M-aer MZeiger
«SSL.WLG Tagebla« für Rhön un» v»g°Isb«v “ ““
äfesJÄÄs zul»-.un»y°un°t-,. Julia« (MM
*"s"*EÄSe lÄ 2989." - «-»-Won un» S°schäft-»°II-! Rinlglhage 42 ♦ ;.n>sp--ch-n«hhl«h Nr. «44
ll"imoiMch fii^^ Inhalt:'Bernd Heim. FÜwa. Nochârucköir mt!. verfel>-ncnstrlike!nur mit Ntz>«Il»al>ngâ.ZulS»trHaz«ig,i^s-ftaN-t.
breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An- spruch aus Nachlaß. — „DA." II. 35 910. — Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. — Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Shrenklau, LaMerbach»H.
Sir. 78 - 12- Jahrgang
Fulda, Dienstag, 2. April 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Die Danziger Wahlen.
Wè Unterredung zwischen Neichspressechef Dr. Dietrich und Gauleiter Forster.
Berlin, 2. April.
'W Oeffentl'.chkeit, vor allem auch des Auslandes, Mit, esührende Auffassungen verbrettet wor- ! Är Sinn und Bedeutung der Da N z, g e r V o l t 8 - k »--wählen am 7. April. Um die Absichten, welche I MDAP mit den Danziger Volkstagswahlen verfolgt, I «ar und unmißverständlich zum Ausdruck zu brin- I g nahm der Reichspressechef der NSDAP, Dr. Diet -
in einer Unterhaltung mit dem Danziger Gau- Ak Albert Forster Gelegenheit, die aktuellen Fra- M dieser Wahl im einzelnen durchzusprechen.
Aus die Frage des Reichspressechefs Dr. Dietrich, welche Srünbe die Danziger NSDAP veranlaßt hätten, die Aâagswahl herbeizuführen, antwortete Gauleiter For- ,-^„Wir machen diese Wahl, weil die gegnerischen Par- «in Danzig uns fortgesetzt in unerträglicher und un» gerechtfertigter Weise beim Völkerbund denun- gieren und der Regierung, die von uns getragen wird, die Arbeit erschweren. Diese Parteien begründen ihre „Beschwerden" immer wieder mit der dreisten Behaup- hing, daß hinter ihnen die Mehrheit der Danziger Be- Mrung stände. Wir haben uns daher zu dieser Wahl entschlossen, damit man nicht weiterhin sagen soll, wir übten ein Willkürregiment aus und säßen zu Unrecht in ter Regierung. Da 8 Volk soll nunselbst sprechen, um ein für allemal Klarheit zu schaffen, von wem es regiert sein will."
Dr. Dietrich fragte weiter: In ausländischen Zeitungen ist die Rede davon, daß nach der Wahl alle Gegner des Nationalsozialismus verhaftet und mit einem Dampier in deutsche Konzentrationslager gebracht mürben. Gauleiter Forster sagte hierzu: „Wir wollen Versöhnung mit allen, die guten Willens sind, und bieten ihren die Hand zur Zusammenarbeit. Wie wir in den ber* Wetten Jahren bewiesen haben, daß unsere g r o ß e Volksgemeinschaft jederzeit allen denen ossensteht, die ans innerer Ueberzeugung aus anderen Lagern zu
Eden verhandelt jetzt in Warschau.
Ein „Times"-Bericht über die Unterredung mit Stalin.
Tcr englische Lordsiegelbcwahrcr Eden weilt nach Mudigung seines Moskauer Aufenthaltes nun zu Bc- Brechungen mit der polnischen Regierung in Warschau.
Warschau wird sich Eden nach Prag und dann mit °fN Flugzeug nach London begeben, um der englischen «gicrung Bericht über seine Reise zu erstatten.
. vn Warschau werden die europäischen Schwierigkeiten wieder stärker in Erscheinung treten als in Moskau, wo sch «taat, der zur Zeit auf Eroberungen verzichten und Mie Ersten; sichern will, natürlich wesentlich einfachere uiianlngen gegenüber dem englischen Minister abgeben als etwa Deutschland, >as die Sowjctrnßland w weiteres zugestandene Gleichberechtigung sich - erst i “Wien muß.
~er amtliche Bericht, der über die Moskauer Bedungen Edens herausgegeben wurde, stellt die Über- MNMung Englands und Sowjetrußlands aus vielen Wien der Politik fest. Aufschlußreich ist der Satz, der . . -freundschaftlichen Zusammenarbeit beider M ? b" der kollektiven Organisierung des Friedens der Sicherheit" spricht.
: der Frage des Ostpaktes scheint cs nicht zu einer »enn „ ^^«»fl gekommen zu sein,
I Untern^ ‘^ in der amtlichen Verlautbarung: „In der mitEden beto n ten StaliN, Mol o-
I cicDerhpj! . Litwinow, daß die Organisierung der I htnJißA '"„Osteuropa und der vorgesehene Pakt zu I Unterstützung nicht die Isolierung oder Ein- » ÄMn„^!^"dnnes Staates bezwecken, sondern die I Itiinpl, 9 der Garantie gleicher Sicherheit für alle Pakt- I ^1^ daß diè Teilnahme Deutschlands und I »erben ?,a,^m Pakt als beste Lösung der Frage begrüßt I ' Der Engländer scheint also hier keine m^ zu sein.
I üben unV^1^ berichten über die Unterredung zwischen I Eden habe auf die Frage, ob eine I ^niqer bfstehe, geantwortet, sie sei seiner Ansicht I Na»»«» ?is 1914, während Stalin der gegenteiligen I N DcM^ veseu sei. Stalin habe erklärt, daß 1914 W !?d es w „ b. eine Kriegsgefahr gebildet habe, wäb- I âwee Nationen seien, nämlich Deutschland und I M Stalin fügt der Korrespondent aber hinzu, I holten h ^fart habe, ein Versuch, Deutschland nieder er ^«skau .^ dergeblich bleiben. Übrigens habe Eden I vT Polim ü tiefgehendes Mißtrauen gegen die eug- I ' twrgefnudcn, aber cs sei ihm gelungen, "mrauen ;„ beschwichtigen.
, ».«?!° Hesahren »es Sstpaltes. f °?ichn/!>!.s""chmett, daß Lordsiegelbcwahrcr Eden übc, '"murenhaug der Sotvjctregierung bei dem Merlin die Auffastilna der englischen Re
uns stießen, so wollen wir es auch in Zukunft halten. Nicht kleinliche Rache und Zerrissenheit ist unsere Losung, sondern Gemeinschaft aller Volksgenossen durch großherzige Versöhnung. Selbstverständlich denkt auchnie- mand daran, auch nur einen einzigen Gegner zu t>»r* basten und in ein deutsches Konzentrationslager zu bringen. Auch die Freiheit der Meinungsäußerung des Danziger Volkes wird von uns nach der Wahl nicht angetastet werden. Aber selbstverständlich verlangen wir, daß diese Freiheit nicht zum Schaden der Gesamtheit der Bevölkerung mißbraucht und durch einen solchen Mißbrauch Ruhe und Ordnung gefährdet werden. Die freie Meinungsäußerung ist bei allen Kulturnationen durch jene Grenzen bestimmt, die der Wille zum friedlichen Aufbau und das Wohl der Gesamtheit ihr setzen. Diese Freiheit zu fördern sind wir bestrebt."
Nachdem der Gauleiter weiter betont hatte, daß die NSDAP in Danzig den Wunsch habe, die guten Beziehungen zu Polen weiter auszubauen, fragte Dr. Dietrich: „Wie ist es möglich, daß in gewissen Zeitungen im Auslande zu lesen ist, in Stettin lägen bereits Schiffe bereit mit Waffen und Munition, um Danzig nach der Wahl zu revolutionieren und mit Gewalt ins Reich zurückzuholen?" • Der Gauleiter erwiderte hieraus: „Derartige Behauptungen sind bezeichnend für die geistige Verfassung und Skrupellosigkeit der Mittel unserer Gegner. Nicht wir Nationalsozialisten sind es, sondern ganz andere K r e i s e, die Unruhe nach Danzig hineintragen möchten, um Ordnung und Aufbau zu stören und die Verständigung zu sabotieren, die das Ziel unserer Politik ist."
Zum Schluß übermittelte der Reichspressechef den Danzigern die Grüße des Reiches. „Die nationalsozialistische Partei im Reich verfolgt mit heißem Herzen den tapferen Kampf ihrer Danziger Parteigenossen, den sie für ihr deutsches Volkstum und zum Wohle Danzigs führen. Die NationalfozralistisHe Partei ist Deutschland. Ihr Sieg in Danzig wird auch unser Sieg sein!"
gierung von dem unbedingten Friedenswillen des nationalsozialistischen Deutschland besonders nahegelegt hat. In den Berliner Besprechungen sind außerdem durchaus positive Möglichkeiten für die Organisierung des Friedens zutage getreten. Sie sind hoffentlich auch in Moskau von englischer Seite deutlich zum Ausdruck gebracht worden. Deutschland ist für die Organisierung der Sicherheit, kann aber die Bedenken gegen das in dem Londoner Kommunique aufgestellte Kollektivsvstem, das auch in der Moskauer Mitteilung wieder erwähnt wird, nicht aufgeben. Es bestehen trotz aller angeblichen Vorteile gegen dieses Kollektivsystcm und besonders gegen den Ostpakt besondere Bedenken, weil keine Garantie für die Reinhaltung der Paktpläne gegenüber militärischen Sonderbündnissen besteht. In den Erklärungen französischer Minister und in gewissen Andeutungen von sowjet- russischer Seite ist in einem solchen Umfang von der Notwendigkeit besonderer Bündnisse zwischen Frankreich, Sowjetrußland und der Tschechoslowakei gesprochen worden, daß die
Gefahr der Verquickung der Paktgedanken mit einseitigen Bündnissen sehr groß
ist Auf der anderen Seite hat der kollektive Charakter z B des Memelstatuts nichts daran geändert, daß eine einseitige Gewaltpolitik von Litauen im M emelland getrieben werden kann. Deutschland Hai also erhebliche Gründe für die Ablehnung der Paktgedanken in der Form, wie sie in dem Londoner Kommunique festgestellt, zum Teil in dem Moskauer Kommunique wiederholt worden sind.
Aaiionâ Erziehungsstâ ,
zu Dührerium und Sozialismus.
Der R e i ch s j u g e n d f ü h r e r z u r W c h r p f l i ch t.
Der Fugeudführer des Deutschen Reiches, Baldur v o u S chirach äußerte sich zur Einführung der Wehrpflicht folgeudermaßc»: .
Dantsageud begrüßt d,e in der Hitler-Jugend neunte deutsche Jugend die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht als Bv rausschu ng für bie ErHal tung des Priebe 11 8 in Europa. Darüber hluans steht die deutsche Jugend im Heer eine allgemcluc große n a t i o - n a l e E r z i c h u n g s st ä t t e zu Führertum und Sozialismus. t w w c
Der Eutschluß der Reichsregicrung bedeutet für das iunne Deutschland den Schlußstrich unter die wehrlose und damit ehrlose Weimarer Epoche. Die Hitler- Jugend wird im Rahmen des neuen gewaltigen Erziehungswerkes unscres Führers so mic bisher ihre Pflicht erfüllen.
General Göring fiberbeieijlsbaber der Flakartillerie
Zusammenschluß in der Reichsluftwaffe.
Berlin, 2. April.
Mit dem 1. April hat der Reichsminister der Luftfahrt, General der Flieger Göring, den Oberbefehl über die Flakartillerie übernommen.
Aus diesem Anlaß fand am Montag auf dem Truppenübungsplatz Döberitz in feierlicher Form die Uebernahme der beiden Flakabteilungen Döberitz und Lankwitz statt. Auf dem Gelände des Hasenheidener Berges standen die Abteilungen in Paradeaufstellung. Reichsminister General Göring begrüßte nach der Besichtigung die Truppe mit einer Ansprache, in der er seiner Freude über die ausgezeichnete Verfassung der Truppe Ausdruck gab. Er dankte dem Heer für die bisherige Betreuung der Flakartillerie, die nunmehr mit den Luftstreitkräften in der Reichsluftwaffe zu einem einheitlichen Ganzen zusammengeschlossen werde, jederzeit bereit, in der Verteidigung des deutschen Luftraumes für die Sicherheit der deutschen Nation mit leidenschaftlicher Hingabe Leib und Leben einzusetzen. Die Ansprache schloß mit einem Sieg-Heil auf Führer, Vaterland und Volk. Im Anschluß an die Ansprache erfolgte der Vorbeimarsch der beiden Flakabteilungen an ihrem neuen Oberbefehlshaber. General der Flieger Göring.
Neue Note AveWnleNS
Direkte Verhandlungen mit Italien vorgeschlagen.
Genf, 2. April.
Vom Völkerbundssekretariat wurde am Montag die neue sechs Seiten umfassende Note der abessinischen Regierung an den Völkerbund veröffentlicht. Die Darstellung der italienischen Regierung, daß die militärischen Vorbereitungen den Charakter von Verteidigungsmaßnahmen haben, die durch militärische Maßnahmen der abessinischen Regierung hervorgerufen worden seien, wird mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen. Die abessinische Regierung macht dann den Vorschlag, sich mit der italienischen Regierung über eine Frist von 30 Tagen zu verständigen, innerhalb der die beiden Regierungen in Genf, Paris oder London, wie es die italienische Regierung wünsche, in aller Freiheit über die Einsetzung von Schiedsrichtern und die Feststellung aller Einzelheiten des Schiedsverfahrens zu verhandeln hätten. Wenn nach Ablauf dieser Frist die Schiedsrichter nicht bestimmt und die Einzelheiten des Schiedsverfahrens nicht festgesetzt seien, so müsse der Völkerbundsrat mit der Bestimmung der Schiedsrichter, der Festlegung des Verfahrens und der zu prüfenden Fragen, vor allem der Frage der italienisch-abessinischen Grenze, nach den bestehenden Verträgen beauftragt werden und den Schiedsrichtern den Auftrag geben, die Verantwortlichkeiten festzustellen. Während der Zeit dieser Verhandlungen sowie während des Schiedsverfahrens selbst sollen die beiden Regierungen sich verpflichten, keine militärischen Vorbereitungen und keine Truppeirzusammenziehungen vorzunehmen, die als militärische Vorbereitung ausgelegt werden könnten.
„Lage im Memelgebiet unvereinbar mit dem Grundsatz der Autonomie."
Simon über den Schritt der Signatar- mächte in Kowno.
Jnr englischen Unterhaus wurde Außenniinistcr Sir John Simon gefragt, welchen Schritt England gemeinsam mit den anderen Unterzeichnermâchtcn des Mcmcl- statuts in Kowno unternommen habe. Außenminister Sir John Simon erwiderte:
„Wie bereits in der Antwort am 18. März zum Ausdruck gebracht worden ist, sind kürzlich durch die englische Regierung, die französische Regierung und die italienische Regierung bei der litauischen Regierung V o r st e l l u n - g e n erhoben worden. Im Verlauf dieser Vorstellungen ist die litauische Regierung dahin unterrichtet worden, daß die g e g e n w ä r t i g e L a g e i m M e m e l g e b i e t, in dem sich kein Direktorium befindet, das das Vertrauen des Landtages besitzt, unvereinbar ist mit dem Grundsatz der dem Memelgebiet durch das Statut gewährleisteten Autonomie und daß es die Pflicht der litauischen Regierung ist, diesen Zustand unverzüglich zu beenden/
Eine Aede des Papstes gegen den Krieg.
In einer Ansprache im Geheimen Konsistorium wandte sich P a p st P i u s XL der „furchtbaren wirtschaftlichen, politischen und besonders moralischen Krise- zu. von der die Menschheit heimgesucht sei, und gab seiner tiefen Trauer über die „noch verhängnisvolleren Folgen, die für die Zukunft befürchtet werden", Ausdruck.
Bezugnehmend auf den „überall verbrer- leren Kriegslärm", der alle errege und bedrucke, bezeichnete der Papst einen neuen Krieg als e i n furchtbares Verbrechen. Er könne nicht glauben, daß jene, denen das Glück und der Woblstand der Völker am Herzen liegen müsse, nicht nur ihre eigene Nation, sondern einen großen Teil der Menschheit zum Blutbad treiben und der Vernichtung und dem Ruin preisgeben. Wenn aber jemand wagen sollte, dieses ruchlose Verbrechen zu begeben, so könne er nur mit dem Psalmwort zu Gott beten: Vertilge die Völker, die den Krieg wollen!