sFrisheint jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der Wag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. S ; Lieferungsbehinderung durch „Höhere Ee- nmlt" "bestehen keine Ansprüche. V
Ehrenklau, Fulda, fw»w Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Ls. ~ klau, Fulda, Äon
Fulda :icb (
Tageblatt für Rhön unö v-gelsberg^ kS^’ Iulöa- unö Haunetal >Zulöaer Kreisblatt
tleiter Friedrich Ehren-
önigstraße 42, Telefon 2989. —
Reöaktion und Gefthästsstelle: Köntgstraße 42 ♦ Zernfprech-Hnfthluß Nr. 2^-4
Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. — „DA." I. 35 910. — Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. — Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
^r. 41 — 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 18. Februar 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Reich und Saar sind eins!
Die französisch-saarländische Grenze wieder Reichsgrenze.
Saarbrücken, 18. Februar.
Am Sonntag um Mitternacht ist die deutsch-saarländische Zollgrenze gefallen. Die aufgezwungene wirtschaftliche Abschnürung des Saargebietes vom Reich hat damit nach 15 Jahren ihr Ende erreicht. Der Sonntag stand bereits ganz im Zeichen des großen Augenblicks. Ueberall sah man die grünen Uniformen der deutschen Zollbeamten, die dieser Tage im Saargebiet eintrafen und die um Mitternacht ihre Posten an der saarländisch-französischen Grenze bezogen. Diese ist nunmehr gleichzeitig wieder politische und wirtschaftliche Grenze des Reiches geworden. Dir französischen Beamten haben sich ebenfalls auf ihre neuen Posten an der saarländisch- französischen Grenze begeben.
Abfchlnb der Skarserhandlungen Einigung in allen Punkten. — Unterzeichnung am Montag in Neapel.
Rom, 18. Februar.
3« der Saarfrage wurde am Sonnabend zwischen der deutschen und der französischen Delegation eine Einigung in allen Punkten erzielt. Damit ist das ganze Vertragswert über die Rückgliederung des Saargebietes ans Reich im Wortlaut endgültig festgelegt worden. Der Wortlaut wurde in einer Nachmittagssitzung von den beiden Delegationen paraphiert. Die Unterzeichnung findet am Montag in Neapel statt.
Das Ergebnis
Das am Montag vormittag 10 Uhr im Hotel Ercelsior in Neapel zur Unterzeichnung gelangende Ver trags- lverk besteht aus folgenden Vereinbarungen.
Orkanverwüstungen in Deutschland.
Freiballonmeisterschaft wegen schwerer Unfälle in Darmstadt abgesagt. — Schiffe mutzten Nothäfen anlaufen.
Über Deutschland herrschte am Wochenende und am Tonntag ein furchtbarer N o r d w e st st u r m, der ^elfach großen Schaden anrèchtetc. Die Entwicklung der Wetterlage brachte den schlesischen Bergen erneut starke Schneefälle, während in den Alpen die L a w i n e n - ßesahr durch das eingetretene Tauwctter wieder verstärkt wurde.
Infolge der widrigen Witterungsverhältnisse konnte «er für Sonntag geplante Zngspitzflug n i ch t st a t t- Nnden. Auf dem Flugplatz in München tobte der ^urm mit einer Gewalt bis zu 130 Stundenkilometer, so die Flugplatzleitung den Start für alle Maschinen verbot.
Der Nationale Wettbewerb um die Deutsch? Frei- vallonmeisterschaft 1935, zu dem sich 20 bekannte Ballon- Wer gemeldet hatten und der von Dar m st a d t aus ^startet werden sollte, ist abgesagt worden, da der furcht- vare Sturm der Nacht insgesamt acht Ballons während des Gasfüllens von den Tauen l o s r i b, und vom Startplatz weg davontrieb. Bei dem Versuch der IA. und Schupo bestehenden Mannschaft, die Ballons â ""den zu halten, v e r u n g l ü ck t e der 34 Jahre alte f M ann Hans Pc 1 itjean v,on der Brigade 50 Ay i ch. Drei weitere SA.-Männer erlitten Schenkel- u^ Gasvergiftungen. Der Start um die Frei- monmeisterschaft ist auf mehrere Wochen vertagt worden. v rmstadl bleibt Austragungsort des Wettbewerbs.
Auch in Mitteldeutschland wütete der orkanartige Sturm.
» stürzten Schornsteine ein, Dächer wurden ab- Zäune eingedrückt und zahlreiche Bäume ent- Die gesamte Leipziger Feuerwehr war alarmiert, ,te Verkehrshindernisse zu beseitigen. Im Muldetal 000 Wurzen, wurde im Arbeitslager Canitz m die Gewalt des Sturmes das 60 Meter lange und ^.^"breite Dach des Lagergebäudes über die 80 Meter ü' ™ "egende Dorsstratze hinweg gegen die gegenüber» nick, en^âuser geschleudert. Personen kamen auch hier [önL3u Schaden. Die Fernsprech- und zahlreiche Ober» Omißen wurden zerstört.
s „er O ft f e c t ü ft e erreichten die Windböen teil» Sarfi g, In Stettin wurde in den Messehallen ein berrn-K. Da aus See gleichfalls orkanartiger Sturm lQ«• mußten viele Schiffe Nothäfen an» der >^I' ^1 den Anlagen und Bauten der Badeorte hat die erb ^^ Sturm gleichsfalls große Schäden angerichtet, sonnen "Uter Aufwendung großer Kosten behoben werden Der Auch über der Nordsee ivütcte der Orkan. Bonbon m ..d"l Imperial Airway auf der Luftlinie dazu ^"üssel —Köln wurde eingestellt. Im Gegensatz
Flugzeugen der Deutschen Lufthansa zwei ^muclligkeitsrckorvc ausgestellt. Eines der
1. das Hauptabkommen zwischen Deutschland uns Frankreich über die Uebertragung des Eigentumes des französischen Staates an den Saargruben und Eisenbahnen auf Deutschland und die Entrichtung der P a u s ch s u m m e von 900 Millionen französischen Franken an Frankreich. Zur Bezahlung dieser Summe werden die fremden Zahlungsmittel, deren Umtausch gegen Reichsmark am Montag im Saarland beginnt, und vor allem die Kohlenlieferungen aus den Staatsgruben herangezogen. Für die hierfür erforderliche Rechnungsführung hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ihre Mitarbeit zur Verfügung gestellt;
2. ein deutsch-französisches Abkommen über die Sozialversicherung;
3. ein deutsch-französisches Abkommen, in dem die Bedingungen für die Weiterarbeit oder die Liquidierung französischer Privatversicherungsgesellschaften im Saarland festgelegt werden;
4. die weitere Ausbeutung der Warndt-Gruben durch französische Privatgesellschaften. Die Privatverträge sind am Sonntag in Saarbrücken mit den Pächtern abgeschlossen worden. Diese Frage bildete auch den Gegen- tand der Regierungsverhandlungen. Außer einer schon n Basel erfolgten Verständigung über die Weiterbeschäf- igung der deutschen Bergarbeiter auf französischem Ho- seitsgebiet wurde auch eine Vereinbarung getroffen, Baron Aloisi als Schiedsrichter über die Auslegung einer Bestimmung des römischen Abkommens vom 3. Dezember vorigen Jahres zu bestellen, um das Ausmaß der zulässigen Kohlcnausbeute näher zu begrenzen;
5. eine Abrede der deutschen Regierung mit der Regierungskommission des Saargebietes über den Aebergänz der Verwaltung im Saarland auf die deutschen Behörden.
Flugzeuge flog mit neun Fluggästen an Bord Die Strecke von London nach Amsterdam in genau einer
Stunde.
Dies bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 335 Kilometer die Stunde. In vielen Teilen Englands wurden Bäume entwurzelt und Telegraphendrähte zerstört Auch in London selbst richtete der Sturm Sachschaden an. Mehrere Flüsse sind über ihre Ufer getreten. Der Windermeresee ist infolge der außerordentlich starken Regenfalle der letzten Zeit 'erheblich über seine Ufer getreten.
*
Großer Gebäude- und Baumschaden.
Weimar, 18. Februar.
In der Nacht zum Sonntag wurde Thüringen von einem orkanartigen Sturm heimgesucht, der vor allem in den Wäldern um Friedrichroda großen Schaden anrichtete. Die vom Sturm gefällten Bäume zählen nach Hunderten. Die Bäume sind teilweise entwurzelt, teilweise in halber Höhe abgebrochen. In Ober- b ü sch r q bei Friedrichroda stürzte eine entwurzelte Fichte auf ein Haus und durchschlug das Giebeldach. Auch der Perkehr hatte unter dem Sturm schwer zu leiden. So mußte das nach Finsterbergen fahrende Poftauto d.e Weiterfahrt einstellen, da die Engelsbacher Landstraße mit etwa 60 bis 70 vom Sturm gefällten Bäumen bedeckt war. Der Sturm, der im Laufe des Sonntags etwas nachgelassen hatte, setzte gegen Abend wieder mit orkanartiger Gewalt ein, so daß mit weiterem Windbruchschaden zu rechnen ist.
Leipzig, 18. Februar.
Sn der Nacht zum 'Sonntag raste über Leipzig ein Sturm hinweg, der schweren Schaden anrichtete. Vielfach stürzten Schornsteine ein; Dächer wurden abgedeckt, Zäune eingedrückt und zahlreiche Bäume entwurzelt Die gesamte Feuerwehr war von 3 Ilhr morgens an alarmiert, um die Verkehrshindernisse zu beseitigen. Im Arbeitslager Canitz wurde durch die Gewalt des etur» mes das 00 Meter lange und 12 Meter breite Dach des Lagergebäudes über die 80 Meter entfernt liegende Don- ftrâfie' hinweg gegen die gegenüberliegenden Hauser geschleudert. Personen kamen nicht zu schaden. Die ^-ern« sprech- und zahlreiche Ueberlandleitungen wurden vielfach zerstört.
Berlin, 18. Februar.
In den frühen Acurgenstunden des Sonntags verursachte ein außergewöhnlicher starker Sturm zahlreiche schwere Schäden in allen Teilen von Berlin. In Bersin- Schmargendorf wurde der Schornstein eures Pn- dathauses umgerissen. Bei den Aufräumungsarbeiten durch die sofort herbeigerufene Feuerwehr stürzte ein zweiter Schornstein ein. Durch die fallenden Trümmer
Der Reichsministcr spricht mit dem Pimpf.
Dr. Goebbels bei der Eröffnung des Neichsberufs- Wettkampfes.
wurde der 55jâbrige Oberfeuerwehrmann Paul Becker so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus verstarb.
*
Hamburg, 18. Februar.
Der schwere Weststurm, der Sonnabend wieder über dem ganzen norddeutschen Küstengebiet und der See tobte, wütete auch am Sonntag weiter. Er richtete in Hamburg und Umgegend erheblichen Gebäude- und Baumschaden rn. In der Nordsee ruht fast der gesamte Schiffsverkehr. Bei Curhaven sind zahlreiche Schiffe vor Anker gegangen, um besseres Wetter abzuwarten.
England verhandelt mit Deutschland?
Aus London wird gemeldet:
Nach den diplomatischen Mitarbeitern des „Daily Telegraph" werden während der nächsten 48 Stunden die britischen Minister Konferenzen abhalten, um die deutsche Antwort auf die englisch-französische Erklärung zu e r ö r t e r n. Die französische Regierung wird, wie verlautet, keinen Einwand gegen unmittelbare englischdeutsche Besprechungen über den vorgeschlagenen Luftpakt erheben.
Die britische Regierung hat der „Daily Mail" zufolge beschlossen, unverzüglich mit der deutschen Regierung über den Fünf-Mächte-Luft-Vertrag und andere die Rüstungsbegrenzungen und Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund berührende Fragen zu verhandeln.
aregBBSSfflBSBMSBESäHISSÄM
Kurze politische Nachrichten.
Der Außenminister Freiherr v. N c n r a t h, hat den italienischen Botschafter E c r r u t i und den belgischen Gesandten K e r k h o v e empfangen, und zwar zur Unter- richtung über die deutsche Antwort auf das Londoner Kommunique. *
Im Zeitfunk des D e u t s ch l a n d s c u d e r s sind verschiedene Kurzvorträge aus Anlaß des Reichsberufs- wettkampfes vorgesehen.' Die Woche wird im Zèitfunk geschlossen am Sonnabend, dem 23. Februar um 22,20 Uhr mit einer Sendung aus der Presse- und Propagandazentrale des Reichsbcr.ufswcttkampfcs, in der Bannführer Kaufmann Mitteilungen über die Presse- und Propa- ganbaarbeit zum Zweiten Reichsbcrufswcttkampf machen wird. *
Der sozialistische Cortesabgeordnete Ranron Gonzales, der angebliche H a u p 1 a n f ü h r e r der Aus- sta n d s b e w e g u n g in A stu r i en. ist zum ode nebst einer Geldstrafe von 200 Millionen Peseten ver- irrteilt worden. *
Die Grippeepidemie in den französischen Garnisonen ist noch immer nicht eingeschränkt >>" Annens starben wieder drei Soldaten. >>u Cherbourg liegen neuerdings 172 an der Grippe erkrankte .rolMtcn und Matrosen in den Lazaretten.
*
Der Chef des Ausbildungswesens, SA.-Ober- gruppenführer Krüger mürbe durch den Führer zum SS.-Obergruppenführer ernannt.