Einzelbild herunterladen
 

M-aer MZeiger

B3S) R Tageblatt für Rhön und Vogelsberg §^Ä^ Zulöa- und haunetal.§ul-aer kreisbla« ^riftieiter; Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Reöaktlon UN- Geschäftsstelle: Königstrafte 42 4- Zernsprech-flnfchluß Nr. «89

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 4G mm breiten Anzeigenspalte oder deren Räum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf, Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.DA." X. 34. 910. Verantwort!, f. d. Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Jir. 261 1934

Fulda, Mittwoch, 7. November

11. Jahrgang

Blutiger Wahlbeginn in Amerika

Todesopfer im amerikanischen Wahlkampf.

Parteikämpfe mit Maschinengewehr.

Am Vorabend dcramerikanischenKongretz- V-hlen kam es in dem kleinen Bergwerksort Kelayrès «Pennsylvanien zu einem blutigen Zwischenfall. Ein Mlumzug der Demokratischen Partei wurde plötzlich aus wem zweistöckigen Wohnhaus heraus mit einem M a - jchinrngewehr beschossen. Vierzehn Personen »Den von den Kugeln getroffen. Drei von ihnen waren ws der Stelle tot. Mehrere andere erlagen bei der Über- Mrung ins Krankenhans ihren Verletzungen.

Über Den tragischen Vorfall wird noch folgendes be= Miet: Die Demokraten hatten einen Propaganda- «mzug mit Fahnen und Musik veranstaltet. Als der Zug an Dem Hause des Polizeibeamten Bruno, eines füh- irnden Mitgliedes der Republikanischen Partei, vorbeikam, feuerten einige Demokraten, vermutlich in Der Absicht, ihrem polnischen Gegner einen Schrecken einzu- jagen. einige Schüsse in oie Luft ab. Plötzlich aber wurden die Zchüsse erwidert, wie es heißt,

von einem versteckt gehaltenen Maschinengewehr.

Die Wirkung war entsetzlich. Drei Personen brachen, von mehreren Schüssen getroffen, zusammen und waren auf der Stelle tot.

Eine furchtbare Panik

ergriff Die Demonstranten, Die nach allen Ecken und Enden aiiseinanderstoben.

Bei einer Durchsuchung des Hauses Brunos wurde ein

Arsenal von Waffen

unD Munition vorgefunden, so daß festzustehen scheint, daß Bruno und seine Verwandten für das Blutbad unter Den Kirtokratischen Wahldemonstranten verantwortlich sind. Bruno selbst und dreizehn seiner Verwandten wurden ver battet.

*

Baromeier für Rooseveèi.

Während die Amerikaner ihren Staatspräsidenten «l!e vier Jahre wählen, sieht ihre Verfassung eine Zu- ÜjWabl zum Kongreß (bestehend aus Repräsentanten- âr Abgeordnetenhaus und Senat) nach jeweils zwei schien vor. Diesmal sind neu zu wählen das ganze Abgeordnetenhaus und ein Drittel des Senats; ferner werden in einer Anzahl Der 48 Bundes­räten die Gouverneure und andere hohe Regierungs- beamte ernannt. Der Kongreß, eine ähnliche Vereinigung oct beiden Häuser wie in Frankreich und Österreich, wird also bis aus die diesmal noch verbleibenden zwei Drittel

Senats nach Der Wahl so zusammengesetzt sein, daß man einen ziemlich sicheren Rückschluß auf die Volkstüm- tchken der Rooseveltschen Politik und die politische Festig- ml seiner Regierung wird ziehen können.

Es ist noch erinnerlich, wie Roosevelt schon vom ersten Tage seiner Amtsführung an Die Welt durch eine mi seinem Vorgänger nicht gewohnte Selbständigkeit in erstaunen setzte. Er hatte bei seinem Amtsantritt als Erbe eine offene Krise übernommen, die von der früheren

Französische Sorgen

Sie raöikalsozialifiischen Minister zmülkgeweten.

Ausbruch der politischen Krise in Frankreich.

»Aw schon längere Zeit andauernde Krise des m .M ctts Doumergue hat jetzt doch trotz aller ^'Nutzungen, eine Versöhnung hcrbeizuführcn, zu m ^^nc Bruch geführt. Gelegentlich des Mimster- ii i I Dienstag übergaben die r a b i f a l f o $ i a 1 1 = de», Kabinettsmitglieder mit Herriot an der Spitze ^C||ni^ Doumergue die Mitteilung thrcr iMAwscr entscheidende Entschluß der radikalsoziali- flüster ist aber vorläufig noch nicht o f f t *

r? da der Präsident der Republik die ausscheidenden init acr Ödeten hat, ihre Demission erst Donnerstag vor- Troiâ- ?f^iell einzugeben, damit der Eindruck der Pm, "A.wrn der Kammer und des Senats für Barthou, gestört murt^ ^""^ Alexander von Südslawicn nicht gröS Beratung im Ministerrat Ivar zum treter Ä1 der Haltung Der radikalsozialistischcn Ver- rjsch., '" Kabinett gegenüber der Vorlage der provno- Wrint Aaushaltszwölftel gewidmet. Staatsnümstcr Hi seinen Kollegen' klar und deutlich zu ver- sei» 8 9Ct,en- daß

c politischen Freunde ablchuten, Doumergue ry auf diesem Wege zu folgen.

!ezialist»B.e ft ü r z u n g über den Rücktritt Der Radikal­st g»! " tm Parlament und in den politischen Kreisen groß. Selbst in den Kreisen bet fragt fitsten und den weiter links stehenden Kreisen Stift bestürzt, was nun werden soll. In kürzester ergeben ob das Ausscheiden einer w

Regierung mit allen Mitteln hingezogen worden war. 17 Millionen Arbeitslose waren da, der große Banken­krach war vorangegangen, Streiks waren an der Tages­ordnung, rücksichtslose Unternehmerprofilgier hatte |o etwas wie eine Scheinblüte Der Wirtschaft n - Manschen vermocht. Diegrundsätzliche neue StaatS- s ü h r u n g", zu der Roosevelt sich bekannte, kennzeichnete er selbst als eine Abkehr von demrobusten Individualis­mus". Dabei dachte er nicht daran, seine Pläne aus Biegen oder Brechen durchzudrücken: er ließ seinen eigenen Vertrauensmann, den früher populären General Johnson, Schöpfer der großen Rira-Wlrtschafts- organisaiion, fallen, als dieser in der Ausnutzung der ihm gegebenen Vollmachten allzu weit ging und die Öffentlichkeit Sturm gegen ihn lief. Aber der Präsident packte auch sofort Den Stier bei Den Hörnern und ersetzte den Gestürzten durch seine schärfsten Kritiker; die mochten nun zeigen, daß sie es besser konnten.

Es ist nicht zuletzt diese politische Geschmeidigkeit, die dem Amerikaner an seinem persönlich sehr beliebten Präsi­denten imponiert. So blieb denn auch Die Veröffent­lichung des Buches seines Vorgängers, Herbert Hoover, Herausforderung an die Freiheit", ein Stoß ins Leere, verging ohne Beeinträchtigung des Ansehens Roosevelts. Der war klug genug, seine politischen Ansprüche in Den letzten Monaten vor der Wahl zu mäßigen und daraufhin in einer überaus wirksamen Rundfunkrede an oie Ration zu appellieren. Die Hochfinanz, die ihm noch vor einem halben Jahr zusammen mit der Schwerindustrie ernste Schwierigkeiten gemacht hatte, sagte ihm mit geringen Ausnahmen für Die Wahlen ihre Unterstützung zu. ' Nach alledem rechnen Die Demokraten, die Partei Roose­velts, aus einen starken Erfolg, um so mehr, als Die Kassen Der Republikaner zu vier Fünfteln leer sind: diese Partei hat ihre kapitalkräftigsten Mitglieder, die Mehr­zahl der amerikanischen Millionäre, diesmal nickn für die Wahlen zu interessieren vermocht; diese sparen ihre finan­ziellen Kräfte für Den entscheidenden Präsidentschafts- kamps des Jahres 1936 auf.

Zweierlei kommt hinzu, was die demokratischen Hoff­nungen hochschraubt. In dem Staat Maine, der seine Wahlen immer sechs Wochen vor Den allgemeinen ameri­kanischen Wahlen durchführt, haben die Demokraten kürz­lich einen Sieg davongetragen, obwohl Maine für seine überwiegend republikanische Einstellung bekannt ist. Und in K a l i s o r n i e n hat sogar ein ausgemachter Sozialist radikaler Färbung, Der aus vielen sozialpolitischen Romanen bekannte Schriftsteller Upton Sinclair. sich mit Unterstützung der Demokraten um Den Gouverneur- Posten bewerben können, bisher mit guten Ersolgsaus- sichten. Wenn ein Mann von der politischen Vergangen­heit Sinclairs nach dem Gouverneurposten eines Der wich­tigsten amerikanischen Bundesstaaten streben bars. dann zeigt das nicht nur eine erschreckende Radikalisierung des Westens der USA., sondern beweist auch, daß die für ihn eintretenden Demokraten sich selbst für eine derartige politische Belastung ihrer Partei bei diesen Wahlen stark genug fühlten.

Nach allen bisherigen Anzeichen kann Roosevelt dem Wahlausgang mit Ruhe entgegenseben Bis 1936 frei­lich erhoffen seine Gegner, die Republikaner, einen völli­gen Umschwung in der Volksstimmung: bis dahin, meinen sie, wird die Rechnung für die Rooseveltschen Reformen zu begleichen sein. P. A. R.

großen Anzahl von Ministern zu einem Sturz des Eesamtkabinetts führen oder ob Doumergue ver­suchen wird, die Ausgeschiedenen zu ersetzen, unb sich der Kammer doch noch im offenen Kampf stellt.

Trauersitzung in der französischen Kammer

Unwandelbare Treue zu Südslawicn.

Die Sitzung Der französischen Kammer am Dienstag­nachmittag wurde mit einem Nachruf des Kammer- präsidenten Bouifson auf König Alexander von Sud- slawicn Louis Barthou und Raimond Pomcare eröffnet. Dle Kammer ^övtc bcn Nachruf ft^^^^ ^* ^^ .leinten ber Regierung verlas Ministerpräsident Doumerg u e in der Kammer, unD Justizminister Lemcry im ^enaf einen R achruf, in dem es heißt:

An dem Tage, an dem das Parlament als Ausdruck ves Volkswillens seine Arbeiten wieder aufnimmt legt oie französische Regierung Wert darauf, dem südslawischen Volk feierlich jener Freundschaft und jener ~ reue Frankreichs z u versichern, deren beredter Dol­metsch noch vor einigen Monaten Barthou in Belgrad selbst war Das B ü n d n i s z w i s ch c nF ran tretet u it D Südslawicn, das aus den Schlachtfeldern des Weltkrieges zusammengeschweißt und in der friedlichen Betätigung, in Zusammenarbeit mit allen Volkern guten Willens gefestigt und erprobt worden ist, jenes

Bündnis zur Aufrechterhaltung und Festigung der europäischen Ordnung,

in der Trauer beider Länder neue Kraft und neue Daseinsberechtigung. Der restlose Bestand des südsla- m^-ben Staates, einig und stark, ist eine Bedingung des Frikdens in Europa Der König ist tot, seine Politik ^Di^Äammer vertagte sich dann bU Donnerstag.

Rangordnung in der

Volksgemeinschaft?

Von Dr. K. A. Frhr. v. Gregory.

NSK. Wer ein Amt in der Partei hat, erlebt es fast täglich, daß Menschen, die ihm bei dienstlichen oder privaten Gelegenheiten begegnen, nach einer geeigneten Form suchen, um ihre Nichtzugehörigkeit zur Bewegung zu entschuldigen. Nicht immer geschieht dies in sehr glücklicher Weise. Meist erreicht der Betreffende mit seiner Äußerung gerade das Gegenteil von dem, was er

A?er^es wäre ungerecht, nun gleich jeden, der viel­leicht aus banger Sorge um seine Existenz danach strebt, seine wahrhafte und gute Gesinnung zu bezeugen, des­wegen zu verdammen. Es sind oft gerade die etwas schwerfälligen, aber nichtsdestoweniger tüchtigen und an­ständigen Menschen, die nicht so flink wie manch anderer den Anschluß fanden. Bei ihnen bildet sich leicht die Meinung, es gäbe eine Rangordnung in der Volksgemeinschaft, in der es eine Rolle spielt, ob jemand Parteigenosse sei oder nicht. Leider tragen höchst un­zweckmäßige Ausschreibungen von freien Stellen, Inserate mit Dem Zu s a tzP g. b e - vorzugt", die ja an der Tagesordnung sind, dazu bei, den Eindruck zu erwecken, als ob die Parteimitgliedschaft allein schon ein Anrecht auf eine bevorzugtere Behandlung einschlösse.

Nichts ist unrichtiger als diese Auffassung. Ab­gesehen davon, daß es wohl wirklich ziemlich gleichgültig ist, ob jemand, der Klaviere, Lebensmittel oder sonst etwas verkauft oder als Arbeiter oder Beamter feine Pflicht tut,Pa." ist, ist eine Derartige Vorstellung von einer Rangordnung alles andere als nationalsozialistisch. Die Mitgliedschaft bei der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei bedeutet zunächst nichts mehr und nichts weniger als die Übernahme erhöhter Pflichten und be­sonderer Verantwortung, nicht aber ein Privileg irgendwelcher Art. Es ist eine Auszeichnung, wenn jemand in Der Partei sein darf, aber er hat sich erst zu bewäbren. Manch einem ist es noch in letzter Minute vor Toresschluß geglückt, Pg. zu werden. Mit welchem Nechi sollte er beffergeftcllt werden als andere, die inet« leicht aus durchaus verständlichen Gründen zögerten? Gewiß, genau so, wie es unzählige Millionen guter Nationalsozialisten außerhalb Der Partei gibt das haben ja die letzten Volksabstimmungen erneut unter Beweis gestellt, genau so gibt es famose und über­zeugte Volksgenossen unter denen, Die zuletzi noch zu uns in Die Partei kamen. Aber gerade diese werden, wenn sie gute Nationalsozialisten sind, keinen Anspruch auf eine Sonderstellung gegenüber denen erheben, Die nicht mehr eintraten.

Die Frage kann für uns daher nie lautenPg. oder nichtPg.", sondern einzig und allein National­sozialist ober nicht Nationalsozialist. Wer sich stets und ständig bemüht, im Sinne Adolf Hitlers zu banbebt, wer stets bereit war und bereit ist, für sein Volk das Letzte hinzugeben, der ist Nationalsozialist, mit und ohne Abzeichen.

Es ist selbstverständlich, daß in diesem ober jenem Berufe Der Nachweis einer bestimmten Leistung in der Bewegung verlangt wird. Es ist nicht mehr als reckst und billig, daß alte Kämpfer in jeder Weise bevorzugt werden sollen, wie es eine Ehrenpflicht der Nation ist, in erster Linie für Frontsoldaten und ihre Angehörigen zu sorgen. Dies ist aber nicht allein eine Persorgungsfrage. Es gilt den kämpferischen Geist dieser Männer wachzuhaUcu und in ihm unsere Jugend zu erziehen. Kämpferischer ©etü hat nichts mit Säbelrasselu zu tun. Soldatische Haltung heißt, zu jeder Stunde alles für sein Volk zu opfern, heiyt im.besten Sine des Wortes preußisch sein, das für uns gleichbedeutend mit nationalsozialistisch ist.

Wir stellen also nicht etwa mit einer großzügigen Geste, sondern aus innerster Überzeugung alle wahren Nationalsozialisten inund außer­halb der Partei durchaus gleich. Allerdings kann man es uns nicht verargen, wenn wir denen gcgcn- über etwas zurückhaltend sind, die sich zwar äußerlich gleichgeschaltet haben, innerlich aber zu den ewig Gestrigen gehören. Es sind solche, die uns von ehedem als allzu laute Rufer int Streite gegen uns bekannt sind, es sind die Sprecher und Sprachrobre einer vergangenen Zeit und ganz besonders deren Hilfskräfte im stets gefabr« losen neutralen Lager (die es ja schon immer gesagt haben, daß..."). Ihnen begegnen wir mit der gebotenen Reserve. Haben wir doch ständig Beweise dafür, daß sie getarnt als Biedermänner auftreten und in salbunas- vollem Ton aus derErfahrung" heraus gegen dieBe- geisterung und den Schwung unserer neuen Zeit zu hebe ziehen und damit - gewollt oder ungewollt den Gerst der Einsatzbereitschaft dämpfen.

So ist für uns auch in der Volksgemeinschaft die natürliche Rangordnung durch die charakterliche Haltung und die Leistung allein gegeben. W i r baden nicht ein System von Klassen « nd Ka sten z er­schlagen, »mein neu esausturichten. sondern um die Gemeinschaft der Nation als deutsche Sozialisten Adolf Hitlers zu schaffen. Es gibt nur eine Rangordnung, in die sich jeder selbst einreibt, der sich zu diesen Tugenden bekennt und sie anderen vorlebt.

Manch ein Mann, der still seinem Berufe nachgeht und in feiner Umgebung in gutem Sinne wirkt, manch eine brave Hausfrau, die von früh bis spät schuftet, sic tun mehr als viele laute Schreier und IH it läufer, die manchmal sehr genau wissen, wie es andere machen fobren selbst aber nichts leisten. Auch unter Den