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W£K»s ^uwa- u»» ßaunctal. M»-« krriâ Sauptscbriftleiter Friedrich Ehren-
* La, Königstraße 42, Telefon 2989. -
^ antwortlich für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.
Redaktion und Geschäftsstelle: Königftraße 42 ❖ Zernsprech-^nfthluK Nr. 24-4 Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Mellenangade .Zuldaer Anzeiger 'gestattet.
^. 88 — 12. Jahrgang
Nervosität in Stresa
Ke Engländer drängen zur Eile
bei Italien
Von Stresa direkt nach Genf
Scr der einsamen Isola Bella im schönen Lago I PHjore liegen dicke Wolken. Die lachende Frühlings I ^jst durch einen grauen regenschweren Himmel ver- I M Wie die Stimmung in der Natur ist scheinbar I 5 die Stimmung hinter den Türen des Schlosses, mo f â Staatsmänner der drei Staaten auf unüberwindbare - Wicrigkeiten bei ihren Verhandlungen gestoßen sind.
Der Freitag begann gleich morgens mieber mit neuen ^Handlungen. MacDonald, Sir John Simon, handln und L a v a l begaben sich zu Mussolini, da den Unterstaatssekretär Suvich zu den Verhandlun- zm hinzugezogen hatte.
Rach dem Abschluß der Morgenbesprechungen wurde das ursprünglich für Freitag vorgefehene Programm Mich abgeäildcrt. Obwohl man in den bisherigen Be- jMunzen nicht viel erreicht hat, will man die umfang- reichen Einzelheiten, die sich aus den Londoner Vcrein- tangen vom 3. Februar ergeben, um jeden Preis er- «riern und möglichst schnell fertig werden. Cs wurde also auf Wunsch des englischen Ministerpräsidenten McDonald von der Fahrt zum Golfplatz bei Stresa und einem offiziellen Essen abgesehen. Die englischen Minister lehrten in ihr Hotel zurück, während die französischen Minister in aller Eile das Essen auf der „Insel der Mischer" neben der Isola Bella einnahmen. Die Verhandlungen wurden dann um 3 Uhr nachmittags schon wieder ausgenommen.
Von englischer Seite wurde offiziell über den Ver- lDi der bisherigen Verhandlungen erklärt, man habe zu- nächst in einer allgemeinen Aussprache sich über die all- Meinen Fragen unterhalten, die sich aus einem „ein- Wtigen Bruch" von Verträgen ergeben. Zum zweiten w man sich über Maßnahmen unterhalten, die gegen Wiederholung derartiger Ereignisse ergriffen werden sonnten. Das Programm der Konferenz sei im einzelnen lolgendes:
b die Londoner Erklärung vom 3. Februar,
2. die allgemeine Lage, die durch die deutsche Erklä- kmlg vom 16. März entstanden sei und
der französische Antrag im Völkerbundsrat.
Jie französische Delegation gab an die Vertreter der llunzösischen Zeitungen keine Erklärungen ab. Sehr auf- ist, daß in dem von englischer Seite bekanntgege-
Konferenzprogramm entgegen den Wünschen -"cholmis vom D o u a u p a k t überhaupt nicht gesprochen wird.
Wert Nettagsstimmung
, $k pessimistische Stimmung, die schon am Donners- in den Kreisen der drei Konferenzmächte erkennbar war, s a™ Freitag noch verstärkt, nachdem die Leit- ^' italienischen Blätter bekannt geworden sind. man hörte,
di? Engländer auf Milderung der französi- 5 âte an den Völkerbund, um Dcutschlaud nicht
A Genf abzuschreücu und den Weg zu einer Konferenz in größerem Rahmen offenzuhalten.
Gerücht, daß man die Absicht habe, Deutsch- eimiu^" ^'ellkicht auch Rußland und Polen nach Stresa lofori dementiert wurde, lag am Freitag der t F , ? 1 c einer späteren größeren K o n f e - ben »I -.- gewissermaßen in der Luft. Genau wie bei ein >;'J1!^ stellt sich hier heraus, daß
- uneben dienendes: europäisches Abkommen nur
Die ersten Originalbilder von der Stresa-Konferenz. (Scherl Bildmateriidienst.) meinräch mit dem englischen Premierminister Mac-
legung im Mausoleum des itali enischen Generals E
Fulda, Samstag, 13- April 1935
mit Zustimmung und unter Beteiligung Deutschlands erreichbar ist. Man hat deshalb den Eindruck, daß gerade die Engländer der Genfer Tagung nicht ohne Sorge enl- gegenblicken. Dort würden sich Sowsetrußland, die Kleine Entente und der Balkan nachdrücklich einschalten und, wie man fürchte,
die Nunachgiebigkeit Frankreichs verstärken. Auch Italien sieht das Eingreifen des Völker- bundsrais in diesen Fragen mit gemischten Gefühlen an. Hinsichtlich der möglichen Ergebnisse von Stresa schien man in italienischen Kreisen am Freitag ziemlich ratlos zu sein. Diesen Eindruck sviegelte die italienische Presse jedenfalls wider. Gleichzeitig werden aber auch von italienischer Seite wieder feste Entschlüsse an Stelle unsicherer Entschließungen verlangt.
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Laval er»; Wiaw erzielt.
Wie der französische Außenminister Laval am Freitagabend nach seiner Rückkehr von der Nachmittagssitzung auf der Isola Bella erklärte, ist zwischen den drei Mächten Einigkeit hinsichtlich ihrer Haltung in Gens erzielt worden.
Es wurde dann ein Kommunique ausgegeben, in dem steht, daß die Debatte über das Vorgehen im Völkerbund abgeschlossen ist. Indem Communiguö wird weiter berichtet, daß der Reichsautzenminister von Neurath dem englischen Botschafter in Berlin mitgeteilt habe, daß sich Deutschland auch dann an einem System der Nichtangriffspakte im Osten beteiligen werde, selbst wenn einige Teilnehmer an diesen Nichtangriffspakten Verträge über gegenseitige Unterstützung zwischen sich abschließen würden.
Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas in Stresa will ankündigen können, daß die Konfexens von Stresa ihr Ziel bereits so gut wie erreicht habe und offiziell am Sonnabend zum Abschluß kommen werde.
Der seit Donnerstag vormittag zwischen den englischen, französischen und italienischen Vertretern gepflogene Meinungsaustausch habe eine gründliche Prüfung des fr a n z ö s i s ch e n Antrages an den Völkerbundsrat bezüglich der deutschen Aufrüstung er-
Bedingte Teilnahmebereitschaft Deutschlands an einem Nichtangriffspakt für den Osten.
Stresa, 13. April. Von zuständiger englischer Seite wurde Freitag abend über den Verlauf und das Ergebnis der gestrigen Verhandlungen folgendes mitgeteilt:
Wie schon bekannt, hat Freitag vormittag ein eingehender' Gedankenaustausch über alle Fragen stattgefunden, die mit dem französischen Schritt an den Völkerbund Zusammenhängen. Eine weitgehende Uebereinstimmung der Ansichten hat sich darüber gezeigt, wie diese besondere Frage in Genf behandelt werden solle. ,
Man müsse hierbei unterscheiden zw„chen: 1. dem fran- wüf&en Appell an den Völkerbund, 2. dem Memorandum, in dem die Gründe für diesen Appell festgelegt wer-
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Frankreich sucht Hilfe
(Scherl-Bildmaterndienst.)
Drei Großmächte suchen in Stresa eine Friedensformel. Seit Donnerstagvormittag sind auf der Isola Bella im Lago Maggiore vor Stresa die Besprechungen zwischen den Regierungschefs von England, Frankreich und Italien im Gange. Unser Bildtelegramm aus Stresa zeigt Mussolini und MacDonald beim Berlassen des Schlosses aus der Isola Bella nach der ersten Zusammenkunft der Staatsmänner.
möglicht. Die drei Regierungen seien übereingekommen, gemeinsam diesen Antrag vor dem Völkerbundsrat zu vertreten, doch werde es Sache des Völkerbundsrates sein, von sich aus den Wortlaut der Entschließung festzulegen, in der die Verletzung der internationalen Verpflichtungen durch Deutschland verurteilt x werden solle.
den und 3. der Entschließung, die der Völkerbundsrat in Genf fassen soll. . _ „ ,.
Ueber die Frage der Angelegenheit Deutschlands hm- aus wurde vollkommen davon getrennt die Frage behandelt, was getan werden müßte, wenn in der Zukunst wieder ein Vertrag einseitig aufgekundrgt werden sollte. Hier wurde 'ebenfalls in den allgemeinen Richtlinien eine Uebereinstimmung erzielt. Aber auch hier können Entscheidungen nur in Genf erzielt werden, denn auch hierfür ist nach Ansicht MacDonalds der Völkerbund das geeignete Instrument. .
Ueber den Ostpakt wurde weiter von zuständiger englischer Seite gesagt, Sir John Simon habe Deutschlands Haltung hierzu am Donnerstag den Konfcrenzmitglicdern dargelegt. Er sei dann gefragt worden, welches ine Haltung Deutschlands sein werde, wenn andere Machte als Deutschland als Teilnehmer dieser Pakte unter sich noch besondere Beistandsabkommen schließen sollten. Ar^ diesem Grunde wurde in Berlin eine telegraphische Erkundigung eingezogen. Als ihr Ergebnis habe der deutsche Außenminister dem britischen Botschafter mitgeteilt, daß Deutschland eine derartige Möglichkeit immer , noch als gefährlich ansehe, daß es aber gleichwohl bereit sei. an einem Vertrag teilzuuehmen, auch wenn andere Staaten unter sich darüber hinausgehende Abkommen schließen sollten. Deutschland würde aber Wert darauf legen, daß seine eigene Mitteilung und die dieser anderen Staaten in zwei verschiedenen Schriftstücken niedergelegt wurde.
Auch über d'e öfter reicht sch -Frage wurde gesprochen. Reichskanzler Hitler habe betont, daß es '-htver sei, den Begriff der Nichteinmischung festzulegen. Er sei aber dennoch bereit, diesen Pakt ernsthaft zu prufcn.wenn diese Frage befriedigend gelöst werde. Die ,yrage wuttw daraufhin von der Tagesordnung der Konferenz zunächst ^Sâtzlich wurde die Frage des Luftloch des Luftpaktes besprochen. Es habe fid)_ gejagt, iai3 cs sehr schwierig ist. diesen Pakt schon tatsächlich aus- ruarbeiten. Es bestehen Schwierigkeiten praktischer Art, die zum Teil auch Don Sachverständigen geprüft werden mühten. Der Punkt wurde daher nur ganz allgemein durchgesprochen.
Zum Schluß wurde von englischer Seite nochmals betont und klargeüe'lt da« man d-n ^all Deutschland"^