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Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lreferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried­rich Ehrenklau, Fulda, Königstratze 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren­klau, Fulda, Königstratze 42, Telefon 2989.

Tageblatt für Rhèn und Vogelsberg» ^«^^

Zulöa- und Haunetal. Zulöaer Kreisblatt gÄVS^

N--â und S-^âft-N-il-: «Snigstr-ß- 42 . fnnfort^MWi Nr. iw S5y Ä& wSÄSÄ

Nr. 28 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 2. Februar 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Führernachwuchs

ArheiisdienstpflichL auch

für öLs Landjugend.

Abkommen zwischen Reichsminister Darrè und Rcichsarbctts- sichrer Hierl.

Der Neichsbauernsührer und Reichsarbeitsführei geben folgende Mitteilung heraus:

Einig in der Überzeugung, daß der Arbeitsdienst die Erziebungsschule zur nationalsozialistischen Auffassung von dem Wert und der Würde der Arbeit und zum nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeist ist, die durch keine andere Einrichtung ersetzt werden kann, und erfüllt von dem Bewußtsein, daß durch das Werk des Arbeits­dienstes die wirksamste Grundlage für eine neue Bindung des deutschen Menschen an den Boden geschaffen wird, einig in der Auffassung, daß sich jeder gesunde junge Deutsche ohne Unterschied

erst durch seine Dienstleistung im Arbeitsdienst das Recht zur Bekleidung eines Führeramtcs entsprechend seinen Fähigkeiten erwerben kann, und be­stimmt von dem Willen. das bisher enge Verhältnis zwischen dem Arbeitsdienst und dem Reichsnährstand noch inniger zu gestalten, treffen der Neichsarbeitsführer, Staatssekretär Hierl, und der Neichsbauernführer, Reichs­minister Darrs, folgende Vereinbarungen:

1. Der Reichsbauernführer wirkt dafür, daß jeder deutsche Bauernsohn und Sohn eines Landarbeiters durch die Schule des Arbeitsdienstes geht.

2. Der Neichsbauernsührer macht die Bekleidung eines Führeramtes im Reichsnährstand sowie die Einstellung als Angestellter oder Arbeiter für die nach dem 31. De­zember 1914 Geborenen von der Dienstleistung im natio­nalsozialistischen Arbeitsdienst und von bent Besitz des Arbeitsdienstpasses abhängig.

3. Von den Angehörigen des Reichsnährstandes, die in der Zeit vom 1. Januar 1911 bis 31. Dezember 1914 geboren sind, ist die Arbeitsdienstzeit n a ch z u h o l e n , soweit die Aufnahmefähigkeit der Organisation des Ar­beitsdienstes dies -uläßt. Der Reichsnährstand wird diese Angestellten nach Ablauf ihrer Dienstzeit wieder in seinen Dienst übernehmen.

4. Die Arbeitsdienstzeit beträgt grundsätzlich ein Jahr, für die vor dem 1. Januar 1915 Geborenen ein halbes Jahr.

5. Die Einstellung erfolgt erstmalig zum 1. Oktober 1935 auf Grund der von der Reichsleitung des Arbeits­dienstes dem Verwaltungsamt des Reichsbauernführers eingereichten Bedarfsauzeige, über das Einberufungs­verfahren erfolgen weitere Bestimmungen.

6. Der Arbeitsdienst erteilt den ausscheidendell Führeranwärtern, Angestellten und Arbeitern des Reichs­nährstandes eine eingehende abschließende Beurtei­lung

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Stabile BrsLpreLse.

Die Festpreise für Getreide sind seinerzeit so be­messen worden, daß die Brotpreise während des ganzen Wirtschaftsjahres im allgemeinen unverändert bleiben können. Wenn daher auch trotz der weiterhin vorgesehenen M o n a t s z u s ch l ä g e beim Getreidepreis (Reports) im

im Bauernstand.

großen und ganzen dem Backgewerbe die Aufrecht­erhaltung des jetzigen Broipreifes zugemutet werden kann, so sind aus bestimmten örtlichen Gründen in einigen Gebieten doch

besondere Hilfsmaßnahmen notwendig geworden, um die Mehlpreise für das Back- gewerbe während der restlichen Monate des Getreide­wirtschaftsjahres auf angemessener Höhe zu halten. Ähn­lich gibt es auch Gebiete, in denen der Mahllohn so niedrig liegt, daß infolge der Monatszuschläge für Getreide manchen Mühlen Besserungen zugestanden werden müssen. Um für solche Gebiete die notwendige Hilfe gewähren zu können, hat die Hauptvereinigung der Getreidewirtschaft im vollen Einvernehmen mit den Ver­tretern des Mühlen- und Backgewerbes die

Mahllöhne neu festgesetzt und die Errichtung einer Bäckerausglcichskasse

bei der Hauptvereinigung beschlossen, aus der Beihilfen gewährt werden sollen. Vom 1. Februar ab sind für die Bemessung des Mehlpreises an Stelle der Notierun­gen au den Großmärkten die Festsetzungen der Getreide- wirtschaftsverbände maßgebend.

In allen Teilen des Reiches bleibt demnach auch in Zukunft der bisherige Brotpreis unverändert. Binnen kurzem wird eine Brotmarktordnung erlassen werden, um die sonstigen Verhältnisse auf dem Brotmarkt zu bereinigen.

Die Londoner Gespräche.

Die ersten Unterredungen zwischen den französischen und englischen Staatsmännern in London haben statt­gefunden. Flandin und Laval haben dem englischen Ministerpräsidenten Mac Donald und dem Außenminister Sir John Simon die französische Auffassung zu den Problemen, die man vorher auf diplomatischem Wege erörtert hatte, noch einmal dargesteüt.

Es ergibt sich aus allen französischen und englischen Pressemeldungen, daß in Paris über den Kreis der zu behandelnden Fragen und auch über bie Richtung der Auseinandersetzungen eine Vereinbarung erzielt worden ist, daß aber die französische Regierung sich vor­behalten hat, ihren Standpunkt zu jeder einzelnen Frage noch einmal zu erörtern und offenbar auch zu verteidigen.

Über das Ergebnis der Verhandlungen, die bis Sonnabend abend dauern, soll eine amtliche Mitteilung erst nach Beendigung aller Besprechungen herausgegeben werden.

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Lediglich vertrauensvoller Gedankenaustausch.

London, 2. Februar. Die Besprechungen zwischen den britischen Ministern und ihren französischen Kollegen in Downingstreet haben den ganzen Tag angedauert. Man nimmt an, daß eine eingehende Erörterung über die Be­dingungen stattsand, unter denen ein Rüstungsbeschrän­kungsabkommen in Europa erzielt werden könnte, das Deutschland Gleichberechtigung bieten würde, das Reich in den Völkerbund zurückbrächte und zugleich das Sicher­heitsverlangen Frankreichs und aller anderen Länder ge­währleistete. Die letzte Frage umfaßt unvermeidlicherweise

Senkung der Stickstoffpreise.

Reichskommiffar für Preisüberwachung unterstützt die Erzeugungsschlacht.

Ter Reichskommissar für Preisüber­wachung teilt mit:

Auf Grund der in den letzten Tagen mit dem Reichs- und preußischen Ministerium für Ernährung und Land­wirtschaft, dem Reichsnährstand und dem Stickstofs- shndikat gepflogenen Verhandlungen ist folgendes fest­gesetzt: Zur erfolgreichen Durchführung der Erzeugungs- schlacht der deutschen Landwirtschaft wird mit sofortiger Wirkung für den Rest des Düngejahres ein Sonderad­schlag auf den Stickstoffpreis gewährt: er beträgt für Stickstoffdünger 5 Pfg., für Kalkstickstoff 3 Pfg. je Kilo­gramm Stickstoff.

Dies bedeutet im Durchschnitt eine Preisermäßigung um etwa 7 Prozent.

Um die Abnehmer der zu Dezember- und Januar­preisen vom Stickstoffivndikat bezogenen Düngemittel vor unmittelbaren Verlusten zu schützen, gewährt das Stick- stosfsyndikat auf diese Mengen insoweit eine Ver­gütung, als der Februarpreis abzüglich des Sonder- abschlages unter den Dezember- und Januarpreisen liegt. Darüber hinaus wird eine Rückvergütung nicht gewährt. Im Zusammenhang hiermit roirb bie Barzahlüngsver- gütung auf I % v. H. festgesetzt.

Die deutsche Landwirtschaft kann auf Weiteraewäh­rung der Preisverbilligung für das Tüngewirtschafts- jahr 1935'36 nur dann rechnen, wenn eine w e s e r. r l i ch e Absatzsteigerung der stickstoffhaltigen Düngemittel erreicht wird.

das Problem einer britischen Garantie. das naturge­mäß beträchtliche Schwierigkeiten bietet. Sonnabend ttâh werden die Besprechungen wieder ausgenommen. Konkrete Lösungsformern beginnen sich zur Stunde offen- bar noch nicht abzuzeichnen. Aach der amtlichen. Mitrei- lung des Foreign Office waren Ministerpräsident Mac Donald, Baldwin, Sir John Simon und Eden wwie der französische Ministerpräsident Flandin und der Außen­minister Lavalüber den Geist freundscha"tilgen Ver­trauens erfreut, in dem der Gedankenaustausch statt­fand und weiter stattfinden wird."

Wie Reuter erfährt, ist in den englisch-französischen Besprechungen von französischer Seite ein Abrüstungsab­kommen für Luftwaffen zur Erörterung gestellt worden. Ferner fei auch die Frage der Zahl der in Deutschland militärisch Ausgebildeten aufgeworfen worden.

Keine greifbaren Ergebnisse zu erwarten.

In unterrichteten politi'chen Kreisen unterstreicht man, daß man für die englisch-französischen Besprechungen keine greifbaren Ergebnisse zu erwarren habe. Die Zusammen­kunft habe lediglich einen Austausch der Ansichten be­zweckt und sei nicht zusammenberusen worden, um irgend­welche konkreten Vorschläge zu prüfen. Man erklärte, daß eine beachtliche Uebereinstimmung in der grundsätzlichen Beurteilung der behandelten Fragen zu verzeichnen "ei. Die französischen Minister seien jetzt in der Lage, den Ausführungen ihrer britischen Kollegen entgegenzusehen, da am Freitag in der Haupnache die Gäste das Wort ge­habt barten.

Reichsminister Dr. Goebbels beglückwünscht den französischen Leutnant Wizard, der am Donnerstag auf dem Berliner Reit- und Fahr- turuier in der Entscheidung des Barrierenspringens er­folgreich war. Die gleiche Sprunghöhe erreichte auch der deutsche Oberleutnant Brandt. Um ein zweites Stechen zu vermeiden, teilten sich die beiden in den Sieg und die Geldpreise, und als schöne Geste rechter internationaler Sportkameradschaft gingen unter den Klängen der Natio­nalhymnen die JloMcn Frankreichs und Deutschlands am

-yasWast! empor.

Der Führer an Dr. Schmitt nnd Dr. Schacht.

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat an den ausgeschiedenen Neickswirtschafts- minister und preußischen Minister für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Schmitt, ein Schreiben gerichtet, in dem er diesem für seine Arbeit nochmals herzlich dankt und die Wünsche für baldige Genesung ausspricht.

Auch an Dr. Schacht richtete der Führer ein Schreiben, in dem der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß die Bemühungen um die Gesundung der deutschen Wirtschaft erfolgreich sein möchten.

Kurze politische Nachrichten

Ministerpräsident Göring ist mit dem fahrplan­mäßigen Zuge von Warschau wieder in Berlin ein- getroffen. *

Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsorgani- sationslener Dr. Ley haben eine gemeinsame Anordnung über die sofortige Errichtung einer selbständige n A b 1 e i l u n iiD eutsche Arbeitsfront* in der 9t e i ch s p r o p ag a n d a l e i t u n g herausgegeben, deren Aufgabe die gesamte propagandistische Betreuung der Arbeitsfront und ihrer Gliederungen ist.

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Nach einer halbamtlichen polnischen Übersicht über die Ausweisung polnischer Bergarbeiter aus Frankreich sind 4980 Bergarbeiter mit ihren Familien, im ganzen 10 237 Personen, in 16 Sonder- zügen aus Frankreich entfernt worden. Bei der Zählung sind die Kinder unter vier Jahren noch nicht mitgerechnct.

Änderung der Sowjet-Bersaffung ?

_ Moskau, 2. Februar. Am 1. Februar fand unter Vorsitz Stalins eine Vollsitzung des Zentralausschusles der Par­tei statt, in der über politische und wirtschaftliche Fragen beraten wurde. An stelle des ermordeten Mitgliedes des Polit-Büros, Kirow, und des verstorbenen Mit­gliedes des Polit-Büros, Kuibyschew, wurden neue Mit­glieder gewählt. Das Plenum des Kongresses beschloß, den Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, Molotow, zu beauftragen, im Ramen des Zentralvollzugsauschustes der Partei dem 7. Rate-Kongreß einen Vorschlag über die Notwendigkeit gewisser Aenderungen der Verladung der Sowjetunion zu unterbreiten, und zwar in folgender Richtung: weitere Demokratisierung des W a h k sy ste m s im Sinne eines Ersatzes der nicht vollkommen gleichen Wahlen durch gleiche, der bisher gestaffelten durch direkte und der offenen durch geheime,- Präzisierung^der sozial- wirtschaftlichen Grundlage der Verfassung im Sinne einer Uebereinstimmung der Berfa sung mit dem heutigen Verhältnis der Kräfte der verichiedenen Klassen der Sowjetunion. Dabei ist insbesondere an eine Abänderung im Sinne der Errungenschaften der Revolution gedacht, das beißt der ëdxvning der neuen starken Industrie, der Zerschlagung des Bürgertums, des Sieges des Systems der Kollektivwirtschaften, der Be­festigung des sozialistischen Eigentums als Grundlage der Sowjetgesellschaft usw.

Picck und Frau auf freien Fuß gesetzt.

Saarbrücken. Wie dasSaarbrücker Abendblatt* aus Straßburg meldet, sind auf Anordnung des französischen Jusüzmrnistcrs der ehemalige Gewerkschastssekretär Otto Pieck und dessen Ebefrau auf freien Fuß gefeit worden. Sie haben das Kalmarer "'"unichungsaefängnis verlassen