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Iul-aer /lnzeiger

^»einr jeden Werktag. Wochenbeilage:Der ^anntaa". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM.

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Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg" Zulöa- unö Haunetal-Zuiöaer Kreisblatt

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Nr. 44 12. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 21. Februar 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfz.

Kommt Simon nach Berlin?

Oie deuische Aniwori

vor -sm englischen Kabèneii.

Erneute englisch-französische Fühlungnahme.

Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten MacDonald tagte das englische Kabinett, um sich eingehend mit der d e u t s ch e n Antwort auf die englisch-franzö­sischen Paktvorschläge zu befassen. Dem Kabinett lag die Stellungnahme des Abrüstungsausschusses der Regierung vor, der bereits am Vortage über die weitere Behandlung der mit dem Londoner Protokoll zusammenhängenden Fragen beraten hatte.

Obwohl über das Ergebnis der Kabinettssitzung an sich vorerst wenig verlautet, wird in unterrichteten eng­lischen Kreisen darauf hingewiesen, daß als nächster Schritt eine erneute englisch-französische Fühlung­nahme auf diplomatischem Wege zu erwarten sei.

In sachlicher Hinsicht wird die Lage wie folgt beschrieben: Bevor der vorgeschlagene Luftpakt näher er­örtert werden könnte, sei cs notwendig, die Hintergründe der Gesamtheit der Londoner Paktvorschläge in ein klares Acht zu stellen. Bei der Beurteilung dieses großen Fragenbereiches müßten sich alle beteiligten Mächte die Tatsache vor Augen halten, daß das Hauptziel der englisch-französischen Vorschläge die

allgemeine Befriedung Europas

sei. Sollten die Verhandlungen über diese Frage mit Erfolg weitergeführt werden, so ergibt sich nach englischer Auffassung die Notwendigkeit einer P r ä z i s i er u n g des deutschen Standpunktes hinsichtlich der im Londoner Protokoll ausgeworfenen Sicherheitspakt­sragen, deren Klarstellung eine Voraussetzung für den Abschluß der Lustkonvention sei.

*

Italiens Kriegsvorbereitungen.

Alle Hilfsquellen des Landes sind organisiert".

Rom, 21. Februar.

. Der 0 b e r yt e R a t für Landesverteidigung ist am Mittwoch zur letzten Sitzung seiner ordentlichen 12. Jahrestagung zusammengetreten. In einer amtlichen Mitteilung über die Tagung heißt es:

Der Oberste Rat für die Landesverteidigung hält es für notwendig, der Ration darüber Mitteilung zu geben, daß er in den ersten zwölf Jahren seines Bestehens seine Auf­gabe gelöst hat, die darin besteht, rechtzeitig die unerläßlich notwendigen Mittel bereitzustellen, damit eine etwaige kriegerische Aktion sich unter Voraussetzungen ent- iaiten kann, die den Sieg ermöglichen. Nach Prüfung aller Bedürfnisse, für die bei kritischen und entscheidenden Ver- haitnissen Vorsorge getroffen werden muß, und zwar ivwohl in bezug auf die Versorgung der mobilisierten bewaffneten Macht wie für die Arbeits- und Lebensmög- uchkeiten der ganzen Nation, hat der Oberste Rat systema-- alle ursprünglich gegebenen Hilfsquel Jen des Landes organisiert und Vorkehrungen für den Uebergang zu den letzten Formen von Verwendung ^ud Verbrauch getroffen. Insbesondere ist die Gewinnung

~ Vor der Ausfahrt nach Somaliland.

^ Neapel wurden die ersten italienischen Truppen, die im Rahmen der Teilmobilisierung nach^Afrika einberufen wurden, verladen. Viele Taufende non Angehörigen und begeisterten Patrioten wohnten der Abfahrt des großen Truppentransportschiffes bei.

Die nächste wichtige Entwickelung in den Bemühungen,! eine Regelung der europäischen Angelegenheiten zu er­zielen, wird nach einer am Mittwoch spät abends in par­lamentarischen Kreisen verbreiteten Ansicht wahrscheinlich ein Besuch des Staatssekretärs des Aeuße, reu, Sir John Simon, in Berlin sein, um die Lage mit dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zu erörtern. Es ist zwar noch kein dahingehender Be­schluß gefaßt worden, so heißt es in der Reutermeldung, aber es ist augenscheinlich, daß man in wohlunterrichteten Kreisen immer mehr dazu neigt, einen solchen Besuch als die natürlichste und wünschenswerteste Me­thode zur Fortsetzung der begonnenen Per-, Handlungen zu betrachten.

Erneuerung des StMalleMsumlens

Berlin, 21. Februar.

Die Verhandlungen über die Erneuerung des Still­halteabkommens für die kurzfristigen Auslandsschulden der deutschen Länder, Gemeinden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften, die zwischen dem deutschen Schuldneraus- fchuß und den Vertretern der beteiligten Gläubigeraus­schüsse in den letzten Tagen in Berlin stattgefunden ha­ben, sind am Mittwoch durch die Unterzeich­nung eines neuen Abkommens zu Ende geführt worden. Der Gesamtbetrag der in Frage kommenden öf­fentlichen Schulden beläuft sich noch auf rund 110 Mil­lionen Mark. Der im vorigen Jahre getroffeneu Verein­barung entsprechend ist das Kreditabkommen für deutsche öffentliche Schuldner von 1933 für die Zeit vom 16. März 1935 bis 15. März 1936 abgeschlossen worden. Die Be- stimmungen des Kreditabkommens für deutsche öffentliche Schuldner von 1934 gelten unverändert auch während des neuen Stillhaltejahres. Die Besprechungen sind, in freundschaftlichem Geiste geführt worden und haben ein beiderseitig befriedigendes Ergebnis gezeitigt.

und Verarbeitung der einzelnen Erzeugnisse in der von den Militärbehörden verlangten Art und Zahl bis ins kleinste vorbereitet. Sofern dabei Lieferungen und Güteraustausch mit dem Auslande in Betracht kommen, kann auf Grund der angestellten Untersuchungen das allzu oft wiederholte Schlagwort von der R o h st o f f a r m u t Italiens, die seine Handlungsfreiheit in Sachen der Außenpolitik behindere, mit Bestimmtheit als unrichtig bezeichnet werden. In Wirklichkeit hat die von dem faschi­stischen Regime in den 13 Jahren seines Bestehens entfal­tete Aktion das Land von den schwersten dieser Erschei- dungen, die man alsKriegsknechtschaft" bezeich­nen könnte, befreit.

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Neutrale Zone an der Somali-Erenze?

Rom, 21. Februar.

In den Verhandlungen zwischen Italien und Abessinien wird von italienischer Seite eine Besserung verzeichnet. Grundsätzlich sei man sich auf beiden Seiten nunmehr über die Errichtung von einer neutralen Zone, wie sie von

Italien än der Somali-Grenze vorgeschlagen wurde, einig. Die Verhandlungen drehten sich zur Zeit um einige Be­dingungen Abessiniens, die von Italien jedoch nur schwer angenommen werden könnten. Ob Abessinien die übrigen Bedingungen, über die noch nichts näher mitgeteilt wird, fallen lassen wird, ist trotz der günstigeren Beurtei­lung der schwebenden Verhandlungen noch fraglich.

Der Kronprinz von Italien hat in Neapel ein Pio­nierbataillon in Stärke von 750 Mann besichtigt, das in Begleitung von 40 Offizieren nach Italienisch- Ostafrika ausgefahren ist.

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Die Arger in Aew Dorf für Abessinien.

Wie aus New Uork gemeldet wird, hat die Meldung von dem fttalieni sch-abessinischen Konflikt in dem Stadtteil Harlem, wo Hunderttausende von Negern wohnen, große Ausregung hervorgerufen.

Ein Boykott gegen italienische Gaststätten, Speiseeisverkäufer und Straßenhändler wird organisiert. Oberst Herben Julian, der als bester Negerflieger der Welt gilt, hat angekündigt, er werde in Begleitung von zehn anderen Negerfliegern

mit zwei schnellen Kampfflugzeugen

nach Aden fahren und die Maschinen von dort aus auf dem Luftwege nach Abessinien bringen. Er erklärte, Abessinien sei nur in der Luft unterlegen und wenn dieser Nachteil ausgeglichen sei, habe es nichts zu befürchten.

Frankreichs Flottenruftungen

Paris, 21. Februar.

Der Marineausschuß der Kammer hat beschlossen, den Ministerpräsidenten aufzufordern, den Gesetzentwurf zur Genehmigung des Flottenbauprogramms 1935 unverzüglich einzubringen, damit das Parlament ihn noch vor den Osterferien verabschieden kann. Das Flot­tenbauprogramm für 1935 sicht die Herstellung eines Schlachtkreuzers von 35 000 Tonnen mit einer Bestückung von zwölf in drei Hecktürmen angeordneten 31- Zentimeter- Geschützen und den Bau zweier Torpedobootszerstörer von 1700 Tonnen vor. In unterrichteten Kreisen glaubt man, daß die Regierung zur Finanzierung dieses Flottenbau- programms eine kurzfristige Anleihe von 600 Millionen Franc auflegen werde, deren Tilgung auf die Flottenhaus- Halte der nächsten sieben Jahre verteilt werden müsse.

Horst-W^ser-Grdenken

und patteigrüvdungsf«i«r.

Rundfunksendungen am 23. und 24. Februar.

Die Reichs sendelcitung teilt mit: An, Sonn­abend, dem 23. Februar, veranstaltet der deutsche Ruudsunk von 19.0019.30 Uhr eine Horst- Wessel-Gedenkfeier. Zu Beginn der Sendung spricht der Chef des Stabes, L u tz c.

Am 2 4. Februar, vormittags von 11.00 bis 12.00 Uhr, übernehmen alle deutschen Sender aus der Tonhalle in München die nationalsozialistische Wcihcstunde:Fünf­zehn Jahre deutscher Freiheitskanlpf." Es spricht der Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern, Pg. Adolf Wagner. Das Reichssinfonieorchester spielt unter Leitung von Pg. Adani. In der Zeil von 20.00 bis 21.45 Uhr übernehmen alle deutschen Sender die Gründungsfeier anläßlich des 15jährigen Bestehens der NSDAP, aus dem historischen Hofbräuhaus-Festhaus in München. In dieser Feierstunde werden durch den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, vereidigt: sämtliche Politischen Leiter, Führer der Hitler- Jugend, des Jungvolks, BDM. und des Arbeitsdienstes, soweit sie nach dem 24. Februar 1934 ernannt wurden. Die Veranstaltung wird umrahmt mit musikalischen Dar­bietungen.

80 ooo politische Leiter werden vereidigt.

In Berlin: Dr. Goebbels spricht im Lustgarten.

Anläßlich der zehnten Wiederkehr des Tages der Neu- gründung der NSDAP, findet am Sonntag, dem 24. Februar, im ganzen Deutschen Reich die feierliche Vereidig»n g dör Politischen Leiter der Partei und ihrer Gliederungen statt.

In der R c i ch s h a u p t st a d t wird die Vereidigung im Lustgarten, dem Platz der nationalsozialistischen Freiheits»,mdgcbn,, gen, im Rahmen der Neichssendnng aus dem historischen Hofbräuhaussaal in München durch­geführt. Ungefähr 8 Ö 0 0 0 Politische Leiter der Partei. Amtswalter und Warte der Gliederungen sonne HJ. Führcr und BDM.-Führcrinnen werden 'N zehn Marschsäulen aus den verschiedenen Kreisen gegen 17 Uhr im Lustgarten aufmarschieren. _

frier wird der Berliner Gauleiter, Reichsminister Dr. G o c b b e l s , zu seinen Politischen Leitern sprechen. -Danach folgt die feierliche Vereidig,rng durch den Stell­vertreter des Führers, Rudolf Heß, sowie die Rede des Führers selbst.