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Zul-aer Anzeiger

ssâint jeden Werktag. Wochenbeilage: Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 170 RM.

Lieserungsbehmderung durchHöhere Ge- molt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ebrenklau, Fulda, Königstratze 42. R-^" Md' Friedrich Ehren klau, Lauterbach/H. jchriftletter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Kc

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ä1 a&Mil« Hs Zuloa- und Haunetal >§ulöaer Krersblatt ä?^

Ä V Nachlaß. -DA." X. 34. 910. - Verantwort!, f. d.

m - neoaktton uns SejHäststtelle: Königstraße 42 * Zernfprech-Anschluß Nr. ^4S4 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

276 1934

Fulda, Montag, 26. November

11- Jahrgang

Hitlers Friedensiville

Eine Unterredung mit dem ranzösischen Frontkämpferführer.

Die französische Presse beschäftigt sich nach wie vor mit einer Unterredung, die der F ü h r e r undReichs - lanzler vor einiger Zeit dem Führer der französischen Nationalen Vereinigung ehemaliger Frontkämpfer, Goy, gewährt hat, wobei die französischen Zeitungen sich zum Seil in übelwollenden Bemerkungen und geflissentlichen Meinungen ergehen. Zur Klarstellung und «h jekliven Würdigung der Ausführungen des Ärers über die deutsch-französischen Beziehungen wird Ä vom DRB. mitgeteilt, daß der Führer nach den Messungen des Herrn Goy u. a folgendes erklärt hat: Zwischen unseren beiden Völkern darf es keine Miß- Verständnisse geben. Die gegenwärtigen Schwierig- Hiten gehen vom Saarproblem aus. Die französische Presse schien die Annahme aufkommen zu lassen, daß wir Deutschen einen Putsch vorbereiteten. Es ist reine Torheit, zu glauben, daß Deutschland durch Gewalt- onwendung die kommende Volksbefragung zu stören iuchen will. Ich erkläre formell, daß wir uns vor dem Ergebnis der Volksabstimmung, gleichviel, wie sie ausfällt. beugen werden."

Als das Gespräch dann aus die Verträge übet« griffen habe, habe der Führer lebhaft von den mora- MM Ehrenforderungen des deutschen Volkes gesprochen und hinzugefügt:Es kann von einer Ver- W9 eines Grenzpfahles nicht die Rede sein. Sie taten meine Auffassung hinsichtlich Elsaß-Lothringens, w habe ein für allemal erklärt, daß es keine Lösung wäre alle zwanzig oder dreißig Jahre Krieg zu führen, um Provinzen wieder zu nehmen, die Frankreich stets eamuerigkeiten verursachten, wenn sie französisch waren, Deutschland, wenn sie deutsch waren. Hier denkt das Mtige Deutschland nicht so wie das frühere Deutschland.

Wir denken nicht an zu erobernde Quadratkilometer

Gebiet. Wir haben die Sicherung des Lcbenz unseres Volkes im Auge. Woraus es jetzt ankommt, hi, zu arbeiten, um eine neue soziale Ordnung her- zustellen. dlNN wird andeuten können, ich suchte nur Zeit zu ge- mnnen. um meine Vorbereitunaen ru vollenden Darauf

Im Zeichen des Totensonntags

Das ganze deutsche Volk gedachte am letzte«, âoembersonntag seiner Toten. Friedhofsbesuche, -nauerappelle, Feldgottesdienste, Heldengedenkfeiern, diesem Tage sein ernstes Gepräge.

Deutsche Not und Wende."

. In der R e i ch s h a u p t st a d t gehörte die kultische «eier des N S. - A r b e i t s d i e n st e s zu den ein- miasvollsten Veranstaltungen des Tages. Reichsarbeits- Wrer ^terl und sein Mitarbeiterstab konnten die Reichs- "iMlster Dr. Frick, Dr. Goebbels, von Neu- und Graf Schwerin von Krosigk, den der Heeresleitung, General der Artillerie, Freiherrn " Fritsch, die Vertreter vieler Reichs-, Staats- und ^unalbehörden begrüßen, sowie zahlreiche SS.- und -l^dwhrer neben den Leitern der verschiedensten Partei» darunter auch den stellvertretenden Gauleiter t Staatsrat Görlitzer. Zur Aufführung kam , Sichtung des Arbeitsmannes Konrad LißDeutsche t u n d Wend e". Das in Anlage, Aufbau und mache außerordentlich starke, mitreißende Werk ist ein bA Ä " tuis zum Vermächtnis der Toten laniv?leges und des deutschen F reih eit s- t^.s, darüber hinaus aber auch ein mahnendes zur Kameradschaft der Lebenden im Dienst " y und Land.

hreninai Unter den Linden marschierte eine RS.-Kriegsöpferversorgung mit einer - Abteilung zur Kranzniederlegung aus. Auch der cine'W userbund legte durch General von Kuhlwein nis Ehrenmal nieder. Am Grabe Horst x / hatte während des ganzen Tages eine Ehrcn- iWnn Traditionssturmes mit der Siurmsahne Auf- !chliä>t»»^??""?en. Der ganze Sturm war zu einer soeben Gedenkfeier am Grabe aufmarschicu Ununter- A nic dlbordnungen der Parteigliederungen, um biegen n bcr Ruhestätte des Freiheitskämpfers nieder­

es Heidentum des deutschen Heeres im Weltkrieg.

X c ö ö c n Veranstaltete unter Beteiligung von Förden Staatsrcgicrnng, der in Dresden ansässigen «ie n, "er Wehrmacht, der Polizei und der Verbände ^i>,, ^tsleitung der Partei und die der NSKOV. in der Staatsoper und auf l) r u M7 Thenen Adolf-Hitler-Platz eine eindrucksvolle der Gefallenen des Weltkrieges £c>t c n e nach dem Kriege um die S ch a f s u n g des cl^cher-V eiches ihr Leben ließen. Die Bühne des "Ndez°ucz war zur Ehrenhalle ausqestaltet worden.

1 1 * o f Coch hielt die Gedächtnisrede, in

antworte ich daß mein Arbeitsplan derartig ist, daß der das Ziel wird erreichen können, das ich mir Sesteckt habe, von der Dankbarkeit seines Volkes ein viel größeres Denkmal verdienen wird als dasjenige, das ein ruhmreicher Führer nach zahlreichen Siegen ver­dienen konnte.

Wenn Frankreich und Deutschland sich verständigen, so wird eine große Anzahl von Nachbarvölkern einen «eufzer der Erleichterung ausstoßen, und ein Alpdruck würde verschwinden. /

Es würde sich eine sofortige Entspannung ergeben, eine Besserung der Wirtschaftsbeziehungen aller Länder Europas. Von unseren beiden Völkern hängt es ab, d a ß *1 ^/âu m Wirklichkeit wird. Ich bin der Unsichl, daß die Männer, die den Krieg mitgemacht haben und die in ihrer Mehrzahl noch in dem Alter stehen, um aufs neue mobilisiert zu werden, eine klarere Vorstellung von den Gefahren haben, die die Nichtverständigung beider Volker heraufbeschwört. Ohne Rücksicht aus diplomatische Gepflogenheiten müssen sie sich ihre natür- lichen Besorgnisse anvertrauen und rechtzeitig mitteilen, um die Konfliktsgefahren zum Verschwinden zu bringen."

*

Ein offener Vries Lean Goys.

Der französische Frontkämpferführer und Abgeordnete Jean Goy wendet sich in einem offenen Bries scharf gegen die Vorwürfe, die von chauvinistischen Kreisen wegen feiner Aussprache mit dem Führer gegen ihn erhoben

Führer gegen ihn erhoben worden sind. Er erklärt, daß er den gegenwärtigen Augenblick für besonders geeignet zur Einleitung einer deutsch-französischen Aussprache ansehe, da die Saar­abstimmung dicht bevorstehe und man alles tun müsse, um Zwischenfälle zu vermeiden, die einen Konflikt her­aufbeschwören könnten. Viele Politiker hätten ihm diese Auffassung bestätigt. " ' ' ....... nicht Worte, '

Er habe ausdrücklich betont, daß dernTaten den Beweis für Deutschlands Versöhnungswillen bringen müßten. Diese Taten aber seien seit drei Wochen offen­sichtlich erfolgt. Hitler habe der SA. den Befehl erteilt, sich 40 Kilometer von der Saargrenze zurückzuziehen und seine Sachverständigen seien in Rom zu Verhandlungen mit dem Dreierkomitee eingetrossen.

der er des Heldentums und des Leidens und Sterbens der Kämpfer um Deutschland und der Erhebung des Dritten Reiches gedachte, was den millionenfachen Blutopfern ihren tiefsten Sinn zurückgegeben hat. An die Jugend richtete er den Appell, sich im Geiste des Führers zu betätigen. Wie alljährlich, so hatte auch diesmal der NSDFB. (Stahlhelms zu einer weihevollen Gefallenen­ehrung im gewaltigen Rund des Zirkus Sarrasani aufgerufen. Viele Tausende, darunter viele hohe Offiziere der Wehrmacht, der Polizei, Vertreter der Generalität des alten Heeres und der Verbände hatten sich eingefunden. Hauptniann a. D. Martin Hauffe hielt" eine er­greifende Gedächtnisrede, in der er Leistungen und Ver-

Acr dem Zusammentritt

öes Kirchensenates.

Die hinderlichen Bestimmungen aufgehoben.

Um die verfassungsmäßige Bildung des Geistlichen Ministeriums zu ermöglichen, hat der Reichsbischof in zwei Verordnungen alle B e st i m m u n g e n auf - g e h o b e n , die einer verfassungsmäßigen Tagung des K i r ch e n s e n a t s der evangelischen Kirche der Alt- preußischen Union entgegenstunden. Der für den ver­gangenen Sonnabend in Aussicht genommene Zusammen­tritt des Kirchensenats mußte verschoben werden. Auch die Landeskirchenkührer treten daher erst sväter wfantmen.

imWitië der alten Armee schilderte und an die unvergäng­lichen zutreffenden Worte des Führers und Kanzlers er­innerte: Mögen Jahrtausende vergehen, so wird man nie von Heldentum reden und sagen dürfen, ohne des deut­schen Heeres im Weltkriege zu gedenken

Aedenkgottesdienft der NeickSmarine.

re­im

Auf dem Garnisonfriedhof in Kiel fand am Ehren­mal der gefallenen Seehelden ein Gedenkgottcsdienst der Reichsmarine statt, an dem auch die Bevölkerung in großer Zahl teilnahm. Zu der Feier war der Flottenchef Viz, admiral Foerster, erschienen. Abordnungen der ii.. Hafen liegenden Schiffe und der verschiedenen Verbände hatten um den Gedenkstein, an dessen Fuß ein Altar auf­gebaut war, Anfstellung genommen. Nach einem gemein­samen Gesang hielt Marinepfarrer Haupt die Gedenk-

rede.

Die Klammer um Deulschland.

Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit und Beflissenheit hat der amtliche Pariser Dementierapparat gegenüber der aufsehenerregenden Erklärung des Abgeordneten Archim- baud über das französisch-russische Militär- abkommen gearbeitet Es war auch nötig: die von dem Heeresberichterstatter der Kammer ausgeplauderten Offenherzigkeiten haben in der ganzen politischen Welt gewirkt wie eine unversehens hochgegangene Flattermine. Man kann sich vorstellen, daß Herr Archimbaud, der Held des Tages, für seine so undiplomatische Formulierung unmittelbar nach seinem Auftritt unter vier Angen einen kräftigen Anpfiff von Herrn Laval bekommen hat Das geht uns nichts an. Um so mehr geht uns die Sache selbst an. Und da kann man zunächst feststellen, daß dieredi­gierte Fassung" der Kriegspakterklärung in ihrem ent­scheidenden Satz f a st n o ch s ch l i m m e r ist als die vor dem Heeresausschuß gesprochenen Worte.In der Er­kenntnis, daß die Haltung Deutschlands den Frieden zu gefährden droht . . .", so steht es jetzt in der offiziellen Übertragung des Stenogramms. Daß das eine Ab­schwächung gegenüber dem vorher Gesprochenen sein soll, kann niemand einsehen, um so weniger, wenn die folgenden Worte nicht nur die Tatsache militärischer Ab­machungen, sondern auch die besondere Formung dieser Abmachungen für einen Konfliktsfall mit Deutschland b e st ä t i g e n.

Wir wollen hier nicht die bekannten offiziellen deut­schen Friedenserklärungen wieder anfzählen; wir haben das schon deshalb nicht nötig, weil nicht wir Deutschen es sind, die sich gegen den Vorwurf der kriegsbetreibcnden Aufrüstung und der militärisch unterbauten Einkreisungs­politik zu verteidigen haben. Wir wollen auch nicht die zahlreichen Fälle aus der Rachkriegsgeschichte aufzählen, in denen Frankreich jedesmal, wenn es bei einem neuen Akt der Friedensstörung vor aller Welt bloßgestcllt war, Deutschland als den Schuldigen und Böswilligen hinstellte, das ist Jahrhunderte alte französische Tradition, die in der Politik alle Gesetze des Rechtes, der Moral und des Gewissens grundsätzlich ausschallet. Es geht mit diesem französisch-russischen Abkommen genau so wie mit den durch Indiskretionen bekanntgeivordcnen Militär­abkommen Frankreichs mit Polen, mit der Kleinen Entente, mit Belgien und mit dem französisch-englischen Marineabkommen, das durch den Pariser Vertreter der amerikanischen Hearstprcsse im September 1929 aufgcdcckt wurde. Nach der Satzung des sogenannten Völkerbundes müssen alle zwischen Völkerbundsmitgliedern ab­geschlossenen Verträge, Abkommen usw. in Genf in ihrem Wortlaut hinterlegt und registriert werden; da der Völkerbund" nichts anderes wie eine außenpolitische Faktorei des Quai d'Orsay ist, ist es Frankreich nicht im Traume eingefallen, solche Pakte der kriegerischen Ein­kreisung in Genf satzungsgemäß registrieren zu lassen, nicht etwa deshalb, weil man damals noch mit Deutsch­land am selben Ratstisch saß, sondern weil man seine besten Trümpfe für einen entscheidenden Schlag in der Hand behält.

Es ist hier ganz gleichgültig, ob es sich bei dem Sachverhalt, der den Ausplaudereien des Herrn Archimbaud zugrunde liegt, um ein regelrcchlcs Militär­bündnis mit allen Hilfsverpflichtungen oder um einen Teilpakl in Form eines militärischen Luflabkommens oder sonst was handelt. Das wäre Streit um Worte, überdies läßt selbst dieredigierte Fassung" für keinen Kundigen mehr einen Rest des Zweifels übrig. Sie ist deutlich genug. Sie würde in der Vorkriegszeit zum mindesten den Abbruch der diplomatischen Beziehungen, wenn nicht mehr, bedeutet haben. Wozu also noch dieses automatischeDementi", das in heutigen Zeiten niemand mehr als etwas anderes denn als Bestätigung ansieht und das sich zudem mit rein formellen Dingen be faßt. Nichts ist in der Politik törichter als Illusionen, halten wir uns also an die Tatsachen.

Und da muß man sich auch, so gern man die Rede des französischen Kriegsministers General Ai a u r o i n als Beschwichtigung für seine eigenen Landsleute und als Entgegenkommen nach Deutschland hin nehmen möchte, aller wunschbestimmien Gefühle enthalten und bei der Wirklichkeit bleiben. Und die sieht eben so aus, daß General Mauroin in der gleichen Rede, in der er die Folgen der Archimbaudschen Erplosion einzuschränken versucht, u. a. von denriesigen Verdiensten des fran zösischcn Militärattaches um die Annäherung zwischen den beiden Armeen" gesprochen hat das ist alle s andere als eine Widerlegung jener Bündnis­erklärung. Und der General hat es auch nicht für nötig ge­halten, den von Archimbaud in der Kammer verteilten Phantasiebericht über die Reichswehr als baren Unsinn zu bezeichnen, obwohl gerade der General und Kriegs­minister genau weiß, daß Deutschland eine kriegs verwendungsfähige Mannschaft von 5% Millionen Mann (!) höchstens auf dem Monde, aber nicht in seinen Grenzen hat.

Nein, diese Rede schafft die Pariser Minenexplosion nicht ans der Welt. Das ist zweifellos auch die Ansicht in London, sonst würde man nicht in den dortigen großen Blättern Überschriften lesen wieRußland mar schiert mit Frankreich" oderAmtliche Enthüllungen aus Paris gegen Deutschland". Zur selben Stunde aber, als diese iinheilschwangere Debatte in der Pariser Kammer war, sprach in Berlin Reichsminister Dr. Goebbels wieder von Deutschlands Verständigungsbereit­schaft hier die offene Hand, drüben Kanonen und Kriegsbündnisse. P. A. R.