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Zul-aer Anzeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage: .Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried­rich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren­klau, Fulda, Königstraße 42, Telefon 2989.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraste 42 Zemsprech-flnsthluß Nr. 2989

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangs­weiser Beitreibung over Konkurs erlischt jeder An­spruch auf Nachlaß.DA." I. 35 910. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. Verantwort!. für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach°H.

Die Rückgliederung der Saar.

Abschluß

her Baseler Gaarverhan-Iungen.

Die Einzelheiten der Vereinbarungen.

Als Abschluß der seit dem 24. Januar zwischen Ver­tretern der deutschen und der französischen Regierung und der Regierungskommission des Saargebietes in Basel geführten Saarverhandlungen wurde jetzt eine amtliche Mitteilung ausgegeben, in der es heißt:

Das Verhandlungsergebnis ist in einem I von der deutschen und französischen Delegation im Ein- I vernehmen mit der Delegation der Regierungskommission I des Saargebietes an Baron Aloisi als Vorsitzenden § des Dreierausschusses gerichteten Schreiben zu- sammengefaßt, dem in mehr als 20 Anlagen die in M Basel paraphierten Texte der verschiedenen Vereiubarun- I gen und Erklärungen beigefügt sind. Das Schreiben und I feine Anlagen sollen dem D r e i e r a u s s ch u ß als I Grundlage für die Bestimmungen dienen, die er für die & Rückgliederung des Saargebieles an Deutschland und für 5 die Durchführung der aus Grund früherer Ratsbeschlüsse r von den beteiligten Regierungen übernommenen Vcr- ) pflichtungen zu treffen haben wird.

Die Führer der deutschen und französischen Delegation haben sich mit einigen Mitgliedern der Delegation auf I Einladung des Vorsitzenden des Drcierausschnsses nach § Rom begeben, um dem Ausschuß mündlich zu berichten. Hierzu verlautet folgendes: Die unter den Verein- barungspunkten befindliche Währungsverord- ' nung regelt den Umtausch der im Saarland umlaufen- ; den Noten der Bank von Frankreich und der anderen aus- L ländischen Zahlungsmittel, den Beginn der Umtauschfrist, Inkrafttreten des Ausfuhrverbots für Zahlungsmittel * aus dem Saarland und die übernah,nepflicht für Reichs- f martzahlungen. Hierfür ist vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung der 18. Februar in Aussicht genommen.

M Gleichzeitig wird die deutsche Zollgrenze ebenso wie die Grenze im Verrechnungsverkehr mit dem Ausland an die saarländisch-französische Grenze verlegt. Da­mit wird die wirtschaftliche und währungspolidischc Rückgliederung des Saarlandes im wesentlichen be­reits einige Zeit vor dem 1. März verwirklicht.

Für die Übergabe der Gesamtverwaltung zum 1. März I sind die Vorbereitungen an Ort und Stelle im Gange. W Die Grundsätze hierfür sind mit der Regierungs- g kommission vereinbart. Die Saargruben gehen mit dem 1. März 1935 unter Einschluß aller Grundstücke, Vor- , ritte und Einrichtungen auf das Deutsche Reich übe r. Das französische Grubenpersonal scheidet am 28. Februar aus. Das Reich tritt in die laufenden Kohleu- liefcrungsverträge ein. Hierdurch und durch Aufstellung t von Halbjahresprogrammen für die Kohlenlicferung, di-; I auf den Kaufpreis der Saargruben anzurechnen sind, ist j die Weiterbeschäftigung der Bergarbei er im Saarland im Zusammenhang mit den anderen Maß- I nahmen der Reichsregierung s i ch c r g e st e l l t. Verhand- i lungen über die vorgesehenen Warndt-Pachtverträge sind i im Gange. Auch für den Warndt ist über die weitere i Beschäftigung der deutschen Arbeiter eine Verständigung erzielt.

Die drei saarländischen Verbindungsbahnen nach Lothringen werden ebenfalls am 1. März mit vollem Inventar und rollendem Material zurückgcgcben.

I Die bei ihnen beschäftigten französischen Eisenbahnbeamten [ Arden aus dem Saarland zurückgezogen, die deutschen I Beamten treten wieder in den Reichsdienst zurück. Eine k Vereinbarung mit Frankreich über die Regelung der Sozialversicherungspflicht gewährleistet den versicherten die E r b a l t u n g ihrer Rechte. Auch für die französischen Privatversichcrungen ist eine be­sondere Vereinbarung hinsichtlich des saarländischen Ver- Ilcherungsstandes getroffen worden.

Für die Aufbringung des im römischen Abkommen W ^'om 3. Dezember 1934 vereinbarten Pauschbetrages i don 900 Millionen Franc wurden die technischen Vor- s 'chrungen zur Einsammlung und Abführung der umzu­lauschenden Franc geschaffen. Die BIZ. übernimmt die Rechnungsführung und Verwaltung der für den er­wähnten Pauschbetrag von 900 Millionen Franc und den Dienst der saarländischen Ausländsanleihen bestimmten Beträge.

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Oer Rückkauf der Saargruben.

Die Pauschalsumme für den Rückkauf derSaar- gruben beträgt 900 Millionen Franc. Ihre Abtra- I gling erfolgt durch die restlichen 95 Prozent der im Saar­lande eingesammelten nichtdeutschen Noten und durch die Lieferung von S a a r k o h l e nach Frankreich, und »war auf Grundlage von handelsüblichen Abmachungen mit den französischen Großabnehmern. Der Gegen­wert ist an die Bank von Frankreich zu zahlen, die wiederum den Betrag dem bei der BIZ. geführten Konto gutschreibt. Das Gleiche geschieht mit den von der französischen Regierung oder den französischen Gruben- Pachtern für diè für Gemeindesteuern, Berg­schäden usw. LU entrichtenden Summen.

Zu ben am 1. März in das Eigentum des Deutschen Reiches übergehenden Gruben gehören auch alle Liegenschaften und Liegenschaftsrechte des französischen Staates innerhalb des Saarlandes, die Eisenbahnen und Vollbahnhöfe nebst Zubehör, wie z. B. das beweg­liche Vermögen der Gruben und ihrer Nebenbetriebe, Grundstücke, Gleissignale und Telephonanlagen sowie das rollende Material.

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Abzug der Saarpolisei

Zurückziehung der internationalen Truppen bis 27. Februar.

Saarbrücken, 7. Februar.

Das Hauptquartier der internationalen Truppen im Saargebiet hat dem Völkerbund bezw. dem augenblicklich in Rom tagenden Dreierausschuß Vorschläge über die Zurückziehung der internationalen Trup­penkontingente unterbreitet. Die endgültige Ent­scheidung und die Regelung der einzelnen Fragen liegt jedoch, wie ausdrücklich betont wird, bei den Völker-" bundsstellen. Rach den unverbindlichen Anregungen des Hauptquartiers

sollen die holländischen Truppen am 16. Februar, die schwedischen Truppen am 18. Februar, die ita» lienischen Truppen an den darauffolgenden Tage« und die Engländer als letzte in verschiedenen Etappen vom 20. bis 27. Februar das Saargebiet verlassen- Man nimmt jedoch hier nicht an, daß der Dreierausschuß Veranlassung haben wird, diese vorgeschlagenen Termine abzuändern, und rechnet mit einer baldigen Erklärung seines Einverständnisses. Man hofft hier, eine baldige Entscheidung herbeiführen zu können, da­mit die Vorbereitungen für den Rücktransport zeitig

Opfer des Sturmes.

Deuischer Dampfer gesunken.

14 Seeleute an der norwegischen Küste ertrunken.

Der schwere Sturm, der in der vergangenen Woche auf der Nordsee wütete, hat, wie sich jetzt heraus- geftcöt hat, ein schweres Schiffsunglück ver­ursacht. Nach Meldungen aus Norwegen ist der Weser­münder' FischdampserM a i n" der Reederei Hans Kunkel vor der norwegischen Küste in eine Untiefe geraten und gesunken. Die aus vierzehn Mann bestehende Besatzung ist höchstwahrscheinlich u m g c k v m m e n.

Der 252 Tonnen große DampferMain" ist vor 16 Jahren in Dienst gestellt worden. Er besaß moderne technische Einrichtungen. Seine Besatzung bestand aus tüchtige« ostpreußischen Seeleuten; auch der Kapitän Max Türk war ein gebürtiger Ostprcuße. Am 22. Januar lief dieMain" aus Wesermünde aus, um in dem norwegischen Hafen Harstad Eis zu nehmen. In derselben Nacht und an den folgenden Tagen herrschte auf der Nordsee Orkan von der Windstärke 12. Am 23. Januar lief aus Wesermünde ein Schwesterschiss des Dampfers Main" ebenfalls mit dem Ziel Harstad aus. Dieser Dampfer traf pünktlich am Bestimmungsort ein.

Der Kapitän suchte aber vergeblich nach derMain", und so wurde sestgestellt, daß das Schiff überfällig war.

Die Reederei in Wesermünde wurde telegraphisch benach­richtigt und stellte durch Hochseerundfunk an alle Schiffe Nachforschungen nach dem Verbleib des vermißten Dampfers an. Diese Ermittlungen wie auch eine Rück­frage bei der Gesandtschaft in Oslo blieben zunächst er­folglos.

Nun erhielt die Reederei die Mitteilung, daß an der westnorwegischen Küste Wrackteile angespült worden seien, die zweifellos von derMain" herrühren.

Aus der Reiseroute des Dampfers wird entnommen, daß das Schiff etwa zehn Seemeilen von der norwegischen Küste entfernt auf eine untiefe Stelle geraten und im Sturm vernichtet wurde. Da bisher noch kein Lebenszeichen der Besatzung vorliegt, kann kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß alle vierzehn Seeleute ein Opfer ihres Berufes geworden sind.

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Die Leichen der Reichswehrsoldaken geborgen.

Aufopfernde Arbeit der R e t t n u g S - mannschaften.

Die Leichen der vier in den Bergen tödlich verun­glückten Reichswchrsoldatcn sind von der Retiungscxpedition geborgen und in das LeichenhauS Partcnlirchcn gebracht worden. Der traurige Zug bewegte sich mit Skischlitten über die Esterbergalm zu Tal. Die An­teilnahme der Bevölkerung von Garmisch-Partenkirchen M bau tragischen Geschick der Soldaten ist außerordentlich

genug eingeleitet werden können. Bezeichnend für die Tatsache, daß man mit dem baldigen Abzug der Truppen rechnet, ist eine Aufforderung der Regierungskommission, sämtliche noch nicht zur Begleichung vorgelegten Rech­nungen für Sachlieferungen usw. an die internationalen Saartruppen bis spätestens Dienstag, den 12. Februar, im Regierungsgebäude einzureichen.

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Norwegisches Lob

für die Gaardeuischen.

Anläßlich einer Versammlung der Polizeibeamten von Neunkirchen hielt der norwegische Polizei Hauptmann Dr. Schöningh eine Ansprache, in der er ausführte:Es ist interessant, zu wissen, daß wir durch ausländische Zeitungen

ein falsches Bild über das Reich

und besonders das Saarvolk hatten. Das Saarvolk hat eine außerordentliche Disziplin gezeigt, und Sie können überzeugt sein, daß wir internationalen Polizeioffiziere unsere vorgesetzten Instanzen in Genf eindeutig informiert haben über den guten Geist an der Saar und

die tiefe Vaterlandsliebe der Saardeutfcherr.

Dieses Gefühl der Liebe zum Vaterland hat uns alle, die wir aus verschiedenen Ländern hierhergekommen sind, er­griffen, und die Ereignisse des 13. Januar und der Tage danach sind für mich Erlebnisse, die ich nie vergessen werde. Ich werde davon erzählen und berichten, wenn ich bald wieder in meine Heimar komme, und ich werde das Saarvolk und das Saarland feiern als ein Land der besten deutschen und herzensguten Menschen, die im Ausland viel verkannt worden sind."

groß. Die Toten werden wahrscheinlich, wie schon ge­meldet, in ihren Heimatorten beigesetzt werden.

Seit dem frühen Morgen waren die beiden Abteilun­gen der Rettungsmannschaften der Reichswehr und der Alpinen Rettungsstellen im Gebiet des Krottenkopfcs mit der Bergung der Reichswehrsoldalen beschäftigt. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich infolge der hohen Schneelage sehr schwierig. Die Leichen »er vier Soldaten lagen dicht nebeneinander. Sie mügcn von einem plötz­lich mit großer Wucht auftretenden Schneesturm überrascht

Opfer der Schneestürme.

Verunglückte Skisabrer werden von einer Rettungs­mannschaft ju Tal gebracht.

worden sein. Schon sehr erschöpft, konnten sie den Natur­gewalten nicht den nötigen Widerstand entgegensetzen.

Es ist besonders tragisch, daß der weiße Tod in nächster Nähe der schützenden Hütte, die sie bei normalen Witterungsverhältnissen sicher erreicht hätten, ihr Leben forderte.

Den tapferen Bergungsmannschaften aber, die wäh­rend eines gewaltigen Schneesttrrms in ja ft übermensch­licher Anstrengung an der Bergung der Toten arbeiteten, gilt der Dank aller Volksgenossen. . ,

Die Suche nach den beiden vermißten Münchener Bergwachrleuten ist am Mittwoch früh von einer zehn Mann starken Rettungsmannschaft im Gebiet des Wank fortgesetzt worden. Bisher fehlt aber noch jede Spur von den Vermißten.

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immer noch Hochwasser und Lawinen.

Sieben Todesopfer durch Lawinenstürze.

Da der R h e i n u n d feine Nebenflüsse H och was s e r führen, ist nach der Veröffentlichung einer Hochwasscrwarnung von der Rheinstrombauverwaltung der a m l l i ch e H o ch w a s s e r d i e n st eingerichtet wor­den. Aris Maxau wird ein Rheinwasserstand von 5,93 Meter gemeldet acacnüba 4.87 Meter am Dienstag-