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MSE Anzeiger

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Nr. 13 12. Jahrgang

Fulda, Mittwoch, 16. Januar 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die Saar gehört zu Deutschland!

Der Bericht de; Dreierau;fchusse; fordert Wiedervereinigung mit Deutschland.

Genf, 16. Januar.

. Der Dreierausfchuß wird dem Völkerbundsrai Mittwoch nachmittag in aller Form die Wiederver­einigung der Saar mit dem Deutschen Reick Vorschlägen. Dieser Antrag ist im Bericht des Dreieraus- schusses enthalten. Dagegen scheint es nunmehr festzu- stehen, daß die Festsetzung des Zeitpunktes sm die Rückkehr der Saar, ebenso wie die Regelung vers-bie- dener anderer, mit der Rückgliederung verbundener Fra­gen, erst auf einer späteren Völkerbundsratssitzum stattfinden soll. Es besteht kein Zweifel, daß der Völkel bnndsrat den Vorschlag seines Dreierausschusses autheißer wrrd. D

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Kilt:Rückgliederung des Saargebietes in kürzester Irifi."

Große Arbeitsbeschaffungsaktion wird dnrchgeführt.

Nach Bekanntgabe des Resultats der Saarabstim­mung gewährte der Reichs- und preußische Minister des Innern, Dr. Frick, dem Chefkorrespondenten der Associated Preß of America". Louis P. Lochner, eine Unterredung, in der er wie die NSK. meldet eine Reihe an ihn gestellte Fragen beantwortete.

Die Rückgliederung des Saargebietcs könne die Rcrchsregiernng in kürzester Frist bewerkstelligen. Die vorgesehene Mindestfrist von einem Monat werde genügen.

Seitens der Deutschen Front sei alle Vorsorge getroffen worden, um Zwischenfälle nach der Wahl so gut wie un­möglich zu machen. Überdies sei jegliche Betätigung der SA., SS. und anderer Gliederungen der NSDAP. in einem Umkreis von 40 Kilometer strengstens» verboten.

Die deutsche Reichsregicrung, so beantwortete der Minister eine weitere Frage, sei der Auffassung, daß sich Frankreich durchaus loval verhalten und der Rück­gliederung des Saargebietcs keinerlei Schwierigkeiten machen werde. Die in dem Abkommen von Rom festge- legte Zahlungsform zum Rückkauf der Gruben macht dem Deutschen Reich devilenmäßig keine Schwierig­keiten. Nach dem Hinweis, daß niemand im Saargebiet Verfolgungen oder Schlechterstcllung wegen seiner Hal­tung im Abstimmungskampf zu gewärtigen habe, erklärte der Minister, die Reichsregiernng werde

einen großzügigen Arbeitsbeschaffungsplan sofort nach

der Rückgliederung des Saargebietcs durchführen

und es als eine ihrer vornehmsten Verpflichtungen an­sehen, die im Saargebiet herrschende Erwerbslosigkeit zu beseitigen. Die D e u t s ch e F r o n t, so beantwortete Minister Frick eine weitere Frage, werde nicht als Ganzes in die NSDAP, übernommen werden. Jeder Saardeutsche werde für seine Person in die NSDAP, oder ihre Gliede­rungen eintreten und sein Eintrittsgesnch frei und unge­zwungen abgeben können.

Abschließend erklärte der Minister, das Saargebict werde zunächst cingeschlossenerVerwaltungs- bezirk bleiben und im Zuge der Reichsreform einem der neuen Reichsgaue eingeglicdert werden.

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Das Saarland feiert

Lichtfest in Saarbrücken. Ansprache des Gesandte» von Papen.

Saarbrücken, 16. Januar.

Das Saarland feierte am Dienstag ein Licht- uni Fahnenfest von unerhörtem Ausmaß. Nichts ist mehl

Besreiungsfeiern im Saarland.

^ Häuser im Saarland wurden zum Tag der Befreiung festlich geschmückt und legten das Hoheitsabzeichen an.

vorhanden von jenen, die bis zum Montag die Fäuste gegen Deutschland erhoben, und selbst die ganze Sepa­ratistenpresse ist restlos verschwunden und hat am Dienstag ihr Erscheinen eingestellt.

Die heilige Feier des Aufbruchs eines Volkes ist nicht gestört von Haß gegen Volksgenossen, nicht gestört von Rachegefühlen, nur die Liebe zur Heimat beherrscht den ^.ag und den Abend. Nicht der leiseste Zusammenstoß, nicht ein Schlag und ein böses Wort hat diese Feier ge­trübt. Die Polizei ist vollkommen von den Straßen zu­rückgezogen, denn die bewährte Disziplin der Deutschen Front ist so groß, daß keinerlei polizei­liche Gängelung notwendig ist. Alle Straßen sind erfüllt von Liedern. Immer wieder hört man Hoch-Rufe auf den Führer und auf Deutschland. Immer wieder er­klingt dasDeutschland erwache!"

Die Kirchen und Türme Saarbrückens tragen Lich­ter schmuck bis zu den Turmspitzen, und das Rat­haus gleicht einem Märchenschloß aus 1001 Nacht. Es ist in gleißende Glut getaucht. Vom Keller bis zum Dach­first Licht an Licht, Fahne an Fahne. Draußen auf dem Platz eine unübersehbare Menge, an die 40 000 bis 50 000 Menschen stauen sich hier, und am Platz vorbei fluten immer aufs neue die Feuerströme der Fackelzüge. Auf dem Balkon siebt mgn den ekemaliaen Vizekanzler

Saarfeiertag der Nation

Ganz Deutschland feierte die Heimkehr der Saar.

Gewaltige Kundgebungen am Abend des Saarsieges.

Der Tag. der die Rückkehr unserer deutschen Brüder an der Saar zum Reich gebracht hat, fand am Abend mit gewaltigen Kundgebungen im ganz Deutschland seinen Ab­schluß. Riesige Mcnschenmasscn gaben überall in Stadt und Land ihrer Freude und Dankbarkeit für das Treue­bekenntnis der Saarländer Ausdruck. Deutschland fand sich an diesem Abend, der von friedlichem Siegesglück über­strahlt war, in überwältigendem Jubel zu einer großen Gemeinschaft zusammen. Gottesdienste aller evangelischen Kirchen, die dem Gedenken des Abstimmungssteges galten, bildeten den feierlichen Auftakt dieser historischen Feier­stunde.

Zwei Höhepunkte wies der Abend des Saarsieges auf: Das herrliche Volksfest an der Saar selbst, wo große Fackelzüge über alle Straßen der Städte des Landes und über die Plätze der Dörfer hinweggingen, und das ge­waltige Fest in der Reichshauptstadt am Fuße des Reichs­tages. Reichsminister Dr. Goebbels sprach dort zu un­übersehbaren Masten von Menschen.

Das Fest am Reichstag.

Zu der für 8 Uhr angesetzten Kundgebung auf dem Königsplatz in Berlin rückten die Heeressäulen der Teilnehmer schon zwei Stunden zuvor mit dröhnender Marschmusik an. In der Innenstadt gab es bald kein Durchkommen mehr. Ein unbeschreiblicher Menschen- andrang herrschte in der Gegend des Schlosses, der Linden und des Brandenburger Tores.

In dichten Mauern stellten sich die jubelnden Berliner auf.

Auch vor der Reichskanzlei hatten sich große Menschen­mengen eingefunden in der Hoffnung den Reichs­kanzler zu sehen. Zu der gewaltigen Volkskundgebung waren sämtliche E h r e n stü r m e der SA., Ehren­hundertschaften der Parteiorganisation, große Abordnun­gen der SS., der Polizei und der Feldjäger und der NSKK. heranmarschiert. Die Reichs w ehr war mit einem Bataillon der Berliner Wachtruppe zum Königs­platz angerückt. Reichswehrminister v. Blomberg, der Chef der Heeresleitung, General v. Fritsch, und der Kommandant von Berlin, Generalmajor Schaum­burg, nahmen an der Kundgebung teil. Mit den offi­ziellen Abordnungen und Ehrenstürmen

füllten Hunderttausende von Volksgenossen den weiten Platz, über den die modernsten Lautsprecheranlagen verteilt waren.

Die Reichstagskuppel glühte an diesem Festabend von innen beleuchtet her aus. Ferner wurde der Reichstag von Scheinwerfern angestrahlt, so daß er in einem phantastisch weißbläulichen Lichte dalag; das Brandenburger Tor war in grünliches Licht getandji.

Ganze Batterien von mächtigen Scheinwerfern strahlten über dem Königsplay und gaben ein unvergeß­liches Bild von der Kundgebung dieser Vier-Millionen- Stadt, wie man sie kaum je erlebt bat.

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Rede Dr. Goebbels'. Erneutes Bekenntnis zum Frieden-

Berlin, 16. Januar.

. Im Mittelpunkt der gewaltigen und denkwürdigen Kundgebung, die der Gau Groß-Berlin am Abend des historischen 15. Januar im Rahmen der Feierstunde derNation zur WiedergewinnungdesSaar- gebietet veranstaltete, stand eine Rede des Gauleiters.

von Papen, der zur Abstimmung im Saaroebiet weilt und Oberbürgermeister Neikes. Und aus dem Gericht der Stunde heraus hält der Gesandte von Papen eine kurze Ansprache an das Volk, die ausklingt in die Worte: Es lebe die Saar, es lebe das deutsche Volk, es lebe der Führer, es lebe das Reich".

Bis in die tiefe Nacht dauert diese Vollsfeier. In der Saar aber spiegeln sich Millionen Lichter, in diesem gtu­tenden Strom fängt sich sozusagen symbolisch noch einmal der ganze Jubel und die ganze Begeisterung, die heiße Liebe und das köstliche Erleben dieses Tages der Volks­gemeinschaft. Und die Saar trägt es hinunter zur Mosel, und durch die Mosel flutet es zum Rhein hinein und in das weite deutsche Land, in das das Saarland heimkehrte.

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Des Führers Dank

München, 16. Januar.

Der Führer sandte an'den Gauleiter Bürckel in Neu­stadt a. d. Hardt folgendes Telegramm:

Nehmen Sie anläßlich des wunderbaren Abschlusses der 15;ährigen Trennung des Saargebietes vom Reich meinen aufrichtigsten Dank entgegen für die von Ihnen geleistete vorbildliche Arbeit.

Ich bitte Sie zugleich, diesen Dank den Führern der Deutschen Front zu übermitteln. Sagen Sie ihnen, wie stolz und innerlich glücklich wir sind. Mit herzlichem Heil-Gruß

Ihr Adolfgitler."

Reichsministers Dr. Goebbels, der von den Stufen des Reichstagsgebäudes aus zur Menge sprach. Er betonte eingangs, daß wohl selten in den vergangenen zehn Jah­ren unsere Herzen so tief ergriffen und so innerlich bewegt gewesen sind, wie an diesem Abend, an dem das deuffche Volk den Brüdern von der Saar seine Dankbarkeit für ihre Treue bekundet. Heute kehrt eine ganze Provinz wieder- zur Mutter Germania zurück. Was hatte die Welt von diesem Tage der Entscheidung nicht alles erwartet! Die Feinde unseres Volkes hatten geglaubt, daß das die Klippe sei, an der das Staatsschiff des Nationalsozia­lismus nun endgültig scheitern werde. Wie glänzend aber, wie erhebend haben unsere Brüder und Schwestern an der Saar dieses Truggespinst zerrissen!

Die Herren des Status quo sind im Saargebiet hausie­ren gegangen mit der Erklärung: Wer sich zu Deutschland bekennt, bekennt sich zu Hitler! Wir haben diese Parole aufgegriffen und können nun mit tiefer Befriedigung feststellen, daß die 9013 Prozent saarländischer Männer und Frauen, die am Sonntag ihre Stimme für Deutsch­land abgaben, sich damit auch eindeutig zum Na­tionalsozialismus und zu unserem Führer be­kannt haben. (Stürmischer Beifall.)

Da ist cs schon an der Zeit, daß wir unserem Dank a^n das Saarvolk feierlichen Ausdruck verleihen. Schwere, manchmal fast unerträgliche Leidenszeiten haben unsere Brüder und Schwestern an der Saar hinter sich, aber ie haben 15 Jahre hindurch allen Versuchungen standge- )alten und haben den Weg zur Heimat gewählt, zu der Heimat, die ihrer Opfer wieder wert geworden ist und die Verständnis hat für ihre Leiden, weil sie viele Jahre am eigenen Leibe solche Leiden verspürt hat. Diese deutsche Heimat hat auch Verständnis für die Größe des Charakters und für die Bewährtheit der Ge­sinnung, die sich in dem monumentalen Abstimmungs­ergebnis zeigt. Wir können an diesem Tage wieder Ach­tung lernen vor unserem eigenen Volk.

Jetzt, nachdem die le

tzte territoriale Frage, streich auszumachen hatte, ihrer

die Deutschland mit Fram

endgültigen Lösung nahesteht, ist es möglich, die Stimme des Friedens in Europa laut und wirkungsvoll zum Erklingen zu bringen, eines Friedens, der auf der Ehr e

aller beruht, der die Nationen wirklich versöhnt und nicht wiederum den Keim eines neuen Krieges in sich trägt. Wir bekennen es noch einmal laut und vernehmlich vor aller Welt:

Dieses Volk will seine Aufgaben im Innern lösen, und es bedarf dazu eines Friedens der Ehre.

Wir werden uns einen Zustand des Friedens in Europa erobern! Je länger es dauert, bis wir ihn erreichen, um so fester wird dann am Ende dieser Friede gegründet sein. Wenn der nationalsozialistische Staat euch Männer der hier aufmarschierten Formationen erzieht, so nicht, da­mit ihr Kriege führen sollt, sondern so rief der Minister unter stürmischem Beifall auS damit ihr den Frieden erhalten könnt.

So haben wir denn heute in weitem Bogen wieder die alte Grenze um unser Reich gelegt, die versprengte Kompanie Saargebiet ist zum Heimatrcgimcnt Deutschland zurückgelehrt. Das Regiment ist wieder vollzählig, und unter schmetternden Trompeten, dröhnenden Trommeln und jubilierenden Pfeifen beginnt es geschlossen den Marsch in die Zukunft.

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A-stimmungskommisfion verläßt Saarbrücken.

Saarbrücken, 16. Januar. Die vier Mitglieder der Ab - stimmungskommissiou verließen Saarbrücken am Dienstag mit dem fahrplanmäßigen Zug um 19.10 Uhr in Richtung Straßburg. Im gleichen Zuge wurden die in 27 Kisten verpackten Stimmzettel nach Genf befördert.