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Kulöaer /lnzeiger

i=£2==, W 4 Tageblatt st- Nhè» m» v-g-l-d-v È6Ä»5®- M» «EX»» M tombto« ftlistieiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Ne-aktion unö Geschäftsstelle: Könksstraße 42 , Zernfprech^nschluß Ar. 2929

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. 266 1934

Fulda, Dienstag, 13. November

11. Jahrgang

Packt zu l Haltet fest!"

PanzerschiffAdmiral Scheer" in Dienst gestellt.

An Stelle des alten Linienschiffes Hesse n".

Auf der Marinewerft in Wilhelmshaven wurde das «itc neue deutsche PanzerschiffAdmiral Scheer" in Dienst gestellt. Gleichzeitig nahm die Besatzung, die dieses Mf übernimmt, Abschied von dem alten Linienschiff M", das nun außer Dienst gestellt wird.

Wie beiden Schiffe lagen im Ausrüstungshafen der fest Heck an Heck. An Bord derHessen" befand sich die â Besatzung, aber schon mit den neuen Mützenoändern ! ÄAdmiral Scheer". Der Kommandant, Kapitän zur Ä M a r s ch a l l, hielt eine Ansprache an die Besatzung ItalienHessen", die ein Rückblick war aus die ZNjährige Qtigteit dieses Schiffes. Der Kommandant brachte drei Hurras aus das alte treue Schiff aus; unter präsentier« fern Gewehr wurden

Flaggen und Wimpel auf derHessen" niedergeholt,

Mti die Besatzung trat auf das PanzerschiffAdmiral g^eer" über. Dann richtete der Kommandant eine An­sprache an seine Besatzung, in der er u. a. sagte:

Als der erste Kommandant gebe ich dem Schiff einen Wahlspruch, der dem Seemanns- und Soldatengeist seines Namensträgers, des Adniirals Scheer, entspricht; der ganze Charakter des

Siegers vom Skagerrak,

sein ganzes Mannes- und Soldatentum, lassen sich in vier harte Worte fassen: ,Pa ck t zu! Haltet fest!' So immer wir stehen, wir wollen allzeit aus den Worten die Tat machen! Flagge und Wimpel unseres neuen Schiffes sollen niemals ohne Ehre niedergeholt Iverben! Mit Stolz sehen wir auf das Hoheitsabzeichen M Heck unseres Schiffes. Wir danken es unserem Führer

PanzerschiffAdmiral Scheer" in Dienst gestellt. Ein Bild des PanzerschiffesAdmiral Scheer", das jetzt in Dienst gestellt ivurbe.

Briefwechsel zwischen Staatsminister Jung und dem

Kommandanten derHessen".

Darmstadt, 12. Nov. Heute ist das LinienschiffHessen" sOjähriger Dienstzeit in der Kaiserlichen Marine und Reichsmarine außer Dienst gestellt worden. Aus die- Anlaß wurden die folgenden Briefe zwischen dem Hefti- vn Staatsminifter Jung und dem Kommandanten des unienschiffesHessen", Kapitän zur See Marschall, ge- Alyselt:

»Aus Anlaß der bevorstehenden Außerdienststellung des un'enschiffesHessen" spricht Ihnen, Herr Kommandant, MrSetren Offizieren und der Mannschaft das gesamte Wiche Volk und die hessische Landesregierung den herz- wen Dank für die ehrenvolle Führung des Schiffes aus, M der der Name des Landes Hessen in die Geschichte der v Reichsmarine eingeführt wurde und darin seine '^ssde Erinnerung behalten wird. Wir sehen nicht der Niederholung von Flagge und Wimpel ent- - denn wir fühlen und wissen es, daß das Werk deut-

Die Reichsregierung hat vorgesorgt!

â« von Renteln gegen unnötige Preiserhöhungen.

feA^mtöleiter Dr. v. Renteln hielt in Kassel eine über die Frage der Preise, in der er u. a. ausfuhrt . ch, ^wiß hätten wir einige Waren, deren Preise um A>.i^enuges höher lägen. So habe man gebundene sei L1'3 Einfuhrwaren, deren Weltmarktpreis gesttege ShoÄ don, wo man aus Grund einer vorübergehenden

1 ""e Preistreiberei in Szene setze, lverde en °" der Volksgemeinschaft begangen Eine tat- Warenknappheit sei in den seltensten Fallen vor- "»»va^ dann nur vorübergehend. Wo aber unvcr- ,l$c Elemente Warenknappheit tunst» dies r 5 engen suchten, werde die NS.-Hagv aufdecken, und die staatlichen ^rgam- i-b^g,'""den scharf durchgreifen. Die Regierung habe D - -«Scsorgt. bunn èrsorgung mit Nahrung, Wohnung und Klti<

Ar N "ewahren. Sollte dies

zn aroft sein das nie _________

!sc wirklich kleine Aufgabe âcr Fahre Weltkrien netten

Adolf Hitler und der von ihm geschaffenen national­sozialistischen Bewegung. Unser aller Führer und Reichs­kanzler Adolf Hitler, dem wir in Treue zugeteilt: Hurra, Hurra, Hurra!"

*

Der Wunsch des Führers.

Der Führer und Reichskanzler richtete anläßlich der Indienststellung des PanzerschiffesAdmiral Scheer" folgendes Telegramm an den Kommandanten:

Der Name .Admiral Scheer' ist mit der Seeschlacht vor dem Skagerrak, dem größten Ehrentage der Marine im Weltkriege, unlösbar verbunden. Ich erwarte, daß die Besatzung des Panzerschiffes .Admiral Scheer' sich des Skagerrakgei st es allezeit würdig erweist, und wünsche dem Schiff sowie seiner Besatzung stets glück- liche Fahrt zur Ehre Deutschlands, (gez.) Adolf Hitler."

*

Der Reichswehrminister, Generaloberst v o n B l o m - b e r g , richtete an das Kommando des Panzerschiffes Admiral Scheer" folgendes Telegramm:In dem RamenAdmiral Scheer" ehrt die Reichsmarine alle Männer, Führer und Geführte, die am Tage vom S k a g c r r a k ihr Höchstes einsetzten für Deutschlands Be­stand. Ich bin sicher, daß die Besatzung des Panzerschiffes Admiral Scheer" sich allezeit der hieraus entspringen­den Verpflichtung wert zeigen wird. Heil Hitler!"

Der Ches der Marineleitung, Admiral Dr. e. h. Raeder, sandle folgendes Telegramm:Admiral Scheer, der Führer der deutschen Hochseeflotte vor dem Skagerrak, ist für die Reichsmarine, insbesondere für die Besatzung des Schiffes, das seinen Namen trägt, leuch­tendes Vorbild kühner Entschlußfähigkeit, wagemutiger Tatkraft und hingebender Liebe zu Deutschland. Ihm nachzu ei fern, sei unser aller Streben. Ich wünsche dem Schiff und seiner Besatzung allezeit gute Fahrt und sende Ihnen kameradschaftliche Grütze. Heil Hitler!"

scher Seegeltung, das auf der scheidendenHessen" mit­begonnen ward, nicht umsonst war und im Nachfolgeschiff seine ebenso ruhmvolle Fortsetzung erfahren wird. Jung."

Sehr geehrter Herr Staatsminister! Dem hessischen Volk und seiner Landesregierung wie Ihnen selbst als dem hessischen Staatsminister sage ich den herzlichsten Dank für die aufrechten Worte des Gedenkens zur Außerdienststel- lunq des Schiffes. Wenn am 12. November 1934 nach 30- jähriger Dienstzeit Flagge und Wimpel niedergehen, schei­det ein Linienschiff aus der Front, das als in Krieg und Frieden bewährte Einheit der deutschen Flotte stets mit Stolz seinen ehrenvollen NamenHessen" führte. Der alte Hessen-Geist wird weiterleben auf dem neuen Panzer­schiff', Admiral Scheer", des großen Admirals, der als Flottenchef auch das LinienschiffHeften" am Skagerrak in die Schlacht und zum Siege führte. Kommandant, Offi­ziere und Besatzung werden das Patenland nicht vergeffen. Heil dem Hessenvolk und Hessenland! Heil unserem Füh­rer Adolf Hitler! gez. Marschall, Kapitän zur See und Kommandant des LinienschiffesHeften".

cine 38fache Übermacht in völliger Abgcfchnürthelt auS- hielt?

Zum Schluß erklärte Dr. v. Renteln, daß die Volks- genossen in Handel und Handwerk selbst das größte Inter­esse daran hätten, daß Volksschädlingen, dre sich in ihre Reihen eingeschlichen hätten, ausgemerzi wurden. Gerade die Preisüberwachungsrommission habe die Mittel dazu in der Hand.

*

Die Überwachung der Preise

Längere Besprechungen mit den Länderregierungen.

Berlin, 13. November.

Der Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. G o e r- neler hatte am Montag mit Vertretern der Lander- reaierungcu, der obersten Landesbehörden der Ober- und Regierungspräsidenten in Preußen, der Kreisreglerungen Bauern und der Kreisbauptmannschaften in Sachsen eine längere Besprechung über Fragen der Preisüber- der sich am Nachmittag eine weitere Bespre­chung mit den Wirtschaftsreferenten der Gauieitungen anschloß.

Schwelender Brand.

Die neue österreichische Krise.

Eine Zeitlang hat es so geschienen, als sei über den im Vordergrund stehenden Fragen wie der Saar­abstimmung, des Außenhandels, der Preisregulierung und dergl. mehr das Problem Österreich allzusehr in den Hintergrund getreten, ein Problem, dessen große Bedeutung für Deutschland ja vom Führer selbst durch die Entsendung Herrn von Papens in Sondermission unter­strichen wurde. Tatsächlich hat sich die Lage in Österreich in den letzten Monaten wieder derart zugespitzt, daß man von einer latenten Krise sprechen kann.

Erst vor wenigen Wochen brachte das Wiener Fach­blattDie Bundespolizei" sensationelle Enthüllungen über die neuen Bürgerkriegsvorbereitungen der Marxisten und Kommunisten in Österreich und belegte diese Mitteilungen mit so ins einzelne gehenden Zahlen und Sachangaben, daß an der Wahrheit dieser Meldungen nicht zu zweifeln war. Prompt erfolgte schon am nächsten Tage von amtlicher Wiener Seite die Erklärung, die Mit­teilungen jenes Fachblattes hätten keinerlei amtlichen Charakter und seien lediglich als private Nachrichten anzu­sehen, während sich auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre jeder Österreicher und in Sonderheit jeder Wiener sagte, daß die Bundespolizei ja über diese unter­irdischen Vorbereitungen zu neuem Blutvergießen am besten Bescheid wissen mußte.

Schon wenige Tage später erklärte der General­staatskommissar für das Sicherheitswesen, der frühere Minister Fey, ganz im Sinne jener Mitteilungen des Polizeiorganes, die Marxisten seien wieder besonders rührig geworden, überall rolle der Rubel und es wäre im höchsten Grade verhängnisvoll, die tatsächlichen Gefahren zu übersehen. Auch mit dieser Erklärung des Generalstaatskommissars für das Sicherheitswesen wurde das amtliche Dementi nun seinerseits wieder Dementiert. Und wiederum wenige Tage später unterlief dem Wiener Nachrichtendienst die Unaufmerksamkeit, offen mitzuteilen, daß die österreichische Bundespolizei allein in Wien um 600 Mann verstärkt worden sei, womit also die zu­ständigen Behörden ihr oben zitiertes Dementi nun sogar selbst widerlegten.

Dann geschah es eines Abends in Wien und anderen österreichischen Städten, daß Polizei, Gendarmerie und Heeresgarnisonen alarmiert werden mußten, Autos mit Schwerbewaffneten und Maschinengewehren fausten durch die Straßen, öffentliche Gebäude, U-Bahn-Eiugäuge und dergleichen wurden durch starke Posten mit Maschinen­gewehrtrupps gesichert. Am nächsten Tag hieß es in Wien, es hätte gar nichts bedeutet, und es wäre auch gar nichts geschehen; am übernächsten hörte man dann, es seien immerhin 200 Kommunisten bei diesem Unterließ men verhaftet und wahrscheinlich der A u s b r u ch kommunistischer Unruhen im allerletzten Mo­ment verhütet worden. Es kam hinzu, daß die letzten Wochen ein geradezu erdrückendes Material über die aufs äußerste gesteigerte Umsturzlätig- keit der Roten aller Schattierungen zu Tage geför­dert wurde, u. a. bei der Besetzung und Durchsuchung des größten Wiener Organes der Austro-Marxisten, der Arbeiterzeitung", und die zuständigen Polizeibehörden lvarnen heute genau w i e d a in a l s i m Frühjahr, daß die roten Parteien in viel stärkerem Maße als jemals mit Waffen ausgerüstet seien.

Auch sonst mehren sich die Zeichen, daß Bundes­kanzler Schuschnigg sich in sehr absehbarer Zeit der glei­chen Lage gegenübersehen wird wie vor einem halben Jahr Dr. Dollfuß. Der vor kurzem zum Landeshaupt­mann der Steiermark ernannte Dr. Stepan, Hai über den Grazer Sender über die völlig verzweifelte Wirtschaftslage im österreichischen Süden mit einer Rückhaltlosigkeit gesprochen, wie man sie selbst in der Dollsuß-Periode von keinem Regierungsbeamten aus den bedrängten Provinzen zu hören bekommen hat.

Weiter: Der erst vor kurzem neuernannte Präsident des österreichischen Bundesparlamentes, Ing. N o u a ck h, hat plötzlich Dieses Amt niedergelegt mit der Begründung, er sei durch sein Amt als Eisenbahnpräsident mit Arbeit überlastet, dabei sind die Pflichten und der Arbeits­bereich des Parlamentspräsidcnten in ihrer neuen Aus­arbeitung seit vielen Wochen genau bekannt gewesen. Vermutlich haben also diejenigen politischen Kreise in Wien recht, die da meinen, Nouackh wolle keinen Tanz aus einem Vulkan mitmachen. Die wachsenden Feindselig­keiten zwischen Christlichsozialen und Heimwehr sind zu dem in Wien Tagesgespräch.

Und schließlich wird jetzt aus Wien besannt, Daß selbst Bundespräsident Miklas neue Zeichen von Amismüdigkeil wie schon ein­mal auf dem Höhepunkt der Döllfuß-Krise gegeben hat; er hat in einer Rede durchblicken lassen, daß er sich auf keinen Fall wiederum zum Präsidenten ivählen lassen werde, ja, man deutet seine Rede sogar als Befürwortung einer neuen Form der Präsidentenwahl, vielleicht gar auch von Parlamentswahlcn überhaupt.

Wie gesagt, die Anzeichen mehren sich, daß es um die Wiener Regierung einsam wird. Das wird Herr Schusch­nigg auch nicht durch diplomatische Reisen nach Budapest und Rom ausgleichen können. Gerade zu rechter Zeit hat der deutsche Sondergesandte von Papen mit der ge­botenen Zurückhaltung in Wien und Klagenfurt Wege an- gedeutet, die eine neue österreichische Katastrophe ver­hindern könnten. Es wird von Dem staatsmännischen Weitblick des Bundeskanzlers abhängen, ob Ostcrrcick einer dritten Revolution innerhalb des Zeitraunrs von einem Jahr noch entgehen kann. P. A. R.