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^ÖB, WL T Tagebla« für «Hön uni Vogelsberg S «KÄS Zulba- unS y°un-t°l. ZuISaer «reläa« ^^ Sauptschristleiter Friedrich Ehren-

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Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-Rnsthluß Nr. 2444

Nachdruck der mit * versehenen flrtikel nur mit d^ellenangabe .Zulâaer fZnzeiger'grftattrt.

Ji 85 - 12. Jahrgang

Fulda, Mittwoch, 10. April 1935

Anzeigenpreis: 1 mm Hohe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zrrxurgs- meidet Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An­spruch auf Nachlaß.DA." II. 35 910. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gütig. Verantwort. Kr de« Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbachs.

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Deutschland in der europäischen Politik.

Des Führers Forderungen für die deutsche Wehr.

Der englische Außenminister Sir John Simon hat vor dem englischen Unterhaus die Ergebnisse der englischen Informationsreise bekanntgegeben. Erklärungen des Ministers geben vor allem Aufschluß über die Stellung der deutschen Regierung zu den europäischen politischen Fragen und Klarheit über Deutschlands Forderungen hinsichtlich seiner Wehrmacht. Deutschland beansprucht: ein H e e r in Stärke von 550 000 Mann, zur S e e einen Gesamttonnagenbestand von 35 v. H. der bri­tischen Tonnage, in der Luft Gleichheit mit Großbritannien und Frankreich. Als souveräner Staat verlangt Deutschland außerdem Kolonien.

London, W. April.

Unter großer Aufmerksamkeit der Abgeordneten verms I Achmmnister Sir John Simon Dienstag nachmittag I im Unterhaus die am Vortage vom englischen Kabinett ? W!ègte Erklärung über das Ergebnis der Reisen Simons s'und Edens nach den verschiedenen europäischen Haupt- Men. Simon sagte: Der Zweck der Reise habe darin «bestanden, die Ansichten der anderen Regierungen kennen zu lernen; außerdem stehe die Reise in Verbindung mit i der bevorstehenden Zusammenkunft in Stresa. Unter diesen Umständen könne er heute nur eine zusammengefaßte i Darlegung dessen geben, was die englischen Vertreter M die Ansichten der anderen Staaten festgesteilt hätten, imd es sei daher nicht möglich, die augenblickliche Ge° idgcnheit zu benutzen, um eine Erklärung über die Politik fier englischen Regierung abzugeben.

DerMatt"

Simon fuhr dann fort:Der sogenannte Ostpakt war Mst von dem verstorbenen Barthou im vergangenen Sommer vorgeschlagen worden.

Reichskanzler Hitler hat klar zum Ausdruck gebracht, Deutschland nicht gewillt sei, einen Ostpakt zu unter- Wittn, der Deutschland zu gegenseitiger Unterstützung derpslichten würde. Insbesondere ist Deutschland nicht bereit, einen Pakt gegenseitiger Unterstützung mit Ruß­land einzugehen.

Andererseits wurde erklärt, daß Deutschland einen A^tangrissspakt zwischen den an osteuropäischen Fragen interessierten Mächten begünstige, der eine Konsultation lnr den Fall eines drohenden Angriffes vorsehen würde.

2er Kanzler Hitler ist ferner unter den gegenwärtigen wausietjungen nicht dazu bereit, die Einbeziehung «ebmcn^ '^cndeinen Nichtangriffspakt in Aussicht zu

Deutschen schlugen weiter vor, daß, falls trotz dieses üchtangnsfspaktes und trotz der Konsultation Feind- i>.glcuen zwischen zwei vertragschließenden Parteien aus- e^en lcllten, die anderen Unterzeichner den Angreifer meiner Weise unterstützen sollten.

anderen Zusammenhang verweilte Hitler je- a r= Schwierigkeit der Bestimmung des A n -

^e^er seine Ansicht für den Fall befragt, unter=a ^ ol^er andere Gruppe von Vertragschließenden em Abkommen gegenseitiger Unterstützung ab« et^^ der Reichskanzler, daß dieser Gedanke inner Meinung gefährlich und anfechtbar sei, da

er darauf hinauslaufen würde, Sonderinteressen einer Gruppe im Rahmen des weiteren Systems zu schaffen

8n Moskau erfuhr der Lordsiegelbewahrer Eden, daß die gegenwärtige internationale Lage es nach Auffassung der Sowjetregie- gierung notwendiger denn je macht, die Bemühungen zum Aufbau eines Sicherheitssystems in Europa nach Maß­gabe des Londoner Protokolls und in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen des Völkerbundes weiter zu ver­folgen. Die Sowjetregierung betonte, daß der vorgeschla­gene O st p a k t nach ihrer Ansicht nicht auf die Isolierung oder Einkreisung irgendeines Staates abziele, sondern auf die Schaffung gleicher Sicherheit für alle Teilnehmer, und daß sie daher der Meinung sei, daß die Teilnahme sowohl Deutschlands als auch Polens am Pakt die beste Lösung des Problems darstellen würde.

Zu Warlchau

lernte der Lordsiegelbewahrer die Ansicht der polnischen Regierung zu dieser Frage kennen. Der polnische Außen­minister Beck erklärte, daß Polen durch die bereits be­stehenden Abkommen mit der Sowjetregierung auf der einen Seite und mit Deutschland auf der anderen Seite ruhige Verhältnisse an seinen beiden Grenzen geschaffen habe. Die Frage, die Polen sich selbst vorlegen müsse, laute daher, ob irgendein neuer Vorschlag die gute At­mosphäre, die durch diese beiden Abkommen geschaffen worden sei, verbessern oder ver^ ''"chtern werde.

Die Angelegenheit wurde auch in der kurzen Unter­redung überprüft, die der Lordsiegelbewahrer mit Be­nesch in Prag hatte.

Der Gedanke des mitteleuropäischen Paktes, der auf der französisch-italienischen Zusammenkunft in Rom näher besprochen worden ist, werde, so hörten wir in Berlin, von der deutschen Regierung nicht grundsätzlich zurückgewiesen, sie sehe aber seine Notwendigkeit nicht ein und erblicke eine große Schwierigkeit in der Bestim­mung des BegriffesNichteinmischung" in bezug auf Oesterreich. Reichskanzler Hitler gab jedoch zu verstehen, daß, falls andere Regierungen einen mitteleuropäischen Pakt abzuschließen wünschten und sich auf einen Wortlaut einigen würden, die deutsche Regierung hierüber Erwä­gungen anstellen wolle.

Polen jer gewrttt, gegenüber einem mitteleuropäi­schen Pakt eine freundschaftliche Haltung einzunehmen. Polen sei der Auffassung, daß die vorgeschlagene Lösung zu einer Befriedung und zu wachsendem Vertrauen in diesem Teil Europas führen könne.

In Prag gab Benesch der Hoffnung Ausdruck, daß in Stresa weitere Fortschritte in dieser Frage gemacht wer­den könnten.

SinIWlid) der Wehroerhöltniße

zu Lande erklärte Reichskanzler Hitler, daß Deutschland 36 Divisionen benötige, die ein Maximum von 550 000 Soldaten aller Waffengattungen einschließlich einer Di­vision SS und militarisierter Polizeitruppen darstellten.

Er versicherte, daß es in Deutschland keine halbmilitä­rischen Verbände gebe. Deutschland, so erklärte er, be­anspruche alle Waffentypen zu besitzen, die andere Länder besitzen. Er sei nicht bereit, auf den Bau gewisser Typen zu verzichten, solange andere Länder sie ebenfalls besitzen. Falls andere Länder gewisse Typen aufgeben, würde Deutschland das gleiche tun.

hinsichtlich der Wehrverhältnisse zur See beanspruchte Deutschland unter gewissen Vor- Halten einen Gesamt­tonnenbestand von 35 v. h. der 6 -schon Tonnage, in der Luft Gleichheit zwischen Großbr' nnien, Frankreich und Deutschland, vorausgesetzt, daß d Entwicklung der sowjet- russischen Luftstreitkräfte nicht d rt sei, daß eine Ueber- Prüfung dieser Ziffern notwend > werde.

Wenn irgendein allgemeines Abkommen über die Be­schränkung der R ü st ungen erreicht werden könnte, würde Deutschland gewillt sein, ein System dauernder und automatischer Ueberwachung unter der Voraussetzung an­zunehmen, daß eine solche Ueberwachung in gleicher Weise für alle Mächte Anwendung findet. Dem in dem Londoner Protokoll enthaltenen Vorschlag eines Luftpaktes zwischen den Locarnomächten stehe Deutschland günstig gegenüber.

In der Frage des Völkerbundes wies der Reichs­kanzler auf seine im Mai 1933 abgegebene Versicherung hin, daß Deutschland nicht weiter im Völkerbünde Mit­arbeiten würde, falls es das bleiben sollte, was Hitler als ein Land minderen Rechtes bezeichnete; und er machte an Hand eines Beispieles geltend, daß Deutschland in einer untergeordneten Stellung sei,falls es keine Kolonien besitze.

(Fortsetzung auf Seite 2.)

bet begibt sich zusammen mit dem Chef Front der Ehrenformationen des Reichsheeres. im Preußenhaus dem Ministerpräsidenten Reichsluftfahrt-

General von Fritsch (links), und Reichs- Bild rechts: Landesbauernführer beglückwünschen das minister General Göring und seiner Braut ihre tzochzeits-

11 ^^ralaberst von Blomberg (rechts), zu der Brautpaar Göring. 19 Landesbauernfühler überreichten gaben.