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Nr. 8 — 12. Jahrgang
Fulda, Donnerstag, 10. Januar 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Weg frei zur Verständigung!
Bürckel vor der Presse.
Der Saarbevollmâchtiate des Reichskanzlers, Gauleiter Bürckel, hielt am Mittwochabend in Kaiserslautern eine grundlegende Rede über die Saarfrage. Die Rede, die vor Vertretern der in- und ausländischen Presse gehalten wurde, und das Thema: „Am 13. I a - nuarr Dcn Weg frei zur Verständigung!" hatte, wurde aus alle deutschen Sender übertragen. Der Redner führte u. a. folgendes aus:
Der Versailler Vertrag sagt zum Saarländer: Wenn du willst, kannst du Franzose werden! Deutschland aber, und zuallererst das deutsche Saarvolk selbst, betonte von Anfang an, daß dieser Versailler Vertrag ein Unrecht ist. denn
das Volk an der Saar ist deutsch und war noch nie etwas anderes als deutsch.
Diese deutsche These lautet: Franzose, Deutscher, Engländer ist nicht der, der es sein will, sondern jener, der durch das Gesetz des Blutes, durch Geburt und Geschichte dazu b e st i m m t ist.
Zwischen die angeführten beiden Thesen, also zwischen die französische, nach welcher eine Willenskundgebung genügt, um Glied einer anderen Nation zu werden, und zwischen die deutsche, nach welcher die innere Zugehörigkeit zum angestammten Volkstum entscheidet, schob man noch eine dritte Lösung ein: das Kompromiß des Statu» q u o!
Die Franzosen haben von vornherein durch ihre ganzen Maßnahmen unzweideutig erkennen lassen, daß das Saargebiet rcifgcmacht werden sollte für eine Entscheidung für Frankreich.
Sie große Entscheidungsstunde
« für den Marxismus.
Der historische Augenblick tvar gekommen, in dem der Marxismus bekennen mußte, ob er wirklich nationalpolitische Qualitäten hat oder ob er sich lediglich inte r n a t i o n a l gebunden fühlt. Die Entscheidung des offiziellen Marxismus lautet nun: Partei gegen Volk.
Es gibt unter den Marristen Gott sei Dank genug brave Menschen, bei denen die Stimme des Blutes immer noch stärker ist als der Überzeugungslon des marxistischen Funktionärs, und die vor allem das Vaterland als naturgegebenen Wert stärker im Herzen tragen, als es dem Marxismus angenehm ist. Wenn diese deutschen Menschen vor die letzte Abstimmungfrage, Vaterland oder Verrat, gestellt werden, wird ihre Entscheidung klar sein. Diesen Menschen muß der Marxismus, wenn er sie als Mitglieder seiner Parteien sich erhält« n will, eine Beruhigungspille, ein Betäubungsmittel geben. Er greift zur getarnten Lösung des Status quo.
Das Trugbild der zweiten Abstimmung.
Bei den Verhandlungen des Dreier-Ausschusses im Rom ist mit aller Deutlichkeit anerkannt worden, daß
eine zweite Abstimmung nicht in Frage kommt.
Der Völkerbundsrat konnte nicht anders handeln. Allerdings hat der Völkerbund theoretisch die Möglichkeit einer späteren zweiten Abstimmung erörtert. Man hat dabei die Auffassung vertreten, daß im Falle einer Status quo-
Ein geteiltes Saargebiet lebensunfähig.
Da das unverantwortliche Gerede der Emigranten und Separatisten bei manchen gewisse Zweifel ausgelöst hat, hatte ich es für meine Pflicht, die deutsche Auf- fassung für das künftige politische Schicksal des Saargebiets mit aller Klarheit zu umschreiben.
Tic Rechtslage ist eindeutig. Die Bolksabstimmung macht die Zugehörigkeit des Saargebiets von der Mchr- hcitscntschcidung der Saargebietsbcwohncr abhängig. Deutschland hat den Versailler Vertrag in seiner tiefsten Not und Schmach angenommen, und der Führer hat trotz allem ausdrücklich erklärt, daß er den Volksentscheid anerkenne. Damit ist die Bahn für eine rechtmäßige Entscheidung über die künftige staatliche Zugehörigkeit des Saargebiets frei, und der Völkerbundsrat ist kraft zwingenden Rechts verpflichtet, das Abstimmnngs- ergebnis entsprechend zu werten. Entscheidet sich mit hin die Mehrheit der abstimmungsberechtigten Saarländer für eine der drei im Saarstatut vorgesehenen Abstimmungsmöglichkeiten, so hat der Völkerbundsrat diese Entscheidung in Vollzug zu setzen.
Eine Teilung des Saargebiets wäre theoretisch nur dann denkbar, wenn eine Reihe z u s a m tu c n- hängender Abstimmungsbezirke, die in ihrer Gesamtheit ein lebensfähiges Staatsgebilde ausmachten, sich für eine anbere Frage als die übrigen Stimmbezirke, und zwar mit absoluter Mehrheit, entscheiden wurde. Tatsächlich kann aber dieser Fall u i e m a l s cintrctcn, weil es bei der gegebenen Lage ausgeschlossen ist, daß der Status quo auch nur in einem einzigen MstimmungS- bezirk die Stimmenmehrheit erhält. Außerdem: das Saargebiet für sich schon ist kein lebensfähiges ^taats-
Losung die Souveränität endgültig auf den Völkerbundsrat übergeht.
Nun wird allerdings von den Gegnern geltend gemacht, daß die Staatsmänner Litwinow, Benesch und Laval ihre grundsätzliche Bereitschaft für einen solchen künftigen Verzicht auf die Souveränität bereits ausgesprochen hätten. Es soll nicht bestritten werden, daß die genannten Staatsmänner für ihre Person eine für die Saarbevölkerung wohlwollende Behandlung der Verzichtsfrage zu gesagt haben, aber: ein Beschluß des Völkerbundsrats liegt nicht vor.
Der Status quo und feine Lebensdauer hängen also nicht ab vom Wollen des Saarvolkes, sondern vom Wollen fremder Regierungen, vom politischen Geschehen Deutschlands, von beherrschenden Weltanschauungen, von der Stellungnahme anderer Mächte zu Deutschland.
Niemals wird das Saarvolk, das deutsche Saarvolk, sein Schicksal freiwillig in die Hände fremder Männer und Regierungen legen.
Ich stelle diese Gedanken heraus, weil ich gleichzeitig darauf hinweisen muß, daß eine Verständigung und ein wahrer Friede nur daun möglich ist, wenn Völker und Staaten in ihrem Bestand stabil sind. Hier darf ich ein
ernstes Wort an die Adresse Frankreichs richten. Ich tue es, weil ich mit dem Führer meines Volkes ehrlich die Verständigung will, weil ich aber auch weiß, daß zur Erreichung dieses Zieles über gewisse Dinge aufrichtig und grundsätzlich gesprochen werden muß. Der 13. Januar sieht drei Abstimmungsfragen vor. Hier interessiert nur die Frage: Beibehaltung des bisherigen Zustandes. Mit der Einschaltung dieser Frage hat der Versailler Vertrag die Möglichkeit für eine auro- nomistische Bewegung im "Saargebiet schaffen wollen. Für eine separatistische Bewegung, die aus innerpolitischen Ressentiments eine Trennung des Saargebiets von Deutschland und dann vom Saargebiet aus die innerpolitische Stellung der deutschen Regierung aufrollen möchte, ist nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages kein Raum.
Die Bekämpfung einer solchen staatsgcsährlichen und die europäische Sicherheit bedrohenden innerpolitischen Bewegung ist einzig und allein Sache Deutschlands. Die Begünstigung einer solchen Bewegung durch eine fremde Macht muß sich als eine feindselige Handlung gegen Deutschland darstellen, und deshalb empfinden wir Deutsche es schmerzlich, daß die gesamte offizielle und inoffizielle französische Propaganda im Saargebiet aus eine Zusammenarbeit mit der regierungsfeindlichen deutschen Opposition gerichtet war.
Die Franzosen haben nahezu 14 Jahre die Französi- sierung, also eine Abstimmung für Frankreich, mit allen Mitteln und mit allerlei Methoden propagiert. Plötzlich änderte sich die Taktik und sie erklärten sich für den Status quo. Die Vertreter Frankreichs an der Saar, insbesondere die französische Bergwerksverwaltung, verbündeten sich mit jenen, die sich gegen Charakter und Vaterland entschieden hatten.
gebtibe, geschweige denn, daß ein Teil dieses Gebietes lebensfähig wäre.
Mit gleichem Recht, oder besser gesagt, mit dem gleichen Unrecht dieser Rechenkünstler müßte man die illnerpolitischen Oppositionszahlen der verschiedenen Staaten der Welt zur Grundlage einer Abtrennung von Landesteilen aller Staaten machen.
Der Status quo ist gewiß keine Etappe zur Liquida tion. Jeue, die ihn wollen, sind Gegnerderd e u t s ch französischen V e r st ü n d i g u n g. Gerade des halb müssen die Konfliktstoffe schonungslos aufgedeckt werden, damit man sie endlich beseitigen kann. Und darum das Folgende: Der o ft f ranzösische Straß bürg e r Sender hat sich zum offiziellen Sprachrohr des Status quo erklärt. Er hetzt täglich gegen die Deutsche Front und gegen Deutschland mit dem Ziele der Propagierung des Status quo. Die französische B e r g - w c r k s d i r c k tion besticht mit unerhörten Francbeträgen käufliche Subjekte, sie finanziert die Status-quo^efeblätter mit französischen Geldern, sie unterhält ein ausgedehntes Tpiyelsvstem gegen alles, was deutsch ist. Auf der anderen Seite fungieren deutsche Spitzel für französisches Geld, liefern die eigenen Arbeitskameraden aus Messer, Hetzen zum Krieg gegen Deutschland, beschuldigen es des Mordes von Marseille, reden von deutschen Führern als von Gangstern unb schreiben um dreißig Silberlinge gegen Gott und die Welt, rufen zum Boykott auf, und das alles nennt dann der Straßburger Sender den Status quo, die urdeuische Angelegenheit!
Nehmen wir an, der Status quo würde siegen. Wie würde dann in diesem Status quo dieses Christentum von
den sogenannten christlichen Separatisten etabliert werden können? Träger des Status quo ist die marxistische Einheitsfront. Die Saarregierung würde also von den Leuten maßgebend geführt, die sich Kommunisten und Marxisten nennen.
Wenn ich demgegenüber gefragt werde:
„Was ist Christentum im neuen Deutschland?" dann müßte ich antworten: Christlich ist es, anzuerkennen, daß Gott die Gesetze nicht dafür geschaffen bat, damit sie von politischen Geschäftemachern umgefälscht und mißbraucht werden. Christlich ist es, dem Verrat, der sich mit Christentum maskiert, die Maske herunterzureißen, damit das Christentum keinen Schaden erleidet. C h r i st l i ch ist, wenn Protestanten und Katholiken, weil sie ein und denselben Herrgott haben, sich die Hand reichen, um auch ein und demselben Vaterland zu dienen.
Sie fragen mich in diesen Tagen: Ist es richtig, was Herr Matz Braun schreibt, daß sofort nach der Rückgliederung ein Konzentrationslager in Neunkirchen errichtet würde? Meine Herren, diesen Gefallen werden wir den Emigranten nicht tun.
Andere fragen mich: Ist es richtig, daß nach dem 13. Januar ein Kulturkampf in Deutschland ausbricht? Wir führen in Deutschland keinen Kulturkampf, weil es die Separatisten an der Saar voraussagen. Wir führen keinen Kulturkampf, weil ibn die Separatisten an der Saar wünschen, und wir führen erst recht keinen Kulturkampf, weil wir die Überzeugung haben, daß die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat und das sich gegenseitige Verträgen unter den Konfessionen ein höchstes Gebot der Religion überhaupt ist.
Tausendfach sind die Lügen, die in den letzten zwei Jahren über Deutschland verbreitet wurden. Heute lesen Sie, wir leiden unter Rohstoffmangel. — Geben Sie durch diese Stadt, geben Sie in jede Stadt in Deutschland und suchen Sie den Rohstoffmangel.
Ein deutsches Saarland Bollwerk des Friedens
Meine Herren von der ausländischen Presse! Sie selbst waren vielleicht Zeuge, wie am letzten Sonntag in der Kundgebung der Freiheitsfront Herr Braun unseren Führer maßlos beschimpfte und der Kommunist Pfordt in der gleichen unerhörten Weise wieder mit Schmutz um sich warf. Glaubt etwa ein anständiger Mensch, daß ein solcher Zustand eine Garantie des Friedens wäre? Wenn man den Frieden will, dann kann man nicht diese Henker des Friedens an der gefährlichsten Stelle zwischen zwei Vollern sich einnisten lassen.
Wer den Frieden will, muß sich entschließen, den Störenfried dorthin zu setzen, wo er den beiderseitigen Frieden nicht mehr stören kann.
Ten Arbeiter ließ man früher immer wieder glauben, daß das übrige Volk ihm nicht die gültige Anerkennung seiner Ebre zukommen lasse. Und so bat man den Haß in ihm erweck:. Heute bat nch dieser unsitttlche Zustand geändert. Der Arbeiter ist für uns d e r Ebrenmann, weil das Won Ebre nicht zuletzt an Leistung für die Gesamtheit gebunden ist.
Teutsche Männer und Frauen! Der 13. Januar wird dem Gesetz des Friedens praktische Anwendungs- Möglichkeit geben. So soll es an diesem Lag nicht zwischen Deutschland und Frankreich im -sinne rechtlicher Auseinandersetzung Sieger und Besiegte geben. Waffenträger in diesem Kampf ist deutsches Botts- tum. Als Besiegter muß einzig und allein der ^crrct am Boden liegen. Eine kranke alte Frau, die lieb in das Abstimmungslokal schleppte, gab ihre stimme ab und sagte: „Ich bin d c u t s ch g c b o r e n und wer de deutsch sterben!" Tic abgegebene Stimme aber wurde, weil dieses Bekenntnis eine Demonstration für Deutschland darstellte, für ungültig erklärt. Der Ausspruch dieser Frau aber tuirb historisch bleiben.
Die Welt soll cs wissen: Am historischen 13. Januar wird das tapfere Saarvoll der Wcltgc;chlchlc den Triumph des deutschen Charakters präsentieren. Tas Saarvolk marschiert.
Tic Grcnzpsähle stürzen. Deutschland reißt das Tor aus. Sein Führer schlägt ein: Es lebe der Friede!
Wieder drei Eintopfgerichte in den Gaststätten.
Der vierte Eintopffonntag im Rahmen des Winterhilsswerks 1934'35 steht vor der Tür. Wie die Hausfrauen immer wieder neue Gerichte am Einiopfsonn- tag auf den Tisch zu bringen wissen, so warten auch die Gaststätten jedesmal mit einer anderen Speisenkarte auf. Am kommenden Sonntag gibt es Graupensuppe mit Fleischeinlage, Gcmüjetopf mit oder ohne Fleisch, so daß auch die Vegetarier auf ihre Kosten kommen, unb als drittes Gericht Bouillonkartoficln zur Abwechslung mit schmackhaften Fleischklößchen.