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Zulöaer Anzeiger

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Nr. 18 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 22. Januar 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Heeresbericht aus der Arbeitsschlacht

Tatkräftiger Optimismus.

Präsident Dr. Syrup über den Stand der Arbeitsschlacht.

Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt- rung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, hielt aus der von der Verwaltungsakademie Berlin und dem Reichsfinanzministerium veranstalteten verwaltungs­wissenschaftlichen Woche für Reichszollbeamte einen Vor­trag über den Stand der Arbeitsschlacht.

Als besonders charakteristisch für die Entwicklung der Arbeitsschlachl bezeichnete der Redner die Tatsache, daß die Arbeilslosigkeir in Klein- und Mittelstädten und in den Altersklassen von 18 bis 25 Jahren stärker zurückgegangen sei als in den Großstädten und in den übrigen Altersklassen. Die Maßnahmen der Reichsregie­rung und Reichsaustalt hätten daher insbesondere diesen Umständen Rechnung tragen müssen. Der Redner behan­delte sodann in längeren Ausführungen unter diesem Gesichtspunkt die Regelung des Arbeitseinsatzes, die Zuzugssperre für Berlin, Hamburg und Bremen, die Sperre von einigen industriellen Berufen für landwirt­schaftliche Arbeiter, die Landhilfe, den Arbeitsplatz- austausch, die Kurzarbeiterunterstützungen und die produktive Arbeitslosenhilfe. Besonders eingehend sprach Dr. Syrup hierbei über die Frage der

Verpflanzung der großstädtischen Erwerbslosen auf das Land.

Er betonte, daß diese Strukturveränderung in größerem Umfange nur bei solchen Industriearbeitern durchgeführt werden könne, die aus bäuerlichen Familienverhältnissen kommen, und außerdem bei den Jugendlichen. Dr. Syrup äußerte sich außerordentlich befriedigt über den Erfolg der Landhilfeaktion, durch die schon 150 000 jugendliche Erwerbslose auf das Land geführt worden seien.

Der Arbeitsplatz« nstausch werde sich in Zu­kunft im wesentlichen aus ungelernte Arbeiter er- firccfcn, denn der Facharbeiternachwuchs soll auf keinen Fall aus seiner Entwicklung hcrausgcrisscn werden, da wir Hentc bereits auf bestimmten Gebieten einen Mangel an Facharbeitern haben.

Unser wirtschaftlicher und industrieller Aufschwung könne aber nicht auf der Basis von Massenfabrikation er­folgen, sondern nur durch die deutsche Qualitäts­arbeit, zu der wiederum in erster Linie der deutsche Qualitätsarbeiter gehöre.

Abschließend betonte Dr. Syrup, daß wesentlich zum Erfolg der Arbeitsschlachl beigetragen habe, daß die Resignation der früheren Jahre der Arbeitslosigkeit gegenüber

einem tatkräftigen Optimismus gewichen sei. Wenn wir auch im Winter einen kleinen saison- und witterungsbedingien Zugang an Arbeitslosen hätten, so werde die erzielte Stellung doch gehalten, und im nächsten Frühjahr werde die organische Gesundung des deutschen Wirtschafts- und Arbeitslebens zielbewußt und erfolgreich fortgesetzt.

Die Gaueinteilung des Reiches noch in diesem Zahr.

Der Reichsminister des Innern Dr. F r i ck hat kürzlich mitgeteilt, daß die Neueinteilung des Reiches in 20 Reichs- gaue mit etwa je 2 bis 4 Millionen Einwohnern so bald wie möglich zu erwarten sei. Wie demVölkischen Be­obachter" zu entnehmen ist, wird diese Neugliederung des Reiches noch in diesem Jahre erfolgen. Das Blatt i ' »Am 1. März wird die Eingliederung des glücklich wiedergewonnenen Saargebiets vollzogen. Es lvird das Jahr der neuen Reichsgem eindeord- Nung und das der N e u g l i e d e r u n g des R e i ch e s rnReichsgaue werden. Eine Jahrhunderte alte Ent- Wicklung wird damit abgeschlossen und die Sehnsucht aller Deutschen erfüllt. Das einheitliche Deutsche Reich ist im Herden. Dieses einige Deutschland ist die schönste Frucht i er nationalsozialistischen Revolution. Sie ist die Voraus­setzung für den Aufstieg des Reiches und die Wohlfahrt des deutschen Volkes."

Der Reichsbetriebsappell des deutschen Handels.

Dr. Ley über den deutschen Gemeinschaftswillcn.

erlebte am Montagmorgen den ersten  b etrle b s a p p e l l, der als Reichsrundfunk- h i Reichsbetriebsgemeinschaft 17 (Handel) kmrde. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley dem Betrieb eines großen Berliner Handels 'h^10^ Ä" alle deutschen Sender zu Hundert- Betrieben mit mehreren Millionen dem- lcher ^Volksgenossen.

^§ânz Deutschland, blieben auch in Berlin h E Ws um 9 Uhr geschlossen. Fanfarenklänge eröffneten den Appell. Ein Gefolg- sch sti-niltglled des Betriebes sprach einen kerniaen

Tagesspruch, der in das gemeinsam gesungene Arbeits- frontlied ausklang. Nach einem Sprechchor der Hitler- Jugend meldete Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Leh­mann, daß

1 150 000 Betriebe mit nahezu vier Millionen Volksgenossen

ausschließlich der Brüder von der heimgekehrten Saar zum Appell angetreten seien. Dann sprach Neichsorga- nisationsleiter Dr. Ley.

In seiner temperamentvollen Rede erinnerte Dr. Ley noch einmal an das welthistorische Geschehen vom l3. Januar. Nicht für oder wider Deutschland sei der Kampf an der Saar gegangen, sondern zwischen Na­tionalsozialismus und Marxismus. Das überwältigende Treuebekenntnis zur Heimat habe der Welt bewiesen, daß Blut und Rasse stärkere Kräfte find als internationale Phrafen. Direkt seinen Hörern sich zuwendend, betonte der Redner, daß der Handel als gleichberechtigtes Glied in den schaffenden Ständen des Volkes anerkannt werden müsse. Auch der Handel diene der großen deutschen Gemcinschastsidee.

Das nationalsozialistische Reich werde den königlichen Kaufmann, wie er in dem Geschlecht der Fugger oder in den Städten der stolzen Hansa anzutreffen war, wieder heranbilden. Dank A d o l f H i t l e r habe sich das waffen­lose Deutschland, das zu einem Krämervolk, zu einem zweiten Karthago geworden war, wieder aufgerafft und zum Staunen der Welt zu sich zurückgefunden. Niemand könne mehr wagen, Deutschland ungestraft anzugreifen.

Im Schacht begraben.

Drei Todesopfer des Einsturzunglücks auf GrubeOheim" bei Kattowitz

bei

Das Einsturzunglüü aus der Oheim Grube in Brynow

Kattowitz, wo auf der 59i)-Meccr Sohle ourch einen Pfeilerbruch sieben Bergleute verschüttet wurden, hat drei Todesopfer gefordert. Zwei der unter den Gesteinsmassen begrabenen Knappen konnten trotz der heldenmütigen An­strengungen der Rettungsmannschaften noch nicht befreit werden. Es besteht aber keine Hoffnung mehr, sie lebend

zu bergen.

Die Katastrophe ereignete sich abends kurz vor Be­endigung der Schicht. Durch einen heftigen Gebirgsstoß ging der Stollen in 40 Meter Ausdehnung zu Bruch. Von den sieben verschütteten Bergleuten konnten zunächst nach mehrstündigen Bemühungen drei Knappen, die nur leichte Verletzungen erlitten hatten, lebend heraus­geholt werden. Nach weiteren Stunden Rettungsarbeit wurde ein vierter Kumpel geborgen, der aber bedenkliche innere Verletzungen und Knochenbrüche davongetraaen hatte.

Nach 36stündiger ununterbrochener Arbeit, die mit eisernem Fleiß und unter Aufopferung der legten Kräfte durchgeführt wurde, gelang es dann, den oberen Teil des Körpers eines fünften Verschütteten frerzulegen, dessen Kopf von den einbrechenden Kohlenmassen total zertrümmert war. Wegen weiterer Einsturzgefahr im Bereich des zu Bruch gegangenen Stollens besteht keine Hoffnung mehr auf einen weiteren Erfolg, der Rettungs- arbeit, so daß man die beiden letzten Verschütteten wobl nur als Leichen bergen wird.

Neun belgische Bergleute verschüttet.

In B e l g i e n ereignete sich auf der ZecheHomvent" in Bcyne-Heusay ein Erdrutsch, der neun B erg - leute in einem Stollen von der Außenwelt ab,chnrtt.

Französische Bauern am Grabe

Friedrichs des Großen.

Die unter Führung der Herren Au^-Laribë und Achard zu Besprechungen mit dem Relchsnahrstano anläßlich der bevorstehenden wirtschaftlichen Rückglrede rung des Saargebietes in Berlin weilenden Vertreter der französischen landwirtschaftlichen Organisationen beii®tig= ten in Begleitung des Stabsvauptabtellungslelterv Dr. Winter die geschichtlichen Stätten Pots d ams. etc verweilten dabei einige Zeit am Grabe Friedrichs des Großen. Seit Napoleon ist es das c r st e M al, daß amtliche französische Vertreter am Sarge Friedrichs des Großen gestanden haben. Die französischen Bauern­führer erkannten seine bäuerliche und kolonisatorische Tätigkeit an.Zwei Ähren statt einer hat er wachsen lassen."

Kurze politische Nachrichten.

Reichsbankpräsident Dr. Hjalnrar Schacht vollendet am 22. Januar sein 58. Lebensjahr.

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Die Vorbereitungen für das Jahresprogramm des Amtes für Reisen, Wandern und Urlaub sind abgc schlossen. Die einzelnen Gaue veröffentlichen nunmehr eine A u s st e l l u n g der g e s a m t e n Urlaubs­reifen für 1 '^3 5. so dgß jeder ArheWkamer-d in

General Litzmann, der verdienstvolle Heerführer des Weltkrieges und treue Vorkämpfer des Nationalsozialismus, ff t am 22. Januar seinen 85. Geburtstag.

Dr. Ley schloß mit der dringenden Mabnung an seine Hörer, in unbedingter Treue und rastloser Arbeit zu­sammenzuhalten.Wir wollen eine Gemeinschaft^ sein, im Kämpfergeist der Treue, der Anhänglichkeit, der Opfer- bereitschaft! Wir wollen kämpfen fürDeutsch- land, für Adolf Hitler!" Tiit einem Sieg Heil auf den Führer und dem gemeinsamen Gesang des vorst- Wessel- und des Saarliedes endete der Betriebsappell.

Zwei Verschüttete versuchten, stcv aus eigener Kraft zu retten; zwei konnten von der Rerrungskolonnc lebend geborgen werden. Ein fünfter, ein 18iâbrigcr Berg­arbeiter, starb unter den Händer der Retter. An der Bergung der vier letzten Opfer wurde fieberhaft gearbeitet, doch muß man die Hoffnung, sie noch lebend anzutreffen, aufgeben, da auf Klopfsignale nicht mehr geantwortet wurde.

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300 Patienten aus einem brennenden Krankenhause gerettet.

Großfeucr in Ost-London.

Im Osten Londons brach abends ein Großfeucr in einem Frauenhospital aus. Die Flammen schlugen lichter­loh aus dem Dach des Gebäudes, während etwa drei­hundert Patienten, meist ältere bettlägerige Frauen, die im oberen Stockwerk des Gebäudes untcrgcbracht waren, in unmittelbare Lebensgefahr gerieten.

Durch Alarmsignale wurde sofort das gesamte Pflegerpersonal zusammengerufen und naw unerschrocke­ner, aufopferungsvoller- Rettungsarbeit gelang es den Schwestern, sämtliche dreihundert Kranken in Sicher­heit zu bringen. Sie wurden teils in Wolldecken gehüllt die Treppe heruntergetragen, teils aus Tragbahren im Fahrstuhl in die Krankensäle des Erdgeschosses und in die angeschlossene Kapelle gebracht. Inzwischen war die Feuerwehr in Stärke von 150 Mann mit zwanzig Löschzügen eingetroffen und konnte den Brand nach wenigen Stunden löschen. Menschenleben und Verletzte sind dank des raschen Eingreifens und der heroischen Rettungsarbeit der Schwestern nicht zu beklagen.

der Lage ist, sich für seinen Urlaub eine bestimmte Fahrt auszusuchen. *

^ie dänischen Nationalsozialisten sind jetzt zu den nächsten politischen Wahlen zugelassen worden. Diese Zulassung gilt vorläufig nur für die Folkcihing Wahlen, die bis zum 1. April 1935 ftattfinben

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Rack der amerikanischen Auswandc - r u n g s st a t i st i k sind im Jahre 1934 an amerikanische Staatsbürger insgesamt 154 333 Pässe ausgestellt worden. 80 Prozent dieser Pässe entfielen aus Westeuropa. Die Zahl der ausgereisten Frauen war größer als sie der Männer.

Der VolscheVil^nHnanzausschuß des Völkerbundes.

ES ist schwer, keine Satire zu schreiben.

^m Völkerbundsrat wurde u a. beschlossen, zum Mit- alied des Finanzausschusses des Völkerbundsrats den S o w j e t r u s s e n Ros e n b l u m zu ernennen.

Wie man hört, hatten >lch bisher tue übrigen Mrt- alieder des Finanzausschusses als Vertreter kapitalt- st i s ch e r Staaten gesträubt, daß der Vertreter eme- anrikapitalistischen Landes in einen Ausschuß des Völker­bundes entsandt werde, der, wie der Finanzausschuß, in ber Hauptsache Fragen d c s K a p i t a l s zu behandeln hat. Doch soll die russische Regierung aus dieser Vertretung im Finanzausschuß bestanden haben