M-aer Anzeiger
R» VL * T°,°b,°a für kn« m» v°s-I-b°v s-tz-LS-LL-S- S* UN« nm • §">»-« Rrtwbla« schriftlerter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. RedaEtion und Gefthästsstelle: Köntgstraße 42 ❖ Zernfprech^nsihluß Nr. 2984
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^r. 260 — 1934
Fulda, Dienstag, 6. November
11. Jahrgang
Einheitliche Preisbildung.
Ein Reichskommhsar für Preisüberwachung.
Dr. Goerdeler Preislommiffar.
Tas Neichskabinett trat zu einer Sitzung zusammen, in welcher der Führer und Reichskanzler das Wende Gesetz über Bestellung eines Reichskommissars -a' Preisüberwachung vorlegte. Das Gesetz hat folgen- N Wortlaut:
§ 1. Bis zum 1. Juli 1935 werden die durch das «citg über die Übertragung der Aufgaben und Befugnisse M Neichskommissars für Preisüberwachung dem Rcichs- DNfÄaftsminister und dem Reichsminister für Ernâh- nrag und Landwirtschaft übertragenen Aufgaben und Bc- hi puffe durch einen ReichskommissarfurPrcis- ibcrwachung ausgeübt Tic Aufgaben und Bcfug- nie erstrecken sich auch auf Preise von Körperschaften des iftcilülchen Rechts und von Verbänden, deren Bildung in ßcscbcn oder Verordnungen angeorbnet ist oder die aus gründ besonderer gesetzlicher Ermächtigung gebildet sind.
§ 2. Der RÄchskomuliffar für Preisüberwachung wird wm Reichskanzler ernannt. Er untersteht dem Reichs- ianzlcr und bat seinen Sitz in Berlin.
Nach der Annahme dieses Gesetzes durch das Reichs- fobinett hat der Führer und Reichskanzler den Lbcrbürger- meifter der Stadt Leipzig, Dr. Goerdeler, zum Reichs- tommiffar für Preisüberwachung ernannt.
Dr. Goerdeler hat schon früher, unter einer anderen Regierung, das Amt eines Preiskommissars versehen, èi wird dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ditekl unterstellt und erhält weitgehende Vollmachten. Die Ktiösregierung bat nicht abgewartei, ob die bisher be« »bachictcn Versuche von ungerechtfertigten Preistreibc- Mn weitere Kreise ziehen würden, sondern sofortzu- ?kgrifsen, um jede Beunruhigung gerade der minder- rmttelteN Verbraucherschichten, deren Löhne stabil ge« toen werden, zu vermeiden. Von einer Beauftragung Wörtlichen Instanzen zur Beobachmng und «sc-lung der Preisgestaltung hat man abgesehen, um alle E^s möglicherweise entstehenden Disserenzen auszu- -^-rn. Unmittelbar dem Führer unterstehend. wird
KPD. schießt aus Saarpolizei.
Offener Kommunistenierror
im Eaargebiet.
Überfälle auf die Deutsche Front und die Polizei.
In dem saarländischen Ort Landsweiler bei Neun- urchen war die k o m m u n i st i s ch e G e m e i n d e r a t s - ”09c o r 6 n e t.e Frau Fuchs bei einem Eifersuchts- neit von ihren Liebhabern, die sie in ihre Wohnung auf- Mommen hatte, derartig verprügelt worden, daß der Arzt Me Überführung in ein Krankenhaus für notwendig er- uaite. Bei den Liebhabern handelt es sich um Emigranten.
Diesen vollkommen unpolitischen Vorfall nutzten die mmuniftischcn Drahtzieher von Landsweiler in folgcn- r wahrhaft schamloser Weise gegen eine Versammlung
Deutschen Front aus: ‘ ,
> Nachmittag verbreiteten sie ein Flugblatt solgen- Wortlauts: „Ächtung, Werktätige von Landsweiler! «chdem der faschistische Mörder Pirro wochenlang m
"" Versammlungen eine Mordhetze gegen die Malige Bevölkerung geführt hat, haben die Mord- heute nacht auf die Antifaschistin Berta ^uchs °.rd überfall (!) verübt. Pirro will dreien "Verfall in einer Kundgebung verherrlichen. Werk- «â- ^stkdet nicht, daß dieser faschistische Mörder an- r?: dieses zerschlagenen und mit dem Tode ringenden ^- zu neuen Mordtaten hetzen kann. . ,
Pirro und seine Mordgcscllcn auseinander,. str!^"«Ä ^ute abend in Landsweiler die Durchführung ^Versammlung! Sofort heraus auf die Straße."
am Nachmittag zogen daraufhin Trupps kom- P rovokatenre durch die Ortschaft und ^för#r "^ 001 dem Versammlungslokal zu postieren, tzji, " Kommunisten hatten Stahlruten und 'r."r°bre bei sich.
ittin kommunistischen Provokateure morsen mit don einer Anhöhe am Ortsausgang wurde
^s Feuer auf die Polizcibeamten eröffnet, ^öfo. , v gelang es, trotz des Fcucrüberfalls, die ieutfii “PP den anschließenden Wald von den Provoka- B ru saubern
wchix^ übrigen sind die von über 2000 Personen dein öanXâ^gmmlungen, *n denen Landeslcitcr Pirro ’nitig verwüst ^ürach, in vollkommener Ruhe und Ord- !»rbZL ^ücr hatte sich das rote Gesindel in beraub ’^niunn, ^e^c üreil gemacht. Die Besucher der $cr= ^ins,x„ ..der Deutschen Front wurden in der ge- n,j ^"ie belästigt, angehalten und
^u? d^ ^ahlruten und eisernen Rohren bedroht.
R°ni ch"Dnen Disziplin der Mitglieder der Deutschen ruwschreièen, baj es nicht schon da zu Zu
Dr. Goerdeler die ganze Autorität der Staatsführung auf diesem Gebiete voll und umfassend zur Auswirkung bringen können.
Oberbürgermeister Dr. Goerdeler. *
Kurz und bündig.
Dr. Goerdeler über seine neuen Aufgaben.
Aus eine Anfrage des DRB. saßt Oberbürgermeister Dr. Goerdeler seine nach st cn Ziele als Reichstom m i s s a r für Preisüberwachung kur; in folgenden Worten zusammen:
,^Jch werde eine Preisüberwachung durchführen, die sich nach vernünftigen wirtschaftlichen Gesetzen richtet. Ich werde gegen alle die rücksichtslos v o r g e h e n , die diese Gesetze mißachten und durch ungerechtfertigte Preistreibereien der Gesamtheit Schaden zufügen. Um diese für unser Volk dringend notwendigen Aufgaben durchführen zu können, bitte ich um die Mitarbeit aller."
sammenstößen kam. „Rieder mit Pirro" usw. ertönter die Sprechchöre der Moskowiter.
Am Ortseingang von Landsweiler war ein Überfall aus den Wagen des Landesleiters Pirro geplant. Zu diesem Zwecke hatten sich verschiedene Kommunisten quer über die Straße gelegt. Ein Wagen kam herangebraust und hielt, um die' Wegelagerer nicht zu überfahren, rechtzeitig an.
Die Separatisten sprangen auf den Wagen, dem aber zu ihrer Überraschung einige Polizisten mit dem obersten Inspektor der Taarpolizei, dem Engländer Hemsley an der Spitze, entstiegen. Die Separatisten hatten den falschen Wagen, den Wagen des Überfallkommandos „ge schnappt". Sie wurden mit Gummiknüppeln in die Flucht gejagt, nachdem etwa 18 Schöffe von dem Gesindel auf die Polizei abgegeben worden waren.
*
Unter starker Beteiliguna der Bevölkerung wurde ein Ehrenmal des saarländischen Gebietes Warndt für seine Gefallenen cingeweibl. An den Führer und Reichskanzler wurde ein Ergebenheitstelegramm gesandt.
Biamieri sich Herr Knox so gern?
Die neuen Zwischenfalle, die Frankreichs rote Helfershelfer im Saargebiet verursacht haben, zeigen für den Außenstehenocn zweierlei: erstens hat sich die saardeutsche Bevölkerung selbst durch die schwersten Herausforderungen in keiner Weise provozieren lassen, und zweitens ist die Saarpolizei mit dem aufrührerischen roten Pack sehr schnell fertig geworden. Damit ist gleichzeitig wieder einmal erwiesen, daß die Forderungen des englischen Französlings Knox nach Verstärkung der Polizei durch Ausländer oder gar nach Entsendung fremder Truppen völlig überflüssig ist.
Diese — zweifellos von Frankreich selbst angeregten Forderungen — werden um s o unbegründeter sein, je mehr sich Präsident Knor auf seine Amtspflichten besinnt und die Emigranten, Separatisten und Kommunisten mit der gleichen Energie in ihre Schranken meist die er bisher zur Schikanierung der Saardeutschen, beispielsweise zu der sinnlosen Verschleppung der Winterhilfe, aufgewandt hat. . .
tiefer Engländer, der sich, sein Amt und fein Land bort im Saargebiet in den peinlichsten Mißkredit gebracht bat ist nicht französischer Beamter wie die Saarbrücker Grübendircknon, sondern ist der Beauftragte des Treuhänders für das Saargebiet, des Völkerbundes; diesem
^ " für feine Amtsführung verantwortlich, nnét der französischen Reaieruno — bier bat Frankreich
einmal Gelegenheit, vor aller Öffentlichkeit zu beweisen, daß der Völkerbuno und Frankreich n i ch t ein und dasselbe sind, wie wir es bisher gewöhnt waren.
Die Haltung aber gerade des Völkerbundes ist das Auffallendste an der derzeitigen Krise in der Saarfrage. Denn eben dieser Genfer Völkerbund ist ja a l s Treuhänder für die ruhige und unbeeinflußte Abstimmung verantwortlich. Dieser Völkerbund also hätte als erster sofort gegen die französischen Einfallsabsichten aufs schärfste Verwahrung einlegen und auf die unmittelbare Gefährdung des europäischen Friedens durch den Einmarsch französischer Truppen hinweisen müssen! Was hat er unternommen? Nichts! Er stellt sich einfach tot, er hat „amtlich keine Kennntnis". Tie ungeheuerliche Verlogenheit dieser ganzen Genser Belrugskomödie liegt wieder einmal offen zutage. Obwohl heute jedermann weiß, daß der Plan eines französischen Einmarsches
ein abgekartetes Spiel zwischen Knox und Paris war, und daß ein solcher Einmarsch der Funke ins europäische Pulverfaß sein würde, rührt man in dem ganzen großen kostspieligen Genfer Apparat keinen Finger — es geht ja im Saargebiet nicht um Franzosen oder Engländer ober dergleichen, es geht ja dort nur um Deutsche!
Unterdessen sind in Paris die Hetzer vom Schlage des bekannten Deutschenfresserblattes „Echo de Paris", das bekanntlich von der französischen Kriegsindustrie aus- gehalten wird, eifrig weiter am Schüren. DiesesBlatt bringt es jetzt wieder fertig, von einem zwischen der Reichswehr, Hierl und Lutze getroffenen Abkommen zu schwatzen, !vo- nach die Saarländer im Arbeitsdienst für einen „Gewalt st r e i ch" gegen ihre Heimat angesetzt werden sollen. Die französische Regierung denkt natürlich nicht daran, diese offiziell längst widerlegten verbrecherischen Lügen mit einem Verbot dieses ordinären Hetzblattes zu beantworten.
Gaardeuischer verhastei.
Tas Opfer eines toten Denunzianten und Saboteurs.
In Saarbrücken wurde der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer an der Saar, August Herb, verhaftet. Es wird chm oorgeworsen, in einer Rundfuukkundgebung in Oberlinxweiler Äußerungen getan zu haben, bte angeblich einen Perstoß gegen die Verordnung Der Regierungskommission des Saar- gebiets zur Aufrechterhaltung Der Rube und Sicherheit darstellen und eine Bedrohung eines Teiles der Bevölkerung bedeuten sollen.
Wie jetzt seßsteht, ist die Verhaftung auf Grund einer Denunziation des berüchtigten Kommunistensührers L°Hotze erfolgt.
Der Kommunist L Hoffe ist besannt als Fabrikant can 10 000 kommunistischen „Einsprüchen" gegen wahlberechtigte Saarländer. Wenn jemand vor das A b - stimmungsgericht gehört, dann ist es dieser berüchtigte Saboteur einer reibungslosen Abstimmuna. Dem es in diesem Fall Darauf ankommt, einen für das Vaterland freimütig und offen eintretenden Menschen zu verdächtigen.
Tas Winterhilfswerk im Saargebiet endlich genehmigt.
Nach wochenlangem Stillschweigen bat nunmehr die Regierungskommission endlich das saarländische Winterhilfswerk genehmigt. Schon seit Monaten gingen langwierige und mühsame Verhandlungen um das Winterhilfswerk, das bekanntlich zunächst verboten wurde, da die Sozialabteilung der Deutschen Front eingeschaltet war. Hierin erblickte Die Regierungs- kommission nach alten Methoden eine „Gefäbrdung der Abstimmungsvorbereitungen". Die charitativen Verbände des Saargebietes haben sofort, nachdem die Genehmigung bekannt wurde, sich mit einem Au'rufanvieSaar- bevölkerung gewandt und um Die Hilfe aller für alle im Geiste christlicher Nächstenliebe und wahrer Volksgemeinschaft für Den kommenden Winter aebeten.
Halbmast am 9. November
München, 6. November.
Der „Völkische Beobachter" veröf'entlicht "olgenbe Bekanntmachung des Stellvertreters des Führers Rudol' Heß:
Am S. November 1934, dem R e i ch s t r a u e r t a c der NSDAP, gedenkt die Bewegung ihrer Toten. Aus diesem Grunde setzen alle Dienststellen bei Partei ihre Flaggen auf haibmaft. Die ParteigeuossLNschast und Bevölkerung werden aufgefordert, die Beflaggung in gleicher Weise dorzunehmen.
Die evangelischen Verbände zum Kirchenfrieden.
Die großen evangelischen Vereine und Verbände veröffentlichen folgende Erklärung:
Die gegenwärtige Stunde Der Teutschen Evangelischen Kirche fordert Einigung und Besriedung. In mehrfachen vertrauensvollen Besprechungen haben wir uns als Führer von Verbänden unb Vereinen vavon überzeugt, daß die Hindernisse überwunden werden können und daß Friede möglich ist. Jetzt ist es die Verantwortung aller derer, die in der Führung bet kirchenpolitischen Gruppen stehen, daß sie sich zu gemeinsamer Aussprache zusammen, finden. Wer es an Friedensbereitschafi fehlen läßt, ge- fährdet die Einheit und die Sendung Der reformatorischen Kirche in unserem Volk und Staat