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Zulöaer Anzeiger

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Nr. 45 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 22. Februar 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfz.

Moskau schaltet sich ein.

PW Hilfssickung für Frankreich.

Moskaus Stellungnahme zu den Londoner

Beschlüssen.

Auf Ersuchen Englands und Frankreichs hat der russische Außenminister Litwinow beiden Mächten in einer gleichlautenden Note den sowjetrussischen Standpunkt zur Frage der Aufrechterhaltung des Friedens und der Londoner Paktvorschläge definiert.

Angesichts der scheinbaren Unmöglichkeit, so heißt es, die Frage der Abrüstung, der Rüstungskontrolle und der Rüstungsbeschränkung einer befriedigenden Lösung näher­zubringen, sei das einzige Mittel zur Verhinderung eines drohenden Krieges

ein System von regionalen Pakten.

Dieser Gedanke der regionalen Pakte werde von den vier europäischen Mächten England, Frankreich, Italien und Rußland wie auch von den Staaten der Kleinen und der Balkan-Entente unterstützt. Der Friede Europas könne nur erhalten werden, wenn alle Regionalpakte und die im Londoner Abkommen gemachten Vorschläge durch­geführt würden. Ein Scheitern auch nur eines dieser Pläne würde als offene Aufmunterung zur Verletzung des Friedens angesehen werden müssen.

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Mselraien um britische ReèsepLäne.

Die französische Beurteilung.

Zur Wochensitzung des englischen Kabinetts erklärt bei parlamentarische Mitarbeiter derTimes", die Haltung der britischen Minister habe sich gegenüber dem Vortrage nichts verändert. Es sei ihr Wunsch, daß bei allen etwaigen künftigen Besprechungen die englisch-französische Er­klärung als e i n G a n z e s behandelt und kein Teil davon aus dem Zusammenhang gerissen werde. Nicht verlangt werde allerdings, daß die verschiedenen in der Erklärung behandelten Fragen in einer bestimmten Reihenfolge ge­prüft werden. Die englischen Minister seien zwar durch­aus geneigt, zu einer baldigen Erörterung eines

Luftabkommens unter den Westmächten, st«'seien aber nicht der Ansicht, daß die Konvention als eine von dem Rest der Erklärung losgelöste Angelegenheit be­trachtet werden könne. Man glaube, daß noch viel auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege erörtert werden müsse, bis ein Stadium erreicht werde, in dem eine persönliche

Wehrmachtbesuch des Führers

in Frankfurt a. d. O

Die alte Hauptstadt der Ostmark, Frankfurt a. d. O., R nach längerer Pause den Führer und Reichs- ^âler, der in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber »er Wehrmacht in Begleitung des Reichswehrministers Generaloberst von Blomberg die Truppen des Stand­ortes besichtigte.

.Die Stadt mit ihren alten schönen Häusern trug bnh n Flag genschmuck. Am Bahnhof grüßten von

mit Tannengrün umwundenen Masten die Fahnen , Dritten Reiches und die Farben der Stadt. Erinne- ungen werden wach an frühere Besuche des Führers.

Als bekannt wurde, daß der Führer die Truppen des ^oortes besichtigen würde, bedurfte es keines Aufrufes y)r. Als gegen 15.30 Uhr der Sonderzug in die Halle 1 wUarcn die Straßen schwarz voll Mensche n. ha èf dem Bahnhöfe hatten sich neben den Vertretern 's Iiandortes die Vertreter der städtischen Behörden und kJ â^rtei, eingefunden. Durch ein Spalier der SS. begab ! A cer Führer auf den Bahnhofsvorplatz, auf dem eine n ko m panie aus Lübben Ausstellung ge- hatte. Unter den Klängen des Deutschlandliedes der Führer die Front ab.

an unvergleichliches Bild dann die Fahrt des Führers durch die Stadt.

Straßen zu den Kasernen, von denen die Reichs- di^Lslagge wehte, bildeten SA., SS., Flieger, Arbeits- der R rU^ ^e Politischen Leiter Spalier. Zunächst galt der Insa nteriekaserne, auf deren Hof die Parade des Infanterieregiments Frank- be^'nd des Artillerieregiments Frankfurt abnahm. Dann er htJmC de* Führer die A r t i t l e r i e k a s e r n e, in der lind ^Ächlchaftsgebäude aufsuchte sowie die Stallungen an Wirtschaftsräume in Augenschein nahm. Überall dew ^.Fe^stern drängten sich die Soldaten und jubelten Oberbefehlshaber der Wehrmacht, ihrem Führer, zu. Nbrâ- Schluß an die Besichtigung nahm dann der be« Standortsoffiziersheim mit dem Offizierkorps Standortes das Abendessen ein.

H" Führer verleiht Dr. Frick das Ehrenzeichen vom 9. November 1923.

Vreum^ Führer und Reichskanzler hat dem Reichs und E h Eschen Minister des Innern, Dr. Wilhelm Frick, das 1923 t?^e * c ® der Bewegung vom 9. November

Fühlungnahme einsetzen werde. Es verlaute, daß in den letzten Tagen eine Mitteilung eingegangen sei, wonach

die Sowjetregierung

gerne Vertreter der britischen Regierung in Moskau be­grüßen würde. Die Frage werde noch erwogen und sei vom Kabinett noch nicht erörtert worden.

Der englische Geschäftsträger Campbell hat Außen­minister Laval über die Stellungnahme seiner Regie­rung zur deutschen Antwort unterrichtet und sich mit ihm über den

Fortgang des Meinungsaustausches unterhalten. Von der gesamten Presse wird der Beschluß des englischen Kabinetts als eine Bestätigung der englisch- französischen Verbundenheit und eine Bekräftigung der gemeinsamen Erklärung vom 3. Februar, die ein unteil­bares Ganzes sei, freudig begrüßt. Nicht geringere Beach­tung findet die Überreichung der s o w j è t r u s s i s ch e n Note, die von den Blättern als höchst wichtiger Beitrag zur Durchführung des Friedenswerkes auf der Grundlage der Londoner Erklärung bezeichnet wird.

Boischafierempfang bei Laval.

Reist Simon über Berlin nach Moskau?

Außenminister Laval empfing den deutschen Bot­schafter Roland Köster, den polnischen Botschafter Chla- Powski und den italienischen Botschafter Grafen Pignatti. Obgleich über den Gegenstand der Unterredungen eine amtliche Verlautbarung nicht ver­öffentlicht worden ist, geht man wohl nicht in der An­nahme fehl, daß es sich um Fragen gehandelt hat, die in engem Zusammenhang mit der Londoner Erklärung und den bevorstehenden Verhandlungen stehen.

In diesem Zusammenhang spricht man in französi­schen politischen Kreisen sehr viel von einer

Reise Sir John Simons nach Berlin.

Man rechnet allgemein damit, daß der englische Außen­minister demnächst Berlin besuchen wird, und hält es sogar nicht für unwahrscheinlich, daß er die Gelegenheit benutzen wird, um seine Reise bis nach Moskau auszudehnen. Feststehende Beschlüsse in dieser Richtung sollen jedoch noch nicht gefaßt worden sein. Wie in gut unterrichteten diplomatischen Kreisen verlautet, bestätigt es sich, daß die Moskauer Regierung den englischen Außenminister eben­falls eingeladen hat, der sowjetrussischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten.

Kreditermâchiigung für den Michsfinanzminister.

Der Führer entscheidet über den Kredit- umfang.

Die Reichsrcgicrung hat das folgende Gesetz be-

Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, im Wege des Kredits Mittel zu beschaffen, deren Hohe der Führer und Reichskanzler auf Antrag des Rcichsminlsters der Finanzen bestimmt.

Dazu wird mitgeteilt: Durch das Reichshaushalis- gesetz für das Rechnungsjahr 1934 sind dem Reichs­minister der Finanzen zwei KredUermächttgungen erteilt worden Davon diente die eine dazu, den Fehlbetrag des Rechnungsjahres 1933 zu finanzieren Auf Grund der anderen Kreditermächtigung wurden die Kittel beschafft, die vir Einlösung der 6 s7)-Prozent-Anleche des Deut­schen Reichs von 1929, soweit sie nicht tn die ^-Prozent- Anleihe des Deutschen Reiches von 1934 umgetauscht ist, erforderlich waren. Diese Aufgaben sind erledigt Jn- zivischen sind neue k r e d i t p o l 1 t c s ch e M a ß - n ahmen notwendig geworden.

runa hat in den beiden Jahren jett der Machtübernahme zur Behebung der Arbeitslosigkeit Maßnahmen ergriffen, die zunächst kurz- imö mittelfristig finanziert worden sind. Es soll nunmehr eine Konsolidtcrung dreier Schulden er­folgen. Ferner werden Ausgaben, insbesondere im Zu­sammenhang mit dem Ausbau der deutphen Rohst o f f - Wirtschaft entstehen. Zur Finanzierung dreser Aus­gaben, deren Höhe sich im voraus nicht voll übersehen läßt, bedarf es einer neuen Ermächtigung für den Reichs­minister der Finanzen vtr Beschaffung von Mitteln tut Weac des Kredits.

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Der Herzog von Coburg

berichtet dem Führer.

Der Reichskommissar für die Freiwillige Krankenpflege, Herzog von Coburg, erstattete beut Führer und Reichskanzler eingehend Bericht über seine Reise als Repräsentant des Deutschen Reiches zur 15. Internationalen R o t - K r e u z - K o n f e r c n z in Tokio.

Vom Führer begnadigt.

Die Preffestelle des Kottbusser Landgerichts teilt mit: Der Führer und Reichskanzler hat die durch das rechtskräftige Urteil des Schwurgerichts Kottbus gegen Bernhard P i s ch o n wegen Ermordung des SA.-Man- nes Walter Gornatowski aus Kottbus verhängte, Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren umgewandelt.

Hingerichiet.

Im Hofe des Nordhäuser Gerichtsgefängnisses wurde der am 20. November 1908 geborene Clemens Lier hingerichtet, der vom Schwurgericht in Nordhausen wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Lier hatte seinen Onkel, den Stellmachermeister August Jüttemann-Berlin, aus Haß und aus der Er­wägung heraus, daß der Tod des Onkels sich auf seine wirtschaftliche Lage günstig auswirken könnte, nach vor­bedachtem Plan im Mai des Jahres 1933 in einem Walde bei Weißenborn-Lüderode (Unter-Eichsfeld) ermordet. Angesichts der Roheit der Tat war kein Anlaß zur Begnadigung gegeben

Hierl wird 60 Jahre alt

Der Schöpfer des Arbeitsdienstes.

Am 24. Februar treten 250 000 Arbeitsmänner im ganzen Reich an, um ihres Reichsarbeitsführers zu ge­denken, der an diesem Tage sein 6 0. Lebensjahr vollendet. Staatssekretär Konstantin Hierl hat es in stiller, unentwegter Arbeit dahin gebracht, daß die Arbeit wieder zur Ehre geworden ist, daß die deutsche Jugend im Arbeitsdienst diesem Glauben wieder lebt, ihn hineinträgt in das deutsche Volk und so beiträgt zur Schaffung neuer Lebensbegriffe und -ideale.

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Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl wurde am 24. Fe­bruar 1875 zu Parsberg tn der Oberpfalz geboren und trat im Jahre 1893 nach Ablegung der Reifeprüfung beim 11. In­fanterieregimentvon Der Tann" in Regensburg ein. Bereits im Jahre 1908 wurde Hierl auf Grund seiner hervorragenden Begabung in den Großen Generalstab versetzt. Den Weltkrieg machte er in den verschiedensten verantwortlichen Stellungen, teils,an der Front, teils als Major im Generalstab mit. Nach dem Kriege wurde Oberst Hierl in die Reichswehr übernommen und in vas Reichswehrministerium berufen, wo er als erster einen kurzen, klaren überblick über den Verlauf des Welt­krieges schrieb. Der verantwortungsbewußte, von glühender nationaler Gesinnung erfüllte Offizier kam dann bald mit der großen nationalsozialistischen Freiheitsbewegung in Berüh­rung und mußte im Zusammenhang mit den Ereignissen des unglückseligen 9. November 19 2 3 seinen Abschied nehmen. Er wurde dann einer der tatkräftigsten Mitkämpfer Adolf H i t l e r s , der ihn iM Jahre 1929 zum Organisationsleiter II ernannte. Hier hatte Oberst Hierl Gelegenheit, an entscheidender Stelle an der Verwirklichung seiner Lieblingsidee, des Arbeitsdienstes, zu arbeiten, in dem er die große Erziehungsschule der deutschen Jugend ginn Sozialismus, d. h. zur deutschen Volksgemeinschaft erkannt hatte. Die nationalsozialistische Erhebung brachte ihm die Ver­wirklichung seiner Pläne.

Die Soldaten der Arbeit erobern eine neue Provinz.

Der Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hierl eröffnete jetzt in den Arbeitslagern im westlichen Emsland den General­angriff des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes auf die großen zusammenhängenden Moor- und Oedlandflächen Deutschlands, die heute noch vier bis fünf Prozent von der Gesamtfläche des Deutschen Reiches für die landwirtschaft­

liche Nutzung unbrauchbar lassen. In einem Zehnjahres- plan soll diese große Aufgabe bewältigt werden. Mit der Urbarmachung der ausgedehnten Moorgebiete im Emsland im Nordwesten des Reiches, deren Lage unsere Karte zeigt, wird jetzt damit begonnen werden. Nach Abschluß dieses ersten Abschnittes des Zehnjahresplans werden dort 10 000 Siedler- und.Handwerkerfamilien Heimat und Verdienst haben können.