Zulöaer Anzeiger
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Nr. 23 — 12. Jahrgang Fulda, Montag, 28. Januar 1935 Einzewerkaufspreis 10 Pfg.
Heerschou der Landwirtschaft.
Sie Grüne Woche feierlich eröffnet. In Anwesenheit zahlreicher Mitglieder des Diplomatischen Korps,
Auf dem Berliner Mcstegclände eröffnete der Reichs- oaucrnführer, Reichsminister Walther Darrs, die „Grüne Woche". Mehr als tausend Ehrengäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, sowie Bauernabord- nungen aus Frankreich, Schweden und Ungarn wohnten dem feierlichen Auftakt dieser großen Winterschau des deutschen Bauerntums bei. Die Feierstunde erhielt ihr besonderes Gepräge durch die Anwesenheit des preußischen Ministerpräsidenten Hermann G ö r > n g . der als Schirmherr der deutschen Jägerei nach der Begrüßungsansprache des Berliner Oberbürgermeisters eine bedeutsame Rede über die Ziele der deutschen Forstwirtschaft hielt.
Die Ausstellungsstadl prahgte im Schmuck ihrer „großen Tage". Fahnen flattern überall. Unter den Ehrengästen sah man die Reichsminister v. Blomberg, v. Eltz - Rübenach , Dr. Frank, Keril. Gras Schwerin-Krosigk und S e l d 1 e, ferner Finanz- m i n i st e r Dr. P o p i tz. Unter den zahlreichen
Vertretern auswärtiger Mächte
bemerkte man den polnischen Botschafter Josef Lipski, die Gesandten von Ägypten, Argentinien. Belgien Bolivien, stuba, Irland, Meriko, Österreich, Peru, Rumänien, Ungarn, Venezuela und der Schweiz, sowie Veriredr der Staaten Bulgarien. Spanien. Griechenland Lur-mburg, Panama, Lettland, Estland und Afghanistan. Reben dem Adjutanten des Führers, Obergruppenführer Brückner, sah man den Befehlshaber der deutschen Polizei, General Daluege, die Rektoren der Berliner Hochschulen den Chef des Wehrmachtsamtes, Generalmajor v. Reiche n a II, den Oberpräsidenten Gauleiter K u b e und viele andere führende Persönlichkeiten
Nach dem Orchestervortrag der Forsi'chute Steinbusch trat Ministerpräsident .Hermann Göring im grünen Rock des Reichsforstmeisters vor das Mikrophon Er sprach von den Aufgaben der Forstwirtschaft, und aus jedem Wort hörte man seine enge Verbundenheit mit der ihm anverlrauten Arbeit heraus Ein Chor von jungen Bauern und Bäuerinnen aus der Kurmark lang ein deutsches Bauernlied „Blut und Boden", worauf Reichsminister Darre die Eröffnungsansprache hielt. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes schloß die Feierstunde.
Der Festakt am Kaiserdamm. Blick in die Ehrenhalle am Kaiserdamm während der Rede des Ministerpräsidenten Göring.
„Wald ist Volksgut."
Rcichssorstmeistcr Göring spricht.
In der Rede des Reichsforstmeisters Göring bei der Eröffnung der „Grünen Woche" heißt es it. a.:
Zum ersten Male seit Bestehen der „Grünen Woche tritt auch die deutsche Forstwirt s ch a f l mit einer großen Halle auf dieser Ausstellung in Erscheinung. Landwirtschaft und Forstwirtschaft stehen hier nebeneinander in brüderlicher Eintracht. „Wald ist Volksgut", so lautet das ßcitloort der Ausstellung des Reichsforstamtes. Das soll uns die Erkenntnis bringen, welch wichtiges und wertvolles Gut unseren Forstleuten in die Hand gelegt ist, welch wichtiges und wertvolles Gut der deutsche Bauer, mag er auch ein noch so kleines Stück Wald sein eigen nennen, zu verwalten hat. Stauer und Waldbesiber haben
schwer gelitten unter den Sünden der vergangenen Zeit. Verschuldung des Hofes und Verwüstung des Waldes waren die Folgen. Heute zwingt uns die Not und
erzieht uns die Idee des Nationalsozialismus zum
Wiederaufbau
und zu gesunder Wirtschaft.
Landwirtschaft und Forstwirtschaft sind Beispiele dafür. Gleiche Aufgaben verbinden beide: Die Bedarfsdeckung des Volkes mit wichtigen Gütern in der aufgezwungenen Autarkie. Beide nutzen Blut und Boden und haben die große Aufgabe, den Proletarier durch Seßhaft machung und Siedlung sowie Heimstättengründung vom internationalen Irrwahn zu befreien. Landwirtschaft und Forstwirtschaft ergänzen sich aber auch. Die eine ist ein vorwiegender Sommer-, die andere ein vorwiegender Winterbetrieb.
Wir wollen dem deutschen Volk den Naturwald wicdcrgebcn, und ihn so bewirtschaften, daß er seinen kulturellen, sozialen und nationalwirtschastUchen Aufgaben gerecht werden kann. Wir wollen Arbeit schaffen und wollen schließlich dafür soraen. daß er die Rohstoffe. Harz,
Sie Aufgabe des deutschen Sauern im nenen Reich.
Reichsminister und Reichsbauernführer
Darre eröffnet die „Grüne Woche".
Zur Eröffnung der ,.G r u n e n W o ch e" hielt Reichsminister Darrs eine Rede, in der er u. a. ausführte:
In den zwei Jahren, die seit der Machtübernahme dlirch den Nationalsozialismus verflossen sind, hat das deutsche Volk begreifen gelernt, die Bedeutung des nationalsozialistischen Sieges nicht darin erschöpft zu sehen, daß er einen endgültigen Schlußstrich unter eine für das ganze deutsche Volk verderbliche Entwicklung ge- seyi hat. Die zwei verflossenen Jahre haben vielmehr bewiesen, daß der Nationalsozialismus nicht nur z u siegen, sondern auch diesen Sieg aus ; u - n u y e n versteht. Unser Führer machte die nationalsozialistische
Agrarpolitik zu einem Angelpunkt der nationalsozialistischen Gefamtpolitik und übertrug der deutschen Bauernschaft und ihrer Führung damit eine Verantwortung und Verpflichtung, von deren Erfüllung die Zukunft des deutschen Volkes entscheidend mitbeding: ist.
Die „Grüne Woche Berlin 19 3 5" versucht ein Spiegelbild dieser Aufgabenstellung und Zielsetzung und der daraus sich ergebenden agrarpolitischen Maßnahmen zu geben. Heute, nach einem Jahr zielbewußten Ausbaues,
ist es zum ersten Male auf einer „Grünen Woche" auch möglich, von den Leistungen der nationalsozialistischen Agrarpolitik Zeugnis abzulegen.
So ist die „Grüne Woche Berlin 1935" ein M a r k st e i n der agrarpolitischen Entwicklung und zugleich ein Wegweiser zu neuen Aufgaben und Zielen Es entspringt nicht philologischer Liebhaberei, wenn die Darstellung der lebensgesetzlichen Bedeutung des Reichserbhofgesetzes sich aus eine Übersicht der Entwicklung des germanisch-deutschen Bodenrechts, ausgehend von dem germanischen Odalsrechi. gründet. Durch die Wieder- Verwurzelung deutscher Volkskraft in ihrer natürlichen Grundlage ist auch die entscheidende Vorbedingung für die Entfaltung und Steigerung der bäuerlichen W i r i s ch a f l s l e i st u ii a gegeben
So ergibt sich zwischen der Darstellung der lebens» gesetzlichen Bedeutung des Reichserbhofgesetzes und der Lehrschau über die Auswirkung des Reichsnährstands- gesetzes und der aus ihm begründeten nationalsozialistischen landwirtschaftlichen Markt- und Preisordniing ein unmittelbarer Zusammenhang. Die Lehrschau erbringt erneut den Nachweis, daß die nationalsozialistische landwirtschaftliche Markt- und Preisordnung nichts weniger ist als das Instrument einer einseitigen Jnter- essentenpolitik. sondern vielmehr
das wichtigste Werkzeug einer sozialen Befriedung des deutschen Volkes.
da es die Frage der Preisbildung für Lebensmittel und ihrer Verteilung berauslöst aus dem wirtschaftlichen Jnteressentenstreil. Daß in diesem Bestreben die nationalsozialistische Agrarpolitik auch nicht davor zurück s ch r e ck i, erhebliche O p s e r l e i st u n g e n von dem deutschen Bauern zu fordern, beweist die Preisentwicklung in diesem Wirtschaftsjahr; denn bei der sogenannten freien Marktwirtschaft des Wirtschaftslibera- lismus hätte die geringere Ernie des Jahres 1934 zwangsläufig zu einer für den Verbraucher unerträglich e n P r e i s st e i g e r u n g geführt. Ebenso kann andererseits der deutsche Bauer sicher sein, daß er bei reichen Ernten vor dem unter der Herrschaft des Wirtschaftsliberalismus ebenso zwangsläufig einsetzcn- den übermäßigen Preisdruck bewahrt bleibt.
Diese Gewißheit deS Eiirfatzcs aller für alle ist die entscheidende Voraussetzung für die von Den deut
Holz, Gerbstoffe, der deutschen Wirtschaft gibt, die sie zur Deckung des Bedarfs braucht.
Zur Forstwirtschaft wie zur Landwirtschaft gehört aber auch die Jagd. Deshalb ist mit der „Grünen Woche" eine Jagdausstellung verbunden gewesen. Aufgabe der Jagd ist nicht nur Hege des Wildes und Erbaltung eines artenreichen, gesunden Wilobestandes zur Freude der Volksgenossen, sondern auch die Mitwirkung an der Festigung der Ernährungsgrundlage für das deutsche Volk.
Ein Symbol dafür war die freudige Mitarbeit am Winterhilfswerk. Tie deutsche Jägerschaft hat, von mir zum Winterhilfswerk aufgerufen, in der einzigen Woche vom 9. bis 15. Januar folgende Wtldbretmengen zur Ablieferung gebracht: 216 000 Stück Wild im Gewicht von 1100 Tonnen und im Werte von einer Million Mark. Dazu kam noch ein Barbctrag von 150 000 Marl Die Gesamtsumme der deutschen Jägerschaft beträgt demnach 1,1 Million Mark.
Dann folgte die Eröffnungsansprache des Reichsernährungsministers Tarrs.
schen Bauern in der Erzcugungsschlacht geforderte allseitige Leistungssteigerung.
Der Redner kam dann aus die
Aufgaben Der Erzeugungsschlacht zu sprechen und führte u. a. aus: Wir dürfen uns in Zukunft nicht der Gefahr ausfetzen, daß eine wirtschaftspolitische Verwicklung zu einer so einschneidenden Einschränkung der öeutichen Lebensmittelversorgung führen kann Wir dürfen vor allem auch nicht übersehen, daß schon die Hindernisse, die das Ausland einer Steigerung der deutschen Jndustrieausfubr entgegensetzt, uns infolge der dadurch entstandenen Devisenknappheit zwingen, durch Steigerung der Lebensmittelerzeugung aus eigener Scholle die unmöglich gewordenen fremden Lebensmitteleinfuhren zu erfetzen. Daß damit von der ^-"tschen Landwirtschaft nichts Unmögliches geford " t wird, beweist schon allein die Tatsache, daß, wenn es gelingt, die Wirtschastsleistung der 60 Prozent geringer wirtschaftenden Landwirte an die durchschnittliche Wirtschastsleistung der 40 Prozent bester wirtschaftenden an» zugleichen, das
Ziel der deutschen Nahrungsfreiheit vollkommen erreicht wird.
In allen Landesbauernschastcn ist mein Aufruf zur Erzeugungsfchlacht mit regster Tätigkeit beantwortet worden. Sie gibt mir die Gewähr, daß das deutsche Bauerntum die Erzeuaungsschlacht als das empfindet, was sie ist, als die große Bewährungsprobe im Dienst des nationalsozialistischen Reiches, als der^Dank durch die Tat für das Befreiungswerk unseres Führers. In das Ausland bereit, der deutschen Ausfndrindustrie durch gesteigerte Abnahme ihrer Fabrikate wieder heuere Verdien ftmöglichkenen zu bieten. so wird sich das auiomanjw in einer Verbesserung der deutschen Lebenshaltung über die gegenwärtige Befriedigung des deutschen Mindestbedarfs hinaus auswirken und nicht zuletzt den landwirtschaftlichen Ausfuhrländern zugute kommen.
Die deutsche Erzcugungsschlacht ist — das ist ihr tiefster Sinn — ein Werkzeug der nationalsozialistischen FrciheitS- und Friedenspolitik.
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Kreuz und quer durch die Hallen.
„Allzuviel ist ungesund" — wenn man doch bei früheren landwirtschaftlichen Großausstellungen in Berlin an die Weisheit dieses Sprichwortes gedacht hätte! Aber damals waren die an sich schon riesigen Ausstellungshallen derart vollgestopft, daß sie fast überquollen. Und wenn man sich mühsam durch die „Fülle der Gesichter" hindurchgewunden kalte, stand man vor dem geistigen Zusammenbruch und konnte höchstens — falls man dazu noch imstande war — den Schüler aus Goethes „Faust" zitieren: „Mir wird von alledem so dumm, als ging' mir ein Mühlrad im Kopse herum." . ,
Mit diesem imlöblichen Brauch ist schon im Vorjahr gebrochen worden: auch die diesjährige „Grüne Woche" kann der pflästermüde Berliner in ruhigerer und daher aufnahmefähigerer Stimmung durchstreifen. E^ lodiit sich lohnt sich wirklich! Da bat in der Abteilung, die der Darstellung des R a s s c k u n d l i ch e n dient, ein witziger Kopf auf einem Bild in photographischer Treue alle Köpfe" jener Rastefremden zusammengestellt, die uns einst in Staat, Wirtschaft, Literatur, Kunst usw. regierten. Man „feiert" ein leicht humoristisches, aber auch leicht beschämendes Wiedersehen. Und merkt, wie weit, tvie weit weg diese Zeit von einst doch heute schon ist! Aber ernsthafter und ein bißchen bänglich wird man, wenn man die Darstellungen mustert, die die entsetzlichen Wirkungen ■vr Vernachlässigung alles rassisch Notwendigen zeigen.