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Zul-aer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg

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yl. 74 12. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 28. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

ftoteststUM gegen das Kownoer Bluturteil.

Kundgebungen in den deutschen Städten. Riesendemonstrationen in der Reichshauptstadt. Nächtlicher Treueschwur vor dem Führer.

!§ Kowuoer Bluturteil gegen die Memel- Mm hat im ganzen Reich und darüber hinaus in ganzen Kulturwell Empörung und Entsetzen hervor- msK Aus allen Teilen der Welt hallen die Proteste K» dieses Schandurteil wider, mit dem sich Litauen Mn schlechten Dienst erwiesen hat. Das Urteil macht w Willkürherrschaft Litauens im Memclland offenbar und zeigt, wohin es führt, wenn ein kleiner -Wt sich über alle Grundsätze des Rechts hinweysetzt Md (ein Großstaat der Vergewaltigung Einhalt gebietet.

3n allen Städten des Reiches finden Protestkund- Étteinften gegen das Laßurteil statt. das als arößte

Ausn. Keystone.

Der Protest in Königsberg.

^ullurschande bezeichnet wird. die dem Deutschtum im Ausland angetan worden ist. Besonders im deutschen ^!ien bat sich eine ungeheure Erregung der Bevölkerung ^nächtigt. In Königsberg fanden große Umzüge in denen Plakate mit Protesten mitgcfübri wurden. Uie wieNieder mit der litauischen Schandjustiz!" ober Ää tut der Völkerbund, was tun die Signatar- mächte?"

wurden immer wieder laut. In Tilsit, das dem ge- ucchielen Memeldeutschtum am nächsten ist, sammelten 7 etwa loooo Menschen aus dem Adolf-Hitler-Platz ^schickten ihre Protestrufe über den Memclst'.om. Insterburg fand eine gewaltige Protest- Mdgebung statt. Nach dem Gesang der Nationalhymnen rde ein Telegramm an den Oberpräs i- .^".der Provinz Ostpreußen gerichtet, in dem die ,^^'kng gebeten wurde, alles zu tun, um die Hreckung des Urteils abzuwenden.

Mabeus1 ^^^^^"uptstadl hatte der VDA. am Mitt-

Mhcn Protestkundgebungen auf mehreren Plätzen

Sie sollten den deutschen Volksgenossen im idn»/n zeigen, daß das deutsche Volk im Reich hinter das "^ sich im Geiste der Volksgemeinschaft auf bindnn. verbunden fühlt. Der VDA hat in Ver- 'Wnüs mtl dem Bund Deutscher Osten und anderen Wr frm stanzen Reiche die Durchführung Auch -v v b g e b u n g e n in die Hand genommen. Oebuurt - n ni b ix r n fand eine flammende Protestkund- ftatt b. ^^" vie Vergewaltigung der Menieldeulschen einen "a t Gauleiter von Mainfranken hat Ujjr,^vsruf erlassen, in dem die Verurteilten bhx^ ves deutschen Volkstums genannt werden, der Atii.^ ^"^ gesamte Deutschland einmütig steht in in tu» k^vung einer Urteilssprechnng, die nichts mehr mit Recht und Gerechtigkeit.

Lag/ 5 2^ März. Nachdem cs bereits am Dienstag, dem iioer hZ Verkündung des Schreckensurteils des Kow- losen d-'!?^"ichts gegen die Meineldeutschen, in zahl- 8on g,si, tcn Städten zu flammenden Protestkundgebiin- war, setzte sich am Mittwoch die Welle der bildend? über dieses eine unglaubliche KiUturschände Müs» o M ganz Deutschland fort. HebcraH in Silber V^ben wird Gerechtigkeit für unsere deutschen SebunaMemelgebiet gefordert. Die gewaltigen Kund- ^ den V" v^cn Städten klangen in ein Treuebekenntnis gilbtet . ^urteilten memeldeutschen Brüdern und zum Mend^Mit stürmtsckzem Beifall wurde überall die ^^1^1 » Ergebenheitstelegrammen an den Führer N liE^vzler ausgenommen. In der Reichshaupt- " ver VEâbund für das Deutschtum im Ausland

und der Bund deutscher Osten zu Protestkundgebungen aufgefordert. Viele Hunderttausende von Menschen ström­ten aus allen Stadtteilen zu den vier Kundgebungsplâtzen. Aus Transparenten gab die Menge der leidenschaftlichen Empörung schriftlich Ausdruck:Wir protestieren gegen das Schandurteil! Gegen Schmach und Schande! Gegen das Blutgericht von Kowno! Volkswille gegen die Willkür von Kowno! Wo bleiben die Signatar­mächte?" Immer wieder ertönten aus den dichtgedrängten Massen Rufe der Empörung gegen die litauische Mord­justiz. Diese hunderrtausende von deutschen Volksgenossen legten ein beredtes und eindrucksvolles Zeugnis ab für die deutsche Gemeinschaft diesseits und jenseits der Grenzen.

Die litauische Wilttür

Von der Berliner Schloßrampe herab sprach der Führer des VDA, Dr. Steinacher. Es ist, so erklärte er, nicht Schuld der Memellânder, die so gut wie die üb­rigen Ostpreußen ihre Pflicht im Kriege erfüllt haben, daß sie fremder Gewalt überantwortet blieben. Durch einen Gewaltstreich haben die Litauer im Jahre 1923 die Fran­zosen, die als Treuhänder der alliierten Mächte das Me­melgebiet besetzt hielten, verjagt. Damals hat der fran­zösische Vertreter Petianè in einer Proklamation feierlich Protest gegen denblutigen Handschlag gegen das Memel- gebiet erhoben und ausdrücklich erklärt, daß die alliierten Mächte auch weiter ihre Autorität über dieses Gebiet ausüben wollten. Dann sind die Franzosen abgezogen; der Raub des Mcmelgcbietes ist nachträglich bestätigt wor­den, und das feierlichst erlassene Autonomiestatut ist in niederträchtigster Weise immer wieder gebrochen worden, über die Bevölkerung hinweg, die bei allen Wahlen sich mit erdrückenden Mehrheiten zu ihrer deutschen Gesin­nung bekannt hat. Ist es ein Wunder, wenn auch im Me­melland das Gesetz von Blut, Art und Sprache, das Gesetz des Volkstums, zur Erneuerung drängte und sich mit dem Geiste des neuen Deutschland traf? Die Begeisterung der Memelländer hatte nichts zu tun mit staatspolitischen Zielen. Am wenigsten dachten die Memelländer an be­waffneten Aufstand. Die litauischen Machthaber aber er­kannten in ihrem schlechten Gewissen unter dem Eindruck des deutschen Ausbruchs den letzten Zeitpunkt, um deut­schen Heimatsinn und deutsches Volkstum niederzubrechen.

Mittelalterliche Eerichtsmettzoden

Dr. Steinacher gab dann ein Bild der ruchlosen und verbrecherischen Iustizkomödie, in der mittelalterliche Fol­tern zur Erpressung von Geständnissen angewendet wur­den. Gedungene Spitzel, anonyme Polizeiberichte, eine lächerliche Waffensammlung von Revolvern und Iagd- düchseu, das waren die Unterlagen dieser blamablen Ge- richtskomödie.

Das ganze Gerichtsbersahren genügte schon allein, um die litauische Verwaltung vor allen zivilisierten Staaten zu disqualifizieren und die Verantwortlichen aufzurütteln, die das Memelq-ebiet in seiner altpreußischen Kulturhöhe einem Staatswesen in Treuhänderschaft unterstellten, das nicht einmal fähig ist, die primitivsten Voraussetzungen einer Rechtsordnung für seine eigenen Bereiche zu ge­statten. Was wird das Ausland zu all diesen Vorgängen sagen?

Wir lottern Heute Recht und Eerechtigleit für das Leben und Dasein wertvoller Menschen, deren ganze Schuld darin besteht, daß sie ihr Volk lieben und ihrer Heimat treu bleiben! Nicht unsere Volksgenossen aus dèm Memelland gehören auf die Anklagebank, son­dern die litauischen Gewalthaber, die alle bestehenden Rechtsgrundlagen den Garantiemächten zum Spott und Hohn mit Füßen treten und den Frieden gefährden! Wie soll man Vertraue, zu Pakte t und Verträgen haben, w nn ein Staatswesen wie Litauen in der Lage ist, die Me- m -Konvention den Großmächten in solcher Weise vor die Füße zu werfen: T4 möge sich das, was jetzt in Memelland geschieht, einprägen in die deutschen Herzen und Hirne. Zum ersten Mal in dem bitteren Kampf der Nachkriegszeit wagt es ein Staat, bloße Erhaltung der Volkstumsbeziehungen unter das Blutgencht zu stellen. Wir sind hier, um anzuklagen. Und unseren leidenden Volksgenossen an der Memel, insbesondere den Opfern der verbrecherischen Justiz von Kowno, rufen wir zu: Ihr seid nicht mehr allein! Deutscher starker Geist, le­bendiges, leidenschaftliches Empfinden, ein neues Deut'ch- land von 100 Millionen ist mit euch, stolz auf euer Dul- den und Bewähren.

Trotz der deutlich sichtbaren leidenschaftlichen Erregung wahrte die Rieseninenge unerhörte Disziplin und Beson­nenheit. Deutschland- und Hurst-Wessci-Lied klangen als Schwur vom Lustgarten zum nächtlichen Himmel auf. Auch am Wittenberg.Platz hatten sich Tausende unb Abertau­sende eingejunben, wo der stellvertretende Leiter des Volksbundes für das Dru ichtum im Ausland, Dr. Ernst, sprach Vom Wittenberg-Platz aus zogen die Massen in mehreren Demonstrationszügen durch den Westen Ber» Ilins. Auf dem Laitter-Platz.in Berlin-Friedenau hatte

sich gleichfalls eine große Menschenmenge einge'unDen. nm gegen die Schandurteile zu protestieren. Eine vierte Massenkundgebung fand in Neukölln auf dem Richard- Platz statt. Aus allen Stadtteilen liefen von den Kund­gebungen zum Protest gegen das Kownoer Bluturteil beim Führer und Reichskanzler Treue­schwurtelegramme ein.

Bor der Reichskanzlei

Nach Schluß der großen Protestkungebungen gegen das Kownoer Mordurteil formierten sich die Magen, ohne irgendeine Weisung bekommen zu haben, zu riesigen Demonstranonszügen. Ihrem innersten Gefühl folgend, auch in dieser Stunde dem Führer nahe zu sein, bewegten sich die Massen zum Wilhelm-Platz. Unter dem Ge'ang vaterländischer Lieder und unter Heil-Rufen auf den Führer zogen in unendlicher Reihenfolge Zehurau'ende von Volksgenofsen an der Reichskanzlei vorbei. Der Wil- Helm-Platz war im Nu schwarz von Menschen, die mit den gewohnten Sprechchorrufen dem Wunsche Ausdruck gaben, den Führer zu sehen. Immerfort wiederholte sich der Ruf, der an diesem Abend überall zu hören war: Deutschtum erwache!" Die nationalfozialisttschen Kamp'- und Trutzlieder wurden gesungen, schnell hatten sich Mu­sikkapellen gebildet, Fanfaren und Landsknechtstrommeln des Jungvolks fielen ein. Entblößten Haupres und mir erhobenen Armen sang die Menge das Deutschland-Lied.

Dann wurde im ersten Stock der Reichskanzkei ein Fenster geöffnet: der Führer erschien, beugte sich weit htULns und dankt.' miinitenlang nk erhobenem rechten Arm den Volksgenossen.

Die Heilrufe auf den Führer pflanzten sich durch die ganze Wilhelmstraße fort. Auch nachdem der Führer sich wieder zurückgezogen hatte, hielten die Kundgebungen noch lange Zeit an.

Drei Millionen ehemalige deutsche Soldaten fordern Gerechtigkeit.

Die Pressestelle des Kvffbäuser- vundes teilt mit: Der Bundesführer des Kvfföauser- bundes, Oberst a. D. R e i n h a r d , legt namens Fer im Kyffhäuserbund zusammengeschlostenen drei Nlillionen ehemaliger Soldaten gegen die jeder NeÄtkichkeit ins Gesicht schlagenden Kownoer Mord und Bluturteile über deutsche Brüder im Memellande, unter Denen sich viele bewährte Kämpfer aus Dem Weltkriege befinden, flam­menden Protest ein. Nachdem schon im Prozcßverlaus klar erwiesen ist, daß die Klage juristisch als nisamnren- gebrochen angesehen werden konnte, muß das schreckens- urteil als politisch und den Frieden gefäbrdend gewertet werden. Millionen ehemaliger Soldaten lassen daher die Stimme ihrer Entrüstung (ant erschallen unb fordern vor der Welt zur Sickerung des Friedens von den Garantiemächten Gerechtigkeit für ihre Kame­raden und Stammesgenossen im Memellande.

Amtsniederlegung durch den litauischen Gencrai- konsul in München.

Zum Protest gegen das litauische Blulurtei! bat der litauische Generalkonsul in München, CDen Da hl, so­fort nach Bekanntwerden des Urteils sein A in t nieder gelegt, da er sich mit den Maßnahmen des Staates, 'den er vertrat, nickt einverstanden erklären konnte. Er ließ das Hoheitszeichen des litauischen Staates von seinem Hause entfernen.

Dr. Dorpmüller weitere drei Jahre Seneraldirellor der DeulMen RetÄsbahn

Am 26. und 27. März 1935 trat der Berwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn zu einer ordentlichen Tagung zusammen. Der Verwaltungsrat wählte den seit 1926 tm Amt befindlichen Generaldirektor Dr.-Jng. e. H. D o r p müllrr vim vierten Male einstimmig auf wertere drei I o l> r c tum Generaldirektor der Deutschen Rerchs bahn. Der Führer und Reichskanzler hat die Wahl b c * Bei bcii Beratungen über die Finanzen der Deutschen Reicksbahn wurde festgestellt, daß die Einn a h m e n un Januar und Februar d. J. im Personen- und Gepaa verkehr eine Z u n a h m c von 5,7 v. H. und im Guter verkehr eine Vermehrung um 6,6 v. H. gegenüber i cm Vorjahre erfahren haben. Um rechtzeitig Voi .evr ungrn für den Verkehr der Wiulcrolympiade 1936 zu treffen, gay der Verwaltungsrat seine Zustimnuurg zu Envettcriings- nnd Ergänzungsbauten an der Strecke München Gar- nilsch Partenkircheu. Für diese Arbeiten ist insgesamt ein Betrag von rund 5,9 Millionen Mark vorgesehen Auf dem Gebiete der Personalpolitik sollen die Nachteile, Die Dilfsbeamten durch ihre Teilnahme als Frontkämpfer un Weltkriege aus der Überschreitung des 40. Lebensjahres für die Anstellung als Beamter erwachsen sind, oder nach zu erwachsen droben, beseitigt werden.