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Zul-aer Mzeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der * , .. <

ÄÄi "A& Ä Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg" ^WMSÄ&Ä Zuloa- uns Haunetal.Zulöaer Krewbèatt

schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda. Königstr. 42. r * '

Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in Der 46 mm breiten Anzeigenfpalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf - . - Nachlaß.DA." XL 34. 910. Verantwort!, f. d.

âvaktton und Geschäftsstelle: Königstraße 42 §ernfprech-Rnkstluß Nr. 2989 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 288 1934

Fulda, Montag, 10. Dezember

11. Jahrgang

3,5 Millionen - Spende.

Das deutsche Volk besiegt die Not.

Großer Erfolg des Tags der nationalen Golidariiai".

Reichsergebnis der Sammlung: 3,5 Mil­lionen Mark. Göring und Goebbels steuerten der Winterhilfe I2»00Mark bei.

Minister, Staatssekretäre, die höheren Beamten des Staates, der Reichsbahn und Reichspost, Richter, Lehrer, Bürgermeister und Landräte, die Führer der SA. und SS. und anderer Verbände hatten sich amTag der nationalen Solidarität" in den Dienst der Ärmsten der Armen gestellt. Sie sammelten für die Winter­hilfe, mit der Sammelbüchse in der Hand, und ihr g u t e s Beispiel bewog alle die, die geben können, im ganzen Reich, i n Stadt und Land, ihr Scherflein zur Linderung der Not der Bedürftigen zu geben. Mehr noch als der materielle Erfolg war der ideelle, der durch die Aktion die Volksverbundenheit zwischen Führern und Geführten unter Beweis stellte. Und das Sammeicrgcbnis: In Berlin wurden allein 21 6 9 2 6 M a r k g c s a in m c l t. Es Ivar die erfolgreichste Straßensammlung, die je zu verzeichnen war. Minister­präsident Göring und Dr. Goebbels sammelten von dieser Summe den stattlichen Betrag von 1 2 080,7 0 Mark. Insgesamt wurden im Reich rund 314 Millionen Mark gesammelt.

Der Führer dankt Dr. Goebbels.

Reichsminister Dr. Goebbels erstattete Sonntag mittag dem Führer Bericht über den Verlaus des Tagès der nationalen Solidarität". Er konnte dabei mitteilen, daß die Aktion im ganzen Reich reibungslos und ohne Störung verlaufen ist. Die Anteilnahme der Bevölkerung übertraf alle bisher bei ähnlichen Anlässen dagewcscncn Ausmaße. Das vorläufige Gesamtergebnis beträgt rund 3 500 000 M a r k. Es läßt die Ergebnisse aller früheren Sammlungen für das Winter- Hilfswerk weit hinter sich zurück und stellt mehr als die Hälfte des Ergebnisses der ZeppelinSpende des deut­schen Volkes dar, für die im reichen und mächtigen Bor- lriegsdcutschland ein Jahr lang gesammelt werden mußte, während die Sammelzeit amTage der nationalen Soli­darität" knapp fünf Stunden betrug.

Der Führer drückte Dr. Goebbels seine beson­dere Befriedigung über Verlauf und Ergebnis der Aktion aus und beauftragte ihn, allen daran be- teiligten Sammlern und Spendern seinen herzlichsten *W zum Ausdruck zu bringen.

Talgemsrdene Volksgemeinschaft"

Sanniiler und Spender gaben der Welt ein leuchtendes

Vorbild.

Reichsminister D r. Goebbels dankte den Samm­lern und Spendern desTages der nationalen Solidari- lät" mit einen« Aufruf, in dem gesagt wird:

..Im Auftrage des Führers danke ich allen, als Sammler oder Spender amTage der natto- nalenSolidarität" mitgewirkt haben und damit halfen, ihn Zu einem wirklichen Akt tatgewordener Volks- Seme in schäft zu gestalten. Die unzähligen Männer "nd Frauen des öffentlichen Lebens, die sich durch ihr persönliches Beispiel in die Front des Heeres der un­bekannten Sammler stellten, haben damit bewiesen, daß Men der Begriff der nationalen Solidarität keine leere Phrase ist. Sie haben dabei aber auch ausnahmslos und tiefer Befriedigung die innere Verbundenheit des -rutschen Volkes mit seinen sozialistischen Auf- 8 ab e n feststellen können und gewiß aufs neue hochsw Achtung und größte Liebe gerade zum armen und vielfach bvch notleidenden Teil der Nation empfunden, der sich am Sonnabend in Begeisterung für das neue Reich und m Hufsbercitschaft für die sozial Bedrängten geradezu ubcr- , Der Welt aber haben wir alle, Sammler und Spen- ein leuchtendes Beispiel unserer inneren Geschiosten- W unb nationalen Solidarität gegeben, und damit einen t J^n Sammeltag zu einem wahren Fest- und rxreudcn- des ganzen deutschen Volkes gemacht."

Nerzes litauisches Manöver. . "^usfcOung der Verordnung über die Unterrichtssprache, teil, ^^ Direktorium des M e m c l g c b i c t es fäh»'*1Das Direktorium hat beschlossen: Die Durch- lifnn'Pi öcr Verordnung betreffend die Einführung der 8b»1 < *. Unterrichtssprache an den Volksschulen des ^r.^lgcbietes wird bis zur endgültigen Regelung aus- iwden i ^61 Maßgabe, daß eine Überprüfung statt-

Uw handelt sich hierbei nur um ein Manö v e r, Landtag geneigt zu machen, dem neuen Drrek- sein Vertrauen zu geben.

Wie in der Reichshauptstadt gesammelt wurde.

Das Interesse amTag der nationalen Solidarität" galt natürlich in erster Linie der Aktion in der Reichs­hauptstadt, wo die Reichsminister Göring und Dr. Goebbels sich persönlich in den Dienst des Winterhilfswerks gestellt hatten. Jubel brandete empor, als gegen vier Uhr Reichsminister Dr. Goebbels vor dem Hotel Adlon Unter den Linden erschien. Ein kleiner Knirps stellte sich aus seine Zehenspitzen und warf die erste Spende in des Reichsministers blaue Sammel­büchse. Gleich darauf erschien Ministerpräsident Göring. Die begeisterten Berliner durchbrachen die Absperrung, eingekeilt standen Goebbels und Göring, wäh­rend die Geldstücke prasselnd in die Büchsen fielen. So stark wurde der Ansturm, daß Dr. Goebbels in einem Holeleingang von einem Stuhl herunter eine Ansprache hielt und um Disziplin bat nun formierte sich ein endloser geordneter Menschenzug, ein kleines Mädel zerschlug seine Sparbüchse auf dem Pflaster, Hitler­jugend, Jungvolk. alte Mütterchen jeder wollte seine Spende geben.

Überall bildeten sich Menschenmauern, überall standen eingekeilt die führenden Männer der Politik und der Wirtschaft, der Kunst und der Wissenschaft, der Ministerien und Behörden, der Stadtverwaltung und der Polizei, der Formationen und der Flieger, der Presse und des Schrifttums und sammelten die gern gegebenen Spenden. Mehr als 3000 Helfer standen zur Verfügung, unter ihnen auch die persönlichen Adjutanten des Führers Obergruppenführer B r ü ck n e r, Obergruppenführer Dietrich, SS.-Oberjührer Schaub und Reichsprcsse- chef Dr. Dietrich, Reichstâr Rosenberg im Lust­garten und Frau Goebbels vor dem Columbushaus am Potsdamer Platz.

Rund um den Aleranderplatz klirrten die Büchsen des Staatskommissars D^r. Lippert, des Oberbürger­meisters Dr. Sahm, des Polizeipräsidenten v. Leve- tz o w und des Boxers M a r Schmeling. Am Büchsenkrieg" beteiligten sich ferner die Filmschauspieler Heinrich George, Cläre Waldoff, Willy Frisch, Ida Wüst, Paul Kemp, die von Menschen umlagert waren. Der Rektor der Universität und seine Professoren jagten buchstäblich den stoppenden Autos in der Hardenbergstraße nach. Reichssportführer von T s ch a m m e r und Osten führte feineMannschaft", mit Gottfried von Cramm, Hanne Sobek und Dr. Buhtz an der Spitze, zum Endspurt vor dem Ufa-Palast am Zoo. An der Potsdamer Straße sammelten SA.-Gruppenführer Weiß und Hans Friedrich Blunck. Ein herrliches Bild bot der Wittenbergplatz, wo die Feldjäger aufmarschiert waren und ihre Lieder und Märsche erklingen ließen, während ihr Kommandeur Oberführer Fritsch einscharfes Auge" auf alle Passanten hatte. Hier sammelte auch SA.- Gruppenführer Prinz August W i l h e l m. Und abends wurde in den Kinos, Theatern und Gaststätten gesammelt, wo noch manch stattliche Summe gegeben wurde.

Interessant ist u. a., daß die sechs Pour-le-mérite- Flieger des Lnftsportverbandes, Loerzer, Udet, Bolle, Buckler, von Schleich und Veltjens aus einem kurzen Stück der Potsdamer Straße 2029,75 Markerbeuten" konnten, woraus sich der beachtliche Durchschnitt von fast 340 Mark auf jeden dieser einstigen Lufthcldcn des Weltkrieges ergibt.

Wir lassen Euch nicht im Stich!"

Wie in Berlin, so wurde überall im ganze» Reich eifrig gesammelt. Der Reichsbauernführer beteiligte sich z. B. an der Sammlung auf dem Theater­platz in Weimar und später auf einer Tagung der thürin­gischen Bauern. In den Landes st ädlen sammelten die Mitglieder der Staaisregierungen, die Oberbürger­meister und Stadiräte. Die Parole:Wir lassen euch nicht im Stich!" flog von Straße zu Straße und fand überall begeisterten Widerhall. Wir lassen weder die notleidenden deutschen Volksgenossen im Stich, noch die nationalsozialistische Staatsführung in ihrer Aufbau­arbeit. Die wenigen Stunden der Hilfsaktion trugen die Idee der nationalen Solidarität zum Siege.

Beispiele rührendster Hilfsbereitschaft.

Selbstverständlich zeigte der Tag der nationalen Solidarität eine Fülle von Beispielen rührend- ster Hilfsbereitschaft. So brachte einer ein goldenes V o r k r i e g s - Z e h n m a r k st ü ck, das er in einer Schublade aufbcwahrl hatte. Ein anderer übergab die Summe von 700 Mark, die er am Vormittag in seinem Betrieb gesammelt hatte. Als Dr. Goebbels in der Berliner Lindenpassage sammelte, drängte sich ein zehnjähriger Junge zu ihm durch und überreichte dem Minister

feine Sparbüchse, die mit 3,80 Mark gefüllt war. Gleichzeitig gab er Dr. Goebbels einen Brief, in dem er schildert, wie er diese 3,80 Mark verdient hätte:Diesen Betrag habe ich durch Verkauf von alten Zeitschriften erhalten. Ich hatte 200 bekommen, als mir der Gedanke

Auch der Führer gab sein Schcrflcin.

AmTage der nationalen Solidarität" wurde auch der Führer und Reichskanzler von der großen Sammelaktion erfaßt, und freudig benutzte er die Gelegen­heit. sein Scherflein zur Linderung der Not des Winters beisuitcuern.

kam, sie zu verkaufen. Sofort machte ich mich mit meiner Schwester und meinem Freund aus und verkaufte sie drei Stück für ltt Pf. und ein Stück für 5 Pf. Ich verkaufte am ersten Tag 30 und am zweiten Tag 6 Hefte. Es kam aber vor, daß ich für ein Heft 10 Pfg. bekam oder auch für gar kein Heft 5 Pfg. Das Geld ist alles in der Büchse enthalten." Besonders bezeichnend war, daß Reich und Arm, Soldat und Arbeiter, jung und alt, bunt durch­einander gemischt, sich um die Sammelbüchsen drängte. Neben wenigen Kupserpfennigen und einzelnen Zehn­pfennigstücken standen Spenden von 50- und 100-Mark- Scheinen, ja auch Schecks von bedeutend höheren Beträgen wurden in die Büchsen gesteckt. Reichsminister Dr. Goebbels beschloß seine Sammeltätigkeit amTag Ser nationalen Solidarität" um 22 Uhr mit einem Besuch in dem FilmtheaterLichtburg" am Gesundbrunnen beim Wedding. Er sammelte hier zusammen mit Max Schmeling, Willi Fritsch und Harry Piel. Hier in diesem besonders von Arbeitern besuchten Lichtspieltheater wurde Dr. Goebbels mit besonderer Gebefreudigkeit empfangen.

Rossenbeck, der Zahlmeister der Gaarseparatisten.

Ein neuer Skandal aus Emigrantcnkrciscn.

Ein Schreiben des Propagandachefs in der franzö­sischen Bergwerksdirektion, R o s s e n b e ck, das die finanziellen Hintergründe der neugegründetenkatho­lischen" Partei beleuchtete, hat im Saargebiet großes Auf­sehen erregt. Rossenbeck hatte diese Angaben in einem Dementi an die saardeutschen Blätter vergeblich wider­legen zu können geglaubt. Nunmehr hat der Sekretär von Rossenbeck eine R u n d f u n k a n s p r a ch e gehalten, die neue unbequeme Tatsachen an das Licht der Öffent­lichkeit bringt. Durch die Rede wurde u. a. folgendes bekannt:

Einer der engsten Mitarbeiter Rossenbcüs ist ein Herr Gaston Eon« aus Lothringen, der Geschäftsführer derArbeitsgemeinschaft" ist. Er zahlte auf Anweisung Rosscnbccks die Gelder für die Separatisten und separati­stischen Spitzel, letztere erhielten oft Beträge von 8000 bis 9000 Franc. Fast täglich ging Roffcubrck mit seinen Freunden nach Saarbrücken zumTanken" sGcld holen!) aufs Hauptbüro der Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung saarländischer Interessen.

Rossenbeck ist der einzige ehemalige preußische Berg- werksbcamtc, der sich bei der Besetzung des Saargèbietcs sofort den Franzosen zur Verfügung stellte und auch die französische Staatsangehörigkeit erwarb. Und solche traurigen Kreaturen sind die Helfer der Regierung Knox!