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Zul-aer /lnzeiger

MÄS^,S Tagebla« für Rhön uns Vogelsberg KBT^WiBV ^ulüa- und Haunetal »ßulöaer Kreisbla« schnstleüer: Fr^Elwenklau, ^ulda, Konigstr. ^2. Re-aktkon UN- Geschäftsstelle: Ksnigstraßè 42 -> Zecnsprech-ftnsihluß Nr. 2282

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Nr. 269 1934

Fulda, Freitag, 16. November

11. Jahrgang

Hochspannung in Europas Wetterwinkel

Das Echo der Schüsse von Marseille.

Ausweisung ungarischer Familien aus Südslawien.

Ungarische Zeitungen melden in großer Aufmachung, Ä in den letzten Tagen aus Südslawien zahlreiche Pnilien ausgewiesen worden seien. Die südslawischen Mürben hätten die gültigen Aufcnthaltsbcwilligungen M Familien als ungültig erklärt und für das Vcr- Itim des südslawischen Territoriums nur eine Frist von P Stunden gestellt. Die Familien hätten infolgedessen ichtartig Südslawien verlassen und ihr ganzes Hab und M im Stich lassen müssen Von zuständiger Stelle «den diese Meldungen bestätigt. Es wird mitgeteilt, ich die Ausweisungen bereits in die Hunderte zkheii. An der südslawisch ungarischen Grenze träfen xândig größere Gruppen von ausgewiesenen Ungarn ein. »enter lägen Meldungen über zahlreiche Verhaftun­gen vor, die die südslawischen Behörden in den letzten Zagen vorgenommen hätten.

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Die kriminellen Hintergründe der Ermor­dung des Königs von Jugoslawien in Marseille sind ziemlich aufgedeckt worden. Die Frage des moralischen Verschuldens, das in der Beherbergung und Unterstützung der mazedonischen und kroatischen Terroristen gesehen werden kann, hat jetzt zu politischen Spannungen geführt, deren Ari der Entladung noch nicht vorauszusehen ist. Iwan Michail off, der Führer der mazedonischenJmro", und Dr. Ante P a v e l i t s ch. der Führer der kroatischen Emigranten, sind, wie ziem­lich einwandfrei feststeht, die Drahtzieher des entsetzlichen Attentats gewesen. Sammelpunkte für die kroatischen rmorbanden sollen nun, wie in einer außerordentlich «erlisten jugoslawischen Pressekampagne behauptet und mlweise auch bewiesen wurde, in Ungarn nahe an der Egoslawischen Grenze, und in Italien gewesen sein. M kroatische Terroristenlager in dem ungarischen Ge- W Janka Pußta umfaßte nach jugoslawischen Behauptungen etwa 30 Mitglieder. Ferner befand sich, wie die Belgrader Blätter erklären, in dem i t a - uenischon Städtchen Borgatoro eine Sammel- me für etwa 400 kroatische Aufständische zur Verfügung von Pavelitsch. Auch bei Brescia soll sich ein Lager vesw^en. Pavelitsch wurde nach dem Attentat in Turin Ersuchen der französischen Behörden verhaftet aber ausgeliefen trotz der Bemühungen der französischen

Jetzi setzte in Jugoslawien ein Prcsse- gegen Italien und gegen Ungarn ein, er sich aber seltsamerweise immer mehr auf Ungarn kon­

zentrierte, wen es durch Die Buiouug oer lroaniwen «uiu= grauten auf seinem Gebiet der Mordtat Vorschub geleistet hätte. Die Untersuchungen, die Ungarn daraufhin vor- nahin, und die Erklärung, daß es keinerlei Schuld an­erkennen könnte, halfen nichts Jugoslawien wird den Völkerbund mit der Untersuchung der Zusammenhänge der Mordtat mit der Emigrantenpolitik Ungarns und Italiens befassen und hat zunächst sofort mit der Aus­weisung der ungarischen Familien zu sehr drastischen Ver­geltungsmaßnahmen gegen Ungarn gegriffen.

Bei einer Bewertung dieser jugoslawisch-ungarischen Spannung für den Umkreis europäischer Außenpolitik wäre zu bemerken, daß bei einem offenen Konflikt zwi­schen diesen beiden Ländern Frankreich nach den Verträgen verpflichtet wäre, Jugoslawien zu Hilfe zu kommen, während Italien auf die Seite Ungarns treten müßte. Als Querverbindung kommen dann hinzu die französisch-italienischen Freundschaftsverhandlungen, die jetzt Laval als Nachfolger Barthous durch einen Besuch in Rom wiederaufnehmen will.

Leidenschaftliche südslawische Angriffe gegen Ungarn.

Über die Stimmung in Südslawien gibt ein Aufsatz derWreme" Aufschluß Der Aufsatz enthält sechs Fragen, die unmittelbar an den ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös gerichiet sind. Er wiederholt gesammelt das bekannte von südslawischer Seite schon mehrfach gegen Ungarn vorgebrachte Material, dessen Kernpunkt die Behauptung von der Ausbildung kroatischer Terroristen in einem eigens errichteten ungarischen Lager.

Als djarafterifttfdj für den Ton fei die letzte dieser Fragen im Wortlaut wiedergegeben:Antworten Sie. Herr Gömbös, ob die Finanzierung von Verbrechern, die fremde Staatsoberhäupter ermorden, auch zu dem be­rühmten Asylrecht gehört, aus das Sie sich so verzweifelt berufen?!"

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Großrazzia aus Kroaten und Mazedonier

1 2 000 Verhaftungen in Rumänien.

Eine große Kroaten- und Mazedonier-Razzia, die überraschend in Bukarest vorgenommen wurde, hat sich auf ganz Rumänien erstreckt. Insgesamt sollen 12 000 Ver­haftungen erfolgt sein, von denen rund 8000 provisorisch aufrcchtcrhalteii wurden. Unter den Verhafteten befindet sich eine große Anzahl von Ausländern, deren Papiere nicht in Ordnung sind. Die Razzia war von der rumant- scheu Regierung bcschloffen worden, nachdem man sieben Balkanterroristen dingfest gemacht hatte.

Betreuung des Hofes tm Reichsnährstand, worauf der Leiter der Reichshauptabteilung IV, Karl Vetter, über die Getreidewirtschaft als Beispiel einer Marktordnung durch den Reichsnährstand sprach. Aus den sehr eingehen­den Darlegungen über Organisation und Durchführung der neuen Getreidewirtschaft ging hervor, daß die Markt­organisation des Reichsnährstandes

keineswegs eineKartellierung der Landwirtschaft" darstelle, denn das Kartell ersässe meist nur eine einzige Wirtschaflsstufe, die deutsche Getreidewirtschaft dagegen alle Wirtschaftsstufen von der Erzeugung bis zur letzten Verteilung.

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Ausländische Bauernvertreter auf dem Reichsbaucrntag.

Goslar. Das große Interesse, das die europäische Land­wirtschaft dem zweiten Reichsbauerntag cntgegcnbringt, gehl de,anders deutlich daraus hervor, daß die meisten Staaten der Einladung des Reichsnährstandes, Ehrengast aus dem zweiten Reichsbauerntag zu sein, freudig gefolgt sind. Bei der Erounung des Reichsbauernthings waren u. a. Bauern­vertreter aus folgenden Staaten anwesend: Ungarn, Däne- niark, Schweden; Norwegen, Polen, Großbritannien, Frank­reich, Lettland und der Tschechoslowakei.

Reichsbund deutscher Geegeltung."

Admiral von Trotha über neue Pläne.

Auf einer Veranstaltung der Gesellschaft der Ber­liner Freunde der Deutschen Akademie, sprach Vize­admiral a. D. von Trotha, preußischer Staatsrat, über das ThemaDas Deutschtum und die See".

Das deutsche Volk, so führte er aus, müsse lernen, den Blick wieder über die See und auf die großen Zu­sammenhänge mit der weiten Welt zu lenken. Dabei gehe es nicht um machtpolitische Maßnahmen, sondern dartim, in friedlichem Ausgleich mit den Völkern der Welt dem deutschen Volke Arbeit und Brot zu schaffen. Admiral von Trotha kam dann auf die ihm vom Führer anvertraute Aufgabe zu sprechen, einet! Reichsbund deutscher Sccgcltung aufzubauen.

Es handele sich dabei um die Zusammenfassung aller Kräfte, die irgendwie lebendig mit der See in Berührung stünden, in einem Reichsbund, als der für alle Fragen der Seegeltung als maßgeblich zu entwickelnden Stelle, die die Werbung für den Seegedanken in die großen Organisationen des heutigen Volkstums zu tragen habe. Die Ausbildungsprogrammc der großen Formationen haben sich bereitwilligst geöffnet, um die Fragen der Seegeltung mit aufzunehmen; durch systematische Schulung in allen Gliederungen der Bcivegung, schon auf der Schule beginnend, durch Pressebearbeitung, Bild- und Filmwerk, Zeitschriften, Werbebroschüren, werde den verschiedensten Stellen vorbereitetes Material zur Ver­fügung gestellt. Es gehe darum, der Friedenspolitik unseres Führers die Seeinteressen dienend einzugliedern.

Unsere Bauern bei der Beratung.

Neutschlands erstes Zauemthing.

Feierliche Eröffnung in Goslar.

Seit Tagen hat das tausendjährige Goslar das cuhche Bauerntum zu Gast. Die Führer des Bauern- Ms haben in zahlreichen Sondertagungen die dringeud- « Aufgaben für die nächste Zukunft beraten und die Setzung der nationalsozialistischen Agrarpolitik bis tn Ee Einzelheiten erläutert

. Das Thinggclände

" überragt vom Wahrzeichen des Zweite» Reichsbaucru- ei" monumentaler Aufbau, der in 16 Meter Höhe W Ambol des Reichsnährstandes und zu beiden Seiten ^dalsrunen trägt. Im Kongreßzelt sind die Mn- h6l " des Reichsbauernrates versammelt. Rechts davon

Musikzug der Leibstaudarte Adolf Hitler Auf- iau°v^b""vmmen. Heilrufe künden das Nahen des Reickw- uernsuhrrrs Darrs. Die SonateFeuerwerksmusik bauÄ^l 'st das Vorspiel zur Eröffnung des Reichs- ftanhnJ?1^5' Eindringlich fang der Chor der ^cib- ite das alte BauerntrutzliedLeever dood as Slav . Erstem " ^ossne, Staatssekretär W i > l i k e n s das Eiw ~ni'erntl)ing im neuen Deutschland. Nach alter tiübmCM sich die Thinggäste von den Plätzen, um den "'" einem dreifachen Sieg Heil zu begrüßen. Der bisZ des Reichsbauernthings begrüßte insbcf andere

W^ der verschiedenen Gliederungen der Silber . der Reichsregierung, der Wehrmacht, der Führer K Behörden der Stadt Goslar, die höheren Caai k des Arbeitsdienstes und die Brüder von der $eihp Ulc die Vertreter des Bauerntums aus einer '"europäische Länder. . , über bin or^c Referat hielt dann Staatsrat Reinke ^udittn^^^darbciterfrage. Als zweites folgte die Be- üen. "'"es ähnlichen Problems, nämlich die Be- ^'tStfcf^ o Menschen im Reichsnährstand, das der ost- sich/ >a»desbancrnführcr Mathias Haid n dielt. Mensch., d>e seelische Betreuung des bäuerlichen Dieses den Vordergrund seiner Betrachtungen.

^U'gabengebiet habe der Nationalsozialismus

61$ ex "us der Kampfzeit übernommen,

3Nt Seele des deutschen Menschen und um die ^âaie rana Bauer kein, sei eine Anaeleaew

[reit der Gesinnung und blutbedingten Lebensbaltuug, die nur aus einer Weltanschauung heraus denkbar sei. Die seelische Betreuuna müsse diese Gesiuunng, die noch lange nicht Allgemeingut unseres Volkes sei. zu weckcu ver- sucheu. Ihre erste Aufgabe sei, diese Gesiunung in der Erhaltung, Rührung und V erbe s s e r u n g unseres Blutes, das das höchste Gut unseres Volkes, gewisser- niaßen unsere völkische Substanz sei, zu betätigen. Der

Auch der Reichsbauernführer spendete für die Winterhilfe. Während des Reichswehrkonzerts im Kongreßzelt auf dein Reichsbauerntag in Goslar spendet auch Reichs- minifter und Reichsbauernführer Darre für das Winterhilfswerk.

Bauernführer müsse wissen, daß er nicht nur wirtschast- Nche Aufgaben zu bewältigen habe. Das Schicksal unseres Volkes "werde nicht von rasch wechselnden Wirt- sckaitsproarammen, sondern von der Kraft der Welt­anschauung aus dem Blute bestimmt, die die Zukunft Ö^10^^ «andesobmann Haidn behandelte der Führer des Verwaltungsamtes, Freiherr von Kanne, die

Kurze politische Nachrichten.

In Ka i towitz trafen englische Indu­strielle ein, die seit einigen Tagen in Warschau Ver­handlungen mit polnischen Industriellen geführt haben. Die englischen Jndustrieverlreter werden in Polnisch- Oberschlesien eine Anzahl industrieller Anlagen be­sichtigen.

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InParis ist eine sowjetrussischeFlieger- abordnung unter Führung des bekannten Strato­sphärenfliegers Prokowjew eingetroffen. Mit Prokowjew sind auch Vertreter der sowjetrussischcn Flugzeug- i n d u st r i e in Paris eingetroffen.

Kabinett Sasoat

Brüssel, 16. November.

Der mit der Neubildung des Kabinetts beauftragte bisherige 2lutzenmiuister Iaspar hat seine Verhandlungen über die Neubildung der Regierung am Donnerstagabend im Wesentlichen abgeschlossen. Iaspar begab sich zum König, um ihn über das Ergebnis seiner Bemühungen zu unterrichten. In parlamentarischen Kreisen verlautet, das Iaspar das 2Ninisterprâsidium übeniehmc und das Außenministerium beibehalte.

Furchtbare Berbrechen aufgeklärt.

Geisteskranker ermordete vier Menschen.

Der 52jährige geistesschwache Mörder Schüler, oer in seiner Wohnung seine Ehefrau und seinen Sohn ermordet hatte, wurde von der Hagener Polizei in Hagen f e st g e n o m in e n.

Bei der Vernehmung gestand der Fcstgcnommcnc, auch seine in Wuppertal Elberfeld wohnende verheiratete 29jährige Tochter und deren zweijähriges Kind c r mordet zu haben. Er hatte die beiden nach Schwel»! geholt und war mit ihnen in den Schwelmer Waid gegan­gen, wo er sie durch Hämmerschläge und Mcsicrstiche tötete.

Als Schüler der Polizei die Mordstelle zeigen sollte, irrte er zunächst längere Zeit umher, bezeichnete dann aber die Stätte, wo er die Leichen vergraben hatte. Die Polizei hat inzwischen für die B c r g » n g der Leichen Sorge getragen.