Zul-aer Anzeiger
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Nr. 17 — 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 21. Januar 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
RcWMmWier des KhWSilsertmdes
im Zeichen des Saarsieges. —Die Weihestunde im Berliner Sportpalast.
Im festlich geschmückten BerlinerSportpalast veranstaltete, wie in jedem Jahr, am Sonntag derKyff - häuserbund seine Rcichsgründuugsseier, die in diesem Jahr im Zeichen des deutschen A b st i m m u n g s s i e g e s an der Saar stand. In die Festesfreude mischte sich aber auch die Trauer über den Heimgang des größten Frontsoldaten des Weltkrieges, Generalfcldmarschalls von H i n d c n b u r g , der so oft als Schirmherr des Bundes bei der Reichsgründungsseier unter seinen Mitkämpfern geweilt hatte.
Von der Außenfront der Niesenhalle grüßte ein gewaltiges Spruchband: „Deutsch ist die Saar" und wies damit auf die besondere Bedeutung dieser Reichs- gründungsfeier hin. Lorbeergrün unb Fahnentuch mit den Hakenkreuzfarben, Schwarzweitzrot und den Kysfhäuser- flaggen schmückten das Halbrund der Rednertribüne. Zahlreiche Ehrengäste nahmen an der Feier teil.
Nach dem Fahneneinmarsch, bei dem
die 14 Traditionsfahnen der Kyfshänservcrbändc des Landesverbandes Sanrgcbiet besonders herzlich begrüßt wurden, leitete feierliche Musik über in der Ansprache des Bundesführers des Deutschen Reichskriegerbundes „Knsfhäuser", Oberst a. D. Reinhard. Der Redner übermittelte dem Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht die Trencgrüße seiner Kriegskameraden und der Kämpfer von 1870 71, überbrachte selbst herzliche Grüße des preußischen Ministerpräsidenten. General der Infanterie Göring, und begrüßte dann vor allem die von der befreiten Saar gekommenen Kameraden und eine große Zahl von Altveteranen. Dabei machte er die Mitteilung, daß er in diesem Jubiläumsjahr, in dem die jüngsten Teilnehmer an den Einigungskriegen das 80. Lebensjahr überschritten, eine besonders sachgemäße Betreuung durch den Bund an* »geordnet habe, um den alten Kameraden den Daseinskampf zu erleichtern.
Oberst Reinhard sagte dann u a.:
Wir füllen die von uns seit jeher gepflegte heilige Tradition unseres Soldatentums niit dem lebendigen Geist dieser Zeit, die dem Wehr- und Ehrbegriff wieder Geltung verschafft hat.
Das gemeinsame Kriegserlebnis aller Frontkämpfer ist dabei berufen, die Achtung der Völker voreinander wieder- herzustellen, und daher arbeiten wir Männer vom Kyff-
Häuserbund, die den Krieg kennen, unablässig daran, daß der Leitgedanke unseres ehemaligen Frontkameraden und heutigen Führers Erfüllung findet: „Kein Deutscher für einen neuen Krieg, aber für die Verteidigung des Vaterlandes das ganze Volk."
Adolf Hitler habe die Rcichsidee des Alt-Reichskanzlers vollendet und ausgebaut.
Er habe die Gemeinschaft des deutschen Volkes geschaffen. „Ewig aber ist", so sagte der Redner, „auch unser Dank an den g r o ß e n F e l d h e r r n, der die Tat Bismarcks einte mit der Tat Hitlers, an den unermeßlichen Schirmherrn unseres Kyffhäuserbundes, unseren Hindenburg. Über alle Zeiten hinweg wird dieser große Ekkehard der Deutschen als Hüter heldischer Geschichte stehen. Indem wir seiner gedenken, wollen wir nun zugleich alle unsere im Weltkrieg gefallenen Kameraden ehren in einer Minute stillen Gedenkens."
Die Fahnen senkten sich, und unter dumpfem Trommelwirbel ertönte dann leise das Lied vom guten Kameraden. Dann nahm Oberst Reinhard wieder das Wort. Er erklärte, daß die alten kampferprobten Soldaten in altüberlieferter Verbundenheit mit des Reiches Wehrmacht den vom Führer vorgezeichneten Wea vorwärtsschreiten wollten,
dem einen hohen Ziele zu: ein freies und gleichberechtigtes Deutschland!
Als Kameraden wollen wir uns die Hand über die Grenzen reichen, um gemeinsam zu ringen gegen jeden neuen Krieg. Nicht als Pazifisten, sondern als Manner, die zu ihrer Nation stehen, als Männer, die wissen, daß nicht Haß und Wassen, sondern die Ehre und die Freiheit der Schutz des Friedens sind.
Dèr Kvffhäuscr-Landesführer des Saargebiets, Hoos, gab darauf der Freude Ausdruck, in der Reichshauptstadt im. Namen der Frontkcm eradeu des Saargebiets sprechen zu dürfen. Sein Dank galt in erster Linie dem Front- kameradcu, dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem man es verdanke, daß endlich auch die Frontkameraden des Saargebiets zum Reiche heimkehren konnten. Er schloß mit den Worten: Die Saar ist frei! Die Saar ist treu!
Mit den Hv inen des Dritten Reiches und dem Fahnenausmarsch fand die erhebende Kundgebung ihr Ende.
Äon der Rerchs- gründungsfeier des Kyffhäuserbundes.
Im Serliiter Sportpalast fand am Sonntag eine eindrucksvolle Neichsgründunasfeier des Kvffhäuserbundes statt Unser Bild zeigt den Augenblick, in dem sich ‘ die Fahnen zum Gedenken an Hindeuburg senken.
Generat Litzmann 85 Jahre.
Einer der verdienstvollsten und volkstümlichsten Heerführer des Weltkrieges und treuer Vorkämpfer des Nationalsozialismus, General L i tz m a n n, begeht am 22. Januar seinen 85. Geburtstag.
Karl Litzmann, der in Neuglobsow (Kreis Ruppin) geboren wurde, trat 1867 in das Garde-Pionier- Bataillon als Fahnenjunker ein, wurde 1868 Offizier und zog 1 8 7 0 in den Krieg. Vor Paris erwarb er sich das E. K. II. Von 1896 bis 1898 kommandierte er als Oberst das Infanterieregiment 49. Von 1901 02 stand er als Generalleutnant an der Spitze der 39. Division im Elsaß. Tann wurde er Direktor der Kriegsakademie. Am 1. April 1905 nahm er auf eigenen Wunsch den Abschied.
Im Weltkrieg konnte er als Kommandeur der 3. Garde-Jnsanterie-Division in einer der schwierigsten Situationen sein großes Führertalent und seinen unerschrockenen Mut beweisen. Als in Polen größere deutsche Truppenteile von den russischen Heeressäulen eingeschlosien waren und die Russen den entschei- denen Sieg bereits errungen glaubten, war es General Litzmann, der mit seinem berühmten
Durchbruch von Brzeziny
den russischen Plan zunichte machte. Er entzog sich mit seiner Division und 12 000 gefangenen Russen einer bereits durchgeführren Umzingelung. General Litzmann wurde für seine Tat mit dem Orden pour le mérit? ausgezeichnet und zum General der Infanterie befördert.
An der Spitze des 40. Reservekorps nahm er an der Masurischen Winter schlacht im Februar 1915 teil. Auch hier gelang es, die russische Armee vernichrend zu schlagen. Im Sommer 1915 erstürmte das Korvs unter Litzmanns Führung die starke Festung K o w n o , worauf ihm das Eichenlaub zum Pour le mérite verliehen wurde. Litzmann beteiligte sich dann an der Njemenschlacht und eroberte als Führer einer Armeeabteilung am 18. November 1915
Wilna.
Am August 1918 erhielt General Litzmann, der nunmehr 69 Jahre alt war, den aus gesundheitlichen Gründen erbetenen Abschied.
Erschüttert von dem Zusammenbruch des Teutschen Reiches wurde der greife General zum leidenschaftlichen Kämpfer für die Freiheit und Wiedergebnri Deutschlands. In den ersten Rachkriegsjahren bereiste er Süd - a m e r i k a , um in zahlreichen Vorträgen über den Weltkrieg der Lügenpropaganda der Entente entgcacnzutreten. Er trat der NSDAP, bei und wurde trotz seines hohen Alters
einer der begeistertsten Kämpfer für Adolf Hitler.
Die NSDAP, wählte ihn in den Preußischen Landtag und auch in den Reichstag. Im August 1933 wurde General Litzmann zum Preußischen Staatsrat ernannt.
Auch der Sobn des Generals ist ein treuer Anhänger der NSDAP, und bekleidet ein hohes Führeramt in der Bewegung. Er wurde ebenfalls burd) die Ernennung zum Preußischen Staatsrat ausgezeichnet.
Oberbefehlshaber und Generalstabschef Gamelin.
Die Umgruppierung in den höchsten französischen Mililär- ftcllen vollzogen.
Der M inisterrat i n P a r i s bat jetzt eine Verordnung angenommen, die die wiederholt angekündigte Neuorganisation des Obersten Kriegs rate s unb des Generalstabes zum Inhalt bat. Zum neuen Vorsitzenden des Obersten Kriegsraies wurde der im 63. Lebensjahr stehende Generalstabschef General Gamelin ernannt. Gamelin bleibt gleichzeitig Ches des Generalstabes. Der bisherige Oberbefehlshaber, General W e v g a n d , der auf Grund des Gesetzes vom Jahre 1927, das die Altersgrenze des Obersten Kriegsrates aus 68 Jahre festsetzt, ausscheidet, bleibt der Form nach im Aktivstand und bezieht also auf Lebenszeit das volle Gehalt als Anerkennung seiner Verdienste.
Wahre Beiriebsgemeinschast im
Handwerk.
Fuhrerku ndgebu n g des deutschen Handwerks,
Auf einer großen Führerkundgebuug des deutschen Hand- Werks in Berlin sprach der ReichShandlverksnieister und Leiter der Reichsbetriebsgemeinfchnft 18 (Handwerk), Schmidt, »u den Handwerksmeistern, Präsidenten der Haudwerks- kammern unb den Vorsitzenden der handwerklichen Reichsfach- Verbände über die Ausgaben der RcichsbctriebSgemcinschaft: Herstellung des sozialen Friedens und Schaffung wahrer BetriebSgemeinschaft.
Gerade im Handwerk sind Menschen unb Wirtschasts- führnng unlöslich miteinanbcr verbunden — unter einem Dach, an einem Tisch ivirb hier bic F a in i l i e n g c m c i n - I ch a f t zusammen mit der Betriebsgemein schast verwirklicht. In jedem Großbetrieb ist der Generaldirektor wie der Arbeiter nicht Herr seines Betriebes, sonden nur Diener. Im Handwerk jedoch ist durch bic Lehr- unb Lerngemeinschaft zwischen Meister und Gesellen
jeder einzelne mit seiner Arbeit innerlich verbunden.
Hier gibt es keine Diener, sondern alle sind Mitarbeiter. Die Meisterlchre ist der Grundstock aller handwerklichen Berufs- acUKjpschast. In dieser Seb re sind 800 000 junae Menschen
beschäftigt, unb jährlich ist ein Zugang von 250 000 LebrUngen zu verzeichnen. Unter Berücksichtigung der Art des Betriebes müssen Gebilfen und Lehrlinge als vollwertige Glieder des Handwerks betrachtet werden. Eine weitere Ausgabe ist die
Wiedereinführung des zünftigen Wanderns,
das der Handwerker früher alS die schönste Zeit seines Lebens betrachtete. Die Lage des Handwerks hat sich gebessert. Sein Umsatz im von 9,5 Milliarden im Jahre 1932 auf 14,5 Milliarden im Jahre 1934 gestiegen Der Sprecher machte dann die Mitteilung, daß voraussichtlich
zu Pfingsten eine große Handwerkcrtagung
in Frankfurt am Main stattfinden werde, und schloß mit der grundsätzlichen Beleuchtung des Aufgabengebietes des Hand- werks. Dieses liegt in der Schaffung der Gemeinschaft, der Herstellung des sozialen Friedens und des sozialen Ausgleichs. Als zweiter Redner sprach der Stabsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Hauptamtsleiter der NS.-Hago. Dr.v R e n t e l n über bic Pflichten des Unterführers in den Organisationen des nationalsozialistischen Deutschland. Das Vertrauen der Gefolgschaft, so sagte er, müsse das kostbarste Gut für den Unterführer fein, das er sich nur durch unbedingte Gcrcchlia- teit erwerben könne.
Eespaonte Lage im Fernen Osten
Peiping, 21. Januar. Die Vorgänge im östlichen Teil der chinesischen Provinz Tschachar waren am Sonnabend vormittag Gegenstand von Beratungen zwischen dem Gouverneur dieser Provinz, Sung, und dem mtnefnMtt Kriegsminister. Gleichzeitig gab der chinesische T« eaußen- minister in Schanghai eine Erklärung ab, wonach die chinesische Regierung die Lage im östlichen Teil der Provinz Tschachar als sehr gespannt ansieht.
Rach einer in Peiping verbreiteten Darstellung haben Banditen am Mittwoch die chinesische Miliz bei Tschang- liang, einem kleinen Orte östlich von Kuyuan, im Ostteil der Provinz Tschachar angegriffen. Die Banditen wurden nach kurzem Kampfe von den Truppen zurückgetrreben. Man vermutet nun, daß es sich bei den „Banditen" um mandschurische Truppen handelt und daß die japanischen Maßnahmen auf diescit Vorfall zurückzuführen finb. — Rach zuverlässigen Nachrichten ist die gespannte Lage an der chinesisch-mandschurischen Grenze durch die wochenlange Anwesenheit verstärkter mandschurischer Abteilungen an und in der Râhe der Kraftwagenstraße Kalgan—Doloner. östlich und nördlich von Kuyuan verursacht.