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Zul-aer Anzeiger

lich Ehre,iklau, ;

Rotationsdruck: Friedr

Bei Lleferungâehinderung durch ^Höhere C! Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

...... :^h fcljrenilou^ lauter- Zul-a- und Haunetal.Zulöaer Kreisblatt

bach/H. Hauptschriftleiter Fried'"" klau, Fulda, Königstraße 42, D

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>rich Ehren- önigstraße 42, Telefon 2989.

Nr. 303 11. Jahrgang

Fulda, Samstag, 29. Dezember 1934

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Bilanz der Auhenpolitik

Durchbruchsschlacht 1934.

Zum Frühjahr sind die Nazis fertig".Den Sontraer überstehen sie nicht mehr."Spätestens im Herbst haben sie abgewirtschaftet."Dieser Winter bricht dem Nationalsozialismus in Deutschland den Hals." Sie haben uns das ganze Jahr hindurch ge­treulich begleitet, diese wunschbeflügetten Prophetien in gewissen Teilen der ausländischen Presse. Der National­sozialismus hat es diesen Teilen des Auslandes, die von Den Vorstellungen der schönen Zeit der Erfüllungspolitik Deutschlands nicht lassen wollten, noch nie rechtmachen können, und er kann es auch jetzt bliebet nicht: er ist nicht umzubringen. Im Gegenteil, wir könnten geradezu mit einer. Art herzhafter Schadenfreude jenen fremden Pro­pheten über die Grenze zurufen:Hei lewet noch!" Und er wird das nachdrücklichst beweisen.

Wenn wir heute das Jahr 1934 von der außenpoliti­schen Seite her rückschauend betrachten, dann kann man als Deutscher nur feststellen: je weiter es vorschritt, um so weniger hatten die Nutznießer der früheren Unter- werfungspolilik Deutschlands Veranlassung zu ihren von Unwissenheit diktierten Voraussagen über Die Hitler- Regierung. So griffen sie schließlich in heller Wut zu dem allerübelsten Mittel des politischen Kampfes: zur Brunnenvergiftung, einem Mittel, das 'Adolf Hitler im Juni mit folgenden Worten an den Pranger stellte: Was soll es heißen, wenn wir mit einem Volk den Frieden und die Verständigung wollen und dann in dieser Presse lesen müssen, man dürfe sich mit der deutschen Regierung nicht verständigen, weil das ein Erfolg dieser Regierung wäre!" Jawohl, d a lag der Hund begraben: diese Hitler-Regierung durfte keine politischen Erfolge haben in Paris war man so ungeschickt, das in den Zeitungen zu schreiben. . -

Es schien auch noch zu Anfang dreies Jahres, als sei Deutschland von einem schier undurchdringlichen Wall

Ä^l Die , Jsotipruug DcuttmmnwZ. war' Er.wurde durchbrochen: die Wahrheit läßt sich auf die Dauer nicht unterdrücken. Das ailt beson­ders für Die z wei Leitm o tive der deutschen Außenpolitik: den Friedens- und den Selb st b e ha it p t u u a s w i 1 (c n. Das Jahr 1934 hörte zu wiederholten Malen die Bekundungen der^Ver- ständigungsbeAitschaft Deutschlands, in feierlicher >wm ausgesprochen von dem Führer und Reichskanzler und seinen Mitarbeitern: eS hörte aber auch Adolf Hitlers Worte im Juni:Unter keinen Umständen werde ich m ich einem Diktat u n : e r w e r ' e n und im August vom Ehrenbreitstein herab:G a r nichts wird uns jemals nicder z wiuge n'. Beides hat man im Auslande auch dort einsehen mniscn, wo man sich noch unter Führung alt. gewordener Pojitiket gegen die Entwicklung zur neuen Freiheit Eurovas. gegen die ÄbschMèlüW der französischen. Vorberrichaft mit Händen und Füßen sträubte. Noch der in M<rrscckle mim Leben gekommene französische Außenminister B a r t h o u hat die Diktatpolitik der Nachkriegsjahre. wenn auch mit elastischeren Mitteln fortzusetzen versucht, sein Nachfolger Laval, jünger, realistischer denkend, bat eS gar nicht erst dazu kommen lassen, daß dw Entwtcklung über ihn und die erstarrte Außenpolitik Frankreichs hinwegging, eine Entwicklung, die längst in Djc et retten Verständigungsverbandlungen zwischen deusichen und französischen Frontkämpfern gemündet ist. =

Die außenpolitische Bilanz des xsabrc» 1934 ist im Deutschland von dem Gesichtspunkt aus zu ziehen, daß noch im Jahre 1933 das Ausland zum überwiegend großen Teil entschlossen war, der .Lnler-Regwrnng jede aber auch jede Schwierigkeit zu machen., vielfach ohne Rücksicht auf den zunehmenden wirtschaftlichen Zerfall Europas. Da brachte schon Der erste Monat den Abschluß jenes zehnjährigen Vèrständignngsabkommen^ m t Polen, der besonders in Paris wie eine Bombe eun schlug: der Ring um Deutschland war zerbrochen mu uv ausgerechnet an einer Stelle, Die man tu Paris umm als eine der festesten anzusehen sich gewohnt hatte. Polen blkeb dem Wutgeheul der Seinepresse gegenüber »Hl bw ans Herz hinan, betonte dabei eine nnuberwindliche .

Neigung gegen die dauernde französische Vevonnnmung, erhob seinen Gesandten in Berlin wie Deutschland den seinen in Warschau mm Botschafter und lwß mi -ame des Jahres keinen Zweifel darüber, daß sein, ^rhaltnis zu Deutschland seine eigene Angelegenheit sei, basta folgte Die Beendigung des veutsch polnuchen Zollkriege, im März, der W i r i s ch a f t s f r i,c d e

P o 1 e u , die Reise des Reichsministers Dr. G o c b ^b : l nach Warschau und die polnische Kündigung der Minder- beitenverträge (derSchwerthieb des Marschalls Pilsudski", hieß es in Paris) mit gleichzeitiger -ntoii ng der Tatsache, daß dadurch die zwei eitigen Verl, agc, - spielsweise mit Deutschland, in seiner Weise berührt

Dieses Kapitel Polen ist symptomatisch für die außen­politische Entwicklung, von Deutschland aus gcichen Lv war, als hätte eine kräftige galtst ent Loch tn Du cm vaische Mottenkiste gestoßen. D» Wahrheit und due G e fund ung politischen Denkens marschlertcn. Das Internationale Arbeitsamt in Genf mußte W^ daß Deutschland in der erfolgreichen^Bekämpfung dm Arbeitslosigkeit bei weitem an.erster Stelle marschierte. Deutschland seinerseits lehnte in der AbrüstungSfragc ei c diskriminierendeBewährungzeit ebenfo glat ab ni eine Beschränkung seines Heeres auf nur 201) 000 .Jann,

und die Genfer Hetzrede Barthous im Mai hatte keinen anderen Erfolg als eine erneute Bloßstellung Frankreichs. Die Reise Hitlers nach Venedig schlug die direkte per­sönliche Brücke zu Mussolini. Die Königsberger Rede des Stellvertreters des Führers,. H e ß , an die Frontkämpfer aller Länder brachte den Beginn des direkten Gedanken- austausches zwischen den Frontkämpfern beider Länder, gipfelnd in dem Empfang Jean Goys bei Adolf Hitler in Berlin. Die deutsche Ablehnung des famosenOst Paktes" zerschlug das neue Intrigenspiel Frankreichs mit einer dritten Einkreisung. Und schließlich brachte die Festlegung des S a a r a b st i m m u n g s t e r m i n s auch in dieser letzten zwischen Deutschland und Frankreich stehenden territorialen Frage die einzig mögliche Gewiß heit: die französische Einmarschdrohung, schon vom deut­schen Entrüstungssturm erstickt, wurde durch einen ener­gischen englischen Dämpfer vollends um jede Wirkung ge­bracht. Die römische Einigung über die Saargruben trug bereits den Stempel der Resignation Frankreichs.

Diese hier in ganz groben Umrissen gezeichnete Kette von Ereignissen zeigt die starke Aktivität Der deutschen Außenpolitik unter Hitler einerseits und Die allmähliche Wandlung Der Haltung des Auslandes gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland andererseits. An diesen 'èiden Tatsachen ändert weder Die Vergewaltigung Der Prager Deutschen Universität durch Die Tschechen etwas- ,Das war kein Heldenstück, Ottavio!", noch Die Zerstücke­lung des Memelstatuts durch Die litauische Gewaltherr- schast, der gegenüber die zweimalige Demarche Englands, Frankreichs und Italiens in Kowno zusammen mit der

Unser Ziel heißt Deutschland

Letzte Avk-enmgea vor der Abstimmung.

In der Sitzung des Saar-Landesrates.

In der letzten Sitzung des saarländischen Landes­rates vor der Abstimmung lehnte die Deutsche Front durch den Abgeordneten Martin zunächst die Verordnung der Regierungskonimission über die Fortsetzung der Woh­nungszwangswirtschaft ab. Martin ging dann auf den B r 11 ch d e s Weih n a ch t s b tt rgfriede n s d u r ch die Separatisten ein und gab eine Erklärung ab, in Der er zunächst das Bedauern ausdrückte, daß der Prozeß gegen Die Führer der Deutschen Front vertagt worden sei, so daß es unmöglich gemacht werde, Die in der Denkschrift niedergelegten Tatsachen gerichtlich zu beweisen. Die Erklärung erinnerte auch an das angebliche Attentat aus den Emigrantenkonimissar Machts, für das

ein Saarländer seit fünf Monaten in Unter­suchungshaft sitzt, ohne daß bisher von einem Verfahren die Rede sei. Bedauerlich sei, daß das fremde Militär gleich zu B c - schlagnah m ungen geschritten . sei, und daß es wichtige Gebäude in Besitz genommen habe.

Jetzt aber müsse verlangt werden, daß endlich die Emigranten aus der Polizei entfernt werden. Durch ihre Pflichtverletzungen hätten sie das Volk genügend beleidigt und gereizt, und die fremden Truppen würden sicher nicht stolz darauf sein, daß vor und hinter ihnen bei ihrem Einmarsch saarlândifchc Polizeiübcrfallkommandos gefahren seien, die dem Befehl eines Mannes unterstanden hätten, der sich bis heute noch nicht von dem schweren Vorwurf der Feigheit vor dem Feind gereinigt habe. Es müsse ferner verlangt werden, daß nunmehr endlich den RichtabstimmungSberechtigten verboten werde, sich aktiv im Saarkampf zu betätigen.

Die Erklärung geht dann auf das Flaggen- verbot ein, das die Regierungskemmission ausgerechnet am Tage vor dem Weihnachtsfrieden habe in Kraft treten lassen. Diese Verordnung sei in Wirklichkeit eine un­geheure Verletzung der Neutralität, da sie verhindern solle, daß das Volk auch nach außen hin seine Meinung zum Ausdruck bringe. Außerdem sei dieses Verbot ungültig, weil vor seinem Erlaß

der Landesrat nicht gehört worden sei. Genau so verhalte es sich mit dem Verbot ver P l a k a t i e r u n g. Auch gegen die Art der Stimmen- zählung und Die verspätete Bekanntgabe des A b - st i m m u n g s e r g e b n i s f e s müsse protestiert werden.

Ausführlich behandelte die Erklärung die Frage der angeblichen Möglichkeit einer zweiten Abstimmung im Saargebiel. Die Erklärung erinnert an die 14 Punkte von Wilson und die

zahlreichen nicht eingchaltenen Versprechungen des Versailler Vertrages.

,Wir im Saargebiel gehören zu den Opfern dieser ge­brochenen Versprechungen. Hinter der schönen Zusage einer zweiten Abstimmung, bei der durchaus nicht nur von der Rückkehr allein zu Deutschland die Rede wäre, lauert nämlich der f r a n z ö s i s ch e Imperialismus."

^ie Erklärung weist dann auf E u p e n u n d M a l - mebu hin, wo Die versprochene freie Abstimmung mit Billiaung der Mächte des Völkerbundes zu einer Farce aestaltci worden sei. Auch D a n z i g und derKorridor seien ohne Abstimmung von Deutschland losgerissen , worden und das unglückliche M e m e l g e b i e t habe das gliche Schicksal erduldet.Bereits in der allerersten

Feststellung schwerster Rechtsbrüche Litauens durch das Juristenkomitee der Memelgaranten so wirkungslos wie blamabel für diese drei Staaten blieb.

Im gleichen Zeitraum des Jahres 1934 verzeichnete, um nur einige wenige Beispiele herauszugreifen, Frank­reich einen Finanzskandal nach dem anderen, den Sturz von nicht weniger als drei Kabinetten, wiederholte Revoltest mit Dutzenden von Toten und Hunderten von Verwundeten, den blutigen Tag von Marseille mit der Ermordung des Königs Alexander von Südslawien und dem gewaltsamen Ende Barthous, die den schweren süd­slawisch-ungarischen Konflikt im Gefolge hatten. Öster­reich erlebte ein Jahr beispiellosen Terrors, der zu den beiden Ausbrüchen der Februarrevolte und des Juliauf- standès mit dem Tode des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß führte. Rußland steht im Zeichen schwerer innerer Er­schütterungen, aufgezcigt an der Ermordung Kirows, an der Meuterei der Moskauer GPU., an Massenerschießun­gen, wachsender Lebensmittelnot usw., ganz zu schweigen von der ständigen Gefahr an seinen fernöstlichen Grenzen.

Es hat keinen Zweck, die Auszählung weiterzuführen. Inmitten eines in schweren wirtschaftlichen und politischen Kämpfen stehenden Europa geht Deutschland ruhig und unbeirrbar seinen Weg der Ordnung, friedlicher Aufbau­arbeit, innerer und äußerer Erstarkung. Es ist das D e u t s ch l a n d A d o l f H i t l e r s , das Deutschland des Rationalsozialismus. Und Dabei sind noch nicht einmal volle zwei der vier Jahre vorbei, die der Führer als erste Aufbaufrist für sich und seine Arbeit verlangt hat! Die Geschicke Europas sind ohne das noch vor zwei Jahren völlig ohnmächtige Deutschland nicht mehr ju meistern, erst vor wenigen Tagen mußte selbst Laval es zugeben. Ruhig und stolz geht Deutschland ins Jahr 1935

P. A. R.

Silling oes Landesräls im Jahre 1922 haben oie Parteien der heutigen Deutschen Front und mit ihnen die Sozial- -em-kraten und die Kommunisten einmütig erklärt, daß das Säargebict

unter allen Umständen zum Deutschen Reich zurück- kehren müsse.

lind diese Forderung besteht auch heute. Wir legen Wert darauf, in der letzten Sitzung des Landesrates vor der Ab­stimmung, deren Ergebnis alle Hoffnungen der Separa­tisten und Emigranten mit elementarer Wucht zerschlagen wird, nochmals vor aller Welt das Zeugnis abzulegen, daß es nach sechzehnjährigem Kampf für das deutsche Saarvolk und für uns keine andere Lösung der Saarsrage gibt als die r e st l o s e Rückkehr unserer deutschen Saar- beinmt zum geliebten deutschen Vaterland."

Die Deutsche Front verläßt die Sitzung.

Aus die Mitteilung der Deutschen Front, sie müsse sich nach Prüfung der Rechtslage auf den Standpunkt stellen, daß das F l a g g e n v e r b o t ungültig sei, weil vor Erlaß des Verbots der Landesrat nicht gehört worden sei, antwortete ein Regierungsvertreter mit einem Hinweis auf § 34 des Saarstatuts, der für Maßnahmen im Zu- sammenhang mit der Abstimmung eine Anhörung des Landesrates nicht vorsehe. Im Anschluß hieran der- ließen die MitgliederderDeutschenFront den Sitzungssaal, um die Separatisten und Rück­gliederungsgegner alleinzulassen.

Waren schon die verschiedentlichen Versuche, die wuch- tigen Ausführungen und scharfen Proteste der Deutschen Front durch vereinzelte Zwischenrufe abzuschwächen und in ihrer Wirkung zu erschüttern, kläglich gescheitert, so wußten diese Diskussionsredner auch später, als sie zu Wort kamen, nichts anderes, als ihre alten Märchen vom Terror vorzubringen oder sich in gehässigen persönlichen Angriffen zu gefallen. Als ein Sprecher der sogenannten Einheitsfront sich bis zu der BeleidigungGesindel" ver-, stieg, wurde ihm vom Präsidenten des Landesrats das W o r t c n t z o g c n. Die Sitzung wurde dann geschloffen.

^^J©^

Die Haustürplalettc für Januar 1935.

Für den Monat Januar gibt das Winterhilfstverk diese Haustürsüakette heraus.