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ul-aer /tnzeiger

Se^ S^ferungst^ durch 'Höhere Ä Tageblatt für Rhön unS Vogelsberg »ääS^ ^ulüa- un- Haunetal »Julöaer Kreisbla« sâristletter: Friedr. Ehrenkluu, cvuldo. Konigstr. 42. Re-aktion UN- Geschäftsstelle: Königstraße 42 Ze-nsvrech.'-lnschlusi Nr. 3989

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. DA." XI. 34. 910. Derantwortl. f. d. Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Ar. 285 1934

Fulda, Donnerstag, 6. Dezember

11. Jahrgang

Vorarbeit für die Saarbefreiung.

Das Saarabkommen auf dem Genfer Kaistisch.

Die wirtschaftlichen Verhandlungen gehen weiter.

Der Bericht des römischen Dreierausschusses über die Saarfrage und die mit Deutschland und Frankreich zu­stande gekommene Einigung ist in Genf dem Bölkerbunds- rat überreicht worden.

In dem Bericht ist u. a. auch eine rein theoretische Angelegenheit, nämlich eine Begriffsbestimmung des Status quo, enthalten, an deren Besprechung sich die Ver- irctcr Deutschlands natürlich nicht beteiligt haben. Datz man der Möglichkeit der Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes an der Saar selbst in internationalen Kreisen

keinerlei praktische Bedeutung mehr

beimißt, geht u. a. daraus hervor, daß die diesbezüglichen Ausführungen des römischen Berichtes im Verhältnis zu den anderen Darstellungen nur einen sehr geringen Raum cinnehmen. Die Begriffsbestimmung dès Status quo ist denn auch in dem Bericht so gehalten, daß eins mit aller Klarheit festzustellen ist: eine zweite Abstimmung, wie sie Frankreich noch in den letzten Monaten immer wieder in die Debatte zu bringen versuchte, wird es im Saargebiet nicht geben. Der Bericht enthält weiter eine ausführliche Darstellnng der Vereinbarungen, die in dem römischen Abkommen für die Zeit nach der Rückgliederung des Saargebietes zum deutschen Mutter- lande getroffen sind.

Dabei steht fest, daß Deutschland irgendwelche Be­schränkungen seiner gesetzgeberischen Grundsätze für die Zeit nach der Rückgliederung abgesehen von den schon bekannten, zeitlich ruft begrenzten wenigen Ausnahmefällen in keiner Weise übernommen hat.

Wie wir zu der Frage der Bezahlung Der 150 Millionen für die Saargruben, einige Eifenbahn- linicii und Grenzbahnhöfe noch erfahren, dürfte der Mößte Teil der Summe in den im S a a r g e b i e t "m laufenden französischen Franc zur Ver­fügung stehen. Rach Meldungen aus dem Saargebiet soll eventuell eine gewisse Herabsetzung dieser Summe in ftrage kommen, falls sich Herausstellen sollte, daß der Zu­stand der Saargruben unter der französischen Verwaltung allzu schlecht geworden ist. Die Besprechungen über ein­zelne handelspolitische Fragen werden fortgesetzt, ebenso die Berliner Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Saarregierung über bestimmte Beamtenfragen.

Die Verhandlungen in Rom sind, wie wir weiter stören, in freundschaftlichem Geiste geführt worden, wobei die lobale Haltung der Italiener eine wertvolle Unter­stützung für die Vertreter Deutschlands war.

Konzentration der deutschen Finanzkraft.

Dr. Schacht erläutert die neuen Gesetze zum Bank- und Kreditwesen.

Berlin, 6. Dezember.

Der Rcichsbankpräsident und kommissarische Reichs- ivirtschaftsminister Dr. Schacht sprach am Mitt­woch abend im Rundfunk über die neuen Gesetze 3um Bank- und Kreditwesen. Er führte folgendes ans:

. Auf dem Gebiete des Bank- und Kreditwesens hat Reichskabinett in seiner letzten Sitzung drei Ge- ?5e verabschiedet, die von einschneidender Bedeutung 1Md,,die einen typischen Ausdruck nationaliozialtztucher uurtschaftsgesinnung bilden und die in ihrer Zweckbestim­mung von einem einheitlichen Grundsatz getragen sind.

erste Gesetz ist

das sogeuMnte MMhestMMtz

Dieses Gesetz erlaubt künftig für eine Reihe von Jahren, 'amiich für die Zeit, die Adolf Hitler für seine wrrt- W.tlidje Wiederaufbaupositik braucht, keine höhere Bar- vlvldende-Ausschüttung bei Kapitalgesellschaften ms 8 v.

wenn diese Gesellschaften früher schon 8 v. -> oder mehr Prozent Dividende gegeben haben, und von mcyr wehr als 6 v. H., wenn sie auch vorher nicht mehr als ö. H. an Dividende ansgeschüttet haben. Alles, was uehr als 6 bzw. 8 v. H. an Dividende ausgeschuttet "erden soll, muß in Reich sanleihe oder reichsgaran- Wer Anleihe angelegt werden. Der Liberalismus wird

solchen Eingriff in das Privateigentum wahrschern- w verurteilen, aber der Nationalsozialismus denkt anders.

Es wird durch diese Gcschesregclung keinem einzigen Wwnär, also auch keinem Altrentner und keiner ^üwe, die vielleicht von solchen Dividenden leben,

s ihr Eigentum weggenommen;

die Reichsanleihen, die mit dem Gelde gekauft wer- das über 6 bzw. 8 v. H. ausgeschüttet wird, verblei- un Eigentum des Aktionärs, und er kann sich darauf herzest Geld leihen, wenn er in Not ist. Aber tue weckbesiinununa des Geldes wird im Sinne der Not des

In seiner öffentlichen Sitzung hat sich der V ö lk er­dn n d s r a t mit dem Bericht des Saaraus­schusses beschäftigt.

. Der Berichterstatter Baron Aloisi erklärte, schon letzt wolle er den Geist, in dem der Ausschuß seine Auf­gabe erfüllt habe, zum Ausdruck bringen. Er habe schon im Juni darauf hingewiesen, daß das Komitee den größten Wert auf die Mitarbeit Deutsch­lands und Frankreichs lege. Bei der Regelung der verwickelten und heiklen Frage sei die gleiche Methode befolgt worden.

Die deutsche und die französische Regierung seien dem Wunsche des Ausschusses in einem Geiste ent- gegengekommen, der seine Arbeiten wesentlich er­leichtert habe.

Es seien eine Reihe praktischer Lösungen erzielt worden, die den Vorzug hätten, auf Vereinbarungen der beiden Regierungen zu beruhen.

*

Internationale Saarpolizei?

England und Italien stimmen zu.

Genf, 6. Dezember.

3» der öffentlichen Sitzung des Völkerbundrates er­suchte der französische Außenminister Laval den Völker­bundsrat zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Saargebiet durch den Völkerbund eine internatio­nale Polizeitruppe einzusetzen, in der weder Deutschland noch Frankreich vertreten seien. Die­sem Vorschlag stimmten Eden für England und Aloisi für Italien zu. Eden erklärte darüber hinaus, daß England bereit sei, ein Kontingent für die internationale Polizei- truppe zu stellen.

Wie englische Zeitungen mitteilen, werden jetzt 30 weitere englische Offiziere nach Saar- b r ü ck e n abgehen, um in der Saarpolizei zu dienen. Es handelt sich dabei durchweg um verabschiedete Offiziere und Kriegsteilnehmer, die sowohl der französischen als auch der deutschen Sprache mächtig sind. Sie stehen unter Führung des Captains V. C. Farrill, der bereits in der Saarpolizei tätig gewesen war und eigens zum Zwecke der Ausbildung iftcfer 30 Mann nach London zurâck- kevrtt. *

Und die Kosten für diese ebenso überflüssige wie teure Verstärkung der Saarpolizei werden von Herrn Knor den Saarländern aufgepackt, die an den Lasten der Fremdherrschaft schon schwer genug zu tragen haben!

Staates, der Allgemeinheit, geregelt. Der Staat braucht Kapital zur Finanzierung des Arbeitsbeschaffungspro- gramms für die breite Masse der Bevölkerung, und er ver­anlaßt nun durch dieses Gesetz diejenigen, die einen be- sonders hohen Ertrag aus ihrem Unternehmen erzielen, einen Teil dieses Ertrages dem Staate für seine Arbeits- beschaffungszwecke leihweise für eine vorübergehende Zeit 3itr Verfügung zu stellen. Das ist der Sinn des

Ser komimffarM Gauleiter für Schlesien

Die RSK. meldet: Der Führer hat den Gauleiter des Gaues Westfalen-Süd, Josef W a g u c r - Bochum, kom­missarisch mit der Führung des Gaues Schle­sien der NSDAP, betraut. In der Leitung des Gaues Westfalen-Süd wird hierdurch kein Wechsel eintreten.

neuen ÄNierye, tockgeietz.es. Das zweite Gesetz, welches der Konzentration der deutschen Finanzkräfte dienen soll, ist das Gesetz jur

Reuorbnmg der deutschen Börsen

und zwar nicht der Warenbörsen, sondern der Wertpa­pierbörsen. Es ist ein Rest der alten deutschen Kleinstaaterei, daß es in Deutschland nicht weniger als 2i Wertpapierbörsen gibt. Damit dürfte Deutschland dasjenige europäische Land sein, in dem es die meisten «Börsen gibt, was bei unserer heutigen Kapitalarmut eine lächerliche Angelegenheit ist. An einer großen Zahl dieser Börsen sind die täglichen Umsätze so gering sie be­tragen oft nur wenige tausende oder zehntausende Mark daß einem schon die Verwaltu rgskosten leid tun, die mit Liefen sogenannten Börsen verbunden sind. Einige von diesen Börsen find sogar schon ohne jegliches Leben mehr, aber sie haben von ihrem Ableben noch nicht offiziell Kenntnis genommen. Hier räumt das neue Ge­setz endlich an'.

iHiwnrnnMiiiiiitniiiimnimiiinimM^

Zum Tag der nationalen Solidarität.

Unsere Feinde hoffen nun zum zweiten Male, daß das deutsche Bolk unter der Not dieses Winters doch zu­sammenbrechen möge, und wir werden ihnen beweisen, daß der deutsche Wille und das deutsche Herz der Not dieses Winters noch weit mehr Herr werden als im ver­gangenen." (Adolf Hitler.)

Mr werden freudig unsere Pflicht tun!"

Reichsminister R u st sagt zum Tag der nationalen Solidarität:

Es gibt Menschen, die gedankenlos über dieewige Sammelet" des Winterhilfswerks sich beschweren. Unsere armen Volksgenossen tragen bewunderungswürdig ihr hartes Los. Sie verdienen jede Hilfe durch die Glück­licheren, denen es besser geht. Bewunderungswürdig ist auch die Unverdrossenheit der Sammler. Wir müssen mit ihnen und d e n Notleidenden uns solidarisch erklären, damit die Gedankenlosen begreifen, worum es geht. Wir werden alle am Sonn­abend unsere Pflicht tun, freudig!"

HIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIilllllllllllllllllllllllM

Die Zahl der Börsen wird von 21 auf 9 verringert.

Das ist immer noch reichlich, aber die Reichsregierung hat darauf Wert gelegt, daß die historisck e i landschaftlichen Traditionen Deutschlands in gewisser Weise gewahrt blei­ben. So bleibt außer der Hauptbörse Berlin ai8 Börse des deutschen Ostens Breslau erhalten, als bayerische Börse München, als württembergische Börse Stutt­gart, als sächsische Börse Leipzig, als rheinisch-west- sälische Börse Düsseldorf, als rhein-mainische Börse Frankfurt, als hanseatische Börse' Hamburg, als niedersächsische Börse Hannover. Auf' diese Weise wird den lokalen Ansprüchen überall Genüge getan, aber gleich­zeitig eine stärkere Zusammenfassung der Kapitalkräfte an wenigen Börsenplätzen ermöglicht. Das dritte und bedeutendste Gesetz endlich ist das Gesetz zur

BeauMtisung des Kreditsewerbes

Dieses Gesetz ist entstanden aus dem sogenannten Bankuntersuchungsausschuß, _ den der Führer und Reichskanzler gegen Ende vorigen Jahres angeordnet hatte. Als Sinn und Aufgabe dieser Arbeiten hat der Bankuntersuchungsausschuß sich in erster Linie von dem Gedanken leiten lassen, was für die Lösung der uns ge­stellten schweren Aufgaben praktisch notwendig ist. Darum ist als Kernstück dieses Gesetzes wiederum die Z u s a m - menfassung aller bank- und kreditpoliti­schen K r ä s t e, sparsames Haushalten mit den vorhan­denen und anfallenden Geldern, d. h. Vermeidung unsiche­rer Geschäfte, Herabdrückung der Unkosten, beides Dinge, die für Lie Senkung des Zinsfußes wesentlich sind, zweck­mäßige Arbeitsteilung des Bankapparates, Vermeidung von ungeregelter und unlauterer Konkurrenz, Sicherung des kleineren und mittleren Kreditbedarses, angemessene regionale Verteilung der Kredite, kräftige Beschränkung der spekulativen Geschäfte und Sicherstellung einer Bar­liquidität im Interesse der «Sparer und Geldgeber und ferner größere Publizität der Bankbilanzen. Das Gesetz sichert die Erreichung dieser Ziele durch die Errichtung eines A u f s i chts a m t e s, das unter Beteiligung der ein­schlägigen Ministerien mit dem Reichsbankpräsidenten acs Vorsitzenden ins Leben gerufen wird und dessen ausfüh­rendes Organ der jetzt schon bestehende Reichskommissar für das Bankgewerbe wird. Diesem Aufsichtsamt sind alle notwendigen Befugnisse eingeräumt, die die Durchfüh­rung der ebengenannten Ziele ermöglichen sollen.

Damit wird die Führung des deutschen Bank- und Kreditwesens im nationalsozialistischen Geiste für die weitere Zukunft gewährleistet und der deutsche Sparer und Geldeinleqer weiß damit, daß ihm künftig die größtmögliche Sicherheit für sein Eigentum gegeben ist.

So erwächst aus diesen Gesetzen, die sich mit sehr ma­teriellen Dingen beschäftigen, jenes Gefühl der Zu­sammengehörigkeit von Volk und Staat, ohne das keine Nation sich in der Welt behaupten kann. Allen deutschen Volksgenossen wird die große Aufgabe zuteil, jeder in keinem Kreis mitzuwirken, daß Ordnung und Sicherheit dauernde Bestandteile unseres wirtschaft­lichen Lebens werden, auf daß der Bestand unserer Fa­milie, der Bestand unseres Volkes, festgegründet sei und seine Entwicklung nicht zurückgeworfen werde. Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn wir uns immer bewußt bleiben, daß wir unser persönliches Schicksal nur sicherstel­len können, wenn wir das Schicksal unseres Vol­kes sicherstellen.

*

Am 8. Dezember: Dr. Schacht sammelt an der Börse.

Mit Rücksicht aus die am Tage bot nationalen Soli- Darität an der Börse stattfindendc Sammlung für das Winterhilfswerk werden auch der Getreidegroßmarkt und die Metallbörse in B e r l i n Börsensammlungen abhalten. Im übrigen wird die Sammlung an der Börse unter Führung des Reichsbankpräsidenlcn Tr. Schacht vor sich gehen, der sich persönlich an der Sammlung beteiligen wird.