Möâsr Anzeiger
lÄ'X» MB L Tageblatt für Rksn und Vogelsberg ’x'c&äää^ It ^i Lieferungsbehinderung durch „höhere Le- Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung
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Nr. 61 — 12. Jahrgang
Fulda, Mittwoch, 13. März 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Ende des griechischen Aufstands.
Der Ausständischen-General in Sofia interniert. — Griechenland stellt Aus- lieserungsantrag. — Venizelos auf italienischem Boden.
Dr Aufstand in Griechenland, dessen geistiger Führer Hx^zelos war, scheint völlig zusammcngèbrochen zu sm Die Führer der Revolution und mit ihnen Venizelos Hz geflohen und zum Teil nach Bulgarien entkommen. Mal K a m e n o s , der die militärischen Operationen ^Aufständischen leitete, ist mit 22 Offizieren von der Wuschen Grenze unter starker Bedeckung nach Sofia Macht worden. Die griechischen Offiziere wurden c n t - Aassnet, nur General Kamcnos darf seinen Degen schalten.
Die bulgarische Regierung behält die griechischen Mtlingc so lange in Haft, bis die Auslic'.runo frage Mieden ist. Die Forderung zur Auslicsc ruii q ist von der griechischen Regierung bereits gestellt worden, und der griechische Gesandte in Sofia hat eine entsprechende Note in Sofia überreicht. Dem griechischen Konsul in Philippopel ist es gelungen, 60 Millionen Drachmen, die die Aufständischen ans den Banken des von ihnen besetzten Gebietes entführt hatten, z u r ü ck zurr! a n g c n.
Die flüchtigen Offiziere sind um Haaresbreite x r Ge f a n g c n n a h m c e n t ko m m e n. Sie waren 1 vier Autos in unmittelbarer Nähe der bulgarischen Grenze in der grundlos aufgeweichten Straße stecken- -eblieben. Als sich ihnen eine verstärkte regierungstreue zriechsche Grenzwache näherte, flüchteten die Offiziere inicr Mitnahme ihres Gepäcks der bulgarischen Grenze zu. Sur drei von ihnen blieben zurück und ergaben sich. Als sie Regierungstruppen sie entwaffnen wollten, verübte einer von ihnen, ein Hauptmann, Selbstmord. Die griechischen Soldaten verfolgten die flüchtenden Offiziere, sie bereits das bulgarische Gebiet erreicht hatten und bei Sen bulgarischen Grenzposten standen. Als die Verfolger Mts die Offiziere schießen wollten, erklärte ein Offizier der bulgarischen Wache, daß sie das Feuer der Griechen fofori erwidern würden. Die griechischen Soldaten zogen ich hierauf zurück.
Siegesjubel in Griechenland
Die Internierung Venizelos'.
. Athen und das übrige Griechenland sin' von Sieges- !«ube Hub Subel über die Niederschlagung der Aufstän- dischen erfüllt. In Athen haben sich auf den Straßen rie- M Menschenmengen angesammelt, die mit Pfeifen und Wxcn, mit Freudenschüssen und Musik Kundgebungen Anstalten. D e Menge führte zahlreiche Fahnen und mit sich mit den Aufschriften „Tod den Verrä- „An den Galgen mit Venizelos!". Der Platz vor $au'.e des Ministerpräsidenten war schwarz von Men- Mn. Ministerpräsident Tsaldaris, Kriegsminister Kondy- M und Minister Metaras hielten Ansprachen an die Ulenge, die die Minister mit anhaltenden begeisterten Zu- „ grüßte und immer wieder der Freude über die lujnellc Niederschlagung des Aufstandes Ausdruck gab.
Präsident der Republik, Zaimis, hat an das grie- Volk einen Aufruf gerichtet, in dem es heißt: „tzel- ^âch der Niederwerfung des Aufstandes, der ^ischeniand von Grund auf zu zerstören drohte, ist es b^'sY un'^ der Regierung des Landes die Anerkennung rW[f t’OH dafür auszusprechen, daß durch ihre feste durch ihre umsichtigen Maßnahmen und ihr ! )es Zugreifen Bürgerkrieg und Selbstzerfleischung be- bâs Verg eßen von Bruderblut verhütet und “rk don der nationalen Zerstückelung bewahrt ruf" An das Volk der Hellenen richte ich den Auf- W i ,"ung zu bewahren, der Regierung zu gehorchen ""trennbar zu bleiben in dem Vertrauen auf das Arland und seine Zukunft!"
Die verlorene Schlacht.
amtlicher italienischer Seite ist die Nachricht be» intern worden, daß Venizelos von Italien sofort tkackr^" murde. Er wird als politischer Flüchtling be- ^erdèn Un^ sE dementsprechend nicht ausgeliefert
Meldung aus Sofia sollen General Ka- ziele bi» r^c übrigen aufständischen griechischen Offè- "Kebei, s . am Montag einer bulgarischen Grenzwache inierni,»?^.^"' "ach Karlowa gebracht werden, wo sie bette cjha ^drn sollen. General Kamenos schil- der len?^ Peessevertreter die Kampfhandlungen ^iopâre i^^^ge ""d den Zusammenbruch der Revo- der Aea!»»^ Mazedonien und Thrazien. Die Nebermacht ^bebunn ^^Ptn ^i zu groß gewesen. Er selbst habe Wen, je;. >-C1’ innerhalb der Zivilbevölkerung vorgenom- Aivolutin»li bahr es an Ausrustungsmaterial gefehlt. Die hätten unter den Bombenflugzeugen der ’heiioë ton 611 stark zu leiden gehabt. General Ka- °as; sein i- ^^ <md) entschieden gegen die Nachrichten, 9?rien 0P1, "üer 60 Millionen Drachmen mit nach Bul- ™9ten 3i,r?lnm€n habe. Alle geflüchteten Offiziere ver- ^sènl^r "MN nur über 183 000 Drachmen, die ihr Wagt hi, Besitztum darstellten, lieber die Ursachen 11 wn veranlaßt hätten, den offenen Kampf
Die Flotte der Aufständischen, die den stärksten Stützpunkt für die Revolution bildete, hat sich der Rcgie- rungsstreitmacht ergeben.
Als erste stellten sich die Zerstörer „Leon" und „Psara* und das U-Boot „Nereus" der Negierung zur Verfügung. Die Regierungsbehörden in Kreta, die von den Aufständischen gefangengesetzt worden waren, sind wieder in ihre Ämter eingesetzt worden. Die Inseln Mytilene, Chios und Samos sind ebenfalls von den Rcgierungs- streitkräften wieder zurückerobert worden.
Der Kreuzer „Averoff" brachte Venizelos und etwa hundert aufständische Offiziere nach der italienischen Insel Kasos.
In der griechischen Hauptstadt Athen hat der Zusammenbruch der Aufstandsbcweguug in Mazedonien wie eine Erlösung von dem drohenden Alp eines Bürgerkrieges gewirkt. In allen Stählen sind die Häuser zum Zeichen der Freude beflaggt. Auf einer großen Massenversammlung bekundete die Athener Bevölkerung der Regierung Tsaldaris Dank und Treue.
Der Sachschaden, der durch den Venizelos-Putsch dem griechischen Staat erwachsen ist, wird auf über 150 Millionen 'Stars geschätzt.
Er setzt sich zusammen aus den Verlusten, die durch die Beschlagnahme von Banknoten durch die Aufständischen entstanden, aus Beschädigungen der griechischen K. ^gs- slotte, aus Verwüstungen in den Städten, die unter Artillerie- nnb Flugzeugbombardement genommen worden waren, sowie aus Geschäftsverlusten in n Tagen des Bürgerkrieges. Von Negierungsseite wird betont, daß der Sachschaden durch die Konfiskation des Gesamtvermögens aller Führer des A u f st a n d e s gedeckt werden kann.
Der griechische Ausstand vollständig zusammengebrochen. Hier ein Bild vom Kriegsschauplatz in Mazedonien: Eine Abteilung des griechischen Roten Kreuzes, dessen oberste Leitung die Gattin des Ministerpräsidenten Tsaldaris übernommen hat, hat ihre Zelte an der Front aufgeschlagen.
gegen die Regierung aufzunehmen, erklärte General Kamenos lediglich, diesen Kampf für den Fortschritt Griechenlands geführt zu haben.
Ein griechisches Unterseebo o t, das sich der Aus- standsbewegung angeschlossen hatte, hat die zur Zwölf- Inselgruppe gehörende italienische Insel PapmoS ange- laufeu. Die italienischen Behörden haben die aus acht Offizieren, einem Zivilisten und etwa 30 Mann bestehende Besatzung sofort auf der Insel interniert.
Der griechische General Plastiras befindet sich, wie aus Paris gemeldet wird, seit der Mitternachtsstunde vom Montag auf Dienstag wieder in Marseille. Er lehnte es ab, irgendwie zu den Vorgängen in Griechenland Stellung zu nehmen.
Neuraths Grüße an Japan.
Direkter Fernsprechverkehr Deutschland—Japan eröffnet.
Der direkte Fernsprechverkehr zwischen Berlin und Tokio über eine Entfernung von rund 9000 Kilometer wurde feierlich eröffnet. Als erste Gespräche wurden Begrüßungsansprachen zwischen den Vertretern der Reichsregierung und den Vertretern der javanischen Regierung gewechselt. Aus der deutschen
(Aufn. Keystone.)
Sie sprechen über 8000 Kilometer.
Hinten Mitte Neichsverkehrsminister v. Eltz-Rübe- nach, rechts neben ihm Reichsautzenminister v. N e u - rath und Neichsleiter Alfred Rosenberg.
Seite sprachen der Reichsverkehrs- und Posiminlster Frei err Ettz von Rübe nach, Reichsaußenminister Freiherr von N e u r a t h , Neichsleiter Alfred Rosenberg und der Präsident der Neichswirtschaftskammer, Hecker. Reichsminister von Neuratb übermittelte der japanischen Nation die besten Grüße und erklärte, er sei überzeugt, daß das gegenseitige Verständnis sich durch diese Neueinrichtung immer mehr zum Besten der beiden Völker vertiefen und sich die Beziehungen der beiden Nationen im Zeichen aufrichtiger Freundschaft weiterentwickeln würden. Auf japanischer Seite sprachen ^er Verkehrsminister Tokonami, Außenminister H i r - ->, der Vertreter des internationalen Kulturinstitutes in Tokio, Graf Kabavana, und der Präsident des Verbandes der japanischen Handelskammern, Baron G o b. Im Anschluß daran unterhielten sich der deutsche B t- schafter in Tokio, von Dirksen, und der kaiserlich- japanische Botschafter in Berlin. Graf Musbakoji, sowie der Vorsitzende des Deutschen dlachrichtenbüros und ein Vertreter des japanischen Nachrichtendienstes, Rengo, und einige andere Pressevertreter.
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Am gleichen Tage wurde der direkte Telephondienst zwischen England und Japan mit Gesprächen zwischen englischen und japanischen Diplomaten und Winschaftlcrn eröffnet.
Treffen der Alten SA.-Garde in Berlin.
91 m 21. März, dem Tage von Potsdam. Alle ältesten Feldzeichen versammelt.
Am Tage der zweiten Wiederkehr des historischen Tages von Potsdam, am 21. März, findet in Berlin ein großer Aufnmrsch der SA. aus dem ganzen Reiche statt, an dem von jedem SA.-Sturm Deutschlands der dienst- älteste SA.-Mann teilnimmt.
Zugleich marschieren alle Sturmsadnen. die den Namen eines für die Bewegung gefallenen SA.-Mannes tragen, sowie aus jeder SÄ.-Gruppe das älteste Fclv- zeicheu mit auf. Es ist mit einer Beteiligung von über 18 000 SA.-Männern zu rechnen. Der Auftakt des großen Tages bildet ein Appell der SA im Sportpalast, zu dem der dienstälteste SA.-Mann als Repräsentant seines Sturmes entsandt ist, während seine Kameraden art Standort antreten, um durch Gemeinschaftsempfang cum ihrerseits an dem Appell teilzunedmeu. Im Anschluß daran marschiert die Alte Garde der SA. in breite Zwölferreihen zur Wilhelmstraße, wo der Vorbeimarsch abgenommen wird.
Am 22. März findet vor dem Rcichstagsgebäudc eine Paradeaufstcllnng der Alten SA. statt, bei der der Chef des Stabes, Lutze, zu seinen Männern sprechen wird.
Neben diesen großen Veranstaltungen wird den SA.- Männern Gelegenheit zu Stadtbesichtigungen gegeben. Abgeschlossen wird der feierliche Tag durch Kamerad- schastsabende der einzelnen SA. Gruppen, im Anschluß an diese wird die Rückreise in die Heimatorte angetreten
Nom. Nach einer Mitteilung des „Osservatore Romano" wird Papst Pius X!. am 1. April ein G e - Heimes K o n s i st o r i u m abhalten, bei dem die frei gewordenen Bischofssitze vergeben und das Kardinals- küllegimn. das gleichzeitig vervollständigt werden soll, sich über die geplante Heiligsprechung von zwei englischen Märtyrern entsprechen soll. Außerdem wird der Papst den Kardinalstaatssekretär Pacelli bei dieser Gelegenheit an Stelle des verstorbenen Kardinalstaatssckrctärs Gasparri zum Kämmerer der Heiligen Römischen Kirche ernennen.