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Fuldaer /lnzeiger

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[[au. llulda.

Nr. 70 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 23. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Aufbau der Wirtschaft und Kultur

Ministerpräsident Göring über die Ziele nationalsozialistischer Politik.

Im Lage der zweijährigen Wiederkehr des Staats - ^ Don Potsdam hatte Ministerpräsident General M den Preußischen Staatsrat zu einer Arbeils- im Preußenhaus einberufen. Ministerpräsident HinNg eröffnete die Arbeitstagung mit einer Au in der er alle aktuellen politischen Fragen be- «deltè und grundsätzliche Gesichtspunkte für die Be- Uölung der wirtschaftlichen und kulturellen Probleme Wb, zu denen Reichsminister R u st unb Reichsbank- ^pbent Schacht in ihren Referaten eingehende Aus- Hmngen machten.

Antnüpfend an das Erlebnis von Potsdam führte Ministerpräsident Göring aus, daß damals ivohl nie- mani) zu hoffen gewagt habe, daß der Führer sein hohes M, dem Reiche und der Nation Ehre und Freiheit Merzngeben, so schnell verwirklichen würde, ivie dies inzwischen geschehen ist. Ministerpräsident Göring zog an Md von Beispielen Parallelen zu der Zeit des Wieder- nusstiegs Preußens nach dem Frieden von Tilsit und er­wähnte als Beispiel die aus der preußischen Gemeindc- vcrfassung hcrausgcwachsene erste deutsche Gemeinde- ordnung.

Alle Aufgaben, die zur Durchführung des Reichs neiüaus seit der Machtergreifung zu erfüllen waren, konnten unter der starken Hand des Führers nur deswegen in verhältnismäßig kurzer Zeit bewältigt werden, weil für ihre Durchführung der Schwung bet in der NSDAP. zusammcngeballtcn Energien zur Verfügung stand",

jo fuhr der Ministerpräsident fort. An dieser Arbeit bat auch die Beamtenschaft nach der notwendigen Rei- uigung von politisch und charakterlich unzuverlässigen und indifferenten Elementen einen wesentlichen An­in!. Die völlige E r n e u e r it n g des b e » tsche n Beamtentums war nur deshalb möglich, weil b e wahrte alte Kämpfer der Partei in verant­wortliche Stellen des Staatsdienstes einrückten.

Der S ch u tz des Reichs nach außen und Einrich­tung und Ausbau des Rcichsgcbäudes nach innen, das sind und bleiben die wichtigsten Ziele unserer national­sozialistischen Aufbauarbeit. Daneben stehen aber noch andere Aufgaben, die erfüllt werden müssen und die immer mehr in den Vordergrund treten. Unter ihnen sehe ich

zwei Aufgaben zu immer größerer Wichtigkeit hcrauswachscn:

1. Die Sicherung der wirtschaftlichen Belange des "lcichcs auch für die Zukunft und damit die Sicherung v o n B r o t und Arbeit für alle Volksgenossen durch eine zweckentsprechende und kraftvolle Wirtschafts­politik.

. 2 Die Fortführung und Vertiefung der Er­ziehung des deutschen Mcnsctzcn zur unauslöschlichen srkcnntnis und zur restlosen Betätigung im Dienste der »attonalsozialistischen Idee durch eine aus dieses Endziel abgesleUte Kulturpolitik

oberstes Ziel der wirtschaftlichen Maßnahmen der MMgenen zwei Jahre war die ü b e r w i n d u n g d e r 5sbeitslosigkclt. Das Jahr 1934 brachte zwar Wut einen gewissen Wandel, als sich die eigene - rast d e r Wirtschaft wieder stärker in den Vorder- 9111116 lchob. Grundsätzlich ist zur

Französische Schauermärchen.

Matzvolle Rede Lavals, aber Hetzreden Franklin-Bouillons und des französischen Kriegsministers.

d^ ^""Züsische Außenminister Laval sprach vor i» n», ? in einem bemerkenswert ruhigen Ton, der Dlin^ Gegensatz zu der scharfen Rede des ^^."Präsidenten Flandin steht, über außenpolitische c^nb legte eine betonte Z u v e r s i ch t an den Tag. teoffen Zunächst die Einzelheiten der in Rom Abmachungen über die kolonialen Fragen Er wies darauf hin, daß

Mn "Zürich in Lybien 114 000 Quadratkilometer mit lilüin '^'^ocui. an der Somaliküste 800 Quadrat- davon 20 Kilometer Küstenstrecke, mit hlibe Einwohnern an Italien abgetreten

Durhabe sich aber ausdrücklich die freie °!!e» sstratze zum T scha d se e g e b i e t Es sei nicht mehr als billig, daß Italien auf seine bisher aus bet Ansprüche bezüglich der Nationalität und richteth^^ ^ltnisse der Italiener in Tunis ver

^Neb^ Laval ging dann in Erwiderung der siel ssran,? ^^uer auf die allgemeine Politik ein. Das Mgen 1<M so erklärte er, sei bei allen seinen Hand (|. wJrc»ibüIler und würdiger Frie- fugte hier ein

kiii, besonderes Lob für Mussolini ^S'h^ er in Nom bewundert habe. Met n > ? sofort verstanden, daß die Politik beider »eu Dienst her Ausrcchtcrhnüuua des Friedens

Frage der öffentlichen Arbeitsbeschaffung

zu bedenken: Die Unternehmerschaft wird sich insbesondere davor hüten müssen, daß infolge der staatlichen Aufträge die eigene Initiative cinschläft. Der Staat muß von der Wirtschaft verlangen, daß sie ihre nationale Pflicht er- füH. Dazu gehört unter den gegebenen Verhältnissen vor allem auch eine möglichst rege Betätigung im Export.

Auch auf der Ärbeitnehmerseite muß dafür gesorgt werden, daß sich im Zeichen einer Sonder­konjunktur keine unerfreulichen Erscheinungen entwickeln, die zu unerträglicher sozialer Ungerechtigkeit führen.

Die allgemeine Hebung des Lebensstandards des deutschen Volkes ist und bleibt das Ziel national­sozialistischer Wirtschaftspolitik.

Leider sind wir heute noch nicht in der Lage, diese Auf­gabe vollkommen zu lösen, ja es gilt noch immer, den Rest von Arbeitslosen überhaupt erst einmal wieder in die Arbeit zu bringen. Diese Situation stellt hohe Anforde­rungen an Einsicht unb guten Willen der Arbeiterschaft. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis,' hier einmal aus­zusprechen, wie rückhaltlos ich die Haltung des deutschen Arbeiters anerkenne und bewundere. Können wir heute die berechtigten Ansprüche der Arbeiterschaft noch nicht erfüllen, können wir insbesondere zur Zeit an Lohn­erhöhungen noch nicht Herangehen, so werden wir be­sonders darauf bedacht sein müssen, der Arbeiterschaft im. übrigen alle mögliche Fürsorge angedeihen zu lassen. Dem Nationalsozialismus wird der soziale Aus­gleich auf die Dauer nur gelingen, wenn er es versteht, durch soziale Leistungen und Taten soziale Spannungen zu beseitigen und zu verhindern. Nur so können wir auch der Arbeiterschaft den Dank abftatteu, den wir ihr schuldig sind.

Grundsätzlich anders stehen, wir zur Kultur- p o l i t i k als die vergangene Zeit. Nachdem auch hier die gritnblegenben Arbeiten in den vergangenen beiden Jahren geleistet sind» wird es gelten, den Ausbau im einzelnen organisch fortzusetzen. Hierbei wird auch auf folgendes zu achten sein:

Eine wirkungsvolle Arbeit der Schule erscheint mir undenkbar ohne eine starke Verankerung der Autorität.

Gerade auch die Autorität der Schule war in den letzten Jahren vor der Machtergreifung stark gesunken. In die gleiche Linie gehört das Festhalten an dem altpreußischen Grundsatz, daß, wer befehlen will, erst gelernt haben muß zu gehorchen. Tas wird nach der ersten Zeit des Übergangs nunmehr auch von übereifrigen Mitgliedern unserer Jugendorganisationen mehr als bisher beherzigt werden müssen.

Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wird die Arbeit auf diesem Gebiete aus das wirkungsvollste unterstützen.

Schließlich wird auch die Frage zu prüfen sein, wie zur Herstellung wahrer Autorität in der Erziehungsarbeit erreicht werden kann, daß weltanschauliche Kämpfe auch auf religiösem Gebiet von der Sckmle fern­gehalten werden, damit in der Schule keine Zersplitterung und Unsicherheit entsteht, die den Erziehungszweck leicht gefährden kann.

gestellt werden müsse. Die Z u s a m m e n a r b c i t stoischen Frankreich und Italien eröffne bie besten Aussichten. Frankreich wolle von einem dauernden und gefestigten Frieden niemand ansschließen. Die in Vorbereitung befindlichen Pakte sollten der Organisierung der allgemeinen Sidterbeit dienen.

Frankreichs Politik sei niemals eine Angriffspolitik gewesen. Alle Völker guten Willens müßten sich einigen.

Laval schloß seine Rede mit einer st a r k e n Beto n u n g der Zuversicht für die nächste Zukunst.

Hierauf fand die A b st i m m u n g statt, bei der die italienisch - französischen K o l o n i a t a b in a ch u n g e n mit 555 gegen 9 1 o m mu n i fti f db e Stimmen angeno in m e n wurden.

Ser Schasstall van Senf."

Der Abgeordnete Franklin-Bouillon, durch seine Hetzreden berühmt, nahm Gelegenheit zu einem mit ber gewohnten Leidenschaft borgetragenen Angriff gegen Deulschland und gegen die französische Außenpolitik der letzten 15 Jahre. Immer habe Frankreich Zugeständnisse gemacht und nie dafür eine gleichwertige Gegenleistung erzielt Frankreich zahle immer mehr und erhalte dafür nur Versprechen. Laval sei aber etwas zu großmütig gewesen und Dabo diesen Großmut teuer bezahlen müssen. Das fei die Folge der sinnlosen Politik, die Frankreich seit nebn fahren aus maMbolitikben Gründen Italien

gegenüber geführt habe. Es sei genug mit der Lüge, daß es ein gutes Deutschland gebe, das den Frieden wolle, unb daß alles in Genf geregelt werden könne. (!)

Man solle aushören, an den Schasstall von Genf zu glauben, denn auf der einen Seite feien dort Wölfe und auf der anderen Seite Schafe. (!)

Es sei keine gemeinsame Politik, wenn von englischer Seite die Rückkehr Deutschlands nach Gens verlangt werde, und von sranzösischer Seite eine Note geschickt würde, die , die Rückkehr unmöglich mache. Deutschland habe durch seine Ausrüstung der zivilisierten Welt den Krieg erklärt. (!) Man müsse die Nationen des Friedens gegen die Räuber­nationen (!) militärisch gruppieren. Man brauche keine Angst zu haben. Deutschland und Ungarn zusammen seien 80 Millionen Menschen, die die Vernichtung der Verträge und den Krieg wollten. Ihnen gegenüber wollten 400 Millionen Menschen die Ausrechterhalwng der Friedensverträge. Wenn man von Polen und England absche und annehme, daß sie neutral seien, blieben immer noch 320 Millionen Mann übrig. 15 Jahre hindurch habe Frankreich alle seine Trümpse ins Wasier geworfen. Werde man endlich die französische Karte spielen statt immer die Karte der anderen zu spielen?

General Ramm fleht Gespenster.

Frankreichs Beitrag zur Befriedung Europas besteht wie immer wieder in der Verbreitung von Greuelmärchen über Deutschland. So soll der französische Kriegsminister, General Maurin, vor dem Heeresausschuß der Kammer erklärt haben, daß die Stärke einer deutschen Division binnen kurzem 20 000 Mann betragen werde, so daß das aktive Heer sich auf 720 000 Mann beziffern würde. Gegenwärtig arbeiteten 70 Prozent der deutschen .Kriegsmaterialfabriken. Große Mengen von Konserven seien aufgekauft worden, besonders Olsardinen aus Por­tugal. Die Flugzeugsabriken stellten täglich 15 Apparate her, so daß Deutschland in drei Monaten über 1500 neue Flugzeuge verfügen könne.

Der Kriegsminister soll ferner auf die umfassende militärische Ausbildung der deutschen Jugend Hin- gewiesen unb behauptet haben, daß der Arbeits­dienst eigentlich einem Dienstjahr gleichkomme. Die Vollendung des deutschen Heeresaufbauplanes könne im Frühjahr 1936 erwartet werden.

Tie Phantasie Maurins ist bewundernswert. Aber scheinbar möchte der Herr General ernst genommen wer­den. Im übrigen kommt der Pserdefuß allzu deutlich zum Vorschein: Der Herr Kriegsminister will nämlich neue R ü stungs Kredite von der Kam nt e r. Daber wieder das Schreckgespenst der deutschen Aufrüstung. Der Pariser Korrespondent derDaily Mail" weiß schon einiges von Maurins Plänen zu berichten. Er meldet, daß die französischen Flugzeugsabriken jetzt Tag und Nacht mit voller Straft an der Arbeit seien. Zu Ende des Jahres würde die f r a n z ö s i s ch e L u f t f l o t te auf eine Stärke von 4000 5000 Maschine n gebracht sein. Von den neuen Geschwadern würden die m e i ft c n schwere Bomber sein.

Reichsminister von Reurath zum englischen Besuch.

Der Reichsminister des Äußern, Freiherr von N e u r a t h, hat sich zu dem bevorstehenden Besuch der englischen Regierungsvertreter dem Vertreter einer amerikanischen Nachrichtenagentur gegenüber auf dessen Bitte in folgender Weise geäußert:

Die R e i ch s r c g i c r u n g siebt dem Besuch der englischen Regierungsvertreter mit Interesse und Befriedigung entgegen: angesichts der Entwicklung der letzten ' Tage kann eine offene deutsch englische Aussprache nur nutzbringend sein, und zwar für alle europäischen Staaten. Wenn erst einmal das volle Verständnis für unsere Gleichberech­tigung durchaedrungen ist, dann sollte es nicht schwer fallens die Dinge ein gutes Stück vorwärtszubringen. So hoffe id), daß der Besuch zur Klärung unserer beider- fettigen Auffassungen über die zur Verhandlung stehenden Fragen in nützlichster Weise beitragen nnrb."

Der Reichswehrminister an die deutsche Jugend.

Dem deutschen Volke ist die allgemeine Wehrpflicht rolebergegeben worden. Freudigen und dankbaren Herzens wird gerade die deutsche Jugend diesen Lntschiuh begrüßen; denn wie einst die Vâter, so hat heute die deutsche Fugend wieder das alte stolze Recht des freien deutschen Mannes zurückerhalten, für den Schuh und bie Lhre des deutschen Vaterlandes mit der Waffe emzu- treten. Ich weiß, daß die deutsche Fugend sich dieser Ehrenpflicht stets würdig erweisen wird.

Hochzeitsfahrt im Lustballon.

Der deutsche Ballonfahrer Drechsler führte seine 7 5 Ballonfahrt von Bitterfeld aus nach seiner Hochzeit burd), die er gleichzeitig als Hockizeitssahrt mit seiner Gattin erlebte. Die Landung erfolgte glücklich bei Horca in Schlesien.