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Zul-aer Anzeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochrnbeüage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried­rich Ehren klau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- kl a u , Fülda, Königstraße 42, Telefon 2989.

Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg"

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Nr. 43 12. Jahrgang

Fulda, Mittwoch, 20. Februar 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die Marine ladet uns ein.

Leder kann sich die Flotte ansehen!

Große Marincschau im Rahmen einer Volkswoche.

Die deutsche Reichsmarine veranstaltet vom 11. b i s 16. Juni, also unmittelbar im Anschluß au das Pfiugstfest, in K i e l eineMarine-Volkswoche". Sie will ihrer traditionellen Verbundenheit mit dem gesamten deutschen Volke dadurch besonderen Ausdruck verleihen, daß möglichst viele Volksgenossen Gelegenheit erhalten sollen, sich durch eigenen Augenschein von der Arbeit zu überzeugen, die in der Reichsmarine geleistet wird. Für diesen Zweck wird

der größte Teil der Flotte im Reichskriegshafen Kiel zusammengezogen

und zur Besichtigung unter sachverständiger Führung freigegeben. Täglich stattfindende Schauvorfüh- rungen an Land und auf dem Wasser sowie eine be­sondere A u s st e l l u n g werden darüber hinaus jedem Teilnehmer Einblick in das Aufgabengebiet und die Ent­wicklung der Marine gewähren unb" so besonders dem Binnenländer vor Augen führen, daß das WortSee­fahrt ist not" in der Reichsmarine seine kraftvolle Ver­wirklichung gefunden hat.

DieMarine-Volkswoche" wird am ll. Juni 1935 abends mit einem Festakt in der Kieler Nordostseehalle eröffnet und schließt am 16. Juni 1935 dem Beginn derKieler Woche" mit einer großen

Parade sämtlicher Schiffsbesatzungen

der Flotte und Kieler Marine-Landtruppenteile. Mit der Durchführung derMarine-Volkswoche" ist vom Chef der Marineleitung das Kommando der Marinestation der Ostsee (Leitung derMarine-Volkswoche") in Kiel beauf­tragt worden. Anfragen usw. sind unmittelbar dorthin zu richten.

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Admiral v. Troiha

Ehrenführer der Marme-HL.

Feierliche Ernennung in Berlin.

Der Neichsjugendführer überreichte in Berlin bei einer schlichten Feier Admiral vonTrothadas Ehren- abzeichen der Hitler-Jugend und ernannte ihn zum E h r e n f ü h r e r der Marine-HJ. Die Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Wehrmacht, der Reichsmarine, der ^A., der SS. u. a. m. unterstrich die Bedeutung der Feier­stunde.

Zu Beginn der Feier schritten Admiral von Trotha und der Neichsjugendführer das Spalier einer Ehren- formation der Marine-HJ. ab, die vor dem Gebäude der Neichsjugcndführung augetreten war. Im festlich ge- ichmückten Sitzungssaal der Reichsjugendführung begrüßte dann Baldur von Schirach die Gäste. In dieser Feier vollziehe sich das unzertrennliche Bündnis zwischen vorwartsstürmender, revolutionärer, heldischer Kraft und der großen heroischen deutschen Tradition, in

die Zukunft unserer Nation begründet liege. In ^er Mlllionengefolgschaft der deutschen Jugend trage auch der kleinste Pimpf

Zwischen London und Berlin.

.Timer" über die volitilche Lage Eine englisch-deutsche Besprechung der einzige erfolg­versprechende Schritt.

London, 20. Februar.

Der Berliner Korrespondent der Times meldet:Nach deutscher Meinung ist eine englisch-deutsche Be - l^prechung nicht nur der nächste logische Schritt im Zusammenhang mit den auf der französisch-englischen Kon­ferenz in London entwickelten Plänen, sondern auch der ?1 n 31 g c Schritt, der die Ereignisse wirklich erfolgreich in Bewegung setzen wird. In einflußreichen und gut« umerrichteten Kreisen scheint die Ansicht vorzuherrschen, eine neue britisch-französische Note, die auf eine neue französisch-britische Besprechung folgen würde, keinen guten Eindruck auf Deutschland machen würde, wo man seit langem der Ansicht war, daß der wirkliche ^lwarnogeist etwas verwässert worden ist. Man hätte es dem Locarnogeist entsprechender betrachtet, wenn Groß- Britannien auch mit Deutschland ebenso wie mit Frank-

Rücksprache genommen hätte, bevor den Mächten eine ^rktârung vorgelegt würde. Daß England dies nicht tat, als Folge der 15 Jahre alten Versailler Gewöhn» n instinktiver englisch-französischer Rücksprache erklärt, uno daß man nicht etwa erwarten könne, daß sich die bei- ocn Mächte mit einem Schlage von dieser Gewohnheit rennen trotz ihres Wunsches, in einen neuen Ab- ' 9 n i 11 b e r gleichen und freien Verhandlung ernzutreten. Aber es besteht die Ansicht, daß ein aus» gleichender Schritt in Berlin das mindeste sei, was man jetzt vernünftigerweise erwarten könnte.

0u der deutschen Antwort war England als Garantie- macht Locarnos und daher als einem für die Rolle des Vermittlers bestimmten Lande die Anregung einer direkten engusch.deutsck!«n Fühlungnahme vorgelegt worden. Be-- lonoere Umstände, ^ganz unabhängig von Deutschlands

das Erbe der großen Vergangenheit seines Volkes in sich. Diese Feierstunde solle nun einen der größten Träger der heroischen Vergangenheit mit der Hitler- Jugend auch äußerlich für immer verbinden.

Der Neichsjugendführer zeichnete nun das Lebens­bild des Admirals von Trotha, den er der Jugend als ein unübertreffliches Vorbild an Opfermut und Einsatz­bereitschaft für Deutschland hinstellte. Er würdigte in herzlichen Worten seine militärischen Verdienste um Deutschland in Krieg und Frieden sowie sein Wirken in der Jugendbewegung der Nachkriegszeit.

Der Neichsjugendführer überreichte daraus Admiral v. Trotha.dem Stabschef der unvergeßlichen Flotte des

Admiral von Trotha Ehrenführer der Marine-Hitler- Jugend.

Neichsjugendführer Baldur von Schirach heftet dem Admiral das Goldene Ehrenzeichen der Hitler-Jugend an.

Weltkrieges", die Ehrenführerurkunde der Marine-HJ. Es sei damit ein Band geknüpft", so heißt es in der Ur­kunde,zwischen ruhmvoller Tradition und jungem Willen zu deutscher Scegeltuug." Er schloß mit einem dreifachen Sieg Heil auf Admiral von Trotha, nachdem er ihm auch die höchste Auszeichnung, die die Hitler-Jugend zu ver­geben hat, d a s g o l d e n e E h r e u z e i ch e n der H I., überreicht hatte.

Admiral vonTrotha sprach, sichllich bewegt, feinen tiefstempfundcncn Dank für die Ehrung au§. Er gedachte in seiner kurzen Ansprache der Tausende, die im Weltkriege auf hoher See ihr Leben gegeben haben im Glauben an eine neue freie deutsche Zukunft. Er schloß mit dem Ge­löbnis:Ich glaube an die Zukunft des deutschen Volkes, und mein ganzer Wunsch ist nur, daß ich bis zum letzten Atemzuge die Kraft habe, zu meinem bescheidenen Teil mitzuwirken!"

eigenem Willen", erlauben im Augenlblick nicht eine di­rekte französisch-deutsche Besprechung, so erwünscht eine solche auch sein würde. Infolgedessen ist es um so wich­tiger, die bestehenden Verhandlungen möchten so schnell und so sorgsam wie möglich ausgearbeitet werden, um eine allgemeine Regelung vorzubereiten.

Frankreich, so wird hier gesagt, wünscht diè Ansicht Deutschlands zu den vielen in Erwägung befindlichen Pro­blemen zu wissen, und wie, so fragt man sich, kann diese besser übermittelt werden als durch England? Von den zwei öffentlich erklärten Anregungen, nämlich dem Besuch eines deutschen Ministers in London und dem Besuch eines englischen Ministers in Berlin, er« scheint die letztere für den Augenblick stark bevorzugt zu rein. Die Bevorzugung stützt sich, wie man in Erfahrung bringt, auf Erwägungen über die Struktur des Regimes im neuen Deutschland, wo Hitler allein Entscheidungen trifft. Der ganze Zweck der Erörterung würde, wie ge- 'agt wird, ebenso wie bei den Locarnobesprechungen der 'ein, die allgemeine neue Regelung und besonders die Luftkonvention als ersten Schritt um einen Abschnitt näher zu bringen, indem man hilft, die fran- zösischen Erfordernisse einzupassen und einige der hauptsächlich psychologischen Schwierigkeiten zu be» fettigen, die einer deutsch-französischen Annäherung im Wege stehen."

Ein Renter-Bericht

Am Dienstag fand in London eine S i tz n u g o e s en g» lischen Ministerausschusses statt, der sich, Reuter zufolge, mit der deutschen Stellungnahme zu den englisch- französischen Vorschlägen beschäftigte. In diesem Zusam­menhang teilt Reuter weiter mit, daß der französische Botschafter Corbin dem englischen Außenminister klar zu verstehen gegeben habe, Frankreich würde gegen einen Besuch Lür John Simons in Berlin zu einem spâ-

leren Zeitpunkt nichts einzuwenden haben. Wenn der' rnglische« Regierung nach einem erschöpfenden Mei­nungsaustausch zwischen Frankreich und England ein sol­cher Besuch wünschenswert erscheine. Doch bedeute dies nicht, daß eine derartige Entscheidung bereits getroffen worden sei. Die äußerst wichtigen englisch-französischen Besprechungen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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Seratungen über die deutsche Antwort.

In Paris fand ein Ministerrat statt, auf dem der Außenminister Laval nach Mitteilung der französischen Zeitungen bereits über einen Entwurf berichtet haben soll, den England und Frankreich gemeinsam auf die letzte deutsche Mitteilung absenden wollen. Der franzö­sische Botschafter in London hat mit dem englischen Außenminister eine längere Unterredung gehabt. Nach englischen Pressemeldungen ist aber damit zu rechnen, daß zunächst dieenglischeRegierungmitderfran- zösischen Negierung noch weitere Verhandlungen führen wird. Man hält in London auch einen Meinungs­austausch mit anderen Ländern für richtig, ehe man sich wieder nach Berlin wendet. Die Gerüchte über die Reise ei n es englischen M i n i ft e r s nach Berlin oder eines deutschen Ministers nach London sind inzwischen in der englischen Presse verstummt, da man mit Recht all­gemein eingesehen hat, daß nur durch eine sehr vorsichtige Weiterführung der Verhandlungen ein Ergebnis erreicht werden kann.

Auch in amtlichen englischen Kreisen wird jetzt fest- gestellt, daß man eine überstürzte Stellungnahme vermeiden müsse. Zu einem Pessimismus sei kein Anlaß. Man weist daraus hin, daß man den Wunsch habe, daß Deutschland noch vor Ablauf des Oktobers wieder in den Völkerbund eintrete: am 14. Oktober läuft die deutsche Kündigungsfrist beim Völkerbund ab. Es wird sich erst zeigen müssen, ob die englische Regierung in der Lage ist, die in den Londoner Vorschlägen enthaltenen Unklar­heiten bis zu diesem Zeitpunkt zu beseitigen.

Frautrerchs FiöHtliugrproÄleN

Paris, 20. Februar.

Innenminister Regnier erklärte in her Kammer zu den Vorschriften über die Behandlung politischer Flücht­linge, unerwünschte Elemente, von denen die an­deren Länder nichts wissen wollten, strömten fortgesetzt nach Frankreich. Ausländer, die nicht politische Flüchtlinge seien, würden weiter geduldet, wenn sie im Be­sitz der Arbeitskarte feien; andernfalls würden sie ausge­wiesen. Die politischen Flüchtlinge dürften in Frankreich bleiben unter der Bedingung, daß sie sich an« staubig ausführen und über Eri stenzmittel ver­fügen. Auf einen Zwischenruf eines marxistischen Abge­ordneten, der einwandte:... Und wenn sie nun kein Geld haben?" antwortete der Innenminister:Wir haben genug damit zu tun, die arbeitslosen Franzosen zu er­nähren/'

Litauens asiatische Methoden.

Eine wohlverdiente Brandmarkung durch ein schweizerisches Blatt.

In einem längeren Bericht beschäftigt sich das schweizerischeBerner Tagblatt" mit den Zuständen im Memelgebiet und dem feit etlichen Wochen im Gange be­findlichen Prozeß gegen die Führer der beiden großen deutschen Parteien.Das Ergebnis der Untersuchungen und Zeugenverhöre, beißt es in dem genannten Berner Blatt, ist für einen objektiven Betrachter bisher mager ge­wesen. Es zeige sich nämlich im Verlauf der Verhand­lungen immer mehr, daß man den Angeklagten keinerlei politisch belastende Beziehungen zu osfizièllen demschen Stellen n a ch w e i s e n kann, daß es sich viel­mehr

um nichts anderes als um eine rege geistige Ver­bindung

des abgetrennten deutschen Volksteils zu seinem Mutter­lande handelt. Es ist verständlich, daß die nationalsozia­listische Revolution in Deutschland auf das Memelgebiet einen Einfluß ausgeübt hat. Durch ihre bloße Erschei­nung hat sie die Kräfte des memelländischen Deutschtums aktiviert und dieses in seinem Selbstbewußtsein und ^Be- hauptungswillen geftärft. Von einer zielbewußten Ein- mischungspolitik der deutschen Regierung und einer staats­feindlichen Haltung der deutschen Memelländer kann aber nicht die R e b^e sein. Die litauische Regierung be­gnügt sich auch keineswegs damit, die nationalsozialisti­schen Tendenzen der Deutschen zu brandmarken, sondern sie hat es im Gegenteil im Grunde

auf daS Deutschtum als solches abgesehen.

Dies beweist ganz klar ihre radikale Kulturpolitik. Auf diesem Gebiet wird nämlich mit allen altbekannten 'li titeln vorgegangen, die je gegen nationale Minderhelten an- gcwandi worden sind.

Mancher wird sich fragen ob das Deutschtum . im Interesse einer allgemeinen Befriedung diese Auyen- position nicht besser endgültig aufgeben würde. Unserer Ansicht nach wäre das beba » ernsw er t

Unterscheidet sich doch die memellandtsche Frage anmdsânlich von den meisten Minderheitenfragen. Denn Has AUfa eben deS Deutschtums im Mcmrlland wäre nicht nur der Sieg einer unentwickelten Kultur über eine hoch­stehende, sondern cs bedeutete ein Vordringen Asiens in den europäischen KuUurraum."