Zulöaer Anzeiger
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Nr. 39 — 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 15. Februar 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Die größte Autoschau der Welt.
Aus Zusammenbruch
schuf Hitler Aufstieg.
Der Führer eröffnet die Internationale Automobilausstellung Berlin.
Die größte Automobilausstellung der Welt, die diesjährige Internationale Automobil- und Motorradaus- stcllung Berlin, wurde vom Führer und Reichskanzler mit einer großangelegten richtungweisenden Ansprache eröffnet. Der Feier wohnten die Rcrchsregierung, fast das gesamte Diplomatische Korps, die Reichs- und Gauleiter der Partei, namhafte Vertreter der SA., SS., des NSKK. und aller anderen Gliederungen der Partei, der Industrie und Wirtschaft und hundert Handarbeiter der größten aus stellenden firmen aus dem Reich und aus Berlin als Ehrengäste bei.
In seiner Ansprache führte Adolf Hitler u. a. aus:
„Männer und Frauen!"
'Als ich am 1 1. Februar 1 933 zum erstenmal öie Ehre hatte, von dieser Stelle aus zu sprechen, befanden sich der deutsche Verkehr und die deutsche Verkehrs- Wirtschaft in einem fast unaufhaltsam erscheinenden Niedergänge. Der Verkauf von 46 000 Wagen in einem ^Ör war noch nicht einmal aentzgend, den jährlichen Abgang von der an sich so bescheidenen Zahl unseres Kraftwagenbestandcs auszugleichen. Nun mögen wohl alte Industrien und Erwerbszweiae auch wieder ab- sterben, allein es ist traurig, wenn ein Volk keinen Anteil mehr nimmt an einem sonst fast überall
in junger und frischer Entwicklung begriffenen Wirtschaftsteil,
und es ist dopvelt schlimm, wenn dadurch eine solche zulunftsrercye Wirftchaftsbelebung nicht nur zum Stillstand kommt, sondern am Ende sogar noch zurückgeht.
Wenn mir nach knapp zwei Jahren in der Förderung des deutschen Automobilwesens so große und durchschlagende Erfolge aufzuwciscn vermögen, dann soll man erkennen, daß dies nicht einem Zufall oder einer Hexerei tu verdanken ist, sondern einem sehr umfassenden Angriff gegen bestimmte Ursachen des früheren Verfalls aus diesem Wirtschaftsgebiet einerseits und einer Reihe weiterer Maßnahmen, deren Wirkung aus dem Gcsamtzusammen- Hang dieser Aktion rein psychologisch schon nicht wcgzu denken ist.
Ohne sie wäre dieser Versuch, den Zusammenbruch unserer Automobilindustrie aufzuhalten, trotz allem sonstigen guten Willen dennoch mißlungen! Ich sage b e = wutzt„Zusammenbr u ch", denn es ist falsch, für die Beurteilung des bis heute Geleisteten als Ausgangspunkt das Jahr 1932 zu nehmen, sondern richtig ist es, die Linie der Entwicklung vor dem Jahre 1932 gedanklich über dieses Jahr hinaus fortzusetzen, und dann erst wird man das richtige Bild über den Umfang und die Bedeutung einer Aktion gewinnen, die nicht einen bestehenden, wenn auch stagnierenden Zustand ausbesserte, sondern einen fortlaufenden Verfall abstoppte und
Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet in Berlin die größte Autoschau der Welt.
Aus dem Berliner Messestände wurde am Donnerstag mit einer bedeutsamen und eindrucksvollen Feier die Internationale Automobil- und Motorradausstellung 1935 eröffnet. Außer dem Führer und Reichskanzler, der in einer großen Rede die Förderung der deutschen Kraft fahrt durch die nationalsozialistische Regierung umriß und weitere Maßnahmen und Pläne für die Zukunft verkündete, wohnten fast alle Reichsminister sowie die Führer aller Parteigliederungen und der Automobilindustrie dem Festakt bei. Unsere Bilder zeigen (links) den Führer und Reichskanzler zusammen mit Korpsführer Hühnlein beim Abschreiten der Ehrenstaffel des RLKK.
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in einen Aufstieg verwandelte!
Warum gerade in Deutschland die Entwicklung dieser Industrie so ungünstig verlief, ist auf den ersten Blick schwer verständlich. In unserem Lande wurde der Kraftwagen erfunden. Die Namen Daimler und Benz gehören zu den großen Verkehrspionieren der Menschheit! Das deutsche Volk selbst besitzt im Durchschnitt eine außerordentlich hohe technische Fähigkeit und Veranlagung. Unsere Ingenieure gehören und gehörten zu allen Zeiten zu den tüchtigsten und fähigsten Technikern der Welt. Der deutsche Arbeiter wird gerade in seinem Qualitätswert von keinem anderen Arbeiter übertroffen. Der Wagemut unserer Unternehmer hat uns auf vielen anderen Gebieten die größten wirtschaftlichen Einrichtungen ausgebaut. Auch die Art unserer Besiedlung läßt von vornherein auf ein großes Verkehrsbedürfnis schließen. Die deutschen Reichsbahnen z. B. waren vergleichsweise nicht nur die größten, sondern auch weitaus die mustergültigsten Anlagen.
Warum soll nun unser Volk, das in seinen Eisenbahnen, in seinen Schiffahrtslinien und — seit den letzten anderthalb Jahrzehnten — auch in seiner Luftpost eine außerordentliche Intensität des Verkehrs entwickelt hat, gerade mit dem Verkehrsmittel in einem entwürdigenden Rückstand bleiben, das es einst selbst crsunden hat? Die Gründe kennen heißt hier die Voraussetzung schaffen für die Beseitigung dieses unmöglichen Zustandes.
Ich hielt es daher für notwendig, daß parallel der Entlastung des Kraftwagenverkehrs von den staatlichen Bedrückungen eine bewußte Förderung desselben in der Form eines psychologisch wirksamen Anreizes durchgeführt werden muß. Die Stärkung des Automobilsports gehört in das Kapitel der Wiedererweckung des Interesses der Nation an diesem wunderbaren Instrument modernster Verkehrstechnik der Menschheit. Aber ebeniv ist dLnn. notwerrdig d^r Bau eines Straßennetzes, das ja eine der Voraussetzungen für eine wirklich zukunftsreiche Modernisierung unseres Verkehrs überhaupt ist. Ein Kraftwagenbestand von zwei bis drei Millionen Wagen führt unter Zugrundelegung unseres bisherigen in Trassierung und Material ungeeigneten Straßennetzes eher zu einem Verkehrsunfall als zu einer Verkehrsverbesserung. Wenn wir bedenken, daß in der deutschen Automobilindustrie und in den Zubebör- nnd Reparaturwerkstätten, sowie im Baugewerbe, das für Fabriken und Garagen tätig ist, jährlich schon jetzt über 600 000 Menschen beschäftigt sind und wenn wir zu ihnen noch rechnen die rund 400 000 direkt oder indirekt am Bau der Reichsautobahnen und am Ausbau unserer Straßen Beschäftigten, daun ergibt dies eine Zahl von
rund eine Million Menschen, die heute in dieser
Wirtschaft ihr Brot verdicucu.
Bei einem Andauern der früheren Verhältnisse würden aber vielleicht keine 20 Prozent von dieser Zahl Arbeit und Auskommen finden, d. h.:
Die gesamte Kraftverkehrswirtschaft einschließlich dem Straßenbau entlastet das Reich um mindestens 400—500 Millionen Mark dank der heutigen Entwicklung allein an Arbeitslose»- und JürsoraeuutèrÄützunaen. Sic
schafft darüber hinaus aber ein Steueraufkommen, das insgesamt diesem Betrage nur wenig nachstehen dürfte! Also die Summen, die für die direkte und indirekte Förderung dieser zukunftsreichsten Industrie aufgebracht werden, stehen — auch unter Einrechnung der Kosten unseres Straßenbaues — in keinem Verhältnis zu dem schon heute in Erscheinung tretenden Gewinn.
Ich kann mich daher auch heute nur wieder zu dem Programm bekennen, das vor zwei Jahren aufgestellt wurde und das unterdessen so überaus reiche Früchte getragen hat. Höchstes behördliches Entgegenkommen und höchste Rücksichtnahme auf den Kraftwagen- verkehr und die Kraftwagenindustrie, starke psychologische und materielle Förderung des Kraftwagens im Sport und endlich Förderung und Sicherung des Verkehrs durch die psychologisch überhaupt nicht zu ermessende Bedeutung des Baues unserer Reichsautostraßen.
Nach Fertigstellung der Reichsautobahnen wird Deutschland das weitaus modernste Autostraßennetz der Welt sein eigen nennen. Ein gewaltiges Dokument friedlichen Fortschrittes. Zu diesen Maßnahmen kommt als weitere Aufgabe
die Schaffung des Wagens der breiten Maffe.
Ich freue mich, daß es der Fähigkeit eines glänzenden Konstrukteurs und der Mitarbeit seines Stabes gelungen ist, die Vorentwürfe für den deutschen Volkswagen fertigzustellen, um die ersten Eremplare ab Mitte dieses Jahres endlich erproben zu können. Ich habe bei der letzten Automobilausstellung schon erklärt, daß die Erfüllung dieses Auftrages Jadre erfordern kann, allein die Aufgabe mutz gelöst werden und daher wird sie auch gelöst. Es muß möglich sein, dem deutschen Volk einen Kraftwagen zu schenken, der im Preis nicht mehr kostet als früher ein mittleres Motorrad und dessen Brennstoffverbrauch mäßig ist
Es ist dies nicht nur eine Ausgabe der Automobil- industrie, sondern auch eine Aufgabe unserer Rohstoff- produktion, die in diesem ganz besonderen Falle in ihrer Preisgestaltung nicht nur den eminent volkswirtschaftlichen, sondern auch den nationalen Zweck zu berücksichtigen hat. Indem wir aber diese große Zielsetzung vornehmen, ergibt sich zwangsläufig und von selbst die weitere Ausgabe der
Sicherung unseres Brennstofsbcdarfs.
Wir befinden uns aber gerade hier mitten in einer Serie, ich kann schon sagen, umwälzender Erfindungen. Wir missen es alle, daß sowohl die Fragen des 'vn- thetischen Gummis als auch die des synthetischen Benzins im Prinzip gelöst sind. Wo sich aber ein Wille einer 'Ausgabe ernstlich widmet, wird immer ein Weg zur praktischen Erfüllung gefunden. Wir werden damit erneut der dem- schen Volkswirtschaft einen großen Auftrag und unzähligen deutschen Menschen Arbeit und Brot geben.
Was die deutsche Wirtschaft hier geleistet bat, werden Sie in wenigen Minuten besehen können. Es ist eine wahrhaft stolze Gemeinschaftsarbeit von Konstrukteuren, Technikern, Werkmeistern, Arbeitern und Kaufleute», die hier vor IhrenAugen enthüllt wird! Unsere Wagen und Motorräder sind nicht nur die schnellsten, — sondern wir können mit etols sagen: — auch mit die besten der Welt. Möge sich dieser Leistung einer einzigartige» Solidarität der deutschen Arbeit nun aber auch der deutsche Konsument anschließen. Unsere Ingenieure und Arbeiter können stolz sein, solche Wagen zu bauen.
Möge der Deutsche stolz genug sein, sich ihrer auch zu bedienen!
Im übrigen prüfen Sie die Leistung des deutschen Kraftwagenbaues im Rahmen einer internationalen Produktion nun alle selbst. Denn ich eröffne hiermit die internationale Autonlobilausstellung 1935 zu Berlin!"
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Der Kühren fast vier Stunden
auf der Automobilausstellung.
Der Führer verweilte nach der Eröffnung der Jntcr- nationalen Automobilausstellung fast vier Stunden auf der Ausstellung und besichtigte sämtliche neun Hallen. Er besuchte u. a. in der Halle der Personenwagen auch die Stände der ausländischen Firmen. An den französischen Ständen hatte der französische Botschafter F r a^l ? o i s-Po ne e t die Führung übernommen. An den Ständen der anderen ausländischen Firmen sah man ebenfalls Angehörige der diplomatischen Vertretungen. Der Führer begrüßte überall die auf den Ständen an- lvesenden Arbeiter und Monteure und unterhielt sich mit ihnen
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„Es klingi wie ein Wunders
Mehe'mrat Dr. Allmers über die beispiellosen Erfolge zweier Jahre.
Bei der Eröffnung der Internationalen Automobil- ausstellung, Berlin 1935, hielt der Präsident des Ver band es der Automobilindustrie, Geheimrat Dr. All- m crs, eine Rede, in der er nach Begrüßung des Führers und der Gäste u. a. ausführte:
Die deutsche Automobilindustrie kann in diesem JâlâuvröfÄ.'.- dr« RT ' M5 Ätzgas «tftueiÜK.