M-aer Anzeiger
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Nr. 272 — 1934
Fulda, Dienstag, 20. November
11. Jahrgang
Eine Robinson-Tragödie.
Zwei Deutsche aus den Kalapagos-Lnseln verdurstet.
Aus den Galapagos-Jnseln im Stillen Ozcan, die in der Höhe des südamerikanischen Staates Ecuador auf lern Äquator liegen, hat sich ein Robinson-Drama ab- «tfpielt, dessen Hintergründe bisher nicht geklärt werden Wien. Von dem Kapitän eines Fischdampfers wurden W Strand der Charles-Insel, die zur Galapagos- Wc gehört, die Leichen zweier Europäer aufgefundc«. Reiben Männer hatten offensichtlich durch Verdursten ^Tod gefunden.
Der Kapitän des Fischdampfers „Santo Amaro" ; Ak funkentelegraphisch nach Los Angeles (Kalifornien) Mel, daß er am Strand der Charles-Insel ein kleines ' sgclboot bemerkt habe. Bei näherer Untersuchung habe * Besatzung des Fischdampfers zwei man n l i ch e Älchen gefunden. Beide Männer seien offenbar v erdn ist et. Bei der einen Leiche seien ein deutscher deß und eine französische Erkennungskarte gefunden »orten. Der Paß sei auf den Namen Alfred Rudolf Sorenz ausgestellt gewesen. Bei dem anderen Toten soll eS sich um einen gewissen Frank Wittmer jMdeln, der mit seiner Frau und einem zweijährigen Lohn Die Insel bewohnte.
Die beiden Toten trugen völlig zerfetzte Kleidung. In bei Nahe gewahrte man Reste eines Seehundes und einer riesigen Eidechse, die offenbar von den Männern erlegt ilnd gegessen worden waren. Die Wasserflaschen der beiden Einsiedler waren leer. Unter einem Lavablock verscharrt wurde auch ein Bündel Briefe gefunden.
Die Briefe waren von der F r a u des tot aufgefunde- iitn Frank Wittmer geschrieben. Der Kapitän des Schiffes konnte jedoch keine Spur von der Frau und ihrem Kinde enidecken. Einige der Schreiben waren an den amerika- mschln Millionär H a n o cf in Los Angeles in Kali- sornim gerichtet. Hanock erklärte, nachdem man ihn von iw Tragödie benachrichtigt hatte, u. a. folgendes: „Ich ^B, daß auf der Charles-Insel Frank Wittmer und seine ®u Margaret lebten. Dort sind sie vor einer Reihe von Wien aus Deutschland angekommen und Eten der Welt beweisen,
Englands Flottenvorschläge abgelehnt.
Japan WünschtAreizügigkeit im Flottenbau.
London, 20. November. Der japanische Botschafter hat M Laufe des Montags dem Staatssekretär des Auswärti- M die Antwort der j.a p a n i s ch e n Regierung Zu den englischen Vorschlägen in der Flottenfrage über-
Die Antwort ist, wie Reuter hört, in einem sehr Machen, aber bestimmten Tone abgefaßt. Sie ist völlig ^atib. Ihr Inhalt läßt sich wie folgt umschreiben:
3apan wünscht nicht eine Flotte, die so groß ist, wie sie M von den Bedürfnissen des britischen Weltreiches mordert wird. Aber die japanische Regierung will, daß M 3apan das Recht zusteht, unter Umständen seine bringt Neubauten bis aus den gleichen Umfang zu
.„^"läßlich der Ueberreichung der japanischen Antwort M Die englischen Vorschläge in der Flottenfrage gab das gvreign Office Pressevertretern einen Ueberblicküber and der Angelegenheit.
è spanischer Seite war, wie bekannt, eine Auf- d^n^^^ung des bisherigen Ouotensystems 5:5:3 von abgelehnt worden. Als Grundlage einer kunf-
Vereinbarung und gleichzeitig als Voraussetzung etiw dw Japaner zwei Formeln vorgebracht, namlcch Ausschluß jeden Angriffes und jeder Bedrohung völlige Gleichstellung mit den tionn^^ beiden Mächten im Hinblick auf die na-
2 m Verlaufe der Besprechungen hatte c,^...?amfche Abordnung, von diesen Voraussetzungen vorgeschlagen, für alle drei L-cemächle erne tot Grenze für die L:eerüstungen festzusetzen. Mit Ruck- dic Ä ^e Bedürfnisse des britischen Weltreiches waren den gewillt, zuzugestehen, daß Großbritannien Hub ^ rauttt zwischen seinem derzeitigen Flottenbestand
- gedachten oberen Grenze in vollem Umfange tat- ^coretiuJ ^"spruch nahm, während sich Japan mit dem bcitfif! , Zugeständnis begnügen wollte. Gleichzeitig te'n S7 bde japanische Abordnung den Verein: g- ^>nßi»n» âsen den Anspruch auf eine Flotte von gleichem > der britischen. scher erklärt wird, hat man sich von e n g 11 • schon . re dieser Auffassung nicht anschließen können, bet eilnIiti rw Washingtoner Vertrag die amerikanische Mee Slotte gleichgestellt war.'Die englischen Vor- ^teiliah'n J "" wesentlichen darauf hinaus, daß sich die ^it sE?^urgstens den Anspruch auf ein gleiches Watz . n ilniw.?^!. rugestehen, daß man sich aber trotzdem über “W, nin,^?" einzelnen Flotten untereinander verstatt- ""'Kestens in der Form, daß jede der See- Meu - s B a up r o g r am m auf meh rere 2 a h re ständig fest legt und den anderen
■1 ' P^reinbarung offiziell zur KenntstjF
daß man in den Zeiten der modernen Technik noch immer ein ungebundenes Robinsonleben führen könne,
was sie auch geschafft haben, da sie anderthalb Jahre ohne jegliche Unterstützung ihr Leben dort fristeten " Hanock teilte weiter mit, daß er kürzlich von dem deu-schen Arzt Dr. Rilter, der mit seiner Freundin schon seit langem auf einem der Charles-Insel benachbarten Eiland lebt, einen Brief erhalten habe. Ritter schrieb, daß vor einiger Zeit auf der Charles-Insel eine Baronin Wagner und ein Mann namens Philipson eingetroffen, dann aber wieder nach der Südsee abgereist wären. Dr. Ritter sprach in diesem Briefe von einem „S k a n d a l", der sich aus dem Eiland der Einsamen abgespielt habe. Ob etwa die hier angedeuieten Geschehnisse mit der nun aufgedeckten Tragödie in irgendeinem Zusammenhang stehen, wird erst die weitere Untersuchung ergeben.
*
Bedeutende geographische Entdeckung.
Südpolarforscher Byrd findet eine Durchfahrt durch die Antarktis
Der bekannte amerikanische Südpolarforscher Admiral Byrd meldete ans seinem antarktischen Expedi- tionslager „Klein-Amerika" nach New Uork, daß ihm eine wichtige Entdeckung geglückt sei. Byrd hatte vom Expeditionslager aus mit zwei Begleitern einen
siebenstündigen Flug über unerforschte Gebiete unternommen, bei dem er eine Gesamtstrecke von beinahe 1300 Kilometer im Dreieck abflog. Die aus dem Flug angestellten Beobachtungen haben ergeben, daß König- Eduard-VII.-Land, Marie-Byrd-Land und die Berge der Edsel-Ford-Kette entweder einen Teil einer Landmasse bilden, die von der Königin-Maud-Kette und dem Südpol durch einen völlig mit Eis bedeckten Kanal getrennt sind, oder daß sie einzelne Inseln bilden, die der Küste des antarktischen Festlandes vorgelagert sind. Diese Feststellungen bestätigen die Vermutungen, daß das antarktische Festland von einer Meerenge in zwei Hälften geteilt wird und eine Durchfahrt durch die Antarktis besteht.
bringt. Diese Vorschläge müssen nunmehr als abgelehnt gelten.
Der feierliche Abschluß des Reichsbauerntages.
Reichsminister Rudolf O eß und Reichsminister Reichs- vanernfnvrer Darrè am der Kundaebnna im Kongreßzelt.
„Aiemals!"
Die snardciitschc Gewerkschasisfroiu gegen Verfälschung Der Abstimmung
In Saarbrücken sand ein Massenappell der Deutschen Gcwerkschasisfronl statt, deren Führer. Peter Kiefer, u. a. ausführte:
Wir können niemals zustimmcn, daß in Gestalt des Sanrgrbietes ein naturwidriger und der Vernunft widersprechender Zwitterzustand erhalten bleibe. Es widerspricht auch unserer Menschenwürde, uns von der ange- stainmten Staatsbürgerschaft und dem Erbe unserer Väter zu trennen, um dafür die Verachtung der Welt als staatenlose „Sarrois" einzutauschen. Es widerstrebt uns auch, uns selbst zu einem Kolonialvolk, das nicht selbst über sich bestimmen kann, zu degradieren. Wir wollen auch unseren Kindern nicht die Schande antun, sie der Botmäßigkeit fremder dem eigenen Volkstum nicht angehörcüder Re- gierungS- und Wirtschaftskräfte für immer auszuliefern.
Darum: Für uns Iommi nur eines in Frage: Deutschland, Deutschland über allss!
Kräfte des Aufbaues.
Von Danzig zur Saar. — Das Aufbauwerk der deutsche«
Zeitung. — Der Mensch der Scholle.
Außerordentlich wünschenswert wäre es, wenn man auch im Auslande, das so stark gegen den deutschen Nationalsozialismus eingestellt ist, an dem Ausgang der Kreis- und Gemeindewahlen im Gebiet der Freien Stadt Danzig nicht achtlos vorübergehen würde. Denn diese Wahlen haben das Märchen ganz gründlich zerstön, daß nur im Deutschen Reiche selbst der Nationalsozialismus Herz und Sinn der Deutschen erobert habe. Schon die ganze politische Entwicklung im Freistaat und und besonders der Stadt Danzig selbst, also dem Regierungssitz, hatte gezeigt, mit welch überwältigender Mehrheit die Danziger sich zum Nationalsozialismus bekennen. Das gleiche wurde nun auch drauße» auf dem Lande bei den Kreistagswastlen in der Danziger Niederung und auf dem Danziger Werder offenbar, wo seit dem Juni des vergangenen Jahres zum erstenmal wieder Nenwahlen zum Kreistag und zu den Gemeindevertretungen stattfanden. Dem Nationalsozialismus gegenüber standen in voller Freiheit der Wahllisten und der Abstimmung, vier Parteien, nämlich die verschmolzenen Deutschnationalen und das Zentrum, die Sozialdemokraten, die Kommunisten sowie die Polen. Aus Kosten dieser Parteien bat nun die N S D A P. einen großen Sieg errungen: die Wahlbeteiligung war außerordentlich stark und das Endergebnis zeigte eine weitere Steigerung der nationalsozialistischen Stimmen von der bisherigen Zweidrittel- zu fast einer Vierfünftel- mebrbeit.
D a s ist also das Charakteristische dieser Wahlen im Freistaat Danzig, wo auch mehr als genug gegen den sich siegreich durchsetzenden Nationalsozialismus von außen her intrigiert worden ist! Die früheren Parteien sind nun auch durch diese Wahlen in ihrer ganzen Bedeutungslosigkeit beleuchtet worden. Andererseits bedeutet der Sieg der NSDAP, aber nicht nur einen Sieg des Nationalsozialismus selbst, sondern auch der Politik, die unter seiner Führung im Danziger Freistaat getrieben wurde, seitdem er dort die Macht übernommen hatte.
Da wendet sich fast zwangsmäßig der Blick hinüber zur nächsten Abstimmung: Zur Saarabstimmung am 13. Januar 1935. Dort bat sich in der Deutschen Front alles über die früheren Parteien hinweg geeint, was an jenem Tage ein Geständnis der Treue zum Vaterland ablegen will. Noch mehr also als in Danzig wird an der Saar der Gedanke des neuen Deutschlands den Sieg erringen. *
Eine Selbstverständlichkeit ist es, daß große politische Krisen im Leben eines Volkes nicht zuletzt auch dort zu Krisen führen müssen, wo dieses Leben politisch nach außen hin besonders stark zum Ausdruck kommt: in der Presse. So hat auch mit und nach der deutschen Revolution die Presse in Deutschland eine Krise durchgemacht, durchwachen müssen, bis sie in ihrer Gesamtheit nicht etwa nur äußerlich, sondern auch innerlich den Anschluß an das Wollen und Handeln des umgestalteten Volkes unb des neugeschaffenen Staates gefunden hat. Auf der ersten Tagung des Reichsverbandes der deutschen Presse in Berlin konnte aber der Reichs- Minister Dr. Goebbels jene Krise der Presse als ebenso äußerlich wie innerlich überwunden bezeichnen und nun auch das Verdienst der Presse nach der Richlung hin fest stellen, vaß sie mit allen ihr zu Ge- bote stehenden Mitteln des Wortes und der Schrift für jenes Wollen und Handeln des neuen Deutschlands sich einsetzl. Nach dem Siege des Nationalsozialismus, der zunächst ein Sieg des Gedankens der Volksgemeinschaft gewesen ist, bat es die deutsche Presse allmählich gelernt, tut Umfang ihres Könnens für die Arbeit zu wirken, mit der jener Gedanke nun in die Wirklichkeiten und Notwendigkeiten des Tages hinüber- und bincingetragen wurde, vor allem in die große Arbeitsschlacht hinein, die Tag für Tag fortgesetzt werden mußte. „Die Presse hat es verstanden, ebenso Tag für Tag dem Volke neuen Mui und neue Initiative zu geben, das V e r - st ä n d n i s für das Gesamte zu wecken und damit auch für die Notwendigkeit und Möglichkeit, schwierige Augenblicke zu überwinden." Diszipliniert wie der nationalsozialistische Staat ist daher auch seine Presse in der Aufgabe, überhaupt das Verständnis für das anßcn- und inner-, das Wirtschafts- und sozialpolitische Wollen des neuen Staates aber nicht bloß zu wecken, sondern cs in der gleichen Richtung w e i t e r z u f L h r e m Und nur so konnte es, wie Dr. Goebbels ausführte, möglich werden, dann dieses große Gewicht einer neuen Presse er folgreich in die Waagschale zu werfen. D a s ist aus der im Ausland so oft kritisierten „Gleichschaltung" der deutschen Presse geworden: sie will mit ihrem ganzen Gewicht für das wirken, was der Führer für Deutschland will und wirkt. v
In vollem Maße hat es der Nationalsozialismus erreicht, die deutsche Landwirtschaft zu einem Be • rufs stand umzugestalten. Ihm wurde im neuen Staar eine wesentlich andere Stellung gegeben, die ganz neue Rechte, aber auch ganz neue Pflichten umfaßte. Das nur Wirtschaftliche mußte zurücktrcten hinter dem deutschen Menschen auf der Scholle unb darum sprach jetzt in seiner Schlnßredc auf der Goslarer Reichsbaucrn- tagung der Reichsbancrnführer Darrè zuerst vom Blut und dann vom Boden. Daß der Nationalsozialismus von diesem beidem ausging und für beides arbeitete, daß er dadurch den Reichsnährstand aus dem Nichts aeidm^en unb zu dem -emacchr bat wa» deutsches