M-an Anzeiger
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« Zrievâ Ehlenklaui Lauter- Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt Ä Ä?® Ä ^ Telefon II9e - Redaktion und Geschäftsstelle: Konigftraße 42 * Zernfprech-Rnsthluß Ar. iW Krantwortlich für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda. Nachdruck der mèt * versehenen firEel nur mit Mevenangabe «ZulSaer ^nzeiger'geftattrt.
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87 - 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 12. April 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
M Konferenz auf der „Isola Bella"
Drei Mächte, drei Pläne — Frankreichs Gegenspiel.
Abgesondert von der Welt, auf der idyllischen Insel M Bella", umrauscht von den blauen Wogen des Ci Maggiore, haben sich im Schloß, das 1650 der M Vorromeo errichtet hat, die Vertreter Englands, k ^Meichs und Italiens zur Beratung über das curo- I D Problem zurückgezogen.
: Ar Anfahrt zur Insel ist völlig gesperrt. Im Um I 8 von 100 Meter fahren in dichter Reihenfolge * Awrboote um die Insel herum. Die wenigen Be- t Her, meist kleine Händler und Gastwirte, dürfen die M nicht mehr verlassen. Mussolini wohnt in m Schloß. In den „hängenden Gärten" der zehn Massen läßt die Sonne alle Blüten des südlichen Früh- lmgè leuchten.
Die Besprechungen finden in den Räumen des Zchlosses oder im Garten zwischen den herrlichen Blumen [tust. Das Schloß der Fürsten von Borromeo ist ein Djeum. Dort stehen die Betten, in denen Napoleon, Mphine-Beauharnais, österreichische Fürsten und spanische Könige geschlafen haben. Sonst zeigen Diener Mi Trinkgeld die Erinnerungen des Schlosses; jetzt Hilö die Räume zum Wohnen eingerichtet.
Ale Veraèungen im Msttsaal.
Am Donnerstagvormittag brachte ein Motorboot m englischen Ministerpräsidenten LacDonald und den Außenminister Sir John - i m 0 n , den Ministerpräsidenten Frankreichs, Gaudin , und Außenminister Laval mit migen Beratern der englischen und der französischen Delegation vom Grand-Hotel in Stresa nach der Isola Lella hinüber. Mussolini empfing seine Gisste am Landungssteg der Insel und geleitete sie sofort in die Räume Schlosses. Dort wurde sogleich die erste Besprechung M Müfiklaal nach kurzer persönlicher Unterhaltung er- Die ersten 2% Stunden waren der allgemeinen umnnchtüng gewidmet. Mittags waren die f r a n - -°Nlchen und englischen Minister Gäste ./Duce in dem besonders hergerichteten Speisesaal ^ Schlosses, das die Fürsten von Borromeo für die "^rmztage völlig geräumt haben.
- uüags begaben sich alle Mitglieder der eng- f^nzösischen unb italienischen Abordnung unter m Mussolinis in Motorbooten über den See nach dem landschaftlich berühmten Ort am von Eastagnola. Dort wurden zu Ehren des ; Cadorna Kränze im Mausoleum mcbergelegi. ) wurden die Verhandlungen fortgesetzt.
â fomiww wird das Ergebnis fein." äontirp^ /en Gastgeber und den Leiter der sind die Mitteilungen über die letzten 'Noto & zusammengelanfen. Im ist ein - dem Blatt, das Mussolini nahesteht, der Überschrift „U n s e r P l a n" ver- diesem Mussolini selbst zuschreibt, hingewlesen, daß durch E â Ministerpräsidenten von England und 1 Konferenz von Stresa erhöhte Bedeutung
habe. Alan müsse aber die Italiener davor warnen, sich einem allzu leichten Optimismus hinzu g e b e N. Wörtlich heißt es dann:
„Aus Stresa wird der Krieg nicht kommen, aber auch nicht, was den Krieg binnen kurzer Zeit unvermeidlich machen könnte."
Das bedeute, daß aus Stresa ein ewiger Friede nicht hervorkommen kann. Ein solcher Friede hänge vor allem' von jemand ab, der in Stresa nicht anwesend sei. Man müsse sich fragen, was aus Stresa herauskommen könne, und die Antwort wird gegeben mit dem Wort: Ein Kommunique. Dieses Kommunique müsse eine allgemeine Linie einhalten. Es könne deshalb nur einen allgemeinen Charakter oder sogar nur den Hinweis auf den Willen zu allgemeinen Beratungen enthalten. In dem Artikel wird dann weiter auf die L a g e i m O st e n Hin- gewiefen. Als wichtigste Staaten in der gegenwärtigen Lage werden Deutschland, Rußland und Polen bezeichnet, und es heißt dann in einer ganz vorsichtigen Andeutung, daß es vielleicht nützlich und möglich sein könne, daß nach Stresa auch der eine oder andere komme, der jetzt abwesend sei, oder daß man vielleicht alle Abwesenden nach E> sa rufen kön:e. Der Artikel schließt mit der Feststellung, Lag es u n s i n n i !g sei, v 0 n S t r e s a eine
Englische Solidaritätserklärung.
zu einem gewissen Grade auf dieser Seite des Kanals geteilt. Es herrscht keine Neigung, sich von der zur Zeit der Besprechungen mit Frankreich angenommenen Haltung zu entfernen oder von den bereits eingegangenm Verpflichtungen abzugehen. Andererseits scheint man der Auffassung zu sein, daß die genauen Ziele und Absichten der deutschen Politik sehr wohl weiter untersucht werden könnten, bevor England Verpflichtungen erwägt, die wert über alles Geplante hinausgehen könnten."
In Uebereinstimmung mit dem bereits übermittelten Reuterbericht erklärt Preß Association zur Konferenzlage in Stresa, die Entwicklung werde von London aus in der Ueberzeugung beobachtet, daß die bntische Regierung, was auch immer eintreten möge, sich nicht auf neue Ver- pflicktungen einlassen werde. Naturgemäß teilten d:e britischen Minister die Besorgnis, die durch Deutschlands Haltung entstanden sei, aber sie hätten trotz aller Enttäuschung noch nicht die Hoffnung aufgegeben, daß Deutschland schließlich noch veranlaßt werden könne, mit einigen seiner Nachbarn Abkommen auf Gegenseitigkeit abzuschließen. Die britische Regierung sei keineswegs der Ueberzeugung, daß Deutschland in dieser Frage sein letztes Wort gesprochen habe.
Falls jedoch eine weitere Erforschung der schließlichen Ziele Deutschlands zu dem Schluß „ führen sollte, daß Deutschland nicht bereit sei, einen nützlichen Beitrag für die allgemeine europäische Sicherheit zu, leisten, dann werde, darüber sei kein Zweifel, die brittsche Regierung die Bemühungen anderer Mächte billigen, unter sich eine derartige gegenseitige Sicherheit ohne Deutschland zu schaffen.
Die britische Ansicht gehe dahin, daß Sicherheit am besten durch Regionalpakte innerhalb des Genfer Rahmenwerkes erzielt werden könne. Großbritannien aber selbst wolle sich nicht an Regionalpakten in Ost- und Mittel» "uropa beteiligen.
Der erste Ing in Stresa
Sir John Simon gab einen genauen Bericht über seine und Edens Reisen nach Berlin, Moskau. Warschau und Prag. Hierbei wurde vor allem klar gemacht, daß die leitende Idee dieser Besuche nicht die war, Deutschland glauben zu machen, daß seine Handlungsweise vom 16. März von der englischen Regierung nicht unwidersprochen bleibe, sondern festzustellen, ob noch irgendeine Hoffnung dafür vorhanden sei, daß Deutschland in ein gemeinsames System wrücffebrett werde.
Die Leitidee Englands sei, ein kollektives Abkommen zur Sicherung des Friedens zu erreichen. England glaube, daß der Völkerbund ein geeignetes Instrument sei, um den Frieden zu organisieren. Die kollektive Sicherheit müsse in jedem Falle erreicht werden. Hierbei wolle England mithelfen, soweit es dies könne.
Als weiteres englisches Ziel wurde bezeichnet, ein Ab- kommen über den Stand der Rüstungen zu erreichen nicht über Abrüstung — und zwar durch ein bindend^ intenlattonales Dokument. England ist im übrigen auch mit der Kontrolle völlig einverstanden. England weiter das gegenseitige Vertrauen zwischen den Volkern wiederherstellen. , ,
3m Anschluß hieran wurden die Punkte besprochen, die am 3. Februar in London behandelt wurden, vor allem über ein gemeinsames Vorgehen der W-stmachte. Es wurde von englischer Seite betont, daß die drn Staaten vollkommen im Ziel und im Prinzip übereinstimmten, obgleich noch Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der an« z»wendenden Methoden und anderer Fragen beständen. Diest Gegensätze erstreckten sich jedoch nicht auf das Eudriel.
Stresa, 12. April.
Die Verhandlungen der Ministerpräsidenten und Außenminister Englands, Frankreichs und Italiens wurden in den gestrigen Abendstunden beendet mit dem Beschluß, sie heute fortzusetzen. Von unterrichteter englischer Seite wurde folgende Darstellung über den Verlauf des ersten Verhand-- lungstages gegeben:
Die Besprechungen waren vom freundschaftlichsten Geist getragen. Der Standpunkt der britischen Delegation zu allen wesentlichen Fragen wurde vollkommen klar daraelegt. Es wurde vor allem von britischer Seite festgestellt, daß man alles tun werde, um die Solidarität unter den drei Mächten zu stärken. Es sei klar, daß England, Frankreich und Italien nicht getrennt werden könnten. Sie müßten Zusammenhalten, um den Frieden zu sichern. Diese Solidarität wurde von britischer Seite sehr ausdrücklich unterstrichen.
... aber neuen Nerpsiichtuagen nach Wie nor MemN
Reuter verbreitete am Donnerstagabend folgenden Bericht:
„Wenn im Auslande an der Tatsache Kritik geübt wurde, daß die britische Regierung nicht mit einer „starken Erklärung" über die deutsche Politik hervorgetreten ist, so ist dies der Aufmerksamkeit in London nicht entgangen. Wie Reuter erfährt, wird die auf dem Festlande wahrzunehmendr ernste Besorgnis. voll gewürdigt und bis
Sensation zu er w a r He n. Zum Schluß' ermahnt der Artikel die Italiener an den Ernst der Lage. Italien müsse zunächst 600 000 Mann unter Waffen behalten.
SrantreW Vündnirpläne
Die englischen Politiker scheinen in Stresa nebenbei versuchen zu wollen, ein Bündnis zwischen Frankreich und Sowjetrußland zu verhindern. Es verlautet, daß der französische Außenminister sogar beabsichtige, außer Sowjetrußland auch Italien und England zu veranlassen, gemeinsam mit der Tschechoslowakei und einigen anderen Staaten eine Vereinbarung zu treffen, wonach sich diese Mächte verpflichten, im Falle des Scheiterns an der Völker- bundssatzung trotzdem gemeinsam zu verhandeln. Ob England dabei mitmacht, hängt im wesentlichen von MacDonald ab. Die Franzosen setzen auf diesen neuen Plan große Hoffnungen und behaupten, daß sie unentwegt für den Frieden eintreten.
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Nach den direkten Unterredungen zwischen Laval und dem fowjetrussischen Botschafter Potemkin hat nunmehr auch eine längere Aussprache zwischen dem Außenkommissar Litwinow und dem französischen Botschafter in Moskau, Alphand, stattgefunden, die dem französisch-sowjetrussischen Abkommen galt. Wie verlautet, ist die Einigungsformel nicht nur „im Prinzip" erfolgt. In Genf sollen die noch ausstehenden „technischen" Fragen geklärt werden. Immerhin ist so viel sicher, daß der Vertrag, der den Charakter eines Paktes des gegenseitigen Beistandes trägt, auch anderen Staaten zum Beitritt offensteht."
â Nm,;, Der Führer im Gespräch mit dem Hochzeitspaar.
Trauung im Dom fand eine schlichte Hochzeitsseier im Hotel Der Ka statt, die !n^"ZußerMinisterpräsidenten den Rahmen eines echt nationalsozialistische n Familienfestes -erhielt. Geladen die lliiQtvt.^ persönlichen Freunden des Hochzeitspaares die engsten ..Mitarbeiter Hermann Gorings
■Wellten seines Hauses. Unser Bild von der Feier zeigt den Führer im Gespräch mit Hermann Goring und Gemahlin.