Zuloaer /lnZeiger
SÄ SSL 4 r-s°bl»« M RN« ne» »ogttekty SMWLM N»«-—NmM ' zu!--« AMM ichriMter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Neüaktjon unâ Geschäftsstelle: Königstraße 42 * §ernsprech-^nsch!utz Nr. «e-
Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 4G mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Ps. Bei Wiederholuna wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweise Beitreibung oder Konkurs erlftcht jeder Anspruch auf Fachlatz. - „DA." X. 34. 910. - Verantwort!, f. d. Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
Nr. 265 — 1934
Fulda, Montag, 12. November
11. Jahrgang
Unehrliches Spiel mit der Saar.
Lntlasiungsoffensive für Frankreich durch Knox.
Weiterer Verleumdungsbericht gegen die Saardeutschen an den Völkerbund.
Das Bötkerbuudssekretariai veröffentlicht ehre* Picht der landfremden Regierungskommission des rZrgebiets an den Völkerbundsrai über die a n g e b - kUe Tätigkeit der Deutschen Front im k sa r g e b i e t. In ihm wird der Versuch gemacht, I chnweisen, daß die Deutsche Front nichts anderes I Ä eine „Fortsetzung der nationalsozialistischen Partei"
Sodann werden die angeblichen Beziehungen zwi- htn der Deutschen Front und den Beamten im Saar- fM sowie die Beziehungen, die angeblich zwischen der stiitschen Front und der Reichsregierung sowie den Mchsbehörden bestehen sollen, geschildert.
Knox muß dann fest stellen, daß das saarländische Mglied der Regierungskommifsion sich gegen den Wcht ausgesprochen hat. Das saarländische Mitgled da Kommission, Kotzmann, habe ausdrücklich erklärt, er I* in der Tätigkeit der Deutschen Front keine Gefahr fir die in einem Abstimmungsgebiet notwendige vrdnung.
Das erste Kapital des Berichtes trägt die Überschrift „Die Deutsche Front ist die Fortsetzung der national- ßzialistischen Partei im Saargebiet". Auch bestehe eine Mvige Verbindung" zwischen der Geschäftsführung dn NSDAP, und dèr Deutschen Front. Ein weiteres Sapitel behandelt die „Organisation der Deutschen Float", die, wie Knor behauptet, vollständig die Organisation der NSDAP. vom Gau bis zum Block beibehai- !ln habe. Die Abteilung „Ordnungsdienst" richte sich Unfalls nach dem allgemeinen Schema der Partei und »ade von zwei früheren Führern der SS. und der SA feitet. Diese Abteilung nehme innerhalb der Gesamt- Wnisation
„einen besonderen und ziemlich beunruhigenden Platz"
in. Ein anderes Kapitel behandelt den angeblichen „Druck" der Deutschen Front auf die deutsche B e - «âlkerung. Diese sei durch die Blockwarte zum Ein- lütt in die Deutsche Front aufgefordert worden. Auch ”tte man „Drohungen" für die Zeit nach 1935 fest- Wen. Auch hätten die Bopkottmethoden einen außer- »tbentiichen Umfang angenommen. Auch könnten viele Mlvcise beigebracht werden über die zwangsweise Gleich- chaltung von Vereinen im Saargebiet. Der Ordnungsdienst sei
„nichts anderes als eine Geheimpolizei".
die die Mitglieder der Partei und ihre Führer über- Mchen. Der Bericht will nachweisen, daß die Mitglieder Ordnungsdienstes ganz besonders ausgebildet »urden.
Ferner wirft der Bericht der Deutschen Front vor, sie «miete die politischen Parteien und die Behörden aus. Ä den Archiven der Deutschen Front finde man, so be- Wet die Regierungskommission. eine „große
Adolf Hitler ehrt Friedrich von Schiller
$tt Führer bei dem feierlichen Staatsakt im Weimarer Nationaltheater.
u®et 175. Geburtstag Friedrich von Schillers â ^" Anlaß, ein feierliches öffentliches Bekenntnis i? ^ationalfozialismus zu Friedrich von Schiller abzu- 1? ""d den Willen der Ration zu seinem Werk der Welt Mar zu machen. Jene Stätte, die seinen Geist schon zu zollen zutiefst befruchtete, Weimar und sein «? ^ ^ s Nationaltheater, waren dazu aus-
Rahmen einer Schiller-Woche festlich dem An- des Dichters zu huldigen. Den Mittelpunkt dieser aj. ^I=3Bod)e bildete der große feierliche Staats- kealor" Reichsregierung und der thüringischen Siaats- SeiiftA?® ‘m Deutschen Nationaltheater. Das geistige ."& hatte seine Vertreter nach Weimar entsandt, hLn $Sminifter Dr. Goebbels war wohl Der be- ber M Sprecher, um das zum Ausdruck zu bringen, was ^„'eaaifozialismus Friedrich von Schiller dankt.
^nnnh Weimarer Nationaltheaicr war am vergangenen Ersten UDn einer festlich geschmückten Menge bis zum vsy, Rang befem. Die Weite der Bühne war gefüllt Alciim,fester der Weimarer Staatskapellc, die durch btt W« Landeskapelle verstärkt worden war, durch den Norden" des Nationaltheaters, der ebenfalls ver^m durch den „Reuen Gemischten Chor". Wenige Keuter d"r 8 Uhr erschien der F ü h r e r im National- „ Sin "d nahm in der großen Mittelloge Platz.
^beub«1 doll und ausgewählt war das Programm des "Obe »nâ Schillers Worte und Beethovens Musik, bte Uche U gleichem Geiste geboren sind und eine harmo- SchiaS-N bilden. Im Mittelpunkt stand bte Ge- ^»ner don Reichsminister Dr. Goebbels, der ^atölt t .^Echter und Revolutionär, als Genie und W^ bn» pries und würdigte. Klar und eindringlich M-dri^dn Ernst Kuhr „Die Worte des Glaubens" von Schiller. Dann hob Hans Pfitzner ' “ und Beethovens Leon oren -Ouvertüre 3
Zahl von gestohlenen (?) Dokumenten. Weiter sei die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Front und der Beamtenschaft im Saacgebiet in einer großen Zahl von Fällen bewiesen. In langen Ausführungen werden dann Berichte über die Reisen von Saarkind ein ins Reich (!) wiedergeben, in der Absicht, hier Unstimmigkeiten sestzustellen.
Ein sehr ausführliches Schlußkapitel bezieht sich auf angebliche Beziehungen zwischen der Deutschen Front und der Reichsregierung und den Reichsbehörden. Tatsächlich habe
„die Reichsregierung sehr häufig im Saargebiet ein- gegriffen".
So seien der Sturz von Spaniol und die Ernennung Pirros in Berlin entschieden worden. Eine gewisse Stelle in Saarbrücken habe den Auftrag, jeden Monat 100 000 Mark für das Saargebiet zu transferieren. Schließlich hätten die deutschen Behörden deutsche Beamte, die im Saargebiet verabschiedet worden seien, befördert, was als ein Druckmittel der Reichsregierung angesehen werden müsse.
*
Bürckel forderte Ausweisung der Emigranten.
Die energischen Vorstellungen des Saarbevollmächtigten in Rom.
Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, Gauleiter Bürckel, hat bei seinem Aufenthalt in Rom mit Nachdruck vargelegl, daß von deutscher Seite niemals eine Pulschabsicht gegenüber dem Saargebiet bestanden hat, und daß eine solche auch gar nicht bestehen kann, da bei dem rein deutschen Charakter der Saarbevölkerung über den Ausgang der Volksabstimmung kein Zweifel auf deutscher Seite vorhanden ist.
Dagegen bilden einen ständigen Unruheherd die Emigranten, die — was einwandfrei bewiesen ist — unter den Augen der Regierungskommission und mit Unterstützung der französischen Bergwcrksdircktion geradezu zum Baudenkrieg ausgebildet werden.
Wenn der Saarbevollmächtigte nun in Rom entschieden die Ausweisung der Emigranten aus dem Saargebiet gefordert hat, so hat er auch dieses Verlangen nur im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens gestellt. Wie richtig diese Auffassung des Saarbevollmächtigten ist, beweisen der großangelegte ü all der Emigranten und Separatisten am letzten Samstag in Landsweiler und die folgenden marxistischen Demonstrationen in S a a r b r ü cf e n , Neunkirchen und Saarlouis. Diese Vorgänge beweisen klar, wie die Bereitstellung der französischen Truppen nicht etwa beruhigend wirkte, sondern die Terroristen erst recht zur Unruhestiftung am reizen mußte.
Die deutsche Forderung bleibt also folgerichtig: Kutücknahmc der Einmarschbereitschaft der französischen Truppen und Entfernung der Emigranten aus dem Saar- aebiet.
zwang alles in ihren Bann. Nach der Rede von Dr. Goebbels folgte Beethovens „Neunte". die an dieser Stätte und unter der birtuofen Stabführung Hans Pfitzners zu einem doppelten Genittz und zum schönsten Erlebnis wurde.
Gedenkfeier in der Weimarer Kürstengruft.
Einen außerordentlich eindrucksvollen Auftakt zur Schiller-Feier in Weimar bildete ein G e d e n k a k, in der F ü r st e n g r u f t, in der Schiller neben Goethe und Karl August ruht. Flammende Pylone, Kerzenschein und 'Grünschmuck gaben der historischen Stätte ein feierliches Gepräge. Bei gedämpftem Orgelklang legten an der Gruft die Großherzogin von Sachsen-Weimar und der Erbprinz Kari August Kränze am Sarge meder. Ihnen folgten der Reichsstatthaller für die NSDAP. Thüringens und der Ministerpräsident mit ffranjen tn den deutschen und thüringischen Farben. ?^ur den Reich^- minister Dr. Goebbels wurde ein mit dem nationalsozialistischen Hoheitszeichen geschmückter Lorbeerkranz nreder- aelegt.
^Krievrich-Gchittsr-Ukttversität zu Jena."
In einer akademischen Festsitzung der thüringischen Landesuniversitäi Jena verkündete Volksbildungs- Minister Wächtler den Beschluß der thüringischen Landesregierung, daß fortan die Jenaer Hochschule den Namen F r i e d r ich- S ch i l l e r - U n i v e r si t ä t z u^J e n a sichren solle. Minister Wächtler betonte, daß bte Friedrich- Schiller-Universität diese Ehrung als eine Verpflichtung ausfassen möge, im Geiste Schillers eine Pflanzstätte natto- naler Bildung und Erziehung zu sein.
*
Marbach (Württemberg), der Gcvurtsstadt des Dichters wurde am 175. Geburtstage ihres Sohnes der weit bau des Schiller-Museums geweiht ein Kranz am Geburtshause Schillers nicdergelegl. Vertreter der Reichsregierung nahm Reichsaußeu- JKiSr von Reuratb an den Feiern teil
Der Dichter der deulschen Revolution.
Dr. Goebbels' Ansprache bei der Weimarer Schiller- Gedächtnisfeier.
Auf der Schiller-Gedächtnisfeier in Weimar hielt Reichsminister Dr. Goebbels die Gedenkrede, in der er u. a. folgendes ausführte:
Hätte Schiller in dieser Zeit gelebt, er wäre zweifellos der große dichterische Vorkämpfer unserer Revolution geworden. Wir, die wir uns heute zu seinem 175. Geburtstage an der Stätte seines edlen Freundschaftsbundes mit Goethe versammelt haben, warten noch auf seinen großen Nachfahren, der unserer Epoche das sein könnte, was er der seinen gewesen ist. In Demut neigen wir uns vor seinem menschlichen und künstlerischen Vermächtnis, das uns gehört, weil wir allein die Kraft besitzen, es mit fortzeugendem Geiste zu erfüllen. Er war einer der Unseren, Blut von unserem Blut und Fleisch von unserem Fleisch. Solange der große Atem revolutionärer Umwälzungen die Menschheit durchwehen wird, solange wird sein Name mit Ehrfurcht und Dankbarkeit genannt werden.
Sein Werk ist Zeugnis dafür, daß der Dichter zeitnahe sein kann, ohne in der Zeit unterzugehen. Seine große tragische Dramatik ist auch heute noch
der flammende Protest eines wahren Künstlers gegen die phrasenhafte Beredsamkeit eines Heeres von Nichtskönnern.
Er war einer der wenigen, die nicht nur berufen, sondern auserwählt sind. Es ist leicht und billig, Personen und Ereignisse, mit denen wir selbst durch geschichtliche Nachbarschaft verbunden sind, auf die Bühne zu stellen: der wahre Dichter aber muß die Kraft besitzen, sie aus dem jahrtausendeweiten Spannungsbogen der historischen Vergangenheit emporzuhebcn und ihnen trotzdem den Atem der Gegenwart einzuhauchen.
Das Jahrzehnt, das hinter uns liegt, besaß kein Organ mehr, mit dem es die dynamische Kraft dieses schöpferischen Menschen erspüren konnte. Kann es wundernehmen, daß in einer Zeit, in der das Wort zur Phrase des Parlaments erniedrigt wurde, seine edle, zuchtvoll gebändigte Sprache als „Phrase" abgetan wurde?! Konnte eine Zeit ohne innere Würde seines Geistes Verständnis aufbringen? Das Heer der Schwätzer wurde von seiner einsamen Höhe zurückgeschlagen, und während es heute, noch lebend, schon tot ist, lebt der große Tote und
bekennt sich ein in seinen vaterländischen Idealen geeintes Volk zu ihm und seinem Werk.
Nach einem kurzen Rückblick auf Schillers dichterisches Lebenswerk fuhr Dr. Goebbels fort:
Was gibt uns Leben und Werk dieses Großen unseres Geistes für diese Zeit? Wir schöpfen daraus die erhebende Macht des Glaubens, der ungebeugt bleibt; wir finden darin die starke Zuversicht einer künstlerischen Schöpferkraft, die sich in sich selbst erneuert. Wir heben daraus den unermeßlichen Sckatz deutschen Idealismus, der uns vor allen anderen Völkern der Erde auszeichnet, der
die Wurzel unseres nationalen Daseins ist. In strahlender Reinheit soll er vor dem neuen Deutschland aufs neue erstehen: für alle Zeiten der Dichter der deutschen Revolution. Der Minister schloß mit den Worten, die Goethe dem toten Freund im „Epilog zu Schillers Glocke" nachrief.
Die große Hamburger Funkausstellung eröffnet
Hamburg. Im Hamburger Zoo wurde die große Ham burger Funkausstellung, die einen überblick über all das bietet, was im nationalsozialistischen Staat auf diesem wichtigen Gebiet geschaffen worden ist, im Beisein des Reichsstatt- halters Kaustnann und des Präsidenten der Reichsrundfunkkammer, Horst Dreßler-Andres, Berlin, feierlich eröffnet.
Das Weimarer Schiller-Haus festlich geschmückt.
Zum 175. Geburtstage Friedrichs von Schiller ist das Haus des Otcht er fürsten in SEertnar festlich geschmückt worden.