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Zul-aer findiger

gÖBiSX. U Tageblatt für Rhön unS Vogelsberg

EärenNau^ Lauterbach Haupt° 8»löa- un- Haunetal *Zul-aer Kreisblatt schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda. Königstr. 42. Re-aktion UN- Gefchäftsttelle: Königstraße 42 * Sernsprech-Ansthluß Nr. 2484

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspatte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.DA." XL 34. 910. Verantwort!, f. d. Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 287 1934

Fulda, Samstag, 8. Dezember

11. Jahrgang

M ieotfde Ali hu

Reichsinnenminister Dr. Frick über aktuelle Fragen.

In einer großen Kundgebung sprach in Wies­baden Dr. Frick. Er verwies eingangs aus die großen Leistungen, die seit dem 30. Januar 1933 schon vollbracht worden sind. Der Minister erwähnte Daun Dip stetig fort­schreitende Reichsreform, die vom Ermächtigungs­gesetz über das Reichsstatthaltergesetz bis zur künftigen Neugliederung des Reiches weitergehe, die etwa zwanzig Gaue vorsehen werde.

Mit besonderem Nachdruck kam Der Minister dann aus den Streit in Der Deutschen Evangelischen Kirche zu sprechen Es mag sein, so sagte der Minister, daß die Reichskirchenregierung in dem Bestreben, die 28 Landeskirchen in der Reichskirche ausgehen zu lassen, etwas zu stürmisch vorging und Anordnungen erließ.

die der nötigen Rechtsgrundlage entbehrten Schließlich sah aber Die Reichskirckenregterung ein, Daß dieser Weg einer besseren rechtlichen Fundierung bedürfe, und sie Hai da wieder angesangen zu bauen, wo Die Rechtmäßigkeit absolut feststand nämlich aus de' recht­mäßig erlassenen Berfassung Der Deutschen Evangelischen Kirche. Der Staat denkt nicht Daran, sich in kirchliche Dinge zu mischen. Aber es befiehl der leider sehr be­gründete Anlaß zu Der Feststellung, daß sich

unter dem Deckmantel christlicher Belange hier alle möglichen staatsfeindlichen und landesverräterischen Elemente sammeln, um auf angeblich rein kirchlichem Gebiet ihre Politik zu treiben und auf diesem Wege

dem Dritten Reich Schwierigkeiten zu bereiten.

Unter stürmischem Beifall rief der Minister aus: Ich er­kläre hierzu, daß die Reichsregierung nicht gewillt ist, dieses Treiben bis ins Endlose mitanzusehen, sondern daß sie entschlossen ist, dort, wo es die politischen Not­wendigkeiten erfordern, auch gegen solche Staatsfeinde n»d Landesverräter durchzugreifen. Das deutsche a lk h a i diesen K i r ch e n st r e i t satt. Es hat gar fein Interesse an diesem Sans der Pastoren.

Sodann wandle sich Der Reichsminister Dem außen- politischen Gebiet zu. Schon jetzt können wir fest- slcllen, sagte Der Minister, daß Die Stellung Deutschlands der Welt eine ganz andere geworden ist als zur Seit der Elütemregierung. Das deutsche Volk will den Frieden, aber wir haben es satt, weiterhin nur Objekt und Spiel- M anderer Völker zu sein und eine Paria-, eine Heloten- ttlle weiterhin zu spielen.

^hre und Gleichberechtigung, das sind die beiden Forderungen, von denen der Nationalsozialismus niemals abgehen wird.

Das deutsche Volk ist nicht für eine hemmungslose Auf- Otffung. Wir wollen für uns nur Die Sicherheit haben, w auch alle anderen Völker für sich in Anspruch nehmen.

411 batten niemals diesen Erfolg im Dreierausschuß er» wenn nicht Deutschland an Achtung in Der Well ge- »votmen hätte. Der Redner erklärte Dann unter stür-

Beifall: Diese Abstimmung am 13. Januar wird oiten ungeheuren Sieg des deutschen Volkstums bringen. r Der Minister streifte noch kurz die unsinnigen Gerüchte über einen angeblich beabsichtigten deut-

Ausstand gegen Stalin?

^affMerschjeßMgen in Sowjettußland

Gerüchte über Truppenmeulerclen.

über 2 Ut' Hinrichtungen

, Der Warschauer Sonderberichterstatter desDaily Expreß" meldet feinem Blatt. daß im Anschluß

^«ll des vor einigen Tagen ermordeten Strom m ^ntugraD und Moskau 200 Personen standrechtlich er "'"ssen worden seien.

Innerhalb der GPU. sei eine Gegenbewegung gegen Legierung Stalins aufgebeeft worden zw Lenmgrad We« sich heftige Kämpfe zwischen meuternden Truppen Hl GPU und einem aus Moskau entsandten treu g - ebenen Sonberfommanbo der GPU. abgespw ,

° ncn zehn GPU.-Soldaien gefallen seien Die Lemm Bader Garnison sei in Eile von Kriegskommlssar Woro- "0>v (armiert worden und habe

Den Ausstand mit eiserner Hand unterdrückn

^hes der GPU. für das gesamte Gebiet der Tomict- C da g o d a , sei nach diesen Ereignissen sosor von persönlich seines Amtes enthoben und verhaftet U Ä ^" Moskau haben Truppen Der Roten Anme S ^»itz Stalins und der übrigen Mitglieder D Ä^Ocgierttng übernommen Aus den Lwfeii der ^ auer und Leningrader Militärgerichte waren, der ^°Uh-Eipreß"°Meldung zufolge. aubauernD die ealvcit war, durch Die

massenweise verhängte Todesurteile L^ss-hieb vorstreckt wurden. Unter Den Erschossenen

^* bereits Der Mörder des Sowjetfuhrers li^°w. R i k o l a j e w. Außer Diesem seien seine samt- »z-v?. .Ungehörigen, feine Frau, drei Kinder und seine

-hnge Mutter, erschossen worden.

teil Achenstreit satt. scheu Putsch und erklärte: Wir haben gär nichts da­gegen, daß eine internationale Polizei im Saargebiet ein­gerichtet wird, die absolut aus Ruhe und Ordnung hält und den ruhigen Verlauf Der ganzen Abstimmung garan- tierl. Wir rufen unseren Brüdern an der Saar zu: Haltet aus! Haltet noch diese paar Wochen aus!

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Zehntausend alte Kämpfer

in der preußischen Polizei.

Aufschlußreiche Ausführungen von General Daluege.

Der Befehlshaber Der deutschen Polizei. General Kurt Daluege, Der sich gegenwärtig zu einer Besichtigungs- reise der Polizeidienststcllen in Westdeutschland aushält, gewährte einem Pressevertreter eine Unterredung. General Daluege machte Ausführungen über die preu - z i s ch e P o l i z e i r e f o r m als Grundstein für den

Aufbau einer ..Reichspolizeiverwaltung".

General Daluege erklärte über die Verhältnisse in Der »reußischen Polizei:Der uniformierte Polizeivcamte ist ier s i ch t b a r st e T r ä g e r v e r S t a o t s a u t n l i t ä t ind deshalb müßte bei der Durchführung des Beruss- teamtengesetzes gerade in der Polizei ein besonders trenger Maßstab angelegt werden. Dabei war es in "fter Linie das Offizierskorps, das einem grundlegenden Aufbau unterworfen wurde. So wurden bis zum 23. Januar 1934

in der Schutzpolizei 7,3 v. H. des Offizicrsbestandcs, in der Landjägerei 13,5 und in der Gemeindepolizei sogar 15 v. H. des Ossiziersbcstandes aus Grund des

Bcrufsbeamtcngcsetzes entlassen oder in den Ruhestand versetzt. Die Zahlen der übrigen Polizeibeamtenschaft sind hieran gemessen verhältnis­mäßig niedrig, am höchsten in Der Schutzpolizei mit 1,7 v. H, @5 touren aber auch Tausende von Fälle nach- geprüst, um eine Wiedergutmachung der u n - gerechten Behandlung einzuleiten, die national denkende Beamte und Polizeioffiziere in der marxistischen Epoche erfahren mußten. Wo man solchen Fällen auf die Spur kam, wurde die Rehabilitierung natio­naler Kämpfer in der preußischen Polizei energisch durchgeführt" General Daluege machte dann auch ge­nauere Ausführungen über Die

Einstellung von bewährten Kämpfern der national­sozialistischen Bewegung

in die einzelnen Polizeidienstzweige Preußens.Nach den im Augenblick vorliegenden Zahlen", so führte Daluege aus,sind bisher t m ganzen rund 10 0 0 0 A n - gehörige Der nationalsozialistischen Bewegung in Den Dienst Der staatlichen Polizei und in Den Gemeindepolizei- dienst eingestellt worden. Dabei ist besonders zu be­rücksichtigen. daß Die Landespolizei sich nahezu ausschließ­lich aus Mitgliedern der Partei und Der hinter ihr stehen­den Verbände ergänzt hat und weiterhin ergänzt. Die Einstellung alter Kämpfer wird mit besonderer Aufmerksamkeit ständia weiter verfolgt. Das zu erreichende Ziel - Der Befehl des Führers heißt für uns: Die deutsche Polizei ist volksverbunden, ein Teil der nationalsozialistischen Bewegung "

Moskauer Garnison mobilisiert.

Die gesamte Moskauer Garnison ist auf Die Vorgänge in Leningrad hin sofort mobilisiert worden Die Straßen Moskaus gleichen. Dem Bericht des Berichterstatters des Dail» Erpreß" zufolge, einem veet lager. An allen wichtigen Straßenecken stehen M i l i t ä r p o st e n aus­gestellt. Der Kreml, in Dem sich Stalin und Die übrigen Mitglieder der Sowjetregierung aufhalten, sei von einem dichten Kordon von Truppen geschützt.

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Im Gegensatz zu dieser Londoner Meldung wird aus Moskau gedrahtet, daß Dort und in Leningrad von den schweren Unruhen nichts bekannt fei. Das Leben in Moskau sei äußerlich normal. Bon der Hinzuziehung weiterer Truppen zur Verstärkung der Garnisonen sei nichts zu sehen.

Nach Sibirien verbannt.

Die Angehörigen der in Leningrad und Moskau Hin­gerichteten 71 Personen wurden auf Veranlassung des Bundeskommissariats des Innern auf drei bis zehn Jahre nach Sibirien verbannt. Die Zahl Der Verbannten beträgt gegen 200. Ihr Eigentum verfällt dem Staat.

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Verschwörung gegen japanische Staatsmänner.

Eine aufsehenerregende Meldung.

Wie Reuter aus Tokio meldet, ist man einer auf. schenerregenden Verschwörung gegen fünf führende japanische Staatsmänner auf die Spirr gekommen. Ein hunger Mann soll gestanden haben,

im Bunde mit zwei Helfershelfern einen Anschlag auf das Leben des Prinzen Saionji, den Lordsiegelbewahrer Graf Makino, den Präsidenten der Seijukai-Partei, Suzuki, den Präsidenten der Minseito-Partei, Wakatsuki, und den Präsidenten der Kokumindomei-Partei, Adatschi, geplant zu haben. Bei dem Verhafteten handelt cs sich um einen 17jährigen Arbeiter einer Munitionsfabrik, namens Igarashi. Seine Helfershelfer stehen im Alter von 17 und 18 Jahren.

Heute zeigt eure nationale Solidarität!

Wahre Volksgemeinschaft heißt: Opfer bringen! Für jeden der Arbeit und Brot hat, ist das Opfern für das WHW. sittliche Pflicht!

Wenn man in Den Zeiten Doe verflossenen Snstems auf solche Gedanken wie den des Winrerhilfswerkes oder den dieses Tages Der nationalen SoliDarität überhaupt gekommen wäre, dann hätte man eine Sammlung wie die des heutigen 8. Dezember sicher alsSammlung der Prominenten" ausgezogen und hätte daraus eine* mehr oder weniger geschickt getarnte Unierhaltungsangelegenheil derStars" und derGesellschaft" gemacht. Uno wenn etwa jemand auf Den Einfall gekommen wäre, die Herren Minister und die leitenden Staatsbeamten sollten einmal

Die abgeschlossene Erklusivität ihrer Amtszimmer mit Der freien Straße vertauschen und Dort mit der Sammelbüchse klappern den hätte man als übergeschnappt oder gar unverschämt schnell zum Schweigen gebracht.

H cutt ist das anders, ganz anders. Heute stellen sich in der Reichshauptstadi Die Männer, auf Deren Schul­tern die Verantwortung für das Schicksal ganz Deutsch­lands lastet, gerade in Die allerlebhastesten Straßen und ihre Kollegen in Den Ländern und Städten tun es ihnen gleich, und alle halten uns die Sammelbüchse vor und bitten für die Arinen und Ärmsten, denen Adolf Hitler die Leiden des Winters ersparen will. Da ist nichts mehr von Startuni und Ministcrunnahbarkctt, nichts mehr vonProminenz", da sind sie alle Volksgenossen unter Volksgenossen, ganz gleich ob sie nun Minister oder Bürgermeister oder sonst was sind.

Wenn wir aber sehen, daß ihnen neben ihrer vielen Arbeit auch noch die Mühe des stundenlangen Stehens und Sammelns nicht zu viel ist sollen w i r uns dann lumpen lassen? Haben wir nicht etwa auch einen Ehrgeiz? Und wie! Denen wollen wir es mal zeigen"!

Hat jeder Geld genug bei sich? Schnell noch was etnstecken und nun los auf die Straße, wo die Samm­ler des Tages der nationalen Solidarität stehen! Denen fallen noch die Arme müde werden von den vollen Büchsen!

Kurze politische Tiachrichien.

Der Präsident des Verwaltungsrats der Deut­schen Reichsbahn-Gesellschaft, Karl Friedrich von Siemens, dessen Amtszeit als Mitglied des Verwaltungsrats am 31. Dezember d. J. ab» läuft, hat Die Reichsregierung gebeten, von seiner Wieder- derufung Abstand zu nehmen, und wird zum Ende des Jahres aus dem Verwali'tngsrat ausscheiden. Der Reichs- vcrkehrsmiuister hat Herrn von Siemens den Dank und die Anerkennung der Deutschen Reichsregierung aus- aesprochen. *

Die Reichslcitung des Arbeitsdienstes teilt mit, daß vor dem i. April 1935 Neueiustcllungen im Ar- beitsdienst nicht möglich sind, da alle Stellen besetzt sind.

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KreuzerKarlsruhe" ist in Sao Francisco do Sul (Brasilien) eingetroffen.

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Zwischen England und Polen wurde ein Dreijabresabkommen in London unterzeichnet, nach welchem Der Wettbewerb zwischen der britischen und polni­schen Kohlenindustrie beendet werden soll