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^r. 54 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 5. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Deutschlands Politik

der Selbstbehauptung

Schacht weist den Weg aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Sm Montagabend veranstaltete in der Messestadt fein im Rahmen der Veranstaltungen der diesjährigen Mhrö messe die Kommission für Wirtschaftspolitik m âAP. eine große Kundgebung, auf der i^Ächswirtschaftsministcr Reichsbankpräsident Doktor tiMt sprach. Die Kundgebung, die in einer Halle Uesscaelündes stattfand, behandelte die Frage: kutsch land in der Weltwirtschaft!

zieichsbankpräsident Dr. Schacht betonte in seiner Ve, daß die geistige Kraft der nationalsozialistischen Ücroegung jetzt die Welt zum Nachdenken bringe, und ttiiärte, wenn der Nationalsozialismus mit Recht das Wreitmachen fremdrassigen Wesens in Staat und Mur ausmerze, so heiße das nicht unterschiedslos jeden Mn vernichten, und wenn freimaurerische Heimlich- AMi abgetan werde, so gelte deshalb nicht jeder Frei- maurer als Landesverräter. Aber Mißgriffe dieser Art feien vergängliches Beiwerk, das noch keiner Revolution gefehlt habe. Alle Kritik der ausländischen Presse an den Formen und der Einheitlichkeit des nationalsozialistischen Lebenswillens treffe ins Leere. Um die Behauptung von Gegensätzen zwischen einzelnen Führerpersönlichkeiten der Bewegung oder der Reichsregierung zu zerstreuen, er- Härte Dr. Schacht nachdrücklichst:

Ich kann Ihnen versichern, daß alles, was ich sage unb tue, die absolute Billigung des Führers hat. und daß ich nichts tun und sagen würde, was seine Billigung nicht hat."

Dr. Schacht schilderte dann, daß die Ursache der Lirtsch a s t s k r i s e in der Politik liege, insbesondere in den politischen Auswirkungen des Weltkrieges. Bor dem Kriege hätte Deutschland 25 Milliarden Reichsmark Forderungen und 15 Jahre später mehr als 25 Mil- Itarben Schulden an das Ausland gehabt. Deutschland habe alles getan, um die ihm aufgezwungene Umstellung zu vollziehen und seine Schulden abzuzahlen, aber das Ausland habe den Erfolg dieser Anstrengungen durch leine Handelssperren und Währungsdumpings vereitelt. Ein Teil der Gläubigerstaaten sei zu dem System der Elearings übergegangen und habe damit dem Welt­handel einen neuen Schlag versetzt. Infolge dieser Lchwierigkciten sei der internationale Handel Wohl in der Einfuhr wie in der Ausfuhr ständig Weiler g e sch r u m p f t. ...

Dr. Schacht unterstrich, daß es nicht der böse Wille Deutschlands sei, sondern

die Politik der Selbstbehauptung habe dazu geführt, die Rohstoffe dort cinzukanfcn, wo Deutschland sie im Austausch gegen deutsche Waren erlangen könne.

Schacht betonte:Niemand würde es mehr begrüßen diè wir, wenn im Wege internationaler Zu - Ultimen a r b e it die Voraussetzungen zur Beseitigung ^gegenwärtigen primitiven Verfahrens und zur Wiederherstellung des mehrseitigen Handels geschaffen ^rben könnten."

. Die Lösung des deutschen Schuldentransferproblems, !°,bemerkte Dr. Schacht weiter, ist nur auf zwei Wegen entweder Herabsetzung von Zins und Amorti- Mion unserer Anleihen im Zusammenhang mit einer Müsen Stundung oder Erhöhllng des deutschen Aus- Mubcrschusses. Ich freue mich, daß der Leiter der niragsabteilung im amerikanischen State Departement, L^radh, anscheinend diese einzigen Möglichkeiten eben- klar erkannt hat. Das würde sich mit dem Weg decken, tch wiederholt unseren Gläubigern vorgeschlagen nämlich den deutschen Anleihedienst für einige Jahre Ansitzen und ihn danach zu maßvollen Zinsen wtedcr- Wnieii. Die dazwischenliegende Zeit müßte dazu rwandt werden, um den internationalen Handelsverkehr ^edttaufzubaue:,."

cm Dr. Schacht die Welle Währungsabweriun- Mlm Auslande kritisiert hatte, betonte er. daß Deutsch- aus eigener Kraft wieder in Gang

^ deutsche Wirtschaftspolitik lehne einen Deflations- °b, um sich die Antwort zu ersparen:Rcchnnng anerkannt, Schuldner verstorben."

, Dr. Schacht erklärte nunmehr, daß der Grundsatz ?euen Planes, den er auf der vorigen Lelp- i ^bbstmesse angekündigt hatte, laute: N i ch t m c h r eist ?,t.al6 bezahlt werden kann, und in 2'n'e das kaufen, was notwendig ^M "cht lu i r b IWir sind durch den Wmler , glatt hindurchgekommen mit ge- und einer sehr geringen S bedingten Steigerung der Arbeilslosenzlffci. falsch, wenn ich sagen würde, daß cs

AußenhandelScrgebniS von Dezember Air J1"'" braucht uns nicht allzusehr zu erschrecken.

®runb 6n handelspolitische Verträge gebunden, aus wir zunächst noch Einfuhren über das cr- ^âß hinaus zulassen mußten."

Schacht bezeichnete die El x a r i n a - D c r -

träge als das Haupthindernis des neuen Planes. Es habe sich auf den Verrechnungskonten bereits eine deutsche Neuverschuldung von über einer halben Milliarde Mark entwickelt, die uns zwar devisen- mäßig nicht bedrücke, weil ihre Bezahlung nur in Waren verlangt werden könne, die aber psychologisch wenig erfreulich sei, weil sie den Eindruck erwecke, als ob Deutschland rückständige Warenschulden sich wieder ansammeln lasse.

Deutschland werde deshalb in Zukunft auch auf den Verrechnungskonten noch viel schärfer als bisher die

Einfuhrgenehmigungen unter die Lupe nehmen.

Das deutsch-englische Abkommen habe sich bewährt und die Abtragung der Schuldenrückstände aus dem Warenverkehr mache erfreuliche Fortschritte.

Die deutsche Ausfuhr sei auch durch die man­gelnde Kauffähigkeit der Rohstoffländer, die hohen Zölle fast des gesamten Auslandes, die zu­nehmende Kontingentspolitik bei unseren Abnehmern und nicht zuletzt die Währungsentwertungen und -schwankungen der verschiedenen Länder behindert. Wenn wir trotzdem nicht weiter im Export zurückgewor­fen worden sind", bemerkte Dr. Schacht,als dies prak­tisch geschehen ist, so bedeutet dies eine Anerkennung der deutschen Qualitätsarbeit imb zeigt gleichzeitig, daß unsere Mühe um die Steigerung der Aus­fuhr nicht vergeblich zu sein braucht. Zwar ist der deutsche Anteil am Welthandel in den letzten beiden Jahren leicht zurückgeganqen. Das erklärt sich zu einem erheblichen Teil daraus, daß bei den großen Kolonial­mächten der Handel zwischen Mutterland und Kolonien sich relativ gut gehalten hat. Dabei zeigt sich immer klarer, daß

für einen Industriestaat der Besitz kolonialer Roh- ftoffgcbictc als Ergänzung seiner heimischen Wirt­schaft unerläßlich

ist. Auch das frühere Deutschland bat mit seinen Kolo­nien niemals imperialistische, sondern immer nur wirt­schaftliche Ziele verfolgt. Heute liegt es klar zutage, daß, wenn Deutschland seine Kolonien hätte, das Transscrproblem Deutschlands un­endlichviel leichter sein würde, da cs einen erheb­lichen Teil seiner Rohstoffe, die cs heute in ausländischer Valuta bezahlen muß, im Rahmen seines eigenen Wah­rungsbereichs erzeugen könnte."

Der Reichsbankpräsident beantwortete hierauf die Frage: Wie stellt sich der Nationalsozialismus zur Welt­wirtschaft? Der Nationalsozialismus sehe in geregelten Wirtschaftsbeziehungen der Völker untereinander einen

Dr. Coerdeler über nationalsozialistische Preispolitik

Vor der Rede Dr. Schachts hatte der Oberbürger- nieifier von Leipzig und Reichskommissar für Pret-ube^ wachung Dr. Go erd el er u. a. ausgeführt:Ich habe schon mehrfach öffentlich zum Ausdruck gebrachte daß ich das mir vom Führer anvertraute Amt vollkom- men falsch aufassen würde, wenn ich es mir angelegen sein ließe, Preisbefehle zu erlassen. Der Mann, der das nach den Erfahrungen der Kriegs- und Nachkriegs- Zwangswirtschaft täte, gehörte in Wahrheit vor ein Ge­richt: beim er schlüge aus Unwissenheit oder Feigheit Erfahrungen in den Wind, die nicht jede Generation sammeln kann und die doch ungewöhnlich klar sind. Preise kann ich nur befehlen, wenn ich die Warenerzeu­gung mengenmäßig und ihre Verteilung vollkommen tu der Hand habe.

Entschließe ich mich dazu, Warenerzeugung und Warcnvcrtcilung in die Hand zu nehmen, d. h. die Ware zu beschlagnahmen und bestimmte Wege gehen lasten, so nmß ich alle damit verbundenen Nach- teile in Kauf nehmen.

Ich trage das Risiko für Verderb und Schwund, für Fehlsendungen und Schadenersatzansprüche, ich verbeamte und verbürokratisiere alle au diesem Prozeß beteiligten Menschen, ich vernichte immer mehr und mehr jene schöpferischen Kräfte, die sich nach unserer aller Erfah­rung immer nur dann regen, wenn ihnen ein gewmer Spielraum gelassen wird. Das Ende ist Mlnderproduk- tion und Verteuerung, Knappheit."

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erklärte Dr Gocrdelcr dann:Von einer umfassenden Markt­ordnung auf der Welt sind wir wer weiß wie weit ent­fernt Ich wage, zu bezweifeln, ob sie letztlich überhaupt ein Segen für den Fortschritt der Völker sein würde, denn jede Regelung muß ihrem Rutzen, eben der Ord­nung. auch ihre Nachteile, nämlich die Einengung schöpfe rischer Kräfte entgegenstellen. So bleibt tu icdem »volle angesichts des vorhandenen Wettbewerbs bte Möglichkeit, deutsche Erzeugnisse in der Welt umzutauschen vollkom- men von dem Stande der Prene abhängig. Es ist U sannt, daß der deutsche Preisspiegel im Durchschnitt

unentbehrlichen Kultursaktor, und sei gewillt, das ker­nige zum Wiederaufbau des Welthandels beizutragen. Deshalb erkenne das nationalsozialistische Deutschland seine Auslandsverpflichtungen als bindend an, obwohl sie in ihrer jetzt nur noch vorhandenen Höhe ausschließ­lich reparationsbedingt seien.

Der Nationalsozialismus lehne aber die Erfüllungs­politik auch aus wirtschaftlichem Gebiet um jeden

Preis ab,

mit der frühere Regierungen Deutschland an den Rand des Bolschewismus gebracht hätten. Der Zahlungs- Wille Deutschlands, der nur durch Warenliefe­rungen getätigt werden könne, bedinge einen Annahme­willen der Gläubiger für diese Waren. Am fehlenden Annahmewillen des Auslandes habe sich die Brüningsche Deflationspolitik totgelaufen.Wir werden sie nicht wiederholen" beteuerte Dr. Schacht.^

Internationalen Kredit, so fuhr Tr. Schacht fort, hatte auch der Nationalsozialismus für ein unentbehr­liches Hilfsmittel des Welthandels, aber er wehre sich gegen den Mißbrauch solchen Kredites zu einer bloßen Verschleierung des vorhandenen Spannungszustandes. Solange deshalb durch Förderung der deutschen Ausfuhr oder durch Verminderung der Schulden kein Ausweg geschaffen sei, werde das nationalsozialistische Deursch- land sich in welthandelspolitischer Beziehung gedulden: es weigere sich indessen, sich solange einfach passiv zu verhalten.

Wir steigern unsere Produktion an Jnlandsroh- stossen nicht", sagte Dr. Schacht,um irgendeinem Autarkieideal zu frönen, sondern wir tun dies aus Selbsterhaltungstrieb."

Zum Schluß seiner Rede warnte Dr. Schacht vor Überbewertung der deutschen Binnen- k o n j u n k t u r, die nicht zur Vernachlässigung der Aus­fuhr führen dürfe. Dr. Schacht schilderte die Wirtschafts- maßnahmen der Regierung, insbesondere bte Kapual- marktpolitik mit der Senkung der Zinslasten. Es sei gelungen, in den letzten beiden Monaten den beutidtcn Kapitalzins bei mehr als zehn Milliarden Reichsmar. Wertpapieren um ein rundes Viertel zu senken.

Nicht zuletzt diene die Senkung der Zinsen zur Förderung der Ausfuhr,

venn gerade der Zinsfaktor spiele bei der Preisgestaltung eine wichtige Rolle gegenüber dem durch besonders niedrige Sätze begünstigten Konkurrenten. Man^ könne von der deutschen Wirtschaft verlangen, daß sie als Gegenleistung auf dem Gebiete der Ausfuhr ihre ge­samte Tatkraft willig einsctze. Deutschland wolle keine Schleuderkonkurrenz auf den ausländ:,cyen Märkten herbeiführcn. . 3

Dr. Schacht schloß mit den Worten:L0 sucht das nationalsozialistische Deutschland inmitten einer irre­geführten und hin und her schwankenden Wirtschaftswelt einen festen Punkt zu schaffen, von dem aus es bereit und willens ist, seinen Anteil am Wiederaufbau de- Welthandels zu leisten. Der Geist der Leipziger Mene ist völkerverbindend. Helfen Sic alle mit, bas ungestörte wirtschaftliche Arbeit wieder cinzieht in die Welt zum Segen der Völker."

wesentlich über dem Stande der Weltmarktpreise liegt.

Diese Tatsache stellt

zwei Forderungen an uns.

1. Wir müssen unsere Preise mit wirtschaftlich nicht störenden Mitteln und ohne soziale Erschütterungen an einer weiteren Entfernung vom Weltmarktpreise hindern. Wir müssen sie im Gegenteil diesem wieder näherbringen. Je bester und schneller uns das aelinat.

Der Mesie-Montag

Leipzig, 5. März.

Die Frühjahrsmesse ist zur Geschäftsmesse im vollen Sinne des Wortes geworden. Was am Montag die Messe besuchte, waren echte Käufer, die unter allen Um­ständen vorhandenen Bedarf decken wollten. Auf allen Gebieten war eine rege Geschäftstätrgkeit zu be­merken, die sich sowohl auf den Inlandsbedarf. als auch auf den Export bezog. Dabei war zu beobachten, daß überall der Drang nach Verkürzung der Liefer­fristen herrschte. Die verschiedensten Geschäftszweige staben schon mitgeteilt, daß ihre auf die Messe gesetzten Erwartungen erfüllt worden sind. Trotz der Ex- porterschwerungen ist fast überall die frühere Auslands­kundschaft erschienen und zeigt lebhaftes Interesse.

tun so größer ist die Absatzfähigkeit deutscher Erzeugnisse in der Welt.

2. Die Avsatzfähigkeit deutscher Er­zeugnisse ist um so ausstch:sreichcr, je besser die Be­schaffenheit der deutschen Ware im Verhältnis zum ge­forderten Preis ist. Sind wir in der Beschaffenheit so überlegen, daß in ihr ein dem höheren Preis ent­sprechender Mehrwert an Leistungen oder Benutzungs- Lauer vorhanden ist, so ist auch der höhere Preis durch­setzbar. '