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§ulöaer /lnzeiger

rs,'3S A Tageblatt für Rhön und Vogelsberg |x;^^ SSÖ&aFB §ulüa- und Haunetal .Zulöaer Kreisblatt I|^«^^

Ifrifflert«. arieb^Cbrentiau, 6uiba, Komgstr. 42, Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Zemfprech-flnfchluß Kr. 2HS9 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterba^-H.

Nr. 280 1934

Fulda, Freitag, 30. November

11. Jahrgang

Der Hochzeitstag in London

England »«jubelt das Hochzeitspaar.

Massen auf den Straßen. Doppelte Trauung.

Unter ungeheurem Jubel der englischen Bevölkerung sand am Donnerstag die Hochzeit des jüngsten Sohnes des Königs von England, des Prinzen Georg, Herzog von Kent, mit Prinzessin Marina von Griechenland statt.

Leichter Dunst liegt über der Themse, in den ersten Morgenstunden setzt ein feiner Sprühregen ein. Für Zehntausende von Schaulustigen beginnen die Feierlich­keiten schon um Mitternacht. Von der Zeit an stauten sich in den Hauptseststraßen, durch die der Hoch- zeitszug verläuft, eine bunte Menge von Männern, Frauen und Kindern aus dem Volke, die die ganze A a ch t über teils auf m i t g c b i a ch t e u Stühlen teils auf Decken auf dem Pflaster zu brachten. Von Zeit zu Zeit erwärmte und erheiterte sich die Menge durch gemeinsame Gesänge.

Fensterplätze für 600 Mark.

Auf dem Wege, den die Prozessionen vom Buckingham- und St.-James-Palast nach der Kirche zurücklegten, waren riesige Fahnenmasten mit Bannern von sechs Meter Länge errichtet. An jedem einigermaßen geeigneten Punkte hatte man Tribünen für die Zuschauer gebaut. Bei der Ausschmückung der Tribünen war Blau, unterbrochen von Rot und Gold, die vorwiegende Farbe, eine Huldigung für den Herzog von Kent und die Flotte. Plätze auf diesen Tribünen kosteten bis zu 10 Pfund. Zwischenhändler machten ein glänzendes Geschäft.

Ein Viertel-Fensterplatz in den Hotels und Büro­gebäuden entlang der Feststrasre mutzte mit 30 Pfund iumgerechnet etwa 372 Mark) bezahlt werden. Fenster- Mtze im Westminster-Hospital gegenüber der Wcst- minstcrabtei erreichten den Rekordpreis von 50 Pfund, das sind 620 Mark.

Der Festzug.

Leben und Bewegung kam in die Menge, als Punkt 8 Uhr in den Feststraßen die Polizei zu Absperrungen und die Truppen mit klingendem Spiel zur Spalier­bildung anrückten. Die langen Stunden des Wartens waren vergessen. Drei getrennte Züge bewegten sich durch die Zuschauermengen nach der Abtei: König Georg und Königin Mary mit Gefolge und den königlichen Gästen bildeten die eine Gruppe, Prinzessin Marina mit ihren Eltern und Gefolge, ebenfalls vom Buckingham-Palast kommend, die zweite Gruppe. Der Herzog von Kent mit seinen Brüdern, ihrem Gefolge und der Eskorte kamen als dritte Gruppe vom St.-James-Palast.

Oie Trauungszeremonie in Westminster.

Als das junge Paar und der Hochzeitszug kurz vor dem für 11 Uhr eingesetzten Gottesdienst sichtbar wurden, brandete stürmischer Jubel auf. Der schlanke zweiund- drcißigjäbrige Prinz trug die blaue Uniform eines See­offiziers. Prinzessin Marina strahlte in Weiß und Silber. Sie trug ein einfaches Brokatkleid mit einer vier Meter langen silbernen Hofschleppe von den Schultern herabfallend. In ihrem Haar glitzerte eine Tiara von Brillanten.

König und Königin wurden an dem großen Westior der Abtei von den Würdenträgern der Kathedrale, geführt von dem Dekan, empfangen. Die große Orgel der Abtei setzte ein. Aus Bachs Fuge in 6-Dur folgte Händels Samson - Ouve rture und dann Elgars Sonate in 6-Dur. Dann reckten ych die Köpfe, als die Orgel den Hochzeitsmarsch von Parry intonierte.

, Unter Vorantritt des großen Kreuzes und des ge­samten Chores bewegte sich nun der Hochzeltszug durch das Schiff und den Chor nach dem Presbyterium.

Prinzessin Marina schritt am Arme ihres Vaters des Prinzen Nikolaus von Griechenland. ^hr folgten acht Brautjungfern. Der Herzog von Kent schritt, begleitet von seinen Brüdern, Dem Prinzen von Wale-, und dem Herzog von Bork, zum Altar.

... Dr. Foxlev Norris, Dekan von Westminster, verlas die Emgangsliturgie, worauf der Erzbischof

C a n t e r b u r y das jahrhundertealte Trauungsrituat der englisch-katholischen Hoskirche intonierte.

Nach griechischem Brauch wechselten Braut und Bräutigam die Ringe.

Daraus folgte ein Psalm, gesungen von einem mächtigen , von siebzig Stimmen, der sich aus den drei berühm­ten englischen Kirchenchören zusammensetzte. Nach Dir Predigt des Erzbischofs von Canterbury erhob dl D« Gemeinde, während der ChorGod save tim P"'g «m r"'e eigens für diesen Tag komponierte Hymne.

Sorten aus der Bibel und den Psalmen, sang

Zweite Trauung byzantinisch.

Mit goldenen Kronen ans ihren Häuptern, die Lippen von rotem Wein benetzt, wurde das prinzliche Paar in Der Dinglichen Kapelle des Buckingham-Palastes nach d e n ^öantj Nischen Ritus der griechisch-orthodoxen noch einmal getraut. Die Zeremonie sanduttmttt

«ach der Rückkehr von der anglikanischen FeierM der Von ^nsterabtei um 12.15 Uhr statt. Erzbischof sinnm » «'.Germanos, der Londoner Legat des Patriarchen von Konstantinopel, amtierte. König Geora und Koniaui

Mary mit dreißig königlichen Gästen wohnten der Feier bei. Es ist

das erstemal, daß sich die Hochzeit eines Mitgliedes des englischen Königshauses nach griechischem Ritus vollzieht.

Unter Chorgesang nahm das Brautpaar vor einem mit Halbedelsteinen eingelegten Tisch Platz, auf dem eine riesige Bibel mit juwelengeschmücktem Einband ruhte. Große goldene und silberne Leuchter, ein mit kostbaren Steinen besetztes Kreuz, zwei Ringe, die beiden Kronen und die Weinschale standen bereit. Der Erzbischof voll­zog im prunkvollen Ornat der orientalischen Kirche zu­nächst die Zeremonie des Segnens der Ringe, die er dem Paar über die Finger streifte. Nun trat der P r i n z v o.n Wales als Brautführer in Tätigkeit. Er mußte dreimal die Ringe und die Kronen zwischen Georg und Marina wechseln, während der Erzbischof einen Segen sprach.

Feierlicher proiefischriii.

Rektor und Dekane der Prager deutschen Universität legen ihre Ämter nieder.

Der akademische Senat der Prager deutschen Universität hat eine Erklärung abgegeben, in der es u. a. heißt:

Rektor und Dekane der Prager deutschen Unk» versität haben die Erklärung abgegeben, daß sie ihr Amt n i e d e r l e g e n , um damit einen bedeut« s a m e n Augenblick in der vielhunderijährigen Ge»

schichte der deutschen Universität in Prag zu zeichnen. Der akademische Senat spricht den gurüd.

hnn

tretenden Würdenträgern das voll sie Vertrauen aus. Er gibt zugleich der Erwartung Ausdruck, daß es den Bemühungen aller Universitätskreise gelingen werde, Rektor und Dekane zur Zurücknahme ihres Entschlusses zu bewegen. Rektor und Dekane dankten für den Ausdruck des Vertrauens, behielten sich eine enb« - gültige Entscheidung vor und ersuchten ihre gesetzlichen

Vertreter, vorläufig die Geschäfte der Prager deutschen Universität weilerzuführen.

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Demonstration vor der Billa eines Volksfeindes.

Der Bauunternehmer Z., der Eigentümer und Leiter des Rentnerheims in Berlin-Zehlendorf ist, hatte schon vielfach durch sein asoziales Verhalten den Unwillen der Bevölkerung erregt. Nachdem bekannt wurde, daß Z. einer alten Insassin des Heims die ihr zustehende Ver­pflegung schon seit Montag gesperrt hatte. sammelte sich selbstverständlich vor der Villa des Z. daraufhin eine zahlreiche Menge an und gab ihrer Empörung über die Herzlosigkeit dieses Zeitgenossen deutlich Ausdruck

Der heuMe UmoersiMsrettor bleibt

Wieder Ersatz der deutschen Universitätskleinodien?

Prag, 30. November.

Sil der Sitzung des Akademischen Senats der Prager Deutschen Universität vom 29. November erklärte der Rektor Dr. Grosser, unter großem Beisall des Senats, daß er auf Grund der zahlreichen Beweise des Vertrau-- eus aus allen sudetendeutschen Kreisen auf seinem Rück­tritt nicht beharren wolle. Ministerpräsident Malypetr habe ihm zugesichert, daß die tschechische Regierung für einen würdigen Ersatz der Kleinodien aus deutschen Künsb» lerhänden Sorge tragen wolle.

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