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Nr. 21 — 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 25. Januar 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Neue Gesetze zur Reichsreform.
Tagung des Reichskabinetts.— Der Dank an die Saar.— Organische Zinssenkung.
In der Sitzung des N e i ch s k a b i n e 1 t s gedachte der Führer und Reichskanzler zunächst mit tiefempfundenen Worten des Dankes und der Freude des überwältigenden deutschen Sieges bei der Saar- a b st i m m u n g. Das ganze deutsche Volk sei den Saardeutschen für ihre große Treue und Beharrlichkeit tiefsten Dank schuldig. Alsdann nahm der Führer die offizielle Einführung des neuen Reichsministers ohne Geschäftsbereichs Dr. Hans Frank, vor.
Das Reichskabinett verabschiedete hierauf das dritte Gesetz zur Überleitung der Rechtspflege aus das Reich. Nachdem die Leitung der Justizverwaltung der Länder in der Hand des Reichsministers der Justiz vereinigt worden ist, übernimmt das Reich als Träger der Justizhoheit die gesamte Justiz mit allen Zuständigkeiten, Rechten und Pflichten, mit allen Justizbehörden und Justizbedicnstetcn. Den Hauptinhalt der Kabinetts- sitzung bildeten die von dem Reichsminister des Innern Dr. Frick vorgclcgtcn Gesetze, die einen wesentlichen weiteren Schritt zur Reichsreform bedeuten. Es handelt sich dabei um das Reichsstatt- haltcrgcsetz, wonach der Rcichsstattyalter in Zukunft grundsätzlich an der Spitze der Landesregierung stehen soll und die Stellung des Reichsstatthalters derjenigen der preußischen Obcrpräsidentcn angepaßt wird, ferner um die neue deutsche Gemeindeordnung, die sich auf die gegenwärtigen Grundsätze des bisherigen Landesrechts gründet, aber eine weitgehende Mitwirkung der Partei in der Gemeindeverwaltung vorsicht.
Diese umfangreiche und weittragende Gesetzesarbeit, die nach einer eingehenden Aussprache vom Rcichskabinett gebilligt wurde, wird am 30. Januar der Öffentlichkeit übergeben werden. Zum gleichen Termin werden die ebenfalls beschlossenen Gesetze über die vorläufige
Verwaltung des Saarlandes und über die Vertretung des Saarlandes im Reichstag
veröffentlicht werden. Schließlich nahm das Reichs- ß kabinett das von dem mit der Führung des Neichswirt- schaftsministerinms beauftragten Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht vorgelegte Gesetz über die Durchführung einer ZinserMäßigung bei Kreditanstalten an. durch das die seit langem angestrebte und vorbereitete organische Zinsscukung nunmehr in die Tat umgesetzt wird.
Zinslaltensenrung um 129 Millionen
Berlin, 25. Januar. Die überragende Bedeutung des vom Reichskabinett. am Donnerstag beschlossenen Gesetzes über die Zinskonversion von 6 v. H. auf 41/2 v.
Furchtbare Schneestürme in USA.
Ein Schneesturm, wie er seit dem Jahre 1888 in den Vereinigten Staaten nicht mehr beobachtet wurde, raste jetzt, von Kanada kommend, über die an der Atlantikküste gelegenen Oststaatcn der USA. hinweg. In den Küsten- stndtcn ist bis zu einem halben Meter Schnee gefallen. Gleichzeitig sind wieder zahlreiche tödliche Unglücksfälle zu verzeichnen.
In der Stadt New York mußten 40 000 Erwerbs- loie zur Beseitigung des Schnees mobilgemacht werden. ^Tausende von Autos konnten nicht mehr vorwärts- kommen. Auch der Verkehr im New-Yorker Hafen liegt
Ganz findige New-Yorker hatten morgens
ihre Skier angcsch,lallt, um pünktlich ins Geschäft zu kommen
Vom flachen Lande wird gemeldet, daß Tausende von Autos und Pferdefuhrwerken auf den Landstraßen kluge schneit sind. Selbst Expreßzüge liegen auf offener Strecke fest. Auch E i s e n b a h n u n f ä l l c, bei oenen zahlreiche Todesopfer und Verletzte zu beklagen / '"^ anf bas Konto dieses Schneesturms zu setzen. Mehrere Flugzeuge mußten unter gefährlichen Umständen auf verschneiten Äckern und Weiden notlanden. Wie Schneestürme haben schon Millionenschäden angerichtet. Viele Städte sind durch Zerstörung der Tele- graphen- und Telephonleitungen von der Außenwelt ab- üeschnitten. Seit 50 Jahren hat Amerika nicht solchen Winter erlebt.
Während aus den nördlichen, mittleren und westlichen fctstöten der USA. eine Temperatur von 3 0 b i s 4 2 t> r st b unter N u l I gemeldet wird, wird aus Kanada, hauptsächlich aus den Gebieten von Ontario eine Temperatur von etwa 45 Grad unter Null berücktet.
Zahlreiche Ortschasten im Eiswasser.
~ allem Unglück ist außer dcr furchtbaren Kälte das Tal des M r s s i s s i p p i im Gebiet der großen Seen von ickweren Überschwemmungen heimgesucht worden. In einem Gebiet von über 40 Quadratkilometer steht das und ist mit einer sechs Zentimeter starken r loschicht bedeckt, über tausend Familien mürben von ben Fluten überrascht und mußten sich auf die Dächer der Däuser retten.
Y. geht deutlich aus der Tatsache hervor, daß es sich hier, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, um einen Komplex von Werten im Umfange von etwa acht Milliarden 91M handelt, deren Zinsen gesenkt werden. Durch diese Maßnahme wird das gesamte Zinsbelastungsniveau in Deutschland um einen Betrag von jährlich rund 120 Millionen Kâ verringert. Es ist zweifellos, daß sich daraus eine erhebliche weitere Wirtschaftsbelebung ergeben wird, ebenso wie die Aktion auch eine Verbesserung des gesamten Kapitalmarktes, insbesondere des Pfandbriesmarktes, herbeiführen wird. Die Zinskonversion beruht auf vollständiger Freiwilligkeit, es ist keine irgendwie geartete Eigentumsbeeinträchtigung mit ihr verbunden. Die am Donnerstag eingeleitete Zinskonversion stellt sich vollständig in den Gang einer freien organischen Entwicklung. Die ganze Aktion liegt im natürlichen Zuge der deutschen Wirtschaftsentwicklung und muß selbstverständlich in einem Zuge durchgeführt werden.
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Vertragsabschluß der Reichsregiemug aus Übernahme einer Reichsanleihe.
Die Rcichsregierung hat mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband und der Deutschen Girozentrale einen Vertrag abgeschlossen auf Übernahme von nominell 5 0 0 Millionen Mark 4V2prozentiger Reichsanleihc zum Kurse von 98^ v. H.
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500 MiSioneu 4,5 v. S. Reichsanleihe
Berlin, 25. Ianmar. Die Reichsbank hat für Rechnung des Reiches mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband und der Deutschen Girozentrale-Deutschen Komnur- nalbank 500 Millionen ^/sprozentige Deutsche Reichsanleihe zum Kurse von 981/4 v. H. zur Unterbringung bei den Sparkassen abgeschlossen. Die Anleihe wird getilgt mit jährlich 2. v. §. der ursprünglichen Summe unter Verwendung der Zinsersparnisse * zur Tilgüngsverstärkung. Die Abnahme und Bezahlung der Anleihe erfolgt mit 40 v. H. zum 20. Februar 1935, 30. v. H. zum 15. Mai 1935,
30 v. §. zum 15. August 1935. Der Erlös der Anleihe ist zur Konsolidierung von Aufwendungen für Arbeitsbeschaffungszwecke bestimmt und dient somit der Erleichterung der Finanzlage des Reiches in den späteren Jahren. Die Zulassung der Anleihe zum Lombrrdverkehr der Reichsbank ist vorgesehen.
Aus dem Mississippigebiet berichtet ein Augenzeuge, der in einem Schlitten den Fluß entlanggefahren ist und dabei bis zu den Knien ins eisigkalte Wasser geriet: Um die abgeschnittenen Bewohner zu retten, mußten wir uns kleiner Boote bedienen. Wir konnten nur unter allergrößten Schwierigkeiten die Eisschicht durckbrechen. Sieben Todesopfer sind schon zu beklagen. — Auch der Coldwater-River im Staate Mississippi ist über die Ufer getreten und hat ausgedehnte Überschwemmungen verursacht. Die Ortschaft Sledge wurde etwa ein Meter hoch überflutet. Mitglieder des Roten Kreuzes eilten in großen Booten den abgeschnittenen Bewohnern zu Hilfe.
Niagarafall fast völlig vereist.
Ferner wird noch gemeldet, daß der N i a g a r a f a l l jetzt zum großen Teil zu einer mächtigen weißen Eismasse erstarrt ist; eine Brücke von 30 Fuß dicken Eissckollen führt hinüber vom linken Ufer bis zu den nächsten Klippen und überspannt auch noch einen erheblichen Teil des Falles bis zur kanadischen Grenze. Um die großen Seen herum herrscht arktische Külte, die den Ontario und den Eriesee mit Packeis bedeckt bat, so daß man sich dicht unter dem Nordpol glauben könnte.
Durchgreifende Umbildung
des italienischen Kabinetts.
Mussolini hat eine durchgreifende K ab i nett sumbildung vorgenommcn. Der Fi- nanzministtt I u n g. Der Unterrichtsminister Ercole, der Landwirtschaftöminister Acerbo, der Arbcitsministcr Decrolanza, der Justizminister Francisci und der Gouverneur von Rom, Prinz Boncompagni Ludovisi, verlassen ihre Posten.
Zum Finauzminister wurde der bisherige Podest von Turin, Paolo Thaon de Rovel, zum Unterrichtsminister der bisherige Borschaster beim Vatikan. Comte Maria de Vecchi, zum Laudwirtschaftsminister der bisherige Unter- staatssekretär Di oftoiü, zum Arbeitsminister Razza, zum Justizminister Solmi und zum Verkehrsminister Comte Senni ernannt
Unser Bild zeigt die Schwarze Sturmfahne der Saar- Kriegsopfer bei der U eberführ ung in die Potsdamer Garnisonskirche.
23 -Millionen-Spende
ZUM Zweiten Jahrestag der
nationalsozialistischen Revolution.
Berlin, 25. Jan. (Funkmeldung.) Reichsminister Dr. Goebbels hat eine Bekanntmachung erlassen, in der er sagt, daß auch in diesem Jahr am 3 0. Januar, am zweiten Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution, keine rauschenden Feste gefeiert werden sollen. Das deutsche Volk begehe diesen Tag, der in die schwerste Zeit des Winters falle, vielmehr dadurch, daß es ihn wieder zu einer besonderen Hilfsaktion für seine notleidenden und zum Teil noch nicht in Arbeit befindlichen Volksgenossen gestalte. Es sollen am 30. Januar Spenden i m Werte von 2 3 Millionen Mark zusätzlich zur normalen Leistung des Winterhilfswerkes zur Verteilung kommen, und zwar 14 Millionen Marl Lebensmittelgutscheine im Werte von je 1 Mark und 6 Millionen Kohlengutscheine über 1 Zentner Kohle im Werte von je 1,59 Mk.
„Ein einheitlicher Block von Granit."
Ausruf Dr. Leys zu den Vertraucnsratswallen.
Dr. Leh hat einen Aufruf zu den Vcrttaucnsrats- Wahlen erlassen, in dem es u. a. beißt:
Der Kampf an der Saar ist entschieden. Diejcr Kampf war nicht ein Kampf zwischen Deutschland und Frankreich, sondern hier stellte das Schicksal an die Werktätigen der Saar die Frage: Glaubst du an Deutschland oder glaubst du an die Internationale? Hier fämpftè die nationalsozialistische Weltanschauung gegen die marristische vor dem Forum der ganzen Welt. Die Marxisten hatten an der Saar alle Chancen für Uck. Die eigenen Mittel Deutschlands aber an ber Saar waren äußerst begrenzt. Trotz allem! Je nüber der Tag der Entscheidung kam, desto mehr trat cs in Erscheinung: an der Saar spricht die Stimme des deutschen Blutes.
Glaubst du an Deutschland? Die Werktätigen dcr Saar antworten: Jawohl, wir glauben an das ewige Deutschland! Wir stürzen ben Götten des Klassenkampfes, dcr internationalen Solidarität, dcr marxistischen Phrasen!
Soldaten der Arbeit! Das sei auch für uns ein Fanal. Die Wahlen zu den Vertrauens raten stehen vor der Tür! Der Vertrauensral hat nichts mit dem Betriebsrat marxistischer Prägung zu tun Der Betriebsrat stand geaen den Betriebssübrer. Zu dem Vertrauens rat aber gehört laut Gesetz auch der Belriebsführer.
ëeiitc Arbeit, sein Handeln während des vergangenen Jahres sieben bei der Wahl mit im Vordergrund.
Wir wollen dieses Jahr zum erstenmal durch freie Wahl der Welt verkünden, daß die neue Sozialordnung wirklich die Gemeinschaft aller Werktätigen herbe, geführt hat. ,
Walter unb KdF.-Warte! Von euch verlange ick daß ihr eure ganze Kraft für diese Vertrauerisrats- wahlen einsetzt. Die Welt muß erkennen, daß der deuticke Arbeiter und der deutscke Un ernchmer, Meister und Geselle, Handelsherr und Angestellter, nur ein Bekenntnis haben: Deutschlan d und im mer nu r Deut sch- 1 and! Die Vertrauensratswahlen 1935 werden der Welt beweisen, daß Deutschland ein einheitlicher Block von Granit geworden ist.