M-aer Mzeiger
scheint jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Sei Lieferungsbehinderung durch „Höhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstratze 42. Rotationsdruck^ Friedrich Ehrenklau, LauterbachiH. Haupt- llbriftleiter : Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.
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Nr. 290 — 1934
Fulda, Mittwoch, 12. Dezember
11. Jahrgang
Ehrenmal für Hindenburg.
Tannenbergturm
wird Hèndenöurgtzruft.
Nachdem wir bereits gestern kurz über den vom Führer angeordneten großzügigen Ausbau des Ta n n e n b e r g d e n k m a l s berichtet haben, geben wir nachstehend eine ausführliche und umfassende Darstellung her diesbezüglichen Pläne.
Die Erbauer des Tannenbcrgdcilkmals, Walter und Johannes Krüger, sind damit beauftragt wurden, die Gruft des Reichspräsidenten, Gcneralfeldmarschalls von Hindenburg, im Tanneubergdenkmal auszubauen.
Vor etwa 7 Wochen empfing sie der Führer, um mit ihnen den Ausbau des Denkmals zu besprechen. „Tie müssen davon ausgehen", so sagte der Führer etwa, „daß aus dem Tannenbergdenkmal immer mehr
das Denkmal des größten Feldherrn des Deutschen Reiches
wird." Der Führer zeichnete seine Idee für die Ausgestaltung des Denkmals selbst in den Grundrißplan des Taimenbergdenkmals ein. So ist es d e r Gedanke des Führers selbst, daß das Schwergewicht des Denkmals, das bisher, gebildet von Dem hohen Kreuz über dem Grabe von 20 deutschen Soldaten, im Mittelpunkt des Denkmalhofes ruht, in die Achse verlegt wird.
Das heißt also, das Grabmal in der Mitte des Hofes verschwindet, die Gruft des Feldmarschalls wird in den bisherigen Ausgangsturm verlegt, der dem Eingangs- tiirin gegenüberliegt. Auf diese Weise wird im Innern des Tanneubcrgdenkmals ein großer freier Hof gewonnen, der den dort zu erwartenden Kundgebungen zugute- kommen wird.
Vor einigen Tagen sind die Gebrüder Krüger wieder vom Führer empfangen worden und haben ihm ihre Ent- würse vorgelegt. War noch vor sieben Wochen daran gedachl, rings im Innern des Hofes eine Bogenmauer zu ziehen, ähnlich der Mauer, wie sie zwischen den Türmen des Denkmals errichte! ist, um die Erdmassen gegenüber der A b j e n k u n g d e r H o f s o h l e u m rund vier B< erer abzustützen, so führt die Entwicklung über die glatte Stützmauer aus Ziegel oder Findlings- Hetnen zu dem letzten, letzt genehmigten Entwurf, der an Stelle einer Stützmauer lediglich eine Fortsetzung der schon vorhandenen Ringstusenanlage vorstevt. Jetzt werben also von der Fläche, die vor den Bogenhallen liegt,
Granitstufen in den vier Nieter tiefer liegenden weiten Hof
binabsührend, der gleichfalls einen Plattenbelag aus Granit erhält. Die Ringstusenanlage, die um den Hof nach Art eines Amphitheaters emporsteigt, kommt dabei bcm Denkmal als Ori gewaltiger Kundgebungen zugute.
Gegenüber dem Eingangsturm liegt dann die Gruft bcs Feldmarschalls unter jenem Turm, der von nun an bcn Namen Hindenburg-Turm tragen wird.
Eingefaßt in das Gesamtbild des Denkmals, und doch von ruhiger, bezwingender Selbständigkeit, wird die Gruft »ach dem Willen des Führers so gestaltet, daß sie Blick- PHHft und Schwerpunkt des ganzen Denkmals wird. Bon dem vertieften Hof aus führt ein breiter Zugang zwischen iwei großen Granitblöcken, die rechts und links die Ring- ireppenanlage abschiießen, zur Gruft. An den Stirnselten Veser beiden Blöcke stehen
die Standbilder zweier Soldaten. Monumentalfiguren, drei Meter groß, Wächter des
„Waffenträger der Nation". * w ein Buch. das feine Entstehung einem Preisam-. des Reichswehrministers Generaloberst von Moberg verdank.. Aus dem Werk, daS mu dem Unter Buch der deutschen Wehrmacht für das deutsche J feine Bestimmung iimreitzt, geben mir hier ein des Oberkanoniers Man, AN.-R . 4. w eder " w w e r e s Maschinengewehr in Feuer stellung.
Graves. Den Eingang zur Gruft deckt ein gewaltiger, behauener Sieinblock. der nur in schlichten Buchstaben den Namen „H i n d e n b u r g" trägt. Dieser Block wird ein ostpreußischer Findling sein, der auch schon aufgesunden ist. Ein schmiedeeisernes Tor schließt die Gruft ab. Hinter dem Tor liegt, schon unter der Erde, eine Bor- Kalle. An diese Halle schließen sich rechts und links zwei weitere Hallen an, in denen
die 20 toten deutschen Krieger
beigejetzt werden, die bisher unter dem hohen Bronze- kreuz inmitten des Denkmalhofes ruhten. Diese Hallen werden Reliefs schmücken, die Darstellungen des aufbrechenden Heeres zeigen.
So wird der Feldherr unter feinen Mitkämpfern aus Dem größte» Schlachtfeld der Weltgeschichte, seinem Schlachtfeld, ruhen. Ein neues Gitter trennt von der Vorhalle die Gruft, in der der Sarg des Feldmarschalls steht. Die Gruft ist ein halbkugelförmiges Gewölbe, an dessen Wänden bronzene Leuchter Kerzen tragen, von denen feierliches Licht aus den Sarkophag fällt.
Über der Gruft ragt der Hindenburg-Turm empor. Es ist der bisherige Ausgangsturm, der äußerlich keinen Schmuck trägt, sondern lediglich einige Fensteröffnungen
Die Ueberwindung
Ministerpräsident Göring vor
Berlin, 12. Dezember. Auf dem zweiten diplomatischen Empfang des Außenpolitischen Amies der NSDAP im Hotel Adlon sprach Ministerpräsident Göring vor den zahlreich erschienenen ausländischen Diplomaten über „Die Ueberwindung des Kommunismus in Deutschland". Es war der zweite Vortragsabend des Außenpolitischen Amtes der NSDAP in diesem Winter. Reichsleiter Alfred Rosenberg eröffnete ihn mit einer kurzen Ansprache, in der er den Ministerpräsidenten General Hermann Göring als einen der ältesten Parteigenossen und Mitkämpfer begrüßte, in dessen Hand die unmittelbare Bekämpfung einer Gefahr ruht, die Deutschland bereits nahe an den Abgrund brachte und deren Ueberwindung die Voraussetzuno einer neuen Ordnung für Deutschland war, aber auch für alle anderen Staaten. Ministerpräsident Göring nahm dann selbst das Wort. Es sei die Aufgabe der deutschen Regierung, sich mit dem Kommunismus in der Form auseinanderzusetzen, wie er in Deutschland in die Erscheinung trete. Sie müsse sich auch vorbehalten, in völliger Freiheit die Mittel anznwrnden, die sie für richtig halte, und könne dabei auf fremde Ratschläge keine Rücksicht nehmen. Der Ministerpräsident gab in großen Zügen einen Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung des Marxismus und Kommunismus. Die Nationalsozialistische Bewegung wurde der unerbittliche Gegner des Kommunismus weil sie erkannte, daß ein Volk nur auferstehen kann wenn dieses Gift bis auf das Letzte ausgerüstet sei. Als am 30. Januar 1933 die nationalsozialistische Bewegung die Macht übernahm, hatte für den Kommunismus die entscheidende Stunde geschlagen, und der Reichstagsbrand sollte das Fanal fein zu einem blutigen Aufstand in ganz Deutschland. Ich will mich nicht nochmals mit den unerhörten Verleumdungen auseinandersetzen, die an- lâßlich dieses Ereignisses gegen die nationalsozialistische Regierung und mich persönlich ausgestreut worden sind. Hierzu besteht feine Veranlassung. Das höchste deutsche Gericht hat die Vorgänge um den Reichstagsbrand mit
Minister Göring sammelte 76000 Wart!
Er dankt allen Spendern.
Ministerpräsident General Göring hat der Abrechnungsstelle der NS.-Volkswohlfahrt seine letzte Sammelbüchse übergeben, die ihm am „Tage der nationalen Solidarität" von den finanziell b c s s e r g e st e l l - t c u Kreisen gespendete größere Geldscheine und Schecks enthält. Zur freudigen Überraschung der RS.-Bolks- ivohlfahrt steigt damit der Sammelbetrag des Ministerpräsidenten Göring auf insgesamt 76 700 Mark.
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Ministerpräsident Göring dankt hiermit noch einmal allen hilfsbereiten Spendern, den minderbemittelten, die von ihrem Wenigen ein hochherziges Opfer brachten, Ivie auch den wirtschaftlich bcsscrgestclltcu, die an diesem Tage so freudig spendeten und damit durch die Tat bewiesen haben, daß im neuen Deutschland arm und reich in cchiem Gemeinschaftsgeist und wirklicher Solidarität zusammenstehen, wenn cs die Not der ärmsten Volksgenossen zu lindern gilt.
Ein Dokument nationalsozialistischer Gesinnung.
Wir übergeben hiermit der Öffentlichkeit ein Doku- uten"nationalsozialistischer Gesinnung. Am Tag der nationalen Solidarität traf im Reichspropagandaministerium ein Telegramm ein, das/von
aufweist. Diese Öffnungen wird man zumaueru, dann soll das große Bronzekreuz, das bisher in der Mitte des Denkmalhoses stand, an der glatten Wand dieses Turmes über dem Grufteingang angebracht werden. Es wird dadurch ein außerordentlich feierlicher und dabei unerhört wuchtiger Eindruck erweckt.
Der Turm
wird mit kreuzförmigem Grundriß und Kuppelgewölbe ausgebaut. Als einzigen Schmuck erhält er außer seiner sehr schönen Wcrtsteinvcrkleidung lediglich die Daten aus dem Leben des Feldmarschalls, eingemeitzelt in die Wandplatten, so daß dieser Turm wie ein steinernes Buch des Lebens dieses großen Deutschen wirkt. Über den Inschriften werden aus Bronze und Emaille die Vergrößerungen der vier höchsten preußischen Kriegsorden prangen, die der Feldherr getragen hat. In her so entstandenen hohen Halle, die man durch Treppen aus den Kammern erreicht, die rechts und links der Gruft liegen, wird ein Bronzedenkmal des Feldmarschalls aus- geftettt.
So findet der Generalfeldmarschall von Hindenburg ein Grabmal, seiner Taten würdig. Die von den Gebrüdern Krüger vorgelegten Entwürfe sind vom Führer und von der Familie des Feldinar- fchalls genehmigt worden. Bald nach Weihnachten sollen die Pläne und Modelle in der Ruhmeshalle im Königsberger Schloß, dem Porsaal des Moskowiter- Saales. anëaefteHt werden.
des Kommunismus,
den ausländischen Diplomaten.
peinlicher Genauigkeit geprüft und seine Entscheidung gefällt. Aber eines lassen sie mich hierbei sagen: Sie ebenso gemeine tote plumpe Fälschung des angeblichen ee® staments des ehemaligen Gruppenführers Ernst stellt alles bisher Dagewèsene in den Schatten! Ich bin mir zu schade, mich mit solchem Schmutz zu beschäftigen. Wir waren fest entschlossen, nach der Ergreifung der Macht den Kommn- nismus so zu treffen, daß er sich von unserem Schlag in Deutschland nie wieder erholen sollte. Das war seit Jahren einer der wichtigsten Programmpunkte. Ich glaube, daß der Tag nicht mehr fern ist, an dem es in Deutschland nicht mehr notwendig sein wird, die Gegner des Natro- nalsozialismus mit polizeilichen Mitteln zu bekämpfen. Ich bin überzeugt, daß es letzten Endes nicht darauf ankommt. den Kommunismus durch Einsatz polizeilicher Mittel zu bekämpfen. Wir sehen das letzte Ziel unserer Politik darin, den Kommunismus von innen her zu überwinden, indem wir die Voraussetzungen beseitigen, unter denen allein er sich entwickeln kann. Der Nationalsozialismus verfolgt den Zusammenschluß aller Volksgenossen in einer nach innen und außen starken, den einem einheitlichen Geist beseelten deutschen Nation, deren völlige Friedfertigkeit der Führer und alle von ihm eingesetzten Staatsführer bei allen Gelegenheiten betont haben. Der Tag der nationalen Solidarität sei ein unumstößlicher Beweis dafür gewesen, wie weit die freiwillige Einordnung aller Deutschen in die Volksgemeinschaft schon vollzogen sei. Wenn Deutschland den Kommunismus in seinen äußeren Erscheinungen und inneren Voraussetzungen bekämpft, sichert es gleichzeitig den Bestand der gesamten zivilisierten Welt. Diese Tatsache rechtfertigt die Erwartung, daß Deutschland fortan im Zusammenleben der Völker wieder den Platz einnehmen wird, der ihm nach seiner Größe und nach seiner Leistung für die Welt gebührt. Nur ein Deutschland der Ehre aber ist der beste Garant auch für den Weltfrieden.
einem Parteigenossen abgesandi woroen war, nor fett langer Zeit selbst arbeitslos, gerade an diesem Tage wieder seinen ersten Lohn hatte in Empfang nehmen können. Dieses Telegramm hatte folgenden Wori- laut: „Zwanzig Mark aus heutiger erster Einnahme nach achtmonatiger Arbeiislosigkeit zum Tag der nationalen Solidarität." Sicherlich hat dieser Parteigenosse sehr viele Wünsche gehabt, die er mit seinem ersten Lohn nach dreivierteljähriger Arbeitslosigkeit gerne befriedig! hätte. Aber er dachte nicht an sich, nicht an seine Wünsche und seine Bedürfnisse, sondern an die Millionen Volksgenossen, die noch nicht das Glück hatten, wieder mit eigener Hand ihr Brot zu verdienen und so ging er vom Zahliisch weg aus die Post und sandte im Zeichen der nationalen Solidarität diese 20 Reichsmark an Dr. Goeb^ bels. Öffentlich sei ihm, dem Parteigenossen Paul Bornkessel, Berlin-Südende, für dieses leuchtende Beispiel nationalsozialistischen Opersinnes gedankt.
Neuordnung der Seeschiffahrt.
Die Auftaflilng, daß Der Havag - Llo y d » Konzern durch Ausgliederung der im Laufe der Jahre mit ihm fusionierten Gesellschaften und Dienste wieder auf übersehbare Maße zurückgeführt werden müsse, setzte sich im neuen Reich durch In monatclangen Verhandlungen wurden Die Verträge über das Ausscheiden der Dienste nach Südamcrika-Ostküste und Afrika vereinbart, die nun abgeschlossen sind und Durchgcfübrt werden. Verhandlungen, andere Linien zu verselbständigen oder auf andere Reedereien überzuleiten, sind im Gange.