M-aer Anzeiger
I SJÄ SÄ è «*»W » «H« u»S »ogelsbery : E Ansprüche. Verlag Fried-
Ä Ehr e n k l a u Fulda, Königstraße 42. Friedrich Ehrenklau, Lauter- ; E Hauptschrrftleiter Friedrich Ehren- ' â Sa Königstraße 42, Telefon 2989. - [ Antwortlich für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.
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Ät. 81 — 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 5. April 1935
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Eden berichtet dem Kabinett.
Der Lordsiegelbewahrer wieder in London. — Letzte kurze Zwischenstation Prag
«ordsicgclbewahrer Eden hat seine Jnformations- i Mdeeildet. Sein letzter Aufenthalt in Prag war kaum [ MW eine Durchgaugsstation, denn nach fünfstündigem i W flog Eden nach London zurück. Das englische l Sonett hat sofort eine Sitzung augesetzt, in der I Wär das Ergebnis seiner Reise berichten wird.
M es heißt, werden vor der Konferenz von I fresst keinerlei Beschlüsse gefaßt werden. Die I gische Regierung wird am Montag in einer weiteren ' Wiettssitzung über die Konferenz von Stresa berate«, die nach Auffassung der englischen Presse ebenfalls noch derlei Entscheidungen bringen wird, sondern lediglich ' «n Meinungsaustausch. Das Hauptgewicht wird der t Iölker b u n d s r a t ss i tz u u g am 15. April bei- . gemessen, zu der, wie verlautet, Ministerpräsident Mac - k Donald persönlich erscheinen werde.
Übereinstimmend kommt in den Londoner Blättern M Ausdruck, daß die Besuchsreise Edens gezeigt hätte, ich der europäische Friede nicht auf der j Linie der regionalen Pakte weiter- gebrach 1 werden könne. Aufgabe des britischen Volkes müsse es daher auch weiterhin sein, zwischen den Gegen- I fitzen zu vermitteln und neue Lösungen zu finden.
Aus dem Prager Wilson-Bahnhof wurde Eden von Ikni tschechischen Außenminister Benesch und anderen Mtlichen Vertretern begrüßt. Vom Bahnhof begab sich »Eden in Begleitung des englischen Gesandten zur englischen kWirdtschaft. Eden hatte mit dem Außenminister list. Ben e s ch im Czernin-Palais eine Besprechung. Seit »Bestehen der Tschechoslowakischen Republik ist es das erstemal, daß ein Vertreter der englischen Diplomatie offiziell in Prag zu Gast weilt. Über die Besprechungen zwischen üben und Benesch besagt die amtliche Verlaut- ^rutig, daß beide Staatsmänner eine „völlige Über- emstimmuna in den Zielen der Politik beider Reaie-
Göring in Danzig.
Beispiellose Zubelfahrt durchs Daiziger Land. — Begeisterter Empfang in der alten Hansastadt. — Eindeutiges Bekenntnis zum Deutschtum, zum Nationalsozialismus und zum Führer.
Danzig, 5. Aprii Ministerpräsident Hermann Göring fuhr am Don- I'erëtag nach Danzig, um am Abend auf einer Massen- tabgebung der Danziger NSDAP zu den Danziger Zahlen zu sprechen.
3ui d-m Bahnhof in Marienburg, wo der Mi- MPrasideut aus Königsberg ein traf, hatten sich zur Mußung der Danziger Gauleiter Forster, der Dan- Senatspräsident Greiser, ferner die Führer der SA, SS und andere führende Persönlichkeiten ■ V"n hier aus setzte der Ministerpräsident die S E Auto fort. Die Kraftwagenkolonne mit dem -jen des Ministerpräsidenten an der Spitze fuhr über "Krücke an der Marienburg vorbei zur Danziger i 1e Kalthof, wo dem Ministerpräsidenten Ai v ^^ die erste b e g e i st e r t e B e g r ü ß u n g Boden bereitet würd:. Dann begann bei ih,? p Borfrühlingswetter die Fahrt durch das D an- jnto < -öud gebiet. In allen Dörfern umsäumten I &U..J Menschen die Wagrn. Die Häuser prangten im Ilkn unjafihger Hakenkreuzfahnen. Selbst in den fleht» I Sei & ;?-sern buchteten Transparente auf den Straßen, wurde auf zwei Dampffähren der Weich- ^U€rt- Bald tauchten die Türme der Stadt I ^nt2r dichter wurden die Spaliere der Hei'l- »'kR dcr und bann fuhr die von Motorradfah- ‘ SS eskortierte Wagenkolonne in einem l'gcu Triumphzuge durch die ehrwürdi- Wkin, der ehrwürdigen Hansestadt nach Danzig
Saugen Markt bot sich ein »''Es war mehr als eine Parade oder W J Empfang. Es war der Herzschlag dieser, wenn ■ $ äußerlich getrennt, so doch im National- /unerlich unlöslich dem gesamten Deutschtum I M " d e u t s ch e n Stadt zu dem Abgesandten I damit zum Deutschtum und zum Natio-
^bemri-^^W ^ AMStzos
I M J’^hfifjen Artushof fand die feierliche Begrü- I c i i e ten durch den Senatspräsidenten
I Der Senatspräsident wies in seiner Lln-
I S daß Danzig sich geistig unlöslich mit
I nationalsozialistischen Bewegung und
I 7"Uterlaudes verbunden fühle; deshalb
I öhne die durch internationale Verträge ge- I e atä tm?>n derletzen, Hermann Göring an dieser I bh beuHA1 ^^uer des Führers des deutschen Volkes I S^täfibent ® Einheit offen unb herzlich begrüßen. I Ö ltzz'" Greiser schloß mit der Bitte, Minister- I L,,?.che A-^-^ge dem Führer berichten, daß die "ö'kerung Danzigs immer dem ^eu bleiben werde.
rungen" festgestellt haben hinsichtlich der Wahrung des Weltfriedens wie im Hinblick auf ein aufrichtiges, unwandelbares Fe st halten an der Völkerbundspolitik.
Nach den letzten Meldungen über
Die Ergebnisse der Warschauer Besprechungen, die in Prag sehr niederschlagend gewirkt
haben, stellte die Prager Presse sich allgemein auf die Unterstreichung des nur informativen Charakters bei Prager Aussprache ein. Halbamtliche Organe des Prager Außenamts geben zu bedenken, daß die Verwirklichung der oft- und zentraleuropäifchen Paktpläne „keine leichte Sache sein wird", so daß nach dieser Ansicht die Prager Verhandlungen nicht viel zu den Resultaten haben beitragen können, die Eden aus Moskau und Warschau mitbrachte.
In politischen Kreisen Warschaus ist man von dem Ergebnis des Besuches des Lordsiegelbcwahrers Eden befriedigt. Mit Genugtuung stellt das Blatt der Militärkreise, „P o l s k a Z b r o j n a", fest daß
der Ostpakt jetzt endgültig und entscheidend der Vergangenheit angehört.
Es ist klar, fährt das Blatt fort, daß alle Versuche der Organisation des Friedens vom Ausgleich der Gegensätze ausgehen müßten, statt feindliche Gruppierungen zu schaffen. — Der „Expreß Poranny" (Regierungslager) unterstreicht, daß Eden keinerlei Vorschläge nach Warschau gebracht, aber auch keine polnischen Vorschläge aus Warschau mitgenommen habe. Als besonders wichtiges Ergebnis des Besuches hebt das Blatt die Ankündigung weiteren engen Kontaktes zwischen Polen und England hervor. Diese Tatsache biete die Aussicht für gute Ergebnisse der inter nationalen Zusammenarbeit in der Zukunft.
Ministerpräsident Görrng dankte dem Venarsprasi- denten für seine herzlichen Worte. Daß Danzig deutsch sei, fuhr der Ministerpräsident fort, habe er immer gewußt. Wie deutsch und nationalsozialistisch Danzig sei, das habe ihm diese Fahrt durch das Danziger Land gezeigt. Die innere Gemeinschaft des deutschen Volks- tums umfasse auch Danzigs Schicksal. Darum sei es natürlich, daß auch die Herzen der Danziger Menschen sich zu der Bewegung bekennen, die die Voraussetzungen für die Erneuerung des Deutschtums geschaffen hat. Das Reich werde stets die innere Verbindung zum Dan- ziger Deutschtum aufrecht erhalten, denn deutsche Menschen könnten nicht von deutschen Menschen getrennt werden.
Der Ministerpräsident trat dann zu Fuß, nur von den Führern der Danziger Partei und der Regierung gefolgt, einen Run gang durch die alten Gassen Danzigs an. Umflattert . an einem Meer von Hakenkreuzfahnen, um» brandet von der jubelnden Begeisterung der Tausende, die in beängstigendem Gedränge die Straßen umsäumten, schritt Ministerpräsident Görina durch Dan'-- Wohl noch nie hat eine so spontane B e g e i st e r u n g die alten Straßen der Hansestadt an der Weichsel gesehen. Noch nie ist das Bekenntnis zum Deutschtum, zum Nationalsozialismus und zum Führer hier so elementar zum Ausdruck gekommen, wie bei dem Besuch Hermann Görings.
Die Pläne für Stresa
Nach Abschluß der Europarundreise bey englischen Lordsiegelbewahrers E d e n richtet sich das Interesse der Diplomatie auf die Konferenz von S t r e s a die anscheinend zu einer Konferenz größten Stils gemacht werden soll. Vor allem scheint Italien ans die Besprechungen in Stresa das Hauptgewicht zu legen. Es verlantet, daß Mussolini mit einem großen Stab anrücken wolle. Auch der englische Außenminister Simo n hat angeblich die Absicht, etwa 50 Beamte seines Ministeriums mitzn- b ringen. Die französische Abordnung wird von dem Außenminister Laval geführt, den seine engsten Mitarbeiter begleiten werden. Die Dauer der Konferenz ist unbestimmt, nur so viel steht fest, daß sic vor de m 15 April, dem Tag des Zusammentritts des Völkcr- bnndSrates, beendet sein soll.
Der Londoner „Darlv T e l e g r a p h" will wißen, vaß M u s s o l i n i in Stresa vielleicht einen eigenen e u r ö p ä i s ch e n F r i e d e n s p l a n v o r l c g c n werde.
Mussolinis Ziel sei, in Europa ein allgemeineres Gefühl des Vertrauens zu schaffen, bevor ein Versuch mit dem Abschluß von Ostpakten gemacht werde.
Wahrscheinlich werde er eine Wiederaufnahme von politischen und wirtschaftlichen Verbondlunaen nach dem
(Wagenborgs Bilderdienst.)
Zum Leiter der Reichsstelle für Landbeschaffung wurde Ministerialdirektor Dr. Runte im Reichs- und preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft ernannt.
Empfang der Partei beim Führer
Berlin, 5. April.
Der Führer hatte am Donnerstag im Hause des Reichspräsidenten zu einem Empfang der Partei geladen. Der Stellvertreter des Führers, die Reichsleiter, Gauleiter, Gruppenleiter und eine Reihe weiterer führender Persönlichkeiten der Partei waren mit ihren Damen erschienen.
In gesellschaftlichem Beisammensein verbrachte der Führer einige Stunden im Kreise seiner in Uniform erschienenen Getreuen und Mitarbeiter. Die historischen Räume des bekannten Hauses in der Wilhelmstraße boten an diesem Abend ein f e ft l i ch e s Bild nationalsozialistischer Gesellrgkeit und auch der gesellschaftlichen Verbundenheit des Führers mit seiner Bewegung.
Ssterreich fordert ivoovo-Mann-Heer.
Zweijährige Dienstzeit — Zwei Armeekommandos.
Nachdem der österreichische Ministerrat grundsätzlich der allgemeinen Wehrpflicht zugestimmt und beschlossen hat, Schritte zu unternehmen, um sich der Zu stimmung des Völkerbundes zu sichern, verlautet von gutunterrichteter Seite, daß daran gedacht sei, ein ständiges Heer von 4000 Offizieren, 4000 Unteroffizieren und 12 000 Mann aufzustellen, dazu zwei Jahrgänge von je 35 000 Mann einzuberufen. Aus dem Schutzkorps sollen 400 Offiziere und 7000 Mann übernommen werden.
Über die Frage der Auflösung der übrigen Bestände des Schutzkorps konnte noch keine Einigung erzielt werden. Die Dienstzeit soll zwei Jahre betragen. Es werden zwei st ä n d i g e A r m e e k o m m a n d o s errichtet, das eine in Wien mit drei Divisionen (Wien, Wiener Neustadt, St. Pölten), das zweite in Salzburg mit vier Divisionen (Salzburg, Gratz, Klagenfurt und eine Alpendivision in Innsbruck).
Der Konstrukteur der Neichslagskuppel f.
Ein Gelehrter von Weltruf, der Wirkliche Geheime Obrbaurat i. R. Dr.-Jng. ze. h. Hermann Zimmermann, vor allem bekannt durch die geniale Konstruktion der Reichstagskuppel, ist nach längerem Krankenlager im 90. Lebensjahr in Berlin gestorben.
z Eine Konferenz großen Stils. — ' Ein Friedensvorschlag Mussolinis ?
Vorbild der zwischen Italien, Österreich und Ungarn tm März vorigen Jahres unterzeichneten Vereinbarung Vorschlägen.
Nach Ansicht Pariser politischer Kreise hat man aus Grund der von Eden vor seiner Abreise von Warschau dem dortigen französischen Botschafter gemachten Mitteilungen
in Paris endgültig aus die Durchsetzung des Ostpakt- projektes in der seinerzeit von Barthou vorgesehenen Form verzichtet.
In französischen Regierungskreisen hat man aus Edens Äußerungen den Schluß gezogen, daß nicht nur Deutschland und Polen in ihrer Ablehnung fest bleiben, sondern daß auch England einen allgemeiner gehaltenen Pakt vor- ziehen würde, dessen große Linien in Stresa zur Debatte stehen werden. Frankreich würde sich, wenn cs greifbare Zusicherungen für die Mitwirkung Englands erhalten könnte, mit einem solchen neuen Plan abfinden. Man ist hier allmählich zu der Überzeugung gelangt, daß ein Abkommen, dem sich nur Sowjetrußland und die Tschechoslowakei anschließen würden, sehr geringen taktischen Wert besäße