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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg»

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3!r. 55 - 12- Jahrgang

Fulda, Mittwoch, 6. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Uglands neues Aufrüstungsprogramm

Eine merkwürdige Begründung unter Hinweis auf Deutschland. Jnnerpolitische Gründe oder französischer Druck?

Tas neue englische Ausrüstungspro- gtttnin, das eine Erhöhung des Wehrctats um rund WMillionen Pfund vorsieht, bedeutet nur einen chen Anfang eines großen Ausrüstungöpro- I «As. Im ganzen sind für dieses Jahr zehn M i l - I MN Pfund an zusätzlichen Rüstungen vorgesehen, bim rund vier Millionen Pfund auf die s hmeeund drei Millionen für die Lustver - lädigung entfallen sollen. Elf neue Geschwader sind ßrdie Landesverteidigung vorgesehen, 19 Flugboote für sie Luftstreitkräfte der Marine. Die Gesamtstärke der Hiftmacht wird in diesem Jahr aus 10 6% G e - sch«a d e r gebracht werden. Weitere 6 0 Millionen Pfund aber sollen für einen Fünfjahresplan für die Ausrüstung der Verteidigung angesetzt inerten.

Bemerkenswert, um nicht zu sagen merkwürdig, ist die Begründung dieses Programms kurz vor der Reise des englischen Außenministers Simon nach Berlin. Zu der Begründung heißt cs nämlich, daß Deutschland Ur­heber und Zielpunkt dieses Programms sei. Damit sollen wir also wieder einmal nach beliebter Methode zum Sündenbock gestempelt werden.

Ziefer Vorstoß der Regierung findet in der englischen Presse ein ebenso uneinheitliches Echo wie die Veröffent­lichung des Programms selbst.Time s" stellen sich in Einsatz zu der Regierung, indem sie die Angriffe gegen üulschland möglichst zu verwischen suchen. Die Linkspresse, - Lord Snowden inNews C h r o n i c l e", bemerkt, ich die Kennzeichnung Deutschlands als künftigen Windes sich würdig dem Ausspruch Baldwins von Eng- itnds Grenze am Rhein an die Seite stelle.

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Gauleiter Staatsminister Schemm f Bei einem Flugzeugunsall tödlich verletzt.

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Bayreuth, 6. März.

Wie die Reichspreffestelle der NSDAP meldet, Ver- Mliickte das Sportflugzeug des Gauleiters der baheri- M Ostmark, Hans Schemm, am Dienstag 17 Uhr auf w Bayreuther Flugplatz. Während der Pilot mit lcich- mcii Verletzungen davonkam, find die Verletzungen des Auleiters ernsterer Natur. Er wurde sofort in das elastische Krankenhaus Bayreuth gebracht, und die dort "«genommene Operation nahm einen günstigen Zulauf.

Die Maschine, die von dem Gaupiloten Michael ^Midt gesteuert wurde, war aus bisher ungeklärter unmittelbar nach dem Start mit einer Tragfläche Moen Windsack auf dem Dach der Flugzeughalle geraten. ^Tragfläche brach, und die Maschine stürzte ab.

Sauerbruch- Berlin und Professor @ß* E'Lurzburg sind nach Bayreuth berufen worden. Nach ^.ärztlichen Befund sind die Verletzungen des ^umters folgender Art: Gefährlicher Beckenbruch, kom- M^ Unterschenkelbruch und mehrere Rippenbrüche, lj.utungen sind gestillt, doch macht eine innere Schock- lm9 den Zu staud einigermaßen bedenklich.

Den Verletzungen erlegen

fahrenth, 6. März. Gauleiter Staatsminister ."«Schemm ist am Dienstag gegen 23.15 Uhr den . wert Verletzungen, die er bei dem gemeldeten Flug- ^unsall erlitten hat, erlegen.

feitet so tragische Weise ums Leben gekommene Gau- ub Staatsminister Hans Schemm war gleichzeitig k§ 9's < nationalsozialistischen Deutschen Lehrerbun- lr ^ Hauptamtes für Erziehung bei der Reichs- ietriÄ? der NSDAP und bayerischer Minister für Un- c Aulus. Er schuf die umfangreiche Gaupresse ue^ und die Presse des Nationalsozialistischen buh, ul'1 Lehrerbundes. Am 13. April 1933 wurde er Sana ix Minister für Unterricht und Kultus. Mit uns ist einer der ältesten Nationalsozialisten W set der markantesten Gestalten im politischen Leben SkUx Führer und Wegweiser der deutschen Er- Niigegangen.

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Dy t , Beileidstelegramm des Führers.

Lutetia Vc r sandte ans die Nachricht vom Tode des H y ^iaatsmiuisters Schemm folgendes Telegramm ^»s h ^^mimster Schein m, Bayreuth: lhi ff® tiefste erschüttert über das Unglück meines al- ^ Parteigenossen und Mitkämpfers spreche ich "ll bewegtes Beileid aus.

Der Text des englischen Weißbuches erwecke geradezu den Eindruck, als ob er vom französischen Auswär­tigen Amt ausgearbeitet sei.

England habe überhaupt keine eigene Außenpolitik mehr als die, die ihm durch Frankreich diktiert werde. Ähnlich äußert sich auch derDaily Herald".

Die Ansicht der Kabinetlsmehrheit und besonders die des Kriegsministers Lord H a i l - s h a m gibtDaily Telegraph" wieder, der den Besuch Simons mit dem Lord Haldancs vom Jahre 1912 vergleicht. Wie heute Hitler, so habe damals der Kaiser Friedensbeteuerungen abgegeben. Hitlers heutige Er­klärungen würden von der ganzen Welt wärmstens be­grüßt. Aber was iöiC er, und was will Deutschland in Wirklichkeit?

In Londoner politischen Kreisen wie auch in einem Teil der Presse wird demgegenüber darauf hingewiesen, daß die Bezeichnung Deutschlands als des künftigen Fein­des hauptsächlich âus innerpolitischen Gründen erfolgt sei, um die sehr starke pazifistische Opposition zum Schwei­gen zu bringen. Außerdem deutet man daraus hin, daß die Erklärungen des Weißbuches wohl mit dem letzten Besuch Simons in Paris und den Londoner Ge­sprächen zwischen Laval und MacDonald in Verbin­dung zu bringen

sind. Demgegenüber betontDaily Mail", daß Hitler genügend Beweise gegeben habe für seinen aufrichtigen Wunsch nach freundschaftlichen Be­ziehungen mit Großbritannien. Entgegen den Bemühun­gen gewisser Zeitungen, Deutschland für alle Zeit zu demütigen, müsse festgestellt werden, daß die große Mehr­heit des englischen Volkes keine Feindschaft, sondern im Gegenteil Freundschaft für Deutschland hege.

Nachruf des Gaues Bayerische Ostmark für Hans Schemm.

Bayreuth, 6. März. Der stellvertretende Gauleiter des Gaues Bayerische Ostmark veröffentlicht für den tödlich verunglückten Gauleiter Hans Schemm folgenden Nachruf:

Gestern abend ist Gauleiter und Staatsminister Pg. Hans Schemm den Folgen eines Flugzeugunfalles erlegen.

Erschütternd geht die Kunde durch ganz Deutschland, denn es hat einen seiner besten Söhne verloren, den treuen Mitkämpfer Adolf Hitlers und den begnadeten Künder von deutschem Wesen und deutscher Seele. Verwaist ist der Gau Bayerische Ostmark; er ist sein Werk und ihm hatte seine ganze Liebe gegolten. Von seinem anfeuernden Wesen lebte der Gau. Nun, da ihm die Seele geiwmmen, stehen wir erschüttert an seinem Totenbett. Sein ganzes Leben war Kampf und verzehrendes Ringen. Wir ehren in ihm den heroischen Kämpfer, der uns ein Vorbild letzter Hingabe war. Wir lieben in ihm über den Tod hinaus den großen Menschen voll frohen, unbezwinglichen Lebensmutes und gewinnende Herzlichkeit. Niemand vergißt sein bejahendes Lächeln, das von gütigem Verstehen zeugte.

Wir alle geloben, treu sein Vermächtnis zu erfüllen, das in den Worten erstarb:Haltet einander die Treue, wie ihr sie mir gehalten habt. Bleibt treu und stark in meiner bayerischen Ostmark, um Deutschlands willen! Bleibt treu unserem Führer, so bin ich mitten unter euch!"

Schemm ist tot! Sein Geist lebt in uns!

Gauleitung Bayerische Ostmark:

Ruckdeschel, Stellvertr. Gauleiter.

Anu aller Welt

Reichsminister Dr. Goebbels wohnte bei Gelegenheit seines Besuches der Leipziger Frühjahrsmesse am Diens­tagabend einem Gewandhaus-Sonderkonzert bei, das von Hermann Abendroth dirigiert wurde.

Ein teuflischer Mordplau hat jetzt mit der Verurteilung des 35jährigen Albert Wiesener aus Klein-Mühl« bei Finsterwalde zu fünf Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust seine Sühne gesunden. Diesener hatte bekannt­lich einen Strafgefangenen zur Herbeiführung eines töd­lichen Verkehrsunglücks angcstiftet, um auf diese Weise durch Versicherungsbetrug in den Besitz einer größeren Geldsumme zu gelangen.

Einen Kammersieg hat die französische Regierung in einer wirtschaftspolitischen Frage errungen. Mit 333 ge­gen 154 Stimmen wurde ein Gesetz verabschiedet, das für einzelne Industriezweige Abkommen, die von der Mehrheit der betreffenden Zweige abgeschlossen werden, für der- bindlich erklärt.

Hailfhams Torpedoschutz.

Der englische Kriegsminister Lord Hail sh am, der jetzt mitten in die Besprechungen über die Befriedung Europas mit feinem neuen Rüstungsprogramm hinein­platzt, liebt es, von Zeit zu Zeit seinen Landsleuten Ge­spenster an die Wand zu malen. Mit einer ganz be­stimmten Taktik scheint er sich dazu Momente auszusuchen, wo es aus eine nachdrückliche Wirkung seiner meist mit allerlei Geheimnissen und Überraschungen verbrämten Forderungen herauskommt. Soviel steht jedenfalls fest: Lord Hailsham vertritt in der englischen Politik un­bedingt die A u f r ü ft u n g s p a r t e i.

Mag nun sein diesmaliger Vorstoß, der alles in allem eine Erhöhung des Heereshaushalts um 10 Mil­lionen Pfund fordert, außen- oder innenpolitische Gründe haben, so muß man doch die Begründung, die der Herr Kriegsminister zu seinen Vorschlägen herangezogen hat, zumindest etwas merkwürdig bezeichnen. Wenn Lord Hailsham wirklich der Meinung ist, daß er seinem Lande und dem Frieden am besten dadurch dient, daß er das englische Heer möglichst verstärkt und alle Kriegswaffen nach Möglichkeit ausbaut, so ist das ein Standpunkt, der sich hören läßt. Ihn zu begründen, braucht man aber nicht unbedingt eine andere Macht zu verleumden und als Schreckgespenst hinzustellen. Wir sind zwar gewöhnt, daß Deutschland in der Welt bei allerlei politischen Machenschaften als Kinderschreck benutzt wird: aber wir hätten von der sprichwörtlichen englischen ,Jaimes* er­warten können, daß ein englischer Lord eine andere Be­gründung für seine Rüstungsvorschläge gefunden hätte, die der Wahrheit näherkommt. Wir jedenfalls müssen es energisch zurückweisen, daß Lord Hailsham geheimnis­volle Andeutungen über deutsche Aufrüstungen macht. Weshalb z. B. svricbt er aar nicht von dem R ü st u n a s -

Leichte Erkrankung des Führers.

Der englische Mini st erbe such verschoben.

Anläßlich seines Besuches in Saarbrücken hat sich der Führer eine leichte Erkältung, verbunden mit einer starken Heiserkeit, zugezvgen. Auf ärztliche Anordnung sind daher zur Schonung der Stimme die für die nächste Zeit anbcraumtcn Besprechungen abgesagt worden.

Unter diesen Umständen hat die Reichsregierung durch den Reichsaußenminister dem englischen Botschafter die Bitte übermittelt, daß der festgelcgte Besuch der englischen Mini st er verschoben werden möge.

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Die englische Regierung hat dem Reichs­außenminister Freiherr v. Neurath durch den brni- schen Botschafter in Berlin ihr Bedauern über die Unpay- lickkeit des Führers und Reichskanzlers aussprechen lassen. Gleichzeitig hat die englische Regierung ihrer Hoffnung auf baldige völlige Wiederherstellung der Ge snndheit des Führers Ausdruck gegeben.

Programm der So'wjet's , die doch erst kürzlich sich ihres Riesenprogramms gerühmt haben. Im übrigen müßte doch der englische Kriegsminister, gerade weil er fein Rüstungsprogramm mit den Verhältnissen in Deutschland begründet, Verständnis dafür haben, daß Deutschland unmöglich mit verschränkten Armen her Em- Wicklung der Dinge rings um sich zusieht. Lord Hail­sham würde es vermutlich seiner Regierung auch sehr verargen, wenn sie die Hände in den Schoß legt und geruhsam z. B. her Aufrüstung seines sogenannten ver­bündeten Frankreich zusicht.

Man kommt wohl den Gründen des englischen Kriegsministers weit näher, wenn man die Beziehnn- g e n E n g l a n d s zu Frankreich unter die Lupe nimmt. Beide sind zwar durch Bündnisse einander ver­pflichtet, aber das bindert die Engländer nicht, mit Miß­trauen den weiteren Ausbau der französischen Vormacht- stellnng mit anzusehen. England ist sich darüber klar, daß es heute nickn mehr das unangreifbare Jnselreich ist, als das es sich bis 1914 fühlte. Durch die Entwicklung her U-Boot-Waffe und vor allen Dingen der Luftwaffe ist cs verwundbar geworden Ivie jeder andere Festland­staat. Ja, seine Angriffspunkte sind noch weit größer, weil es seine ü v e r s e e i s cd e n V c r b i n d u n g s w e g e in einer Länge von etwa 82 000 Seemeilen zn schützen hat. Die grüne Insel wäre im Kriegsfalle unter Berücksich­tigung der Entwicklung der Kriegstechnik verloren. Sie ist völlig abhängig von der Zufuhr von außen, ob das nun Brotgetreide, Fett, Fleisch oder Ol ist.

Die Kreise um den englischen Kriegsminister erkennen die gefährliche Lage Englands. Aber ihre Pläne stoßen sich ständig an dem Widerstand weiter politischer Kreise, bic Rüstungsbeschränkung um jeden Preis predigen. Gegen diese Kreise schießt dann gelegentlich die Oppo­sition Torpedos ab in der Hoffnung, daß sich dadurch die Anhängerschaft der sogenannten pazifistischen Partei zer­splittert. Und so ein Torpedo ist her neue Vorstoß Lord HaUshams. , , . ,

Dabei wollen wir nicht vergessen, daß England heute bereits über eine Wehrmacht versügt, die sich durchaus der der anderen Rüstungsstaaten an die Seite stellen kann. Vor allen Dingen muß man immer berücksichtigen, daß die englischen Dominien ein fast unerschöpfliches Soldaten- referboir bilden. Nach dein jetzigen Stand der Dinge vcr-