fuloaer Anzeiger
S"°A^ »> S Tageblatt für Rhön und voaelsbâlp ä1»ääi «
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Sir. 53 - 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 4. März 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Nilitäraufstand in Griechenland
Uiermgsslugzeuge gegen Kriegsschiffe
Griechenland war am Ende der vorigen Woche Wilitäraufstand ausgebrochen, der, wie verlautet, " tun Anhängern des Generals Plastiras und des Mikcrs Venizelos ausging. In dem Arsenal von ^âiis, der der Hafenstadt von Athen Piräus vor äricu Insel, brach die Meuterei aus. Unter Füh des Kommandanten D e m c st i ch a setzten sich rc- .âsfeindlichc Offiziere in die Gewalt über das Es mar offensichtlich geplant, den Aufstand mit ; âuppenmeutcrei in Athen und anderen Städten zu I Men, jedoch scheiterte dieser Versuch an der über- i Liberi Treue der Regierungstruppen.
ZA l h e n haben in der Nacht Gefechte stattgefunden, mit der Kapitulation der A u f st ä n d i s ch e n flirten. Die regierungstreuen Truppen haben alle strate- Punkte besetzt. In bei' Zivilbevölkerung herrscht
Mk.
Die Besatzungen der Kriegsschiffe haben ebenfalls gemeutert,
M Zerstörer haben aber inzwischen die Waffen gestreckt. Cie Regierung hat gegen die meuternden Kriegsschiffe Zugzeug è eingesetzt. Der Kreuzer „Ave - roff soll Beschädigungen erhalten haben. Die Urheber des Aufstandes sollen mit der ganzen Strenge des Aefetzes abgeurteilt werden.
Zu dem Putsch der Anhänger von Plastiras und Anizelos wird nach anderen Meldungen bekannt, daß es den Aufständischen gelang, unter Führung von Admiral Lemesticha und Vizeadmiral Kollialexis die Mte in ihre Gewalt zu bringen.
)n Athen waren die Kadettenschule und das Gardc- rcgiment der Evzonen zu den Revolutionären über- getrctcn.
Jie Revolutionäre hatten dann nach harten Kämpfen das • utsmal eingenommen. Da die meisten Marine-offiziere obwksend waren, konnten sich die A'u fft n n * di scheu der Flotte bemächtigen und dampften »ach Saloniki oder Kreta ab. Die Küstenbatterien cr= dielten Befehl, d i e Schiffe zu beschießen, falls die Wändischen sich nicht ergeben würden. Flugzeuge aus ialoi nahmen die Verfolgung der Schiffe auf und bom- toicrtcn sie. Hierbei erlitt der Kreuzer „Averoff" beglichen Schaden.
Jie Aufständischen telegraphierten, daß sie ihren Widerstand bis zum Äußersten aufrechterhalten würden.
â der .Hauptstadt wurde das Kricgsrecht erklärt. ^Führer der Oppositionspartei sind in â?liast genommen worden. Der Post- und Telephon- vnlehr wird militärisch bewacht. Die Kadcttenscbule unb Evzonen haben sich der Regierung ergeben. Der «ammandant soll Selbstmord begangen haben.
Hamps mit den Aufständischen wurden
Mi Bombenflugzeuge der Regicrungsftreitmacht °urch Treffer aus Flügzeugabwehrgeschüven so stark
. beschädigt, k ste zum Niedergehen auf die offene See gezwungen Die Besatzung konnte jedoch von zur Hilfe eilcn- M^ungstrcuen Kriegsschiffen ausgenommen werden. d" Luftstreitkräfte kehrte nach kurzer Verfolgung ^nhcn und Saloniki zurück, dessen Hafen durch zwei U*" kte Handelsschiffe unzugänglich gemacht "m neue Ladung von Bomben und Maschinen- zu übernehmen. Von den Militär-
.. wurde bckanutgegeben, daß
der Bomber sowie auch die Komman- der regierungstreuen Kriegsschiffe Befehl bte fliehenden Rebellenschissc zum Sinken zu bringen,
111 einer Arbeitsdicnstab- Öiujn. ^'"""^
Illustrat. Hoffiuailii.)
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^^vtmficr d>»rd-^kE^tttreièr des Führers, Sadrianh ,^iner Fnhrt durch das »eior^K llbcTnl1 jubelnd begrüßt.
^°>'i war der Jubel in bic i( lener Stadt, in der einst ^raüb ®c®cn Deutschland durch Mern«?01 und Kommunisten «roß war. Unser ÄbtoL” Reichsminister Heß beim
— Führer der Putschisten Venizelos
falls diese nicht der Aufforderung zur Übergabe unverzüglich Folge leisten sollten.
Wie bekannt wird, hatten die Rebellen erst den Plan gefaßt, mit ihren Schiffen aus dem Athener Hafen nach Saloniki vorzustoßen, um die dort stationierten Schiffe dazu zu bewegen, sich der Revolution anzuschließen. Nachdem dieser Plan erfolglos geblieben ist, hätten sie dann das Weite gesucht.
Der griechischen Regierung war seit längerem bekannt, daß General Plastiras von seinem Exil in Cannes aus Umsturzplâne gegen die gegenwärtige Negierung schmiedete
und hatte daher bereits die entsprechenden Vorbeugungsmaßnahmen getroffen. Wahrscheinlich ist es diesen Maß- nahmen znzuschreibeu, daß der Aufstand so schnell zn- sammenbrach. Das Aufstandsstgnal hatte bei der Landarmee zum überwiegenden Teil keinen Widerhall gefunden. Im Zusammenhang mit dem Aufstand wurde der Führer der Bauernarbeiterpartei, P a p a n a st a s i s , unter scharfe Bewachung gestellt. Er darf sein Haus nicht verlassen, weil er verdächtig ist, sich an der Verschwörung gegen die Regierung Tsaldaris mindestens passiv beteiligt zu haben.
Um jede Propaganda für die Revolution des Heeres und der Flotte unterdrücken zu können, wurde in ganz Griechenland die Venizelistenpresse Verbote n. Außerdem ist von der Regierung durch Dekret der Senat a n f g e l ö st und auch der Beschluß gefaßt worden, ihn überhaupt vollkommen abzuschaffen, da die Mehrheit der Senatoren Anhänger von Venizelos seien.
Nach den letzten Nachrichten hat der Aufstand in Griechenland entgegen den beruhigenden Erklärungen der Regierung eine Verschärfung erfahren.
Der alte Gegner der jetzigen griechischen Regierung, Venizelos, der sich zur Zeit in Kreta aufhölt, ist offen zu bcn Aufständischen übergegangen und hat bei einer großen Kundgebung eine aufrührerische Rede gehalten.
Die Verhandlungen, die Admiral Typaldos im Auftrage der Regierung mit den bei der Insel Milos ankernden Aufständischen eingeleitet hatte, sind gescheitert. Die Regierung hat am Sonntag beschlossen,
Jubel um den Stellvertreter des Führers
Rudolf Heß fuhr durch das Saarlad.
Der zweite Tag der BefrciungSfciern an der Saar begann mit einer Rundfahrt des Stellvertreters des Führers, Reichsministers Rudolf H c st , durch das befreite Saargcbiet. Die Straßen, die der Stellvertreter des Führers durchfuhr, waren von einem dichten Spalier von Menschen besetzt. Vor den Männern und Frauen standen die Schulkinder mit Halenkrcuzfahuen in der Hand.
In den Schulen waren am Sonnabcndvormittag für die Kinder Feiern veranstaltet worden, bei denen die Kleinen zum Tage der Befreiung Bretzeln erhielten, während den großen Schulkindern Erinncrungsbucher mit dem Bild des Führers übergeben wurden. Überall waren die Standarten der SA. und der SS., die Männer des Arbeitsdienstes. die Alte Garde der Saar in ihren weißen Hemden aufmarschiert.
Der Stellvertreter des Führers verließ vielfach in den größeren £rtcn den Wagen, schritt die Front der Ehrcnabtcilungcn der SA. und der SS. ab, sprach mit den zuständige!, örtlichen Leitern der Bewegung einige Worte,
die Schiffe der Aufrührer durch Flugzeuge mit schwersten Bomben zu belegen, falls keine bedingungslose Übergabe erfolgt. Ein Bombengeschwader ist bereits am Sonntagmorgen in Richtung nach Milos gestartet. Die Regierung ist fest entschlossen, den Aufstand mit bewaffneter Hand unbarmherzig zu unterdrücken.
Um die Ruhe schnellstens wiederherzustellen, hat die Regierung zwei Jahresklaffen der Marine zu den
Im Heer und Umbesetzungen Auch zwei
Fahnen gerufen.
in der Marine wurden ferner erhebliche in den Kommandostellen vorgenommen.
, „ Jahresklaffen der Heeresreserve in Alt- Griechenland sollen wahrscheinlich einberufen werden,
um Heeresabteilungen, deren Gesinnung zweifelhaft ist, mit zuverlässigen Reservisten durchsetzen zu können. Tie Regierung hat einen
Aufruf an das Volk erlassen, in dem die Hintergründe des Aufstandes dargelegt werden und die Bevölkerung aufgefordert wird, sich an die Seite der Regierung zu stellen.
Diese Woche beginnen die außerordentlichen Kriegsgerichte ihre Tätigkeit. In der Zusammensetzung der Regierung wurden angesichts der Lage einige Veränderungen vorgenommen, durch die die Schlagkraft des Kabinetts verstärkt und sein Ansehen im Volke erhöht werden soll. Der Ministerrat beschloß, den Führer der Regierungspartei, General Metaxas, als Minister ohne Geschäftsbereich in das Kabinett aufzunehmen: und Metaras bat dieses Angebot bereits angenommen. Ferner hat die Regierung das bereits vor zwei Monaten ein- gercichte Rücktrittsgesuch des Außenministers M a r i m o s angenommen. Der bisherige Marineminister Hâdschi- k y r i a k o s ist zurückgetreten. An seiner Stelle übernahm Admiral D u s m a n i s, der während der Balkankriege Chef des Generalstabs der griechischen Marine war, das Marineministerium. Für das Luftfahrtministerium, das bisher von Ministerpräsident Tsaldaris mitverwaltet wurde, wurde S ch i n a s zum Minister bestellt, der bisher Unterstaatssekretär in diesem Ministerium war.
Kreta in vollem Aufruhr
Die Kretische Bollspartei hat sich offiziell der Aufstandsbewegung angeschlopeu und die Amtsgebäude in der kretischen Hauptstadt Candia von ihren Anhängern besetzen lassen. Der griechische Generalgouverneur S P o s l i t i s wurde gesangengesetzt.
und die Menschen jubelten; der Gesang pflanzte sich von Ort zu Ort weiter fort, Lautsprecher übertrugen in allen Städten und auch zum Teil in den Dörfern Berichte von dieser Fahrt durch das Land.
In Saarlouis standen Taufende von Bauern aus dem Gau und den umliegenden Dörfern mitten zwischen den Einwohnern jener Stadt, aus der die Propaganda einst so gern eine Stadt gegen Deutschland gemacht hätte. Hier war der Empfang besonders stürmisch. Rudolf Heß verweilte mindestens einige Minuten auf dem Marktplatz von Saarlouis. Er begrüßte dort auch Reitervereine der Umgegend. Dann ging die Fahrt weiter durch jene Gebiete, an deren Deutschtum niemals gezweifelt war, hinein in das Land der Koble und auch in jenen Ort Sulzbach, der vor Monaten einmal die Zentrale der Emigrantenhetze und der kommunistischen Bewegung im Saargebict war. Me Menschen standen auf der Straße. Jeder begrüßte den Vertreter des Führers. Die Fremden und die Hetzer sind restlos verschwunden.
Der Freitag war der Tag des Sieges des Vaterlandes: die Fahrt von Rudolf Heß war der Mittelpunkt des Tages desTriumphcsdernationalsozia- l i st i s ch e n Bewegung an der Saar.
Der Reichsarbeitsminister unb Führer deS NSDFB. Franz S e l d i e nahm Sonnabendvormittag an einer Kundgebung des Stahlhelm bei dem Waldhaus im St'. Jobanner Stadtwald teil. Er hielt nach einem , Feld- gottesdienst eine Ansprache. Später fuhr Reichsminister Seldte zur Wartburg, wo er den Vorbeimarsch von etwa 5000 Mann des Stahlhelm entgegennahm.^
Durch Saarbrücken zogen den ganzen Tag Abteilungen der SA., der SS., des Stahlhelm unb des Arbeitsdienstes. Bis 4 Uhr nachmittags hatte man den Verkehr in der Stadt freigegeben. Dann begannen sich die Züge für den Fackelzug zu sammeln, der am Abend stattfand.
Saarspende des Reichsarbettsministers.
Zur Erinnerung an die Rückkehr des Saarlandes zur Heimat hat der R c i ch s a r b c i t s m i n i st e r für die ehemaligen Angehörigen der alten Wehrmacht unb^tbre Hinterbliebenen, die durch ihre Treue der deutschen^ ^ache zum Sieg verhalfen haben, 5 0 0 0 0 M a r f a l <■ „^ a a v f p e it b e" bereitgestellt. Die Ausschüttungen werden am 13. Januar jeden Jahres, als dem Gedenktage des Ab- stimmunassieaes. vorgenommen werden. , vieWndiger Zackelzua vor Reichsminister Seß.
Nach der Rückkehr des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, von seiner Triumphfahrt durch das Saargcbiet, sammelten sich Tausende von Menschen vor