Zul-aer Anzeiger
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Nr. 12 — 12. Jahrgang
Fulda, Dienstag, 15. Januar 1935
Einzelverkaufspreis II Pfg.
Heimgekehrt!
Deutschland siegt im Saargebiet mit überwältigender Mehrheit.
8 e n f, 15. Januar 1935. (Funkmeldung). Kurz nach 8 Uhr wurden hier die offiziellen Endziffern der Saarabstimmung bekannt: Bon zus. 539541 Abstimmungsberechtigten haben 528005 abgestimmt, darunter
477119 fiir Deutschland, 46 513 für den Status quo und 2124 für Frankreich. 2249 Stimmen waren ungültig.
(Obiges Gesamtergebnis ist nach einer neueren Meldung der Extrablattmeldung von heute früh gegenüber geändert.)
Gauleiter Bürckel an den Führer:
Neustadt, Ib. Jan. (Funkmeldung.) Im Anschluß an . Berle,ung des Abstimmungsergebnisses im Saargeoiet richtete Gauleiter Josef Bürckel von Neustadt aus folgende Ansprache an den Führer:
. Mein Führer! Wir stehen alle im Banne des welthistorischen Augenblicks, da ein Volk seine eigene Sprache spricht. 428 000 Deutsche haben ihre gültige Stimme in die Waagschale der Geschichte gelegt. Davon haben sich 90,5 Prozent Miller gültigen Stimmen zu ihrem Vaterlande bekannt. So ist diese Sprache ehern und eindeutig, weil sie das Echo des Gesetzgebers selbst ist.
Die Welt mag sie verstehen, diese Sprache in ihrer Klarheit und Eindringlichkeit. Sie hallt über die Grenzen und möchte einem
tausendjährigen Kampf als endgültig beendet erklären und aller Welt verkünden: Der Rhein ist Deutschlands Strom und nicht Deutschlands Grenze!
Zwei Nachbarreiche aber wollen zur Ruhe kommen, um in Ehren dem Frieden der Welt zu dienen.
Mein Führer! In tiefster Ergriffenheit darf ich die Deutschen von der Saar an den Altar unserer Einheit und Schicksalsgemeinschaft führen. Dieses Volk hat die deutsche Prüfung bestanden, und damit zugleich ein Bekenntnis abgelegt zum neuen Deutschland der Kraft, der Treue und der Ehre! Dieses Bekenntnis ist geadelt durch die Jahre nationaler, seelischer und wirtschaftlicher Not. Dazu versuchte internationaler politischer Hatz alles Undeutsche zu organi
Des Führers Dank und Gruß !
Deutsche! Ein langer Kampf geht seinem Ende entgegen! Was man Hunderttausenden von Volksgenosien an der Saar in dieser Zeit zugefügt hat, war das Leid der deutschen Nation! Die Freude über die Rückkehr uuse - rerVolksgenossenist dieFreude desganzen D e u t s ch e n R e i ch e s. Das Schicksal hat es gewollt, daß nicht überlegene Vernunft diesen eben so sinnlosen wie trau« rillen Zustand beendete, sondern der Buchstabe eines Ver- krages, der der Welt den Frieden zu bringen versprach und doch nur endloses Leid und ununterbrochene Zerwürfnis im Gefolge hatte. Umso größer ist unser Stolz, daß nach 15$ jähriger Vergewaltigung dieStimmedesBlutesam
13. Januar 1935 in ihr machtvolles Bekenntnis ausbrach!
Wir wißen es alle, meine lieben Volksgenossen und Genossinnen von der Saar: Wenn heute in seligen Stunden im ganzen Deutschen Reich die Glocken läuten werden, um dadurch äußerlich die uns erfüllende stolze Freude zu bekunden, dann verdanken wir dies euch Deutschen an der Saar, eurer durch nichts zu erschütternden Treue,eurer Opfergeduld und Beharrlichkeit, genau so wie eurer Tapferkeit. Weder Gewalt noch Verführung hat euch wankend gemacht im Bekenntnis, daß ihr Deutsche seid, wie ihr c« stete gewesen und ihr alle es stets sein und bleiben werdet! So spreche ich ich euch Lern ttfs hoe; kEt-Hp- ALM JW« mS h® AeiHos
sieren gegen das eigene Vaterland. Das Volk blieb stark und voll Inbrunst und Liebe bei Volk und Heimat. Erschütternd sind die Zeugnisse deutscher Treue vom 13. Januar. Eine Frau sank in einem Wahllokal tot zusammen. Sie durfte sich zu ihrem Deutschland bekennen. Dieses Glück brach ihr das Herz. Eine andere Mutter starb vor Erregung noch bevor sie die Wahlzelle erreichte. Ein 92jäh- riger marschierte 18 km weit auf vereister Straße, um seine deutsche Pflicht zu erfüllen. Ein nahezu 80jähriger lehnte es ab, sich zur Wahlurne fahren zu lassen und sagte: „Ich habe beim Gavdegrenadier-Regiment Nr. 1 gedient." Er wollte zu Fuß dabei sein, wenn die abgesprengte Kompagnie „Saar" sich durchschlägt züm Heimatregiment „Deutschland". Aus China kommt eine saardeutsche Mutter. Sie ist 16 Tage unterwegs aus Sibirien, wo ihr Zug zwei Tage in Schnee und Eis stecken bleibt. Sie will heim und dabei sein, wenn ihre Heimat der Welt die Frage nach dem deutschen Charakter beantwortet. In einem kleinen Ort bei Saarbrücken ringen zwei Menschen mit dem Tode. Das Herz wäre ihnen gebrochen, hätte man sie nicht aus der Tragbahre an die Wahlurne gebracht, wo sie unter Tränen — vielleicht ihre letzte Pflicht erfüllten! Einem alten Mütterchen fällt bei der Uebergabe des Stimmscheines dieser aus den zitternden Händen. Der Vorsitzende erklärt die Stimme für ungültig. Das Mütterchen aber erklärt schmerzlich weinend, daß sie im Kriege zwei Söhne verloren habe u. nun noch u"' die Stimme komme, die doch diesen beiden gehöre. Das 'N in Führer, sind die von der Saar! Ihre Sehnsucht ist r^ Aschland! Ihr Glauben ist Deutschland! Ihre Treue Deutschland! Adolf Hitler, sei Du ihr Schirmherr! Denn Du bist ja Deutschland! Unser Deutschland! — Dann sprach der Führer:
Kanzler im Namen aller Deutschen, deren Sprecher ich in diesem Augenblicke bin, den Dank der Nation aus und versichere euch des Glückes, das uns in dieser Stunde bewegt, da ihr nun wieder bei uns sein werdet als Söhne unseres Volkes und Bürger des neuen Deutschen Reiches.
Es ist ein stolzes Gefühl, von der Vorsehung zum Repräsentanten einer Nation bestimmt zu sein. In diesen Tagen und in den kommenden LLochen, da seid ihr, meine Deutsche von der Saar, die Repräsentanten d e s d e u t s ch e n Volkes und des Deutschen Reiches. Ich weiß, ihr werdet so wie in der Vergangenheit unter den schwersten Uniständen auch in den nun kommenden Wochen glücklichster Siegesfreude nicht vergeßen, daß es der heißeste Wunsch mancher märe, noch nachträglich an eurer Rückkehr in die große Heimat einen Makel feststellen zu können.
Haltet daher auch jetzt höchste Disziplin!
Das deutsche Volk wird euch dafür um so mehr danken, als durch euer Ginstehen eine der am schwersten tragbaren Spannungen in Europa beseitigt wird. Denn wir alle wollen in diesem Akt des 13. Januar einen ersten und entscheidenden Schritt sehen auf d e m Wege einer allmählichen Aussöhnung jener, die vor 20 Jahren durch Verhängnis und inenschliche Unzulänglichkeiten in den furchtbaren und unfruchtbarsten Kampf aller Zeiten getaumelt sind. Eure Entscheidung, deutsche Volksgenossen von der Saar, gibt mir heute die Möglichkeit, als t«fc-M opfsrvQllcn gpkchichtAchcs. Beitrag A ^ fq «^
wendigen Befriedung Europas die Erklärung abzugeben, daß nach dem Vollzug eurer Rückkehr das Deutsche Reich keine territorialen Forde- rungenanFrankreichmehrftellenwird! Ich glaube, daß wir damit auch den Mächten gegenüber unsere Anerkennung ausdrücken, für die im Verein mit Frankreich und uns getroffene loyale Ansetzung dieser Wahl und ihre im weiteren Verlauf ermöglichte Durchführung. Unser aller Wunsch ist es, daß dieses deutsche Ende eines so traurigen Unrechts zu einer höheren Befriedungdereuro- päischen Menschheit beitragen möge. Denn: So groß und unbedingt unsere Entschlossenheit ist, Deutschland die Gleichberechtigung zu erringen und zu sichern, so sehr sind wir gewillt uns dann nicht jenen Aufgaben zu entziehen, die zur Herstellung ein er wahrhaften Solidarität den Nationen gegenüber den heutigen Gefahren und Nöten erforderlich sind. Ihr, meine deutschen Volksgenosien von der Saar, habt wesentlich dazu beigetragen, die Erkenntnis über die unlösliche Gemeinschaft unseres Volkes und damit über den inneren und äußeren Wert der deutschen Nation und des heutigen Reiches zu vertiefen.
Deutschland dankt euch hierfür aus Millionen übervoller Herzen!
Seid gegrüßt in unserer gemeinsamen teuren Heimat, in unserem einigen Deutschen Reich!
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Berlin, 15. Jan. (Funkmeldung.) Nach der Rede des Führers sprach Reichsminister Dr. Goebbels im deutschen Rundfunk. Er führte aus:
Deutsches Volk! Die Entscheidung ist gefallen. Unsere deutschen Brüder und Schwestern haben in den Städten und Dörfern des Saargebietes mit dem Stimmzettel unsere deutsche Heimat verteidigt. Sie sind Pioniere deutscher Treue und deutschen Volkstums gewesen. Männer und Frauen aller Stände und Berufe haben vor der ganzen 313elt besannt: Dieses Land ist deutsch, und deutsch soll es ewig bleiben! Wir antworten ihnen: So wie ihr uns die Treue gehalten habt, so werden wir zu euch in Treue und brüderlicher Verbundenheit stehen. Ein löjähriger Kampf um deutsches Land hat damit seinen glorreichen und sieg- haften Abschluß gefunden. Das Reich öffnet weit seine Tore, um das Saarvolk zurück zum Mutterlande zu holen. Bewegt erheben wir unsere Herzen zu Gott, der unserem Kampfe um deutsches Land so sichtbar seinen Segen gegeben hat. Aus Not und Bedrückung und Opferbereirschaft ist die Volksgemeinschaft und nationale Solidarität geboren worden, den Deutschen aller Zeiten eine große Erinnerung und feierliche Mahnung.
Flaggen heraus!
Aus Anlaß des überwältigenden Saarsieges hat der Reichs- u. preuß. Innenminister folgendes angeordnet: Am Dienstag 15. Januar, flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden und der Körperschaften des öffentlichen Rechts, sowie die öffentlichen Schulen. Diese Anordnung gebe ich hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekannt, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt.
Ich gebe ferner davon Kenntnis, daß die Leitung der evangelischen Kirche, sowie die zuständigen Stellen der ka- tholischeu Kirche iw Deutschen Rich veranlaßt haben, daß am Dienstag, 15. Januar von 12—1 Ahr mittags. die Glocken sämtlicher Kirchen läuten. Der Reichsminister für V^ckÄLEiruAZ usd P^p^SL^r ftredükt drs 303& i^-