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Zul-aer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- unö Haunetal > Zulöaer Kreisblatt

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Ä 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 8. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die schnellste Dampflokomotive der Welt

Für den Betrieb der Reichsbahn 175 Stundenkilometer Höchst­geschwindigkeit Stromlinienform im Windkanal erbrobt.

Auf eine Anfrage im englischen Unterhaus gab Außenminister Sir John Simon bekannt, daß beabsichtigt sei, den Lordsiegelbewahrer Eden die Besuche in Moskau und Warschau machen zu lassen. Es sei, fügte er ergänzend hinzu, für einen Außenminister immer schwierig, sich für längere Zeiträume von England zu entfernen.

3ie fortschreitende Entwicklung in der Eisenbahn- MI hat in den letzten Jahren zu beträchtlichen Ver- WMen besonders im Personenverkehr geführt. Als Mr einiger Zeit die Deutsche Reichsbahn den Schnell- ikdw a g e n, den bekanntenFliegenden Hamburger", Mic, fand dieser Wagen schnell überall in der Welt Lähmungen, allerdings längst nicht überall mit dem Mn Erfolg. Der Dicselwagen schien immerhin einen nächtlichen Schritt zur endgültigen Vorherrschaft gegcn- Ä! cer Dampflokomotive getan zu haben. Die Reichs- W machte aber eine neue Erfahrung: Da derFliegende Nburger" ab und zu infolge von kleinen Defekten außer Betrieb gesetzt werden mutzte, mußte sich ein geeigneter W finden. Man setzte eine der schnellsten D-Zug- SofomotiDen ein, mit der es gelang, einen Zug mit 140 ZWdenkilometer Geschwindigkeit über die Strecke zu tagen. Versuche im Wi n dkanal führten zu der ßrfenntnts, daß also die Dampflokomotive durchaus noch mivicklungsfähig ist, wenn man eine geeignete äußere Jerm findet.

Die Reichsbahn hatte sich daher entschlossen, bei Borsig dm Lokomotiven in Auftrag zu geben, die durch ström- liniensö r m i g e Verkleidung einen beträchtlichen Wungsgewinn ermöglichen. Die Maschinen sollen auf- mgsgematz eine fahrplanmäßige Tauergejchwindigkeit im 150 Stundenkilometer und eine - zur Einholung von

Verspätungen notwendige

zeitweilige H ö ch st g e

iWnb i g re i t von 170 Stundenkilometer ton. Die neuen Maschinen haben eine im Winokanal chndeut Stromlinienverkleidung erhalten, die bei einer Achwindigkeit von 150 Stundenkilometer eine Ersparnis 500 PS bringt, bei einer Gesamtleistung der Maschine 2800 PS! Das bedeutet also einen Leistungs- gewinn von f a st 20 v. H. Die erste der neuen Maschinen bat bereits ihre Probefahrten angetreten. Sie wird wahrscheinlich eine Höchstleistung von 1(5 $ tu n b e n f i 1 o m c t e r erreichen und damit dem Dieseltriebwagen annähernd glcidifommen. Dabei mit* «bet bedacht werden, daß der Triebwagen immer nur an

WtlW IWilMhme Won-Berlin.

Gleichzeitig englische Verhandlungen mit Ma schau und Moskau.

Nachdem das engltsche Kabinett offiziell von der Vcr- Riebung des Simon-Besuches tu Berlin infolge der Er- «ung Adolf Hitlers Kenntnis genommen hat. sind "Vlomatische Besprechungen ausgenom- ton worden, um festzustellen, wann der Besuch der eng-

Minister erfolgen kann. ,

v inzwischen sind auch Vorbereitungen für den Besuch / ^Äschen Ministers Simon in Moskau und War - getroffen worden. Die scwjelrussische und die Mische Regierung haben offenbar in London den drin- Mn Wunsch nach dem Besuch eines englischen Rcgrc- '»gsvertreiers ausgesprochen. Es ist möglich, daß noch r der außenpolitischen Aussprache im englischen Unter» Mm Montag eine amtliche englische Mitteilung über t Fühlungnahme mit Moskau und Warschau ausgegeben

^gleich noch kein Zeitpunkt für

I J« englischen Besuche in Moskau und Warschau korben ist, werden sie voraussichtlich sehr bald

' la ® , beerben, da die englische Regierung scheinbar

'^ bot, nicht unnötig lange die Reihe von Ver-

! ungen, die durch die Erklärung von London cm- M worden sind, hinauszuziehen. Zu gleicher Zett da« u behauptet, daß es möglich sein wird, sich an ° u lprungliche Programm, Berlin zuerst zu besuchen, Ä l' und daß man einige Zeit abwarten wird, ob Wundheit Hitlers sich bessert, bevor die Reise nach I ptopa endgültig unternommen und bestimmt Inn Lu1' ob Simon oder Eden, nach Warschau und Mos- IMn werde.

®«n KeuilKimd als «leichderechllgt

, veyande» werde...

iw ^uderbèrichterftatter derDaily Mail" Ward PhenJ^bt feinem Blatt aus Berlin, daß die I ? ^âlichc K ü h l e, die zwischen Grotzbritan- I Sehe» ^"ulschland entstanden sei, bald vorüber- Wn» Die britische Regierung habe nicht be- I »die Deutschen sehr enipfiudlich seien gegenüber I hihtlna ^ud Weise, mit der ihnen die Schttld für bte Er- I M europäischen Rüstungen zugeschoben werde. I der Rüstungen habe nicht in Deutschland,

I St«Wanderers Ländern, und zwar schon vor mehreren und ^unen, als Deutschland vollkommen entwaffnet

^ie .?ot H'tler die Macht ergriff.

die AdMou haben, so schreibt Ward Prtcc, bestimmt Wist "uLreichend zu rüsten, um sich gegen einen

âu tzcheru, aber sie beuvMtigcu aMr W in

(Wagenborg-Btlderdtenst.)

Wie ein Urweltungeheuer mutet die Stromlinien­lokomotive an.

den vorhandenen verhältnismäßig kleinen Raum gebunden ist, während die neuen Dampflokomotiven einen beträcht­lich größeren Zugraum mitnehmen können Vor allen Dingen können also Spezialwagen, wie Speisewagen, Schlafwagen und vergleichen, angehängt werden, Bequem­lichkeiten, die den Passagieren der Triebwagen in ihrer jetzigen Form nicht geboten werden können.

ein freundschaftliches und friedliches Verhältnis zu England und Frankreich zu setzen.

Um so schmerzlicher sei es, wenn jemand, aus dessen Freundschaft man Wert legt, einen öffentlich anklage, daß man den Weltfrieden bedrohe. Wenn ein Vorwand not­wendig sei, um eine Erhöhung der Rüstungen zu begrün­den, warum s d i d a n n n i ch t a u f d i e umfang» r e i ch e n R ü st u n g e n v o n S o w j e t r u tz l a n d h l n- gewiesen worden? Diese seien zweifellos verant- wörtlich für viele deutsche Vorbereitungen. Wenn Deutsch­land als gleichberechtigt behandelt werde, würden die Eng­länder und die Franzosen keinen ehrlicheren Freund als Hitler haben, wenn sie aber weiter Deutschland als Elation zweiten Ranges behandeln, dann werde es niemals eine Annäherung geben.

*

Lordsiegeldewahrer Eden sucht das Weißbuch zu verteilen.

Der englische Lordsicgelbewahrcr Eden hat in Swindon (England) eine Rede gehalten, in der er auf die augenblickliche Lage vom englischen Standpunkt aus einging.Ich bedaltere es tief", erklärte er,daß die Unpäßlichkeit Hitlers unseren Besuch in Berlin verzögert hat. Die Außenpolitik der Regierung beruht unabänderlich auf dem Völkerbund als dem wirksamsten Mechanismus zur Anwendung eines kollektiven Friedenssystems. Ich bin sicher, daß es jeder unparteiischen Kritik nach dies­bezüglicher Prüfung klar sein wird, daß die im Weißbuch vorgesehenen gemäßigten Maßnahmen der nationalen Ver­teidigung an sich keine Abweichung von dieser Politik darstellen."

Dann ging Eden auf die zunehmende Nervosität in Europa ein und fuhr fort:Die englische Regierung be­müht sich gerade in diesem Augenblick, eine europäische Regelung herbei'»führen, durch die alle Länder aktive Mitglieder des Völkerbundes würden. Während die Furcht in Europa und anderswo zahlreiche Länder dazu führte, ihre Rüstungen zu erhöhen, zeigen unsere Rüstun­gen eine Verminderung. Nur hinsichtlich der Luftfahrt sind die Mindes bedürfuisse der nationalen Verteidigung berück­sichtigt. Außerdem gibt es in den vom Weißbuch vor­gesehenen Maßnahmen nichts Strenges oder Ewiges. Wenn die interuatio, ale Lage sich verändert, können sie ebenfalls ab geändert werden."

*

Wahlkampf in Ungarn.

Wir sind eine zwischen die Großväter und die Enkel eingezwängte Generation, die in kurzem die politische Elbschaft der Gegenwart an­treten wird . . . Die Neformgeneration hat ihre Welt­anschauung im Weltkrieg errungen, ist also eine aktive gegenrevolutionäre Schicht aus der rechten Seite der ungarischen Politik, die wir von unbegabten Greisen säubern wollen." Das hat vor kurzem der Führer dieser ungarischenReformgeneration" erklärt, die mehr eine Bewegung als eine ausgesprochene Partei ist; und der Mann, der obige drastischen Sätze prägte, ist von dem derzeitigen Ministerpräsident G ö m b ö s in sein neues Kabinett ausgenommen worden! Unter den man verzeihe das harte Wort!unbegabten Greisen" sind jene ungarischen Magnaten zu verstehen, die bisher im politischen Leben dieses Landes seit Jahr­hunderten die maßgebende Rolle spielten und gegen deren augenblicklichen Führer Graf Bethlen aus zahlreichen Gründen sich der Ansturm nicht bloß dieseReform- generation" richtet, sondern auch die Partei derKlein­landwirte" unter Führung des vielgenannten Tibor von Eckhardt. Ein besonders typischer Vertreter der ungarischen Fröntgeneration ist übrigens der Reichsver­weser Admiral von Horihn selbst; er hat 1917 mit einem Teil der österreichischen Flotte in der Adria als Fregattenkapitän einen Seesieg über starke feindliche Streitkräfte erfochten, und wurde zur Belohnung zum Admiral ernannt, woraufhin auch gleich zwölf ältere oder alte Admirale ihren wohlverdienten Abschied neh­men mutzten! Horthy war es auch, der Ungarn von der blutigen Räteberrschaft befreit hat.

Horthy ist jetzt sehr nachdrücklich auf die Seite des Ministerpräsidenten G ö m b ö s getreten, dadurch, daß er ihm die Auflösung des Parlaments genehmigte. Nun aber fängt die Geschichte an, recht kompliziert zu werden: Gömbös ebenso wie Graf Bethlen nämlich waren Führer in der Nationalen Einheitspartei, die im Parla­ment die große Mehrheit besaß. Aber beide batten sich immer mehrauseinanderentwickelt". Während Graf Bethlen und der rechte Flügel mit seinen zahlreichen Magnaten politisch und wirtschaftlich alles beim alten lassen wollten, drängte Gömbös vor allem aus eine agrarische Bodenverteilungsreform und auf eine Ände­rung des Wahlrechts. Das ist in Ungarn auch beute noch ein öffentliches und ein durchaus nicht allgemeines! Nun wird Gömbös nach Auflösung des Parlaments die Neuwahlen auf Grund dieses bisherigen Wablreckis durchführen müssen. Das wird ihm nicht angenehm sein, denn bei der Wahl haben die Großarundbesitzer und

(Fortsetzung auf Seite 2.)

An der Ehrenhalle des Hauses der Deutschen Erziehung in Bayreuth.

Die Leiche des bayerischen Staatsministers und Gauleiters Hans Schemm, der an den Folgen eines Flugzeugunfalls in Bayreuth starb, wurde dort in der Ehrenhalle des Hauses der Deutschen Erziehung feierlich aufgebahrt. Hans Schemm war der Schöpfer und in seiner Eigenschaft als Führer der deutschen Erzieherschaft der Bauherr dieses kürzlich errichteten Hauses, in dem die Dienststellen des Nationalsozialistischen Lehrerbundes sowie der anderen das Lehrwesen erfassenden Parteiorganisation eine zentrale Arbeitsstätte «Hielten.