Zulöaer Anzeiger
Kel^Llbeferung/behinderung durch ^Höhere E Tageblatt für Rhön und Vogelsberg §^T.ZW-,ÄWr Zulüa- und Haunetal >Zulöaer Kreisblatt gleitet: gnebr. Ehrenklau, Fulda. Konrgstr. 4L. Reüaktion UN- GeschästssteUe: Königstraße 42 -» Zernfprech-flnschluß Nr. 2989
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Nr. 282 — 1934
Fulda, Montag, 3. Dezember
11. Jahrgang
Nur ein Deutschland der Ehre m °m Garant des Weltfriedens!
Hermann Göring spricht
Essen, 3. Dezember.
Ministerpräsident Hermann Göring hielt am Sonntag aus einer Kundgebung in Rheinhausen eine Rede, in der ar zunächst auf das Winterhilfswerk zu sprechen kam. Weit über dem Helfen, so führte er aus, liegt das Schwergewicht über dem Wort Winter. Denn wenn ihr nur einen Blick hinaustut, wenn ihr seht, wie sie im Auslande schielen und tuscheln, dann hört ihr immer wieder das eine Wort: Dieser Winter von 1934/35 wird der Prüfstein für den Nationalsozialismus sein, in diesem Winter wird er zusammenbrechen, denn er wird mcht die Kraft haben, diesen Winter zu überstehen. Gelingt es ihm aber, so schreiben sie, dann müssen wir uns klar darüber sein, daß dann bis auf weiteres der Nationalsozialismus das Rennen gewonnen hat.
Wir wollen ihnen zeigen, daß wir das Rennen gewinnen werden, weil wir die Nerven haben, um auch diesen Winter durchzusteheu.
Das Winterhilfswerk ist nicht ein Helfen im Sinne eines Almosens, sondern das Winterhilfswerk ist eine gebieterische Pflicht des Volkes und jedes einzelnen Menschen geworden. Es gilt zu erkennen, daß das Win- terhilfswerk letzten Endes nichts anderes ist als das äußere Zeichen letzter Volksverbundenheit. Das Recht auf Arbeit ist ein heiliges Recht. Dem hat die Nation nachzukommen. Und wenn sie das nicht kann, dann muß sie die Möglichkeit schaffen, um dem einzelnen Volksgenossen die Existenz zu garantieren, damit der einzelne Volksgenosse auch (einerleit§ dann bereit ist, für die Existenz des gesamten Polkes mit einzutreten. Wir werden unentwegt danach ftreien, daß sobald wie möglich, die Existenzgrundlage des deutschen Arbeiters eine bessere und damit sein Leben ein glücklicheres wird.
. „Ministerpräsident Göring Älotwen- fltgtfu eurer TföTTftrifftfr^^ der Rechtsaus- sassutig, um weiter auf die Frage der Ehrhaftigkeit des deutschen Volkes einzugehen. Dabei erklärte er: Vor wenigen Jahren machte man in der Welt Politik, und Deutschland wurde nicht gefragt. Neberhaupt wurde nur auf seinem Rücken verhandelt. Heute wissen wir, daß man nicht mehr Weltpolitik machen kann, es sei dann, man macht sie mit uns, mit Deutschland.
Man weiß, daß man heute keinen Spaziergang mehr nach Berlin machen kann.
Wir sind wieder eine Macht, wir sind diese Macht geworden aus uns selbst nicht aus Kanonen, nein, nur
Der Sonntag in der Unfallchronik.
Drei schwere Verkehrsunfälle.
Berlin, 3. Dezember.
Sin folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich in der -mcht zum Sonntag in Lichterfelde-West. Ein Personen- kraßwagen, der mit mehreren Offizieren besetzt war, stieß ®1‘ einem ihm entgegenkommenden Personenkraftwagen sn voller Fahrt zusammen, wobei beide Wagen schwer beschädigt wurden. Fünf Verletzte wurden in Kreiskrankenhaus Lichterfelde eingeliefert, wo der Korvettenkapitän Paul Schniewind seinen Verletzun- 8C” erlegen ist. Die Schuldfrage konnte vorläufig nicht geklärt werden.
Altenburg, 3. Dezember.
In der Nähe des Bahnhofes L e h u d o r f durchstieß So .nabend abend ein Personenkraffwazen aus Berlin, s'ch auf der Fahrt von Gößnitz nach Altenburg brand, das äußere Geländer der Staatsstraßenuberfuhrung. ff »aß er mit dem Vorderteil darüber hinausragte., Bet , Unfall wurde die Gattin des Legationsrates bei der "^'iHen Gesandtschaft in Berlin, Frau Ear- ^H Korbel«, an der Stirn verletzt und trug einen Ä»l davon. Das Ehepaar Eoncheso zog. M eben- Lh ^rletzungen zu. Leqationsrat Vordem selbst blieb undcr etzt. Die Ursache des Anfalles konnte bisher nicht Se-lart werden.
' Wuppertal, 3. Dezember.
Sonntag morgen stürzte ein Lastkraftwagen mit £ banger, der für die Reichsbahn Güter beförderte, am des Ortes Schalksmühle aus bisher unge- c2 Ursache an einer scharfen Kurve über eine Brücke tu me- Herbei wurde der Kraftwagenführer ge- u' ,*' während der Beifahrer ohne wesentliche Ver- St^Scn davonkam. Der Lastkraftwagen wurde bei dem 3 111 den Fluß zertrümmert.
üttfHraftnmgcn in einen Fluss gestürzt. schci^M'ertal. Auf der Rückfahrt von Wanne nach Lüden- ^ci^hA^ ^" Lastkraftwagen mit Anhänger, der jur die mühii "bn Güter beförderte, am Eingang des Ortes Schalk^- iibcr »t°?8 wsher ungeklärter Ursache an einer scharfen Kur" WaaenkitL Arücke in die Volme. Hierbei wurde der Krafi- -^ getötet, während der Beifahrer ohne wesentliche > davonkam. Der Lastkraftwagen wurde bei dem 4 n den Fluß zertrümmert.
durch jene sittliche Kraft, die immer noch die große Wirkung über alles Irdische hat. Mit diesem Deutschland muß man jetzt rechnen. Wenn ein englischer Staatsmann vor wenigen Tagen erklärte, nur ein unbewaffnetes, wehrloses Volk reize zum Unfrieden, dann möge er auch bedenken, daß, was für England gilt, auch für Deutschland seine Geltung hat. Auch wir sind der Meinung, daß ein wehr- und ehrloses Volk friedlos werden muß.
Nur ein Deutschland der Ehre ist ein Garant des Weltfriedens.
Deshalb verlangen wir für uns das gleiche wie die anderen. Deshalb verstehen und wissen wir, daß auch die anderen Völker die Stunde erkennen werden für jene wahre V e r st ä n d i g u n g, die immer nur zwischen gleichen Partnern und zwischen Gleichstarken, niemals aber zwischen Starken und Schwachen möglich sein wird. Wir wollen keinen Krieg, aber wir wollen unsere Ehre, und über die diskutieren wir mit niemanden in der Welt. Nur wer ein scharfes Schwert an seiner Seite hat, hab Ruhe, hat Frieden. Es ist nicht so, als ob das zum Kriege reize. Nein, wenn einer wehrlos ist, dann mag das Anreiz sein, ihn anzugreifen, wenn er sich aber zu wehren vermag, dann wird der Friede auch bei ihm gesichert sein und damit zugleich der Friede in der ganzen Welt.
Heu!« ist Deutschland im Aufstieg begriffen.
Wir haben gesehen, wie uns das Wunder geglückt ist, daß der Geist über die Materie gesiegt hat, daß Deutschland wieder auserstanden ist aus schwarzer Nacht zu neuem Leben und wir werden nicht ruhen und rasten, als bis dieser Sieg vollendet ist.
Glaubt es mir, rief der Ministerpräsident aus, in Adolf Hitler und in uns allen ist eine seelische Leidenschaft, erfüllt von dem Drange, auch zu helfen, soweit es nur möglich ist. Unser ganzes Denken, Fühlen und Arbeiten gilt nur euch. Mag man uns Fehler nachsagen. Jeder hat seine Fehler, aber wer das Vertrauen zum Führer zu stören wagt, wer den Glauben im Volke an den Führer zu zerstören unternimmt, der ist ein Verräter, denn er vernichtet nicht nur das Verhältnis vom Volk zum Führer, nein, er zerstört damit das Volk selbst.
Wer gegen den Führer hetzt, der hetzt gegen
denn Adolf Siler und Deutschland ist unzertrennbar eins geworden. Das Vertrauen der Gefolgschaft zum Führer, die Treue des Führers zur Gefolgschaft, sie sind das Fundament, auf dem das neue Deutschland emporgewach- fen ist.
Furchibare Schneestürme über Amerika. Zahlreiche Häuser cingcstürzt - Güterzüge zusammen- gestotzen.
Ein Schnee st u r m ist mit verheerender Gewalt in einer Breite von über 1000 Kilometer quer über den amerikanischen M i I t e l w c st e n dahingerast und hat schwerste Verwüstungen angerichtet. In den zwölf Staaten, durch die der Weiße Orkan seinen Weg genommen hat, herrscht bitterste Kälte, so daß
die Bewohner der zahlreichen eingcstürztcn Gebäude in entlegenen Gegenden, die in den Nachtstunden vom Blizzard überrascht wurden, in Decken und Wollschals gehüllt im Freien kampieren müssen. Bis jetzt konnten die Leichen von drei e r - frorenen und von den Trümmern getöteten Personen geborgen werden; man befürchtet jedoch, daß die Tolen- ziffer viel höher sein wird. Im Staate Iowa wurden von dem Orkan G ü t c r z ü g e zum Entgleisen gebracht, durch Einfrieren der Weichen stießen auch Süge zusammen. Wie mächtig der Winddruck gewesen ist, beweist die Tatsache, daß ein riesiger Wasserbehälter wie eine Feder vom Dach eines neun Stockwerke hohen Gebäudes in Chikago hochgehoben und mit furchtbarem Getöse auf die Straße herabqcschleudert worden ist. In Muskegon, an den Ufern des Michigansees, wurde der Passagierdampfer „Henry Court" auf die Landungsmole geworfen. Die 25 Mann der Besatzung konnten noch nicht gerettet werden.
Die Wirbelsturmtakastrophe auf den Philippinen.
Manila, 3. Dez. (Funkmeldung.) Die allmähliche Wiederaufnahme des Verkehrs nach Ausbesserung der Schäden ermöglicht es, den Umfang der Verwüstungen festzustellen, die der Wirbelsturm vom Donnerstagabend in drei Provinzen angerichtet hat.
Danach sind 18 Personen getötet worden. 70 Personen werden vermißt. Die Zahl der Obdachlosen beträgt 15 000. Beim Untergang des Motorschiffs „Tulapan" sind von der gjköpfigen Besatzung 20 Mann ertrunken. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Dollar.
Seit Dezember sind die Philippinen von fünf Wirbelstürmen heimgesucht worden, die insgesamt 391 Todesopfer gefordert haben. Von der Insel Luzon kommt die Nachricht daß bereits wieder ein Wirbelsturm herannaht.
Litauische Memelregieruna
zum Rücktritt gezwungen.
Uneinigkeit im Regierungslager.
Das dem Memelgcbiet aufgczwungcnc litauische Direktorium Reisgys ist zurückgetreten. Der Gouverneur des Mcinelgebietcs, Navakas, hat den Rücktritt angenommen. Bis zur Neubildung der mcmelländischcn Regierung wird das Direktorium Reisgys die Geschäfte wcitcr- führen.
Oie Hintergründe des Rücktritts.
Der Rücktritt des Direktoriums Reisgys dürfte mit ein Ergebnis der Besprechungen in Genf gewesen sein, bei denen der litauische Delegierte Klimas in mehrstündiger Rücksprache mit Eden und Laval den Eindruck gewonnen haben dürfte, daß die Signatarmächte gewillt sind, sich litauische Verstöße gegen das Memelstatut nicht weiter gefallen zu lassen. Man rechnet auch mit der Möglichkeit, daß die Signalarmächte direkt den Rücktritt des Direktoriums Reisgys gefordert haben. Auf der anderen Seite kommen aber von den Meinelländern erhebliche Bedenken wegen der Neubildung des Direktoriums, da die Memelländer befürchten, daß die Litauer nunmehr eine noch schärfer litauisch orientierte Regierung bilden werden.
Am 8. Dezember 1934...
NSK. Die große Aktion, die am 8. Dezember d. J. allen Städten Deutschlands ihr Gesicht aufdrücken wird, ist von Gedanken getragen, die zu denen gehören, die nur von Nationalsozialisten geboren und nur in einem nationalsozialistischen Staat durchgeführt. werden können. Für den, der den Sinn der Volksgemeinschaft erfaßt bat, bedeutet es nichts, auch einmal die Nachmittags- und Abendstunden auf der Straße zu stehen und für seinen armen Volksgenossen zu sammeln und jedem, der es sehen will, zu demonstrieren, daß der Begriff der Solidarität überall zu Hause ist, daß er nicht Halt macht vor den Wohnungstüren der Minister und hohen Parteiführer, vor den Amtsräumen der Mènisterialbeamten, vor den Häusern der großen Künstler, vor den Redaktionen der Hauptschristleiter.
Wenn diese Männer am 8. Dezember einmal Weggehen von ihrer Arbeit, um aus allen Straßen Deutschlands zum Winterhilsswerk aufzurufen, dann wollen sic damit zwei Absichten demonstrieren. Sie wollen aus der einen Seite zeigen, daß der Begriff des Führens — ganz gleich aus welchem Gebiete und in welcher Stellung — niemals zu trennen ist von dem Begriff des Dienens, und daß auf der anderen Seite das Sammeln und Helfen im Winterhilfswerk ein Ehrendienst ist, den zu erfüllen auch die Männer an den verantwortlichsten Stellen des Staates und der Partei stets bereit sind.
Der 8. Dezember wird ferner denen, die heute schon tagtäglich treppauf und treppab unterwegs sind, um für das Winterhilfswerk zu sammeln ein Tag der Genugtuung sein für manche Verständnislosigkeit, die ihnen gerade an den Türen mancher gutsituierter zuweilen noch entgegentritt.
Mit der Machtübernahme wuchs aus der Gemeinschaft der Bewegung die Gemeinschaft des ganzen Volkes. Alles das, was sich in den Bezirken der kleinsten nationalsozialistischen Einheiten vollzogen hätte, übertrug sich nun auf die Weite der Nation. Die Zeiten sind vorüber, daß die führenden Männer des Staates, des Kulturlebens oder des Schrifttums keine Vorstellung haben von dem, was das Volk empfindet, wie es lebt, wie man den einzelnen in der Gemeinschaft helfen kann. Der 8. Dezember 1934 wird die Solidarität des Staates und der Führung mit dem letzten Volksgenossen in einer neuen, für jeden eindringlichen Form zum Ausdruck bringen
20 Tote der Überschwemmungen in Australien
Melbourne, 3. Dez. (Funkmeldung.) Die riesigen Ueber] djtoemnuingen, die Melbourne und den Bezirk Eipps- land heimsuchten, haben 11 Todesopfer gefordert. Weitere 6 Todesopfer werden aus Koewecrup gemeldet. Dort sind 2000 Menschen obdachlos geworden. Wie weiter gemeldet wird, ist der Dampfer „Coramba" mit 17 Mann Besatzung untergegangen.
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Furchtbares Ende eines FamilicnstrcitcS.
Kassel. Ein furchtbares Ende fand ein Familienzwist in Harmuthsachsen (Kr. Kassel). Der Ehemann Wilhelm Wille, Der im Hause feiner Schwiegermutter wohnt, sollte, nachdem in der vorigen Woche die Scheidung ausgesprochen worden war, am Montagmorgen das Haus verlassen. Als Sonntag morgen feine Frau ihr Kind aus dem Beil holte, betrat Der geschiedene Ehemann das Zimmer mit einem Revolver und streckte Frau und Kind durch Schüsse nieder. Beide waren sofort tot. Dann jagte er sich im Nebenzimmer selbst eine Kugel in den Kopf und brach besinnungslos zusammen