen, Die man im Saargcbict selbst für Die Losung jener drei Aufgaben besitzt, ja, das allerdings hat Die Saarregierung' ebensowenig verstanden wie ihr hoher Auftraggeber, Der Völkerbund.

Deshalb mutet es iibrigcns auch im Ausland wie ein schlechter Witz an, wenn man in Paris Halbamt lief) erklären läßt, Frankreich werde sich lediglichan feine internationalen Verpflichtungen halten" und Truppen zwecks Polizei Maßnahmen (!)" ins Saargebiet nur ent senden, wenn Die dortige Regierungskommission das aus drücklich fordere. In dieser Regicrungskommission sitzt übriaens kein R e i ch s deutsch e r . wo bl aber ein