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Fuldaer Anzeiger

, [eben Werktag. Wochenbeilage:Der ß1^. Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Reftrungsbehinderung durchHöhere Ee- bestehen keine Ansprüche. & 4 Brentlau, Fulda, K wation^rui: Friedrich Ehrer Sauptschriftleiter Friedrich Ehren.

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

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^ 59 _ 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 11. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Simon-Besuch in Berlin noch vor Ende des Monats. Nach einem vierzehntägigen Erholungsurlaub Hitlers in Bayern.

Msaußcnministcr Freiherr von Neurath Wochenende den englischen Botschafter in Berlin, «U#3, empfangen. Dabei hat, wie das amtliche cng- MÄutcrbüro ergänzend mitteilt, der deutsche Außen- Mr mltgetcilt, daß Reichskanzler Hitler 14 Tage Hayern verbringen werde, um sich von seiner Er- Mag zu erholen. Man hoffe jedoch, daß der Besuch Simonein Berlin noch vor Ende des Monats stattsinven tone.

Deutschland muß aus Gleichberechtigung bestehen!

M der Abrüstung Deutschlands Er- l'jillung der Abrüstungsverpflichtungen ;er andere n Staaten unbedingt er­forderlich.

Mit dem englischen Journalisten Ward Price hatte der deutsche Beatlftragtc für Abrüstungsfragcn, du 11 Ribbentrop, eine interessante Unterredung, die M mit der Wirkung der Veröffentlichung des britischen Weißbuches auf das deutsche Kott befasste. Ribbentrop betonte, nachdern er die Frage, ob die Erkrankung des »iihrers ernster oder diplomatischer 9tat»r sei, verneint Halle, zu Beginn des Gesprächs, daß der Führer aus dem saarstebict eine starke Heiserkeit mitgebracht habe und daß Schliche Verordnungen ihn veranlasst hätten, alle Ber- tbrebunflcit abzusagen.

Ribbentrop erklärte:Weißbücher scheinen das Pech in haben daß sie, wann immer sie auch erscheinen, Be- muhiguug und alle möglichen Kombinationen hcrvor- tufen. Eines aber muß ich Ihnen sagen: Niemand in Deutschland versteht den Teil des Schriftstückes, der sich mit Deutschland beschäftigt, und erst recht versteht niemand den Termin der Veröffentlichung am Vorabend eines britischen Besuches in Berlin."

Ribbentrop fuhr auf weitere Fragen fort, daß das Weißbuch in Deutschland eine bittere

Enttäuschung hcrvorqcrufcn

tot. Denn in dem letzten Notenwechsel zwischen den Mächten schien ein neuer Geist vertrauensvoller Beratung mh freier Vereinbarung zwischen souveränen Staaten her- »orfletreten zu sein Ribbentrop sagte:Nur ein solcher »euer Kurs versprach praktische Ergebnisse. Und ich bin der Meinung, daß England empfunden haben muß, wie Erstich die Begrüßung dieses neuen Kurses in Deutsch­en- war. Das englische Weißbuch hat dieselbe abküblende Wirkung auf diese hoffnungsfrohe Stimmung ausgelöst ?n die augenblickliche sibirische Kälte auf unseren Vor- stÄling."

Dann beantwortete von Ribbentrop die Frage don Ward Price:

»Gegen weiche Teile des Weißbuches erhebt die deutsche öffentliche Meinung Einspruch?"

111 a- iolgendermaße«:

"Es, steht uns nicht an, irgendwelche Meinung über Bedürfnisse der britischen Verteidigung zu äußern. wird auch niemand in Deutschland Eugland für die gemeinen Rüstungen irgendwie verantwortlich madjen. Ä um so weniger verstehen wir zwei Punkte des MWiiches, die weder sachlich begründet noch politisch ""'wendig waren:

°, "riß das Weißbuch versucht, Deutschland in den britischen Volkes für Englands Aufrüstung zu machen. Daß Deutschland s e l b st kundig abgerüstet hatte, ist eine Tatsache, °er interalliierten, also auch von England be- ^t^u' Kontrollkommission ausdrücklich festgestellt ^ heißt also:

h"t seine im Fricdcnsvcrtrag über- Abrüstungsverpflichtung auch nach dem Das Urteil Englands erfüllt.

Mr Weser Abrüstung war ungeheuerlich. Bis der Eisenbahnrampen ging die deutsche 8ahr dlbrüstungsverpflichtung. iând nun hat I a n - n," -^ ?^ h r dieses a b g e r ü st e l e Deuts dp tunn "1 d i e Einlösung der Abrüstnugsverpflich- Liklle vnn$ercn Staaten gewartet. Als aber an ^crenL "erträglich versprochenen Abrüstung der e 1"ma 1 h nur keine Abrüstung kam, sondern nicht tot ©Cap«, 7 Stillstand der Rüstungen eintrat, sondern Niere %,, ?*.c Aufrüstung der übrigen Welt immer M barüv Quitte machte, da war Deutschland trofcbem 6iW uk die die Königlich Britische Re- "er Mu*;««»gearbeitet hatte, zu akzeptieren, ja, la»d bcLu P^B so weit, zu erklären, daß Deulich- hici h V- "uch das letzte M.-G. abzuschafscn, ^"erst^^ anderen Nationen dasselbe täten.

&Heë vergeblich blieb, ergriff der Führer

A 1 ^c 11 u ° 1Qc 11 Maßuahuien zur Wieder- ^M " Verleidi-

2. empfindet man es in ganz Deutschland als ein unmögliches Verfahren, zwischen dem Wollen und der Absicht des Führers und der Tendenz der öffent­lichen Meinung und insbesondere der Erziehung dec Jugend einen Zwiespalt Herstellen zu wollen.

Der Führer hat die britischen Minister gebeten, einen Besuch in Berlin zu machen. Dankenswerterweise wurde diese Einladung angenommen. Welcher Art aber sollen die Ergebnisse einer Besprechung sein, ioenn man von vornherein den verhandelnden Staatsmann als in seinen Handlungen und Äuße­rungen in Widerspruch stehend zur öffentlichen Mei­nung seines Volkes hinstellt?

Entweder man glaubt dem Führer, oder man glaubt ihm nicht. Was würde man in England sagen, wenn die deutsche Regierung umgekehrt mit englischen Ministern in London Verhandlungen pflegen würde, aber die Über­einstimmung zwischen ihnen und dem britischen Volk an­zweifeln wollte? Es ist nicht wahr, daß die deutsche Jugend kriegerisch erzogen wird, wohl aber ist es wahr, daß sie sportlich, ehrliebend, stolz und diszipliniert er­zogen wird."

Als jetzt Ward Price fragte:Und die Reichs­wehr? Ist der alte militaristisch-aggressive Geist, den die Welt früher der Junkerkaste jufdjob, nicht in der deutschen Armee noch vorhanden?", antwortete Ribbentrop:

Dies ist immer das letzte Schreckgespenst, wenn alle anderen Argumente nicht mehr ziehen. Es gibt heute in Deutschland keine Kaste mehr, weder eine Junkerkaste noch irgendeine andere!

Wir sind ein Volksstaut, und ich glaube, daß die Idee der Hitlerschen Volksgemeinschaft auch in der Zu­sammensetzung der Reichswehr einen eindeutigen

Ausdruck gefunden hat

Unsere Armee ist ein ausgezeichnetes Instrument für die Landesverteidigung und besteht aus einer hervorragenden Gemeinschaft von Offizieren und Soldaten, die vom ersten General bis zum letzten Mann erfüllt sind von einem wahrhaft modernen Geist nicht irgendeines aggressiven Imperialismus, sondern der harten selbstaufopfernden Pflichterfüllung für ihr Land und von Liebe und Bewunderung für ihren Führer. Wenn alle anderen Armeen ähnlich denken, können wir taufend Jahre Frieden haben!"

Zum Schluß erklärte Ribbentrop auf die Frager Welchen Lauf werden die Dinge in Zukunft nehmen?"

das Folgende:Deutschland hat in seiner Note vom 15. Februar seinen Wunsch nach einer freundschaftlichen

Italien und der griechische Bürgerkrieg.

Rom fühlt sich als Mittelmeermacht von den Ereignissen unmittelbar bedroht.

Die Zuspitzung des Bürgerkrieges in Grieche n- land beschäftigt die öffentliche Meinung Italiens immer lebhafter.Carriere della Sera" schreibt, Italien könne die Lage nicht unbeachtet lassen, die sich in Griechenland im Zusammenhang mit der von Venizelos geführten Revolution abzuzeichnen beginne. Diese BeweguUa könne vielleicht sogar zu Schwierigkeiten auf der Balkanhalbiusel führen. Italien nehme für keinen der beiden Gegner Partei, werde aber als ausgesprochene Mittelmeermacht durch den Besitz des Dodekanes unmittelbar von den Ereignissen berührt.

Mussolini hinter Venizelos?

Der Nachrichten-Sonderdienst des DNB. meldet aus L o n d o n : Die in Belgrad verbreiteten Gerüchte, daß M u s s o l i n i hinter dem griechischen A u f ft a n d ftebe, macht sich jetzt auch die englische Presse zu eigen. DerDailv Telegraph" meldet, daß Italien von jugoslawischen Negierungskreisen als Drahtzieher der griechischen Revolution verdächtigt werde. Man sei dort der Ansicht, daß V e n i z e l o s. falls er siegreich sein werde, als erstes sofort eine Absage an den Bal­kan p a k i verkünden werde. Von jugoslawlschen Poli­tikern würden sogar Vermutungen geäußert, daß auf Anstiften Italiens

ein Geheimabkommen zwischen Venizelos und Bul- garieu abgeschlossen

worden sei, in dem Venizelos den Bulgaren einen Zu- «aug zum Ägäischen Meer garantiere Bulgarien würde seinerseits die Bildung einer g r i ech i s ch- v u l g a rifdp a 1 b a n i f ch e n Entente unter italienischer Protektion als G e g e it st ü ck zum Balkanpakt unterstützen. Auch der nmrriftifdjcDaily Herald" meldet, daß die griechische 'Revolution von Italien in der Absicht unterstützt würde, den Balkanpakt auseiualiderzubrechen, Die italienische

Ueberlegener Sieg Max Schmelings.

Gestern abend fand in der Hanseatenhalle in Hamburg der mit Spannung erwartete Revanchekampf des deutschen Exweltmeisters Max Schmeling gegen den Amerikaner Steve Hamas statt. Der Kampf endete mit einem über­zeugenden Siege Max Schmelings; er wurde in der neunten Runde Sieger durch technischen k. o. Schmeling ist damit erster Herausforderer des derzeitigen Boxweltmeisters Max Baer geworden. Es ist nicht ausgeschlosten, daß der Ent- scheidungskampf SchmelingBaer bereits im Sommer in Hamburg stattfindet. (Ausfuhr!. Bericht im Inneren d. Vl.)

Schmeling und Hamas begrüßen sich vor dem Kampf.

Verständigung ausgesprochen. Deutschland ist beute ein fest zusammengefügtes Land. Hinter dem Führer und Kanzler steht die gesamte Nation einmütig und geschloffen. Er ist der Garan: der Beständigkeit in der inneren und äußeren Politik.

Deutschland wird immer bereit sein, mit den anderen Nationen zusammenzuarbeitcn, aber dann muß der Geist der Diskriminierung und Zerreißung der Völker, wie er im Versailler Vertrag seinen Ausdruck fand, endlich verschwinden.

Nur ein völlig gleichberechtigter, freier Staat kann ein wirklicher Partner in vertrauensvollen Beratungen fein und zil freien Vereinbarungen mit anderen souveränen Staaten gelangen. Dies ist damit die Voraussetzung für jegliche Art von Verhandlung."

Tätigkeit hinter den Kulisien gebe nicht nur eine Gr flärmig für die neueste politische Entwicklung in Bul­garien, sondern auch für den venizeliftischen Aufstand.

Ein italienfreundliches Griechenland unter der Herr­schaft von Venizelos würde die strategische Kontrolle über den Balkan ausüben.

In einigen Kreisen werde der Verdacht ausgesprochen, daß die Mobilisierung einiger italienischer Divisionen nicht nur mit der abessinischen Lage, sondern auch mit den von Italien vorausgesehenen Ereignissen in Griechen­land Zusammenhänge.

Schivere Artillerie- und Suff bomdardements in Mazedonien.

Vormarsch der RegierungStruppen an der Strumafront.

Die O f f e nsiv e der griechischen RegierungStruppen gegen die A' hündischen am Struma-fluß in Maze­donien hielt den ganzen Sonntag über an. F1 u g z e u g c und Artillerie bombardierten die Stellungen der Venizelos Anhänger. Die Regierungsrruppen über- schrillen nach dem Bombardement die Struma an bret Stelle« und konnten die Revolutionäre aus einigen be­festigten Stellungen verdrängen. Rach erbittertem Rah- kampf wllrde das stark verschanzte Dorf P ro v atas ge­stürmt. Der griechische Kriegsminister Kondylis be­findet sich selbst an der Front und leitet die Operationen. Regierungsflugzeuge unternahmen neue schwere An­griffe auf die Städte Seros, Draura und .Kawalla sowie den Hafen RethymuoS. Es wurde beobachtet, daß die Bombcnexplostonen unter der Bevölkerung Panik hervorriefen. Einige Kasernen der Aufstäudi- scheu wurden stark beschädigt lind ein Petroleum-

dumpfer in Brand geschossen.