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Lul-aer /lnzeiger

sSB^ * Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg W'dW>WWrââ"- Friedâ» Ehcentlaus lauter. $ul»a= un» Haunetal > Zulöa« kreiadla« DGM-MW

Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- Redaktion und Gell^äKsKelle' KöniaKralie 42 * StenföteA^RnteluÄ Bv m«a ist Preisliste Nr. 3 gültig. Berantwortl. für den

!,K Fulda, ^Königstraße 42, Telefon 2989. - «W«npn WjajansjWU«. HtmwnaH « ^ Anzeigenteil Ferdiâd LhrenNa^ Lauterbach-H.

spruch auf Nachlaß.DL." I. 35 910. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. Perantwortl. für den

58 _ 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 9. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Tod durch Erschietzen.

As Todesurteile in dem Kownoer Prozeß gegen die Memeldeutschen beantragt.

-)«, Memelländerprozeß in Kowno, stell «M Freitag General Wiemer und Generalstaatsanwalt Mckvirius die Strafanträge. Es wurde bean- tlch ßgen die Hauptangeklagten aus der sogenannten «Gruppe (ein Fall, der bekanntlich durch die Vcr- hBÄg nicht geklärt ist, in dem aber die Anklage einen r Mitten Fememord erblirkt hat), Prietz, Wannagat, s NEottschalk und Lepa, die Todesstrafe durch | fi^ie^e n.

gegen den Mitangeklagten dieser Jesuttis-Gruppe, mischtat, und gegen die beiden Angeklagten der ^nannten Wallat-Gruppe wurde lebenslängliches Maus beantragt. Gegen die Hauptangeklagten aus »sogenannten Neumann Gruppe, d. h. die Mitglieder » Lovog, Neumann, Bertuleit, Rademacher und sechs Heitere Hauptführer dieser Partei, wurden je 15 Jahre Zuchthaus beantragt, gegen die sogenannten Gruppen- ßbm je 12 Jahre und gegen alle übrigen Mitglieder der Wmann-Partei einschließlich des litauischen Spitzels Mimms je 8 Jahre Zuchthaus. Gegen die Mitglieder in sogenannten Saß Gruppe, d. h. die Christlich- Tezialistische Arbeitsgemeinschaft (CTA.) wurden fol- M Anträge gestellt: gegen die Hauptangeklagten Saß mb von der Ropp je 12 Jahre Zuchthaus, gegen die ßieisleiter je 10 Jahre Zuchthaus und die Führer der sogenannten Stammeskreise je 10 Jahre Zuchthaus und die anderen von 6 bis zu 9 Jahren Zuchthaus.

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Die litauilÄen SAeâenoanträge

Wird ihnen das Gericht folgen?

K o w n o, 9. März.

Tenn man auch im Memelllnder-Prozetz schon nach der Anllagr erwartet hatte, daß die Litauer strenge Stra- sex beantragen würden, so hat der am Freitag auëqe- Mm Schreckens« ntrag doch wie eine Bombe tingeschlagen. Freilich muß man dem Ankläger Monsta- d« zugute halten, daß er die Voruntersuchung geführt hat und die Angeklagten und Zeugen zum Teil unter Martern durch seine Leute bedrohen ließ, wie aus der Tetoeisausnahme eindeutig Hervorqing.

s Man wird abwarten müssen, ob das l'tauische Gericht, sich bekanntlich aus höheren Offizieren zusammen- W. bieten voll g unverständlichen und unerhörten Siraf- Eägen folgen wird. Es ist aber wohl kaum anzunehmen, da? das Gericht und die litauische Regierung entgegen dem !!aren Ergebnis der Zeugenaussagen zu einem solchen »cchtèbruch die Hand reichen wird.

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, bmisu-migeu in Eover-Melmedy Kläcke und Brotbeutel alsmilitärische Ausrüstungs- Me. Aktion gegen die Heimattreue Bevölkerung.

A a ch e n, 9. März.

Sim Donnerstag gegen 9 Ahr setzte in Eupen-Mal- ganz plötzlich und unerwartet eine Haus- Mungßaftion ein, und zwar sowohl in den drei

Abfall Kretas von Griechenland?

die Revolutionäre melden Erfolge Regierungstruppen fordern Verstärkungen.

den letzten Meldungen scheint sich die Lage in Inland zugunsten der Revolutionäre gewendet zu â^- ^achdem die Aufständischen die Insel Lesbos, J '°5 und Sainos besetzt haben, herrscht im Haupt- t r Revolutionäre eine zuversichtliche Stimmung.

dem griechischen Festland melden die Aufstän- u.j" Erfolge. In den nördlichen Gebieten Maze- k ^. und Westthraziens bis zur bulgarischen Grenze teiir» st? Zuwachs zu erhalten. Diese Entwicklung fc. x Regierungstruppen gefährlich, da sie sich im

Negierungsstreitmacht vollzieht. Auch auf den giâ»?sies soll die Ausstandsbewegung über- iiti di/21 ^den. Es hat den Anschein, als ob die Revo-

^6 Einkreisung der griechischen J ° d t Athen beabsichtigen.

des Oberbefehlshabers der Rebellen- enteis' Knmenos, soll in ganz Nordgriechcnland aus uitb ^ut von 350 Kilometer Länge an der Küste im Hinterland die strategisch wichtigsten

!?"'°n°s

Punkte besetzt halten.

il°t>ei»i?°Mge über io 000 Soldaten. Die Rebelleu- baiit -^- " °$ voll akttonssähtg. Ihr Komman-

k^^ voll akttonssähtg. ^Mhlaâ habe

h^ °" die Regierung ein Ultimatum gerichtet.

lG, j J J Athen in Grund und Boden bombardieren Wbi*. Medaris nicht schleunigst abdanke. Die Aus- ^n sollen Verhandlungen mit der Regierung ab* ü buk k Stimmung in den Regierunskreisen Athens all die di? Ultimatum schwer erschüttert. Tsaldaris ^ederherstâna der Monarchie erwägen. Wie

Städten Eupen, MalmedH und St. Vith, wie auch in verschiedenen Ortschaften innerhalb der neubelgischen Kreise. Diese Haussuchungen stützen sich auf eine An­ordnung der Brüsseler Behörde, die die Aktion mit dem Gesetz über die Betätigung der Partermilizen begründet. Den Personen gegenüber, bei denen die Haus- suchungen borgenommen wurden, rechtfertigte man das Vorgehen damit, daß sie unter dem Verdacht stünden, gegen dieses Gesetz verstoßen zu haben. Dieses Gesetz über die Parteimiliz besagt, daß das Tragen von Uni­formen verboten ist.

Die Wohnungen wurden vom Keller bis zum Dach und bis in die letzten Winkel durchsucht. Selbst die Müll­eimer wurden durchwühlt. In verschiedenen Fâl'.en hat man auch allerhand Material mitgenommen, so deutsche und belgische Tageszeitungen und Zeitschriften, zahlreiche Bücher und sogar bei einem Mitglied des Eupener Stadt­rates Material, das der Stadt Eupen gehört. Außerdem wurden 55 Rucksäcke und 55 Brotbeutel in der belgischen Presse alsPatronentaschen" bezeichnet beschlagnahmt". Auch verfielen an einigen Steilen eine Reihe von Windjacken und ein Paar Stiefel der Be­schlagnahme. Irgend etwas Belastendes ist aber nirgendwo zu Tage gefördert worden. In Eupen ist auch eine Verhaftung vorgenommen worden, und zwar handelt es sich um den Diplomingenieur Neu­haus, der dem Gefängnis zugeführt wurde.

Die Aktion richtete sich fast ausnahmslos gegen Per­sonen, die in der Heimattreuen Bewegung tä­tig sind, deren Ziel es ist, innerhalb des belgischen Staa­tes, dem Eupen-Malmcdy zugeteilt wurde, für die Er­haltung der deutschen Sprache und Kultur und für die sonstigen Rechte der Bevölkerung im Rahmen des Gesetzes einzutreten. Von einer Parteimiliz oder illoyalen Tätig­keit kann überhaupt keine Rede sein, denn der Heimatbund betreut lediglich die Erhaltung der Sitten und Gebräuche der Heimattreuen Bevölkerung. Der Be­völkerung hat sich naturgemäß eine große Erregung bemächtigt.

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Wie aus der sudetendeutschen Stadt T r o p p a u ge­meldet wird, hatte sich vor dem dortigen Gericht der Land­wirt Anton Klier aus Groß-Kunzendorf zu verant­worten.

Klier war zur Last gelegt, an dem anlâtzlich der Ab­stimmung im Saargcbict in Preußisch Kunzendorf veranstalteten Fackelzug am 15. Januar teilgenommen zu haben.

Der Angeklagte führte aus, daß er an dem fraglichen Tage geschäftlich in Preutzisch-Kunzendorf zu tun gehabt hätte und lediglich in gleicher Richtung mit dem Fackelzug ge­gangen sei, weil der Weg ihn dorthin führte. Der An­klagevertreter stellte sich dagegen auf den Standpunkt, daß Silier die Absicht gehabt hätte, den Saarsieg mitzufeiern, und daß er sich dadurch zum nationalsozialistischen Pro­gramm bekannt habe. Gemäß Paragraph 17 des tschecho­slowakischen Schutzgcsctzes wurde der Angeklagte z u fünf Wochen strengen Arrest und 200 Kro­nen Geldstrafe verurteilt.

aus den Kreisen der Aufständischen verlautet, würde gerade dieser Schritt zum allgemeinen Bürgerkrieg führen.

Venizelos, der geistige Leiter der Revolutions­bewegung. beurteilt die Lage der Revolutionäre günstig. Aber leibst, wenn sein Unternehmen nicht zu dem ge­wünschten Erfolg führen sollte, so wird die Insel Kreta vermutlich für die griechische Regierung verloren sein, denn hier hat Venizelos, der selbst auf Kreta geboren ist, einen starken und unerschütterlichen Anhang.

Man erwartet, daß Venizelos die Unabhängigkeit Kretas ausrufen wird.

General Kondylis, der Oberbefehlshaber der Regierungstruppen, hat dringend T r u p p e it v erstär­kn n g e n und Munition angefordert. Es verlautet, daß die Kampfhandlungen der Regierungstruppen durch Munitionsmangel behindert sind. Die Regierung hat die Luftflotte verstärkt und fünf Bombenflugzeuge nach Mazedonien gesandt. Die Aufständischen melden, daß sie bei einem Luftangriff zwei Regierungsflugzeuge abgeschossen haben.

Kommunisten benutzen in Athen die Ausstands­

bewegung dazu, um einen roten Putsch zu machen. In den Straßen der griechischen Hauptstadt erschienen kommunistische Stoßtrupps, die die Arbeiter zum Straßen- kampf aufriefen. Die Polizei ging mit der Waffe gegen die Demonstranten vor. Dabei wurde eine große Anzahl von Kommunisten getötet. ,

Nachrichten von der b u l g a r i s ch - g r i c ch»s ch e n Grenze zufolge sind die Kämpfe bis dicht an die Grenze Bulgariens herLggerMt. Man erwartet in den nächsten

lAufn. Keystone.) Neue Büste des Führers.

Die Württenlbergische Metallwarenfabrik bat nach einem Original der Bildhauerin Hedwig Maria Ley eine neue Büste des Führers geschaffen, die auf der Leipziger Frühjahrsmesse zeze-gi wird.

Tagen den Übertritt zahlreicher Flüchtlinge nach Bulgarien.

Die Unruhe der bulgarischen Regierung wegen dieser Grenzkämpse wird noch erhöht durch m i l i i ä r i s ch e Be­tt e g u n g e n der Türkei, aus die der bulgarische Delegierte in Genf den Völkerbund aufmerksam gemacht hat. Danach sollen starke türkische Truppen gegen Süd­bulgarien anaesetzt sein und in Ostthrazien tollen die türkischen Streitkräfte erheblich verstärkt worden fern. Die türkische Regierung gibt allerdings die Truppenver­stärkung in Ostthrazien zu, begründet sie aber mit den neuen Pflichten, die die Türkei als Mitgarant des Balkan­bundes übernommen habe, und mit gewissen Befürchtun­gen im Zusammenhang mit der ungeklärten Lage in Griechenland.

Griechische Banknoten verbrannt.

Der Wirtschaftsminister Pesmatzoglou bat angsord- net, daß in allen Städten, die von Aufständischen bedroht werden, die Banknoten verbrannt werden. Nach Telegrammen von den Inseln Chios und Svros sind die dortigen Bankleiter der Anordnung nachgekommen. Sie haben insgesamt Banknoten in Höhe von 150 Millionen Drachmen (3,531 Millionen Mark) den Flammen über» acben.

Venizelos verwundet?

Athen, 9. März.

Wie der griechischen Regierung durch den tzafenkapitän von Volo mitgeteilt wurde, ist dort ein s ü d s l a w, s ch e s Torpedoboot eingclaufen, das einen aufsehenerregen­den F u n k s p r u ch über den Aufständischenführer Veni­zelos aufgefangen haben will. Danach soll Venizelos ernsthaft verwundet worden sein und gegenwärtig von einem Torpedoboot der Aufrührer nach Alexandrien gebracht werden.

Zur Verschärfung der revolutionären Unruhen in Griechenland.

Wir zeigen hier in einer Karte Griechenland und die um­strittenen Inseln. Vorn unten die Insel Kreta, die Veni­zelos der Führer der Auistündischen, für den #all, daß seine'Rebellen in Mazedonien besiegt würden, mit Hilfe des Völkerbundes zu einen unabhängigen Staat jy erklären