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(Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried­rich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren­klau, Fulda, Königstratze 42, Telefon 2989.

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Iesltel,« ^ mebet60tung Zulöa- und Haunetal. Zulöaer Kreisblatt WMZ?M«H« »ân un» ««äft-st-lle- *W* * *«*M*IW ». MW * ~ ^ÄÄ^

Nr. 35 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 11. Februar 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Der Staatsbesuch des preußischen Ministerpräsidenten in Dresden

Die Bevölkerung der sächsischen Landes» Haupt stadt um jubelte Hermann Göring.

Die sächsische Landeshauptstadt Dresden hatte am Sonnabend und Sonntag große Tage. Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring machte der Stadt Dresden einen Staatsbesuch. Aus diesem Anlaß sand in der festlich geschmückten Straßenbahnhalle eine Kundgebung statt, an der mehr a l s 2 5 0 0 0 B o l k s g e n o s s e n teilnahmen. Rechts und links des Podiums hatten die Fahnen aller Gliederungen der Partei Aufstellung ge­nommen. Von stürmischen Zurufen begrüßt, traf bann Ministerpräsident Göring mit seiner Begleitung in der Kundgebungshalle ein, der nach Begrüßungsworten des Reichsstatthalters und Gauleiters M u t s ch m a n n das Wort zu einer Rede ergriff.

Göring erinnerte zunächst daran, daß er vor fast zwei Jahren zuni letztenmal in Dresden gesprochen habe, um sodann auf die Ereignisse dieser letzten zwei Jahre ein­zugehen. Damals, vor zwei Jahren, habe Deutschland noch zerrissen, ohnmächtig und verblutet daniedergelegen. Es sei notwendig, immer wieder jedem einzelnen ins Ge­dächtnis zurückzurufen, wie es damals in Deutschland aus- llesehen habe. Im übrigen sei die Bewegung, die andert­halb Jahrzehnte eines einzigartigen heroischen Kampfes durchlebt habe, hart geworden. Ihre Führer hätten stählerne Nerven bekommen. Sie seien den Kamps ge­wohnt. Sie seien gewohnt, ohne Kompromiß ihren Weg zu gehen, und sie würden das auch inallerZukunf» ohne Kompromiß tun. (Starker Beifall)

Ter Ministerpräsident richtete an die Masse» beit Appell, die kleinen Sorgen des Alltags einmal zu ver­gessen und in das große Geschehen hincittzusehe», an dem jeder an seinem Platz teilnehme. Nur der Glaube des Volkes au die große heilige Idee des Nationalsozia­lismus habe den Führern die Kräfte gegeben, auszu­hallen und weilerzukämpfen. Langsam sei aus Tausen­den von Einzelmenschen ein Volk und eine Nation ge­worden, bis der Sieg gewonnen worden sei und das Werk beginnen konnte.

Ohne Freiheit und Ehre ist, so fuhr Göring fort, auch kein wirtschaftliches Leben möglich. Nur wenn das Leben des gesamten Volkes gesichert ist, kann für die Existenz des einzelnen gesorgt werden. Wir haben das Ehrgefühl des deutschen Volkes mit leidenschaftlicher Energie geweckt und, ivie Freiheit und Ehre die Fundamente des staat­lichen Lebens sind, so ist auch die Arbeit und das Brot eng damit verbunden.

Freiheit und Ehre, Arbeit und Brot, diese beiden Be­griffe sind unlösbar miteinander verknüpft.

Durch die Wiedererweckung dieser Begriffe ist es uns auch allein gelungen, die Flut der Arbeitslosigkeit zurück­zudrängen und Millionen, die schon alles verloren hatten, wieder zurückzuführen in Arbeit und Brot.

Die Kraft der Revolution hat über die Parteien ge­stellt, und so konnte das große Programm Adolf Hitlers beginnest, überall im deutschen Lande sehen wir heute die Früchte der Arbeit. Wenn wir durch das Land fahren, können wir heute schon erkennen, was in de» ersten beiden Jahren geschaffen worden ist. Das Rad hat sich zu drehen begonnen, und ihr alle müßt dafür sorgen, daß der Schwung zunimmt und das Rad niemals aufgehalten wird.

Mit vernichtenden Worten hielt der Ministerpräsident Abrechnung mit den marxistischen Verbrechern, die es ver- sttcht hätten, die deutsche Arbeit zum Fluch zu degradieren. Dann erklärte er: w

Immer wieder versucht man auch heute noch von außen her gegen das deutsche Volk z» Hetzen. Die Einheit des Willens hat uns stark gemacht. Wir sind keine Nation zweiten Ranges mehr. Mit Recht bezeichnet man Adolf Hüter als Friedenskänzler.

Hitler hat fürwahr für den Frieden mehr getan als jeder andere.

Wenn er die Gleichberechtigung Deutschlands verlangt, so tut er es, um den Frieden zu erhalten. Die Welt soll

^ lE ^rk genug sind, ihn uns selbst zu erhalten. Ohne Einschränkung und ohne Kompromisse sind wir einen geraden Weg gegangen, der zur Gleichberechtigung der Natlon führt."

Zum Schluß führte der preußische Ministerpräsident aus:Volksgenossen! Nicht alles ist erreicht; aber wenn io mancher Nörgelnde an euch herantritt, dann überlegt und gesteht, daß Großes geschaffen ist, aber niemand kann alles auf einmal machen.

^as heute noch nicht erreicht ist, wirb morgen geschaffen werde».

Dafür bürgt euch der Führer mit seinem Willen, mit leniem Sehnen, mit seiner Sorge und seiner Liebe für das deutsche Volk. Deshalb müßt ihr Vertrauen haben! Denn euer Vertrauen ist allein die Basis, auf der Wir arbeiten

Wer dieses Vertrauen zerstört, zerschneidet das Band und will uns kraftlos machen. Erst eure Liebe und euer Vertrauen geben uns die Kraft, hart zu bleiben unb durchzustehen. Bald wird der Tag da sein, an dem wir agen dürfen: Jetzt, Kameraden, ihr zwei Millionen, die ihr draußen geblieben seid, und ihr Kampfgenossen, die für unseren Führer unb feine Fahne gefallen seid, euer LWr ist picht umsonst gewesen. Wir haben den Wechie!

Der Vorbeimarsch der sächsischen 56.

v. Ministerpräsident Göring in Dresden.

den ihr mit eurem Blut'geschrieben habt, ein gelöst. Dann werden wir den Stein errichten, auf dem geschrieben steht: Ihr st a r b t, auf daß Deutschland lebe!"

Der Rede des Ministerpräsidenten solgte ein minuten­langer, sich stets erneuernder Beifall. Am Abend wohnte Ministerpräsident Göring mit den Herren seiner Be­gleitung einer Festaufsührung der OperArabella" von Richard Strauß in der Staatsoper bei.

Ministerpräsident Reichsminister General Hermann Göring war bei seiner Ankunft auf dem Dresdener Hauptbahnhof von Reichsstatthalter und Gauleiter Mutschmann in der sächsischen Landeshauptstadt herz­lich begrüßt Word.«. Drei B2 A.-Iladel, über­reichten dem Ministerpräsidenten einen Tulpenstrauß. Dann begab sich der Ministerpräsident durch das Spalier der Fahnen zu den vor dem Bahnhof aufgestellten Ehrenformationen der SA., des Feldjägerkorps, der Fliegerlandesgruppe, des Luftschutzes und der PO.

Unter den Klängen des vom Musikzug der Landes­fliegergruppe gespielten Präsentiermarsches

schritt der Ministerpräsident die Front der Formationen ab.

Während dieser Zeit kreisten sechs Verkehrsflugzeuge über dem Platz vor dem Bahnhof. Immer wieder von stürmi­schen Heilrufen begrüßt, begab sich Ministerpräsident Göring mit dein Reichsstatthalter durch die innere Stadt zum Hotel. Vom Bahnhof bis zum Hotel hatten HI., Jungvolk und B D M. Spalier gebildet, hinter denen sich eine nach vielen Tausenden zählende Menschen­menge staute. Vor dem Hotel erwiesen eine Ehren­bereitschaft der Schutzpolizei und eine Bundeskompanie des Stahlhelm dem Gast ihre Ehren­bezeugungen. Den Ehrenposten vor dem Hotel stellte die Dresdener SS.

Bocheimarsch der SA. vor Göring.

Den Auftakt zum zweiten T a g e des Staats­besuches des Ministerpräsidenten Görina bildete ein

Neue Blütezeit auch für die Städte

Im Stadtverordnetensitzungssaal überbrachte Ober­bürgermeister Zörner im Namen des Rates und der gesamten Einwohnerschaft die herzlichsten Willkommens- grüße. Die Stadt und ihre Führer hätten den festen Willen, durch Opferbereitschaft und Mitarbeit am großen Werke des Aufbaues Deutschlands mitzuwirken.

Ministerpräsident Göring dankte für die freundliche Begrüßung und bat, diesen Dank auch an die Einwohner­schaft weiterzugeben, von deren Zuneigung und Vertrauen er sich bei seinem Besuche in Dresden immer wieder habe überzeugen können. Dresden sei eine der schönsten Städte Deutschlands.

Der Nationalsozialismus werbe auch für die Städte wieder eine neue Blütezeit erstehen lassen.

Ministerpräsident Göring dankte und sagte, Dresden fei eine der schönsten Städte Deutschlands. Der National­sozialismus werde auch für die Städte wieder eine neue Blütezeit erstehen lassen.

Gerade für die Oberbürgermeister würden schwere und große Aufgaben zu lösen fein, denn es sei ein groß­zügiger Auf- und Umbau der Städte vorgesehen, um in dem Großstädter nicht mehr das Gefühl des Ein- gepferchtserns entstehen zu lassen. Es müsse dafür gesorgt werden, daß auch der Aermste in den Städten so wohnen könne, wie wir es schon aus rassischem Grunde wünschen möchte». Ministerpräsident Göring wies sodann auf die große Be­deutung her neuen Städteordnung hin, deren Grundlagen bereits vor eineinhalb Jahren in Preußen geschaffen worden seien. Der Oberbürgermeister einer Großstadt werde in Zukunft eine sehr schwere Verantwortung tragen. Er hoste. daß es dem Rubrer der Stadt Dresden geling n

Ständchen, das ihm ein Dresdener SA.-Musikzug vor dem Hotel Bellevue darbrachtc und an das sich ein fast ein­stündiger Vorbeimarsch der SA. anschloß. Trotz grimmiger Kälte harrte eine geduldige Menschenmenge vor dem Hotel aus, um Zeuge des eindrucksvollen Schau­spiels zu werden. Kurz vor 9 Uhr rückte die älteste Dresdener S A. - K a p e l l e, der Musikzug der Standarte 100, an und brachte vor dem Hotel, über dem das silberne Hoheitszeichen der Bewegung auf rotem Grunde grüßte, ein auserlesenes Programm zu Gehör. Punkt 10 Uhr erschien Ministerpräsident Göring, um von einem Auto aus den Vorbeimarsch abzunebmen.

Unter klingendem Spiel ruckten h-t-? > Adjäger- k^orps, der Stab der Brigade 33 und die Standarte 10 0 heran, dann folgten Abordnungen der auswärtigen Standarten sowie der Srab der Brigade R. 33 und die Standarte R. 100. Den Be­schluß bildeten SS. und der Marinesturmbann 112.

Im Anschluß an den Vorbeimarsch empfing Reichs- luftfahrtminister Göring in der Dresdener Sraatsoper den Präsidenten des Luftamtes Dresden, Fliegerkommo- dore Schweickhard, mit feinem Stabe und ließ sich die Herren vom Stabe vorstellen. Sodann besichtigte er die Dresdener Gemäldegalerie, wo er ins­besondere für die Sixtinische Madonna von Rafkael und für die übrigen bedeutenden Werke alter Meister lebhaftes Interesse bekundete.

Am Mittag sand zu Ehren des Ministerpräsidenten ein

feierlicher Empfang im Dresdener Rathaus statt, Vor dem Ratbaus hatte eine Edrenabteilung d e r P O. Aufstellung genommen. WohliahrlspoUzci und Fabnenabordnungen der PO. bildeten Spalier bis zum großen Empfangssaal. Beim Eintreffen vor dem Rat- baus wurde Ministerpräsident Göring wiederum von einer großen Volksmenae mit 3ubel bearüLt.

werde, den Weltruf Dresdens weiter zu festigen, so daß man wieder wie einst nach Dresden pilgern werde als zu einer Stätte der Schönheit und Kunst. Dazu aber sei nicht nur die Arbeit des Führers einer Stadt und seiner enge­ren Mitarbeiter, sondern die Mithilfe der gesamten Be­völkerung notwendig. Er habe während der Kampfzeit Dresden häufig besucht und schöne wie schwere Stunden hier verlebt. Wenn er heute als verantwortlicher Mit­arbeiter des Führers und als Reichsminister nach Dres­den komme, so um der Stadt bei der Erfüllung ihrer Aus­gaben behilflich zu sein und um die Bedeutung der Groß­städte. noch dazu wenn sie Hauptstadt eines Landes seien, zu unterstreichen.

Im Anschluß an den Empfang im Rathaus begab sich Ministerpräsident Göring nach der Moritzburg zur Be­sichtigung des Schlosses. Da die Fahrt von er bekannt geworden war, hatte sich auf der ganzen Strecke eine zahl­reiche Menschenmenge angesammelt, die dem Minister­präsidenten bei der Durchfahrt überall herzlich zujubelte. Bei der Einfahrt in den Schloßhof wurde Ministerprân- deut Göring in seiner Eigenschaft als Reichsjägermeister von den dort aufgestellten Forstbeamten mit dem Jagd- ruf bewillkommnet. In einer kurzen Ansprache an die im Schloß versammelten Kreisjägermeister wies Göring auf die Bedeutung der ihnen gewordenen Aufgabe hin, für d-e ihnen das neue Jagdgesetz die erforderliche Grundlage biete. Aach Dresden zurückgekehrt, sprach der Minister­präsident im Hotel Bellevue zu den Kreisjägermeistern. Anschließend fuhr er zum Reichsstatthalter Mutschmann. Die Rückfahrt des Ministerpräsidenten und seiner Be­gleitung nach Berlin erfolgte mit dem fahrplanmäßi­gen Zuge um 20.10 Uhr.