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Mlöaer Mnzelger

SLj.LLâM E Tageblatt für Rhön und Vogelsberss-

^b^H-uptlchr^tlâ Friedrich' Ehre«.

^' RuS Köniaktraüe 42. Telefon 2989. -

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Wertteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung spruche. Verlag Fried- <**«**»^*8 wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangs-

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J, 6812. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 21. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Weltolympia 1936.

Mieller Auftakt. Empfang im Propagandaministerium. Der Nchssportführer spricht vor der Diplomatie und Auslandspreise.

Berlin, 21. März.

h, «eichsMtNkster für Volksaufklärung und Propa- .^Mvsing Mittwoch nachmittag in den Festräumen y Mmistenums das Diplomatische Korps und die Lier der ausländischen Presse. Der Empfang bildete ^offiziellen deutschen Auftakt zu den »Ll) nchen Spielen 1936 und erhielt seine be- Lre Bedeutung durch eine große Rede des Re.chssport- W don Tschammer und O st e n, der über das AmaDie deutschen Leibesübungen, der Reichssport- Ktt und die Olympischen Spiele 1936 sprach. Durch im Empfang und seinen überaus eindrucksvollen Ber- !mis wurde eindeutig und weithin sichtbar vor aller Welt khinbtf, daß die höchsten Stellen des Deutschen Leiches rückhaltlos hinter den Olympischen Spielen in Berlin stehen und durch ihren Einsatz ihre erfolgreiche Durchführung gewährleisten.

Nach Begrüßungsworten des Reichsministers Dr. Soebbels ergriff, von herzlichem Beifall begrüßt, der Leichssportführer das Wort zu seinem Vortrag, Er gab zunächst einen Ueberblick über die Geschichte der deutschen Leibesübungen, die so alt seien wie das deutsche Soll überhaupt, wobei er darauf hinwies, daß die Pflege ter Leibesübungen bestimmten nationalen Gesetzen gehorche, die in jedem Lande entsprechend seiner biolo- gischen und soziologischen Struktur verschieden seien. Der Leichssportführer ging sodanit darauf ein, daß das na- lwnalsoziaiistische Deutschland sich nicht gescheut habe, men Sportlern zu sagen, daß sie eine nationale Ausgabe zu erfüllen hätten. Mit dieser Auffassung tejinbe sich Deutschland durchaus in Uebereinstimmung mt den Ansichten anderer Völker.

Noch nie, so lange es einen deutschen Sport gibt, waren die sportlichen Bziehungen Deut chlands mit dem Auika de stär.ere und ich darf woh auch sagen

erfreulichere, als sie es zur Zeit sind.

Gegenüber einigen Aeußerungen des Auslandes wies Reich-sportführer darauf hin, daß zwar die deutschen leitesübungen vom Führer und allen seinen Ministern die Mite ideelle Unterstützung erhielten, daß aber 3inan31 er u n g auf dem Opferwillen der deutschen Turn- und Sportgemeinde beruhe. So könne er für die mische Turn- und Sportbewegung das Bekenntnis ab» W daß sie es als eine Ehrensache ansehe, abgesehen von n zu erstellenden Dauben, die Vorbereitung für die

Dreierkonferenz in Paris.

Eine zweite Zusammenkunft nach den Besprechungen in Moskau und Warschau.

Die zwischen Rom, London und Paris über eine Z u ° ««menkunft von Vertretern Italiens, ^Mhnb 8 und Frankreichs geführten Berhand- haben zu einem Ergebnis geführt. Die Zusammen-

" soll einen vorbereitenden Charakter J? und vor der Abreise Sir John Simons nach Berlin ter Eine zweite Zusammenkunft soll nach milkkehr Sir John Simons erfolgen.

le/ '/Grundlage für die Arbeiten dieser zweiten Zu- '' Mtunft würden die von den Ministern von ihren

Kim " " ^ Berlin, Wars ch a u und Moskau machten Elemente dienen. Die erste Zusammen-

M r. ° Sonnabend i u Paris stattfinden. Italien iiti I durch den Unterstaatssckretiir S u v i ch vcr- I f während die Interessen Frankreichs durch wahrgenommen werden.

^en Vertreter Englands in Paris.

i W tot» ^^isch-französisch-italienische Zusammenkunft Solu geteilt wird, auf einen von Paris und ^nieiif senden Vorschlag zurück. Die Zu- ^briiis^ ^^, wie Reuter meldet,auf Anregung üitbeii rL^^ieruna" am Sonnabend in Paris statt- I reter Englands wird der Lordsiegel- Voraussichtlich wird Eden noch am I ^ie gcbla», nach London zurückfliegen, um dann, I ^iter Sonntag mit dem englischen Außen- r Simon nach Berlin z>l reisen.

,Je UstMW der ändert«:

1 ^n Francs für biefranzösische

Par; Luftfahrt.

*ii. (Funkmeldung.) Bei der Sitzung ^hrtm Abschusses der Kammer am Mattwoch hat der I 1 ""gekündigt, daß er unverzüglich einem I 11Q^ einbriUgen werde, der es ihm erlaubt, wie W W, KEw für die VkiNtiivluflfaYrt ht Höhe

Olympischen Spiele aus eigenen Mitteln zu be­treiben.

Anschließend kam der Reichssportführer auf die Olym­pischen Spiele 1936 zu sprechen und sagte: Wie sind ergriffen von der Größe der Aufgabe, als Aus­richter der Spieler ihren tiefsten Gehalt zu erschöpfen. Wir wysen, daß es nicht unsere Aufgabe ist, ein Mon -- st re -Sport fest aufzuziehen, sondern der Verwirkli­chung einer Idee zu dienen, dir ein ewiger Traum der Menschen ist. Der Reichssportführer wies darauf hin, daß Deutschland dank dem persönlichen Eingreifen des Führers für die Olympischen Spiele Kampf st ätten zur Verfügung stellen könne, die der Größe und Würde der Spiele nach jeder Richtung Rechnung tragen. Dar­über hinaus bemühe er sich, unter Führung des ReiHsministeriums für Botksaufklärung und Propa­ganda die olympische Idee in das ganze Volk hin- einzutragen. Von der Wirkung dieser Propagandaarbeit erhoffe er sich, daß Deutschland 1936 bei den Spielen mit seinen Massen ein sachverständiger und ritterlicher sportlicher Richter sein werde, der allen Gästen die ihnen gebührende Ehre gebe. Erst in der Verflechtung des Leiblichen mit dem Seelischen, erst in der Verbindung Körper und Geist würden die Spiele ihren vollen Kultur­wert erhalten.

Wir sind darum bemüht, so erklärte der Reichssport- führer abschließend, hervorragende Gelehrte und K ü n st l e r einzuladen, während der Spiele ihre Schätze unter die Jugend aller Völker zu verteilen. Was Deutsch­land selbst an Kulturwerten zu geben hat, die Tiefe des Geistes und der Adel der Kunst, soll aufgeboten werden, getreu dem griechischen Vorbild, in der Kraft des

Leibes dem Adel des Geistes zu dienen.

Wir gestehen freimütig, daß wir damit auch die Absicht verbinden, vielen Tausend Gästen einen Blick in un­sere wahre A r t und in das unverfälschte Deutschland tun zu lassen, damit die olympische Idee, die, wie sie die Sprache der Jugend der Welt, so auch die Sprache des Friedens spricht, für ein Volk zeugt, das seinem friedlichen Wiederaufbau edler Leibesübungen alle Kräfte zuführen will. Mögen die Abordnungen der 46 Na­tionen, die mit ihren Fahnen am 1. August ins Deutsche Stadion einziehen werden, die Avantgarde einer Armee sein, die in den Frieden der Ehre und der Ritterlichkeit marschiert.

von einer Million Francs zu verwenden. Außerdem sollen diese Kredite um eine halbe Million Francs erhöht werden, so daß der Luftsahrtminister zusammen über 3% Millionen

Francs verfügen würde.

Sowjetrußland verstärkt seine Rüstungen weiter.

Die russische ZeitungPrawda" besaßt sich in einem Artikel mit der internationalen politischen Lage und hebt die Notwendigkeit einer weiteren Verstärkung d c r s o w j e t r u s s i s ch e n W e h r m a ch t hervor. Dieser Artikel hat in politischen Kreisen großes Aufsehen erregt, obwohl bis jetzt amtliche Mitteilungen über die Auf­rüstung der roten Armee fehlen, ist man der Meftrung, daß die Sowjets nun ihre Wehrmacht und besonders die

Luftflotte weiter auSbauen

werden. Die Gesellschaft Ossoviachim hat beschlossen, an den Übungen der Roten Armee im Juni und Juli d. I. in verschiedenen Teilen der Sowjetunion sich durch frei* willige Formationen der Arbeiterverbände zu beteiligen, die verschiedene Waffengattungen barftcKcn werden.

Blutige WahlversgmMlung in Ungarn

Budapest, 21. März.

In der Gemeinde E n d r ö d im Wahlbezirk Bèkës kam es zu einem blutigen Zwischenfall. Die Wahl- behorden wollten eine Wahlversammlung, in der der Kandidat der Unabhängigen Kleinlandwirtepartei, Anda- Hazi-Kasnya, nicht erschienen war, an flöten, worauf die Menge den Gendarinerieposten angriff, so daß dieser von der Waffe Gebrauch machen mußte. Fünf Personen, darunter eine Frau, waren auf der Stelle t o t, eine sechste starb bei der Aeberführung ins Hospital und eine siebente Person wurde schwer verletzt. Es wurde sofort eine strenge Untersuchung eingeleitet.

Oie deutsche Wehrpflicht.

Von Reichswehrminifter Generaloberst von Blomberg.

Nachdem durch Gesetz vom 16. März die Ein­führung der Wehrpflicht in Deutschland verfügt worden ist, veröffentlicht der Reichswehrminifter imVölkischen Beobachter" einen grundlegenden Aufsatz, den wir der Wichtigkeit wegen im folgen­den ungekürzt wiedergeben.

Als der Führer und Reichskanzler am 16. März 1935 die Wahrung der deutschen Ehre und die Sicherheit des Reiches wieder in die Hand des deutschen Volkes selbst legte, geschah das als Abschluß einer Entwicklung, die sich vor aller Sffentlichkeit des In- und Auslandes in selbst­verständlichem Ablauf vollzogen hatte und daher für nie­mand eine Überraschung bedeuten konnte.

Diese Entwicklung wurde von zwei verschiedenen Seiten ber maßgebend bestimmt. Einmal hatte sie ihre Grund­lage in der gesunden Kraft eines trotz Kriegsverlufts und Zusammenbruchs in seinem inneren Kern ungebrochenen Volkes, das nicht bereit war, auf die freie Gestaltung seines eigenen Lebens zu verzichten. Von der anderen Seite her kam der würgende Druck eines einseitigen Diktatfriedens, dessen Anspruch durch das Aus­bleiben der verbrieften Gegenleistung von Jahr zu Jahr fragwürdiger wurde und damit immer herabsetzender empfunden werden mußte. Ein Volk, das im Kriege gegen eine Welt seine Ehre behauptet hatte, fand für die Heran­wachsende Generation die Tore zum Waffendienst vcr- fchlossen. Rings um die Verbotstafeln, die das kleine Be­rufsheer eines uns ausgezwungenen Wehrsvsiems nm= gaben, wuchs der Wunsch der Ausgeschlossenen und steigerte sich zur politischen Tat. Er wurde damit zu einem Anspruch des ganzen Volkes, der bald nicht mehr zu überhören war. Ein neues Deutschland entstand itnb brach sich Bahn durch Schwäche und Verzicht hindurch. Im ReichAdolf Hitlers gewann es leben­dige Gestalt.

Es wäre falsch, die Einführung der allgemeinen Wehr­pflicht, in der dieses Streben jetzt seine Erfüllung gefun- )en hat, für ein Ereignis zu halten, das in erster Linie die Wehrmacht und ihre Interessen berührt. In keinem anderen der großen Länder ist der Gedanke Scharnborsis, daß alle Bewohner des Staates seine ge­borenen Verteidiger sind, in einer jabrhunderte- angen Geschichte so im Herzen und Bewußtsein des ganzen Volkes verwurzelt wie in Deutschland. Das bat seinen besonderen Grund. Man kann ein Volk nur aus seinem geschichtlichen Werden und den Gcgcbenbeitcn seiner Grenzen und Landschaft begreifen. Tie Wehrverfaffung eines Staates ist letzten Endes nicht das Ergebnis eines freien Entschlusses, der willkürlich so oder so gefaßt oder abgeändert werden kann. Sondern sie muß im inneren Einklang stehen mit den nationalen und sozialen Voraussetzungen, sie wäckft heraus aus den Kräften der Rasse und des Blutes, die in ibr zur lebendigen Wirksamkeit gelangen

Der Übergang von dem im Wafsenbandwerk vollendet ausgebildeten Berufskämpfer zum Soldaten der alle er­fassenden Wehrpflicht entspricht so dem innersten Wesen des deutschen Atenschen, der sich stets als der geborene Verteidiger seines Volkes und Landes gefüllt hat. Für ihn war es auf die Dauer ein unerträglicher Zustand, dieses vornehmste Recht des freien M a n n e s einer Minderheit überlassen zu müssen, mochte sie burdt Übung und Auslese dazu noch so berufen sein.

Im Zeitalter der sich immer noch steigernden ted) Nischen Entwicklung und ber zunehmenden Verfeinerung ber Waffe und ihrer Bedienung aber bedeutet die Rück­kehr zum kürzerdienenden Soldaten der allgemeinen Wehrpflicht ein klares Bekenntnis, das durch kein Urteil, mag es noch so voreingenommen sein, wirksam entkräftet werden kann: Deutschland b e w eist b a m U durchaus im Sinne der früher an uns gestellten Forde­rung nach Umgcstaltuna des Berufsheeres, b a b e s im" Waffendien st seiner wehrfähigen Mannschaft nur das Mittel sieht zur Verteidigung seiner Grenzen u n b f e i ne* Lebensraum e s. Die Geschichte lehrt, daß Er oberungsheere andere Wesenszüge tragen.

Hinzu kommt, daß das deutsche Volk in ber Wehr­pflicht stets die durch nichts zu ersetzende Schule ber Nation gesehen hat, die Schule d e r D i s z i p lin, der Kameradschaft und der praktischen Volksgemeinschaft. In ibr wurde der Charakter der jungen Generation geformt. Und zwar blieben ihre Auswirkungen nicht auf die Dienstzeit selbst beschränkt, sondern setzten sich in allen Berufen und Lebensaltern befruchtend fort. Wir haben ihr Fehlen in den Jahren nach dem Zusammenbruch bitter erfahren müssen. Dem deutschen Volk wäre manches erspart geblieben, manche EinwieNung hätte einen anderen Gang genommen, wenn bic straffe Schule des Dienstes in der Wehrmacht sich in weiteren Kreisen hätte auswirken können. . . . -

Die damalige junge Generation hat an diesem Mangel selbst schwer gelitten.' Ihre innere Zerrissenheit im rück- liegenden Jabrzchnt hatte hier ihren letzten Ursprung, r ie aeinnde Juaend will das Recht haben, in freier Ent­faltungsmöglichkeit in den Staat Hineinzilwachsen, den sie einst tragen soll. Da sie dort, wo ihre Wesensart sie bin' drängte, verschlossene Türen fand, suchte sie sich ihre eigenen Wege. Damit ging ein Teil von ihr der Zukltnft uftb dem Staat verloren, der ihr männliches Sehnen nicht begriff oder ihm nicht Rechnung zu tragen vermochte. Heute öffnen wir unsere Tore weit. Die kommende Gene ratinn wird sich des Rechtes zur Waffe, das ihm das neue Deutschland nuebergegeben bat, im Geiste ihrer Väter wert erweisen. Sie wird in der W c h r m a ch t c i n e P f l c g e