M-aer Anzeiger
eöB, SL A Tageblatt Mr R^M und Öogelsbety ^“SSS râ un» Qaunetal. Julbaet Ktefeblatt 5“ 6»Ä 'Ä Ä" - n°»â" “"* »«Wette: R»ni,|k«Se M ♦ Mr>M<W &. tn» Mantwortlich für den Inhalt: Bernd Heim, Fâa. Nachdruck der mir * versehenen stelltet nur mit (buellenangabe «Zutdaer Mazeiger'sestattrt.
77-12. Jahrgang
Friedensappell an die Welt.
Reichsminister Dr. Goebbels auf der 10-Zahresfeier des Gaues Vaden der NSDAP
^t Gau Baden der NSDAP, feierte am sein zehnjähriges Bestehen. Die Landeshauptstadt mMhc hatte aus diese,n Anlaß reichen Flaggeuschmuck ’m Nm die Mittagsstunde gedachte man der Toten 6tI Regung in einer kurzen Weihestunde. Den Höhe- B der Veranstaltung bildete am Nachmittag eine faltige Kundgebung auf der Hochschul- Msbahn.
Zunächst sprach der badische Gauleiter und Reichs- I Maller RobertWagner einige kurze Begrüßungs- â Dann nahm der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels A-Wort zu einer Rede, in der er u. a. ausführte: .
Gegen Geld und Mehrheit und öffentliche Meinung M die Bewegung ihren blinden Glauben ins Feld yfii()rt unb dieser blinde Glaube bat ihr zum Siege ver- dchn. Unter Halbheiten und an faulen Kompromissen ist Wschland zugrundegegangen und darum
hat die Bewegung den Grundsatz der absoluten Kompromißlosigkeit aufgestellt.
Man müsse sich immer fragen, fuhr Dr. Goebbels fort, Me Maßnahmen im Augenblick zweckmäßig durch- zeführt werden könnten. So müsse auch eine kluge Führung dafür sorgen, daß die innerpolitischen Maßnahmen in Übereinstimmung gebracht würden mit den Erfordernissen der Außenpolitik. Es sei unfair, wenn heute gewisse Kritikaster auf den einen oder anderen Amtswalter Hin- toiefen, um zu zeigen, daß der Nationalsozialismus Fehler mache.
„Wir, die wir in den vergangenen zwei Jahren so viel getan haben", erklärte der Minister, „haben damit das Mvcräne Recht erworben, auch einmal Fehler zu machen. lItürmischer Beifall.) Die Pharisäer, die gar nichts tun, Idnnen allerdings auch keine Fehler machen. (Heiterkeit.) Die Partei ist aber nicht selbstzufrieden geworden, futibcm sie ist unersättlich in der Stellung neuer Ausgaben.
Fe mehr wir erreichten, desto mehr haben wir uns Vorkommen. Die Maschine und unsere Arbeit haben keine '»nute stillgestanden. Niemand hat das Recht, zu glauben, genug getan zu haben. Denn schwer war es, bk Macht ln erringen, schwerer aber noch, die Macht zu gebrauchen.
11 W“ werden unsere Macht gebrauchen." (Neuer wMgfhtrm.)
Neue wichtige Gesetze
^Hebung des Mangels
an Kleinwohnungen.
e R e g i e r u u g s in a ß N a h m c u zur Ver - Minderung der Arbeitslosigkeit.
wird mitgeteilt: Die R e i ch s r e g i e r u n g "btt die Fördern ngdcsWohnungs- beschlossen. Durch dieses Gesetz sotten Mittel werden, deren cs zur Behebung der immer größer ^rltes bedarf ^ Gebiet des Kleinwohuungs- Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, bis zu 50 Millionen Mark aus W. v Gewährung von Ehestandsdarlehen für Kleinsiedlung und des Kleinwohnungsbaues ^r ft Außerdem sollen die durch die Senkung b. $ t.? "udeentschuldungsstcuer ab 1. April „ ebenden Mittel Zwecken des Wohnungsbaues lElkèn werden. Die Eigentümer von Grund- 2g b k Gebäudeentschuldungssteuer ab 1. April um Seift a r wird, sollen diesen Senkungsbettag dem . Zur Verfügung stellen. Sage in,. - rUwrung ist durch die Maßnahmen in der WaL.., ^Rechnungsjahr 1935 ein Wohniinqsbau- '"n sna^ das nicht nur der Woh- ^Mtliâ^» m e u e r n , sondern auch zu einer weiteren !<it ” Verminderung d e r A r b e i t s l o s i a- wird.
'^r"di!e)chsgesetzbla 1 t ist jetzt das Gesetz u s h a l t s f ü h r it n g i m Reich ver- "1 worden.
^ Haranticermächttgungen
5,, für den Aeichsfinanzmmister. 9 imsn® °i etz über die Haus h altsfü h - °" e 1 ch wird bestimmt, daß, soweit Entwürfe Ä sür den Haushalt von der Reichsregie- ft Won ^ "der feftgeftcllt werden, sie als gesctz- 2an .igelten. Im übrigen ist der R e ich s- 2y ermächtigt, im Einvernehmen solang?!. Reichsministerien Betriebsmittel zuzn- ^Nchz.^ der Etat noch nicht fertiggestellt ist. Für tÄ n101,2 ue sind besondere Bestimmungen vor- "liftischeW die für Schiffsbauten und auch für unncrunacn bestimmten Ausgaben für die
Fulda, Montag, 1. April 1935
Dr. Goebbels kam dann auf die Außenpolitik zu sprechen und sagte: „Deutschland fühlt sich heute wieder als souveräner Staat. Wir sind heute eine Großmacht, die im Spiel der politischen Kräfte mitspielt." (Bravorufe.) Die Welt müßte, so fuhr er fort, eigentlich ganz zufrieden sein über unsere neue Wehrmacht. Denn Schätzungen etwa in der französischen Presse seien unverhältnismäßig viel höher gewesen. Für die Weltjudenheit wäre es freilich sehr bequem, ein wehrloses Deutschland vor sich zu haben, um einen bequemen Spaziergang nach Berlin machen zu können. Deutschland denke nicht an Krieg. Deutschland halte vielmehr das ewige Geschwätz von Krieg für ein Verbrechen.
„Es ist nicht wahr, daß Deutschland den Korridor, Teile der Tschechoslowakei, Österreich und Elsaß-Lothringen oder sonstige Gebietsteile gefordert hat. Wenn aber ausländische Zeitungen solche Lügen verbreiten, so sind sie es. die Europa beunruhigen", betonte
Dr. Goebbels mit erhobener Stimme.
„Wir drohen niemandem", sagte der Redner, „aber wir lassen uns auch nicht bedrohen. (Stürmischer Beifall.) Wir sind der Überzeugung, daß etwas weniger Gerede, sondern etwas mehr Vernunft der Welt sehr dienlich wären."
Der Minister wandte sich dann an die Alte Garde, die auch heute wieder dem eigenen Volk und der ganzen Welt ein leuchtendes Beispiel ruhiger Gelassenheit, aber auch fester Entschlosseuheit zeigen müsse.
Der Führer habe der Welt oft genug die Versöhnungs- Hand hingestrcckt. Diese Bersöhnungshand bleibe weiter offen.
„In dieser Stunde möchte ich", erklärte der Minister zum Schluß, einen Appell an die Welt unb an die Staatsmänner der Welt richten, daß sie der Welt den Frieden geben, der auf der Achtung aller gegen alle beruht. Deutschland wird dann auch die besten Soldaten dieses Friedens, der jedem seine Ehre läßt, stellen. Diesem Frieden hat sich das deutsche Volk mit seinem Führer verschworen."
Mit einem Heil auf den Führer und das deutsche Volk, das von den Massen begeistert ausgenommen wurde, schloß Dr. Goebbels seine Rede
einzelnen Schiffe untereinander verbunden werden und damit für bk Gesamtheit der Marine benutzt werden können. Weiter ist in dem Gesetz vorgesehen, daß die Invalidenversicherung den ihr jährlich zustehenden Reichsbeitrag von 200 Millionen zugunsten der Finanzwirtschaft des Reiches in einem vom Reichs- arbeitsminister festzusetzenden Betrag in Schuldverschreibungen oder Schatzanweisnngen des Reiches anzunehmen hat.
Der Reichsfinanzminister hat außer den geltenden Garantieermächtigungen noch eine weitere Reihe von Garantieermächtigungen erhalten, und zwar 200 Millionen für den Außenhandel, 30 Millionen für bk Ordnung der Viehmärkte, 8 Millionen für Schafhaltung, 25 Millionen für den Eiermarkt, 20 Millionen für den Butter- und Fettmarkt, 5 Millionen für Flachs- und Hanfanstalten, 100 Millionen für die Arbeitsbeschaffung auf dem Gebiete der Landeskultur. Außerdem wird die sieben- prozentige Dividende der Reichsbahuvorzugsaktieu besonders'garantiert. Der Höchstbetrag für bk Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung ist auf 75 Millionen, auf 150 Millionen der Höchstbetrag für dieFörderungdesKleinWohnungsbaues festgesetzt. Die R e i ch s p o st erhält im Jahre 1935 für die Auszahlung von Renten eine besondere Vergütung. Zugunsten der Wartegeldempfänger u n d 'd c r V e r s o r g u n g s a n w ä r t e r ist bestimmt worden, daß, mit Ausnahmebestimmungen für bk Reichspost im allgemeinen 90 v. H. der freiwerdenden Stellen mit'Wartegeldempfängern und Versorgungsanwärtern bet den unteren Stellen besetzt werden müssen, bei dem mittleren Dienst 50 Prozent der freiwerdenden Stellen Außerdem kann der R c i ch s f i n a n z m i n i st e r im Rahmen Ser Neuordnung des Reiches Planstellen von Beamten der Länder auf ein anderes Land oder auf das Reich übertragen Ebenso kann der N c i ch s j u st i z - minister noch vorhandene Ausgabenreste der Läuder- justizverwaltungen für das Reich in Anspruch nehmen.
Für ein einiges Korvorationsstndentenlum
Tagung der Gemeinschaft studentischer Verbände.
‘ Tclegrammwechscl mit dem Führer.
In B r a u n s ch w ei g fand eine Arbeitstagung der von der Reichsleitung der NSDAP, als Gesamwertretung des deutschen Korpsstudcntentums anerkannten G e - m e i n s ch a f 1 studentischer Verbände statt.
Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. — „DA." II. Ski 910. — Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. — Ler antwort!, für de« Anzeigenteil Ferdinand Ghrenklau, Lauterbach-H.
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Die Tagung stand unter der Leitung des Führers der Gemeinschaft studentischer Verbände, des Staatssekretärs und Chefs der Reichskanzlei Dr. Lammers. Nach einem Rückblick aus die Gründung der Gemeinschaft studentischer Verbände und die gesamte studentische Entwicklung der letzten Jahre machte Dr. Lammers grundsätzliche Ausführungen über die Erziehungsarbeit der studentischen Korporationen und ihre Zusammenarbeit mit dem NSDStB. Anschließend sprach der Reichsamtsleiter des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Pg. Derichsweiler, über die Schulungsarbeit des Studentenbundcs. Einem Teil der Kundgebung wohnte der braunschweigische Ministerpräsident bei.
Die Gemeinschaft studentischer Verbände sandte von der Tagung folgendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler: „Die unter meiner Leitung in Braunschweig zum erstenmal tagende Gemeinschaft studentischer Verbäside ist eifrig bestrebt, ans der bisherigen Zersplitterung ein einiges deutsches Korporativ n s st u d e n t en t u m als wertvolles Glied des nationalsozialistischen Staates zu schaffen. Sie hat den Grundstock zur Erreichung dieses Zieles bereits gelegt und versichert Ihnen, mein Führer, treueste Gefolgschaft, (gez.) Staatssekretär Dr. Lammers."
Der Führer hat darauf wie folgt gedrahtet: „Für das mir namens der Gemeinschaft studentischer Verbände übermittelte Treuegelöbnis danke ich herzlichst. Ich wünsche Ihren Bestrebungen, die deutschen studentischen Verbindungen aus der bisherigen Zersplitterung Herans- zuführen und zu einem einigen Korporations- st u d e n t e n t u m zusammenzuschlicßen, besten Erfolg, (gez.) Adolf Hitler."
Frankreich beschlagnahmt Munitions- transporte für Abessinien.
Neue Note Abessiniens an den Völker- bitnb — Einsetzung eines Schlichterausschusses verlangt.
Nach einer Meldung aus Aden sind große Waffcu- und Munitionsladunaen. die für Abessinien bestimmt sind, von den französischen Behörden im Hafen Dschibuti, wo sie aus die dort mündende Eisenbahn nach Addis Abeba verladen werden sollten, beschlagnahmt worden.
Wie weiter gemeldet wird, ist f ür alle Beamten in Britisch-Somaliland, das sowohl an Abessinien wie an Jtalienisch-Ostafrika angrenzt, als Vorsichtsmaßnahme im Hinblick auf die italienisch-abessinische Spannung eine Urlaubssperre angeordnet worden.
Während in amtlichen Kreisen Roms behauptet wird, daß die unmittelbaren Verhandlungen ihren Fortgang nehmen,
hat der abessinische Geschäftsträger in Rom den Ab
bruch der unmittelbaren Verhandlungen bestätigt
und die Forderung erhoben, daß der Völkerbund versuchen müsse, den Grenzkonflikt beizulegen. In Gens ist eine Note der abessinischen Negierung eingetroffen, in der die Einsetzung eines Schlichteraus- schusses für den italienisch-abesnnttckwn Streit verlangt wird.
Abwertung des Beiga auf 26 v. H.
Kammer und Senat geben der belgischen Ncgieritng besondere Vollmachten.
Die belgische Kammer hatte die von der neuen Regierung vorgelegten Gesetze über die Abwertung des Belga und die Erweiterung der um ein ganzes Jahr verlängerten Sondervollmachten mit 107 gegen 54 Stimmen bei 12 Stimmenthaltungen angenommen. Trotzdem war die Lage der belgischen Regierung sehr kritisch, da man von einer Abstimmung im Senat das Schlimmste befürchtete. Aber auch der b e l g i s ch e S e n a t hat die Gesetzentwürfe über die Abwertung des Belga und die Gewährung von Sondervollmachten an die Regierung mit 110 gegen 20 Stimmen bei 18 Stimmenenthaltungen angenommen und damit der Regierung van Zeeland mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen.
Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten van Zeeland fand daher ein Ministcrrat statt, der die Abwertung des Belga auf 28 v. H. fcstsctztc.
Die Effekten- und Wechselbörsen, die seit Donnerstag geschlossen waren, werden diese Woche wieder geöffnet. Die Devisenkontrolle wird auf der Grundlage des Belga von 28 v. H. gehandhabt. Aus dem Auslande sind, wie amtlich mitgeteilt wird, beträchtliche Nachfragen nach belgischen Renten eingegangem
Die Abwertung des Belga hat in der Bevölkerung größte Bestürzung hervorgerufen. Schon die seit einigen Tagen in Umlauf befindlich gewesenen Abwertungsgcrüchte hatten eine Flucht in die Sachwerte 3»r Folge.
Seit Freitag sind die Warenhäuser belagert. Zahlreiche Kaufleute sind bereits dazu iiücrgegangen, ihre
Preise he raufen setzen.
Die belgische Regierung hat sich infolgedessen im Ministerrat vom Sonntag insbesondere mit den Preistreibereien beschäftigt. Von zuständiger Stelle wurde mitgeteilt, daß die nolwend wu Maßnahmen schon ergriffen seien, um eine ungerechtfertigte Preis st eige- rung zu verhindern