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Möaer Anzeiger

MLW^. U Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg EhrLuklau! lauter. Zulöa- und Haunetal »Zul-aer Kreisblatt

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Krantwortlich für den Inhalt: Bernd Heim, Rulba. Nachdruck âer mit * versehenen Fttiksl nur mit<kuellcnangabe,Zul»aerM,zet-«''g«-oâet.

$, 96 - 12. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 25. April 1935

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlatz nach Preisliste gewährt, bei zwangs« weiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An­spruch auf Nachlaß.D3I. IL 35 910. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand L-renklau, Lanterbach-H.

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

/2 Millionen Kubikmeter Erdmassen rutschen ins Tal.

Mutsch im Wendelsteingebiet. Die Folge der Schneeschmelze und der Regensälle.

V>m Wendelstein gebiet hat sich zwischen Wraudors am Inn und Bayrisch Zell eine Wc Wiesenfläche losgelöst und rutscht ins Tal ab. Die Wen reißen alles, was ihnen in den Weg kommt, Km Die Bäche sind mit Geröll und Felsblöcken an- M die das Wasser stauen. Die Brücken über das Machtal sind weg gerissen, Straßen verwüstet. ßAeröllmassen schieben sich vier Meter in der äinnhe vor. Man berechnet die in Bewegung befind­en Gestcinsmaffen auf etwa IV2 Millionen Pikmeter. Bauernhöfe, Gasthöfe und Hotels sind beeister Gefahr, darunter der berühmte GasthofZum Um Tatzelwurm". Die Bäche, die aus unterirdischen Men hervorgurgeln, fördern noch die Bewegung der «affe».

Die Katastrophe wurde am Ostermontag früh zuerst in dem Besitzer der Rosengassenalm bemerkt, der auf man Gang über seine Felder wahrnahm, daß das Erd- minBewegung geraten war. Er ging der Ursache nach dd entdeckte dann einen gewaltigen Riß, der zwischen mm Anwesen und der Agger-Aipl-Alm klaffte.

ms Erdreich hatte sich in einer Dicke von fünf bis

I sechs Meter vom felsigen Untergrund gelöst

sschob sich talabwärts. Hohe Bäume, Sträucher, Zäune Felsblöcke wurden mitgenommen, und bald war der wsenbach erreicht, der in einer Länge von zwei Meter mit den Erdmassen und dem Geröll angefüllt M. Die Erdmassen wanderten dann weiter nach dem Mb ach zu, der sich, von Schutt und Geröll in seinem glichen Lauf behindert, zu einem See aufstaute und sich Mich seitwärts einen neuen Abfluß suchte.

I Beamte des zuständigen Bezirksbauamts Rosenheim P an der Unglücksstelle eingetroffen, um die Ursache der Mrophe festzustellen und Hilfsmaßnahmen zu ver­eisen. Man nimmt an, daß der Bergrutsch durch das Dr der letzten Regenfälle unb der Schnee- §^lze verursacht wurde, das durch das Erdreich M aus dem felsigen Untergrund talabwärts floß und das Erdreich ablöste.

Donau-Konferenz am 3. Juni?

Keine Einladung an Polen und Rumänien?

, Rom, 25. April.

Stresa beschlossene Donau-Konferenz i. , u : wahrscheinlich auf Montag, 3. Juni, nach Rom .Wn werden. Für die Sitzungen ist der Palazzo mit seinen geräumigen Sälen in Aussicht cenor.r- wr einigen politischen Kreisen wird von der Mög-

daß in Abänderung der Ursprung« ^iinehmexliste weder Polen noch Rumänien 311 der eingeladen werden sollen.

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^tettttfiiftiHw^ Vertzandlmgen

L , . Paris, 25. April.

lwnzösische Außenminister Laval ist nach iitz.jl.^wrtagen nach Paris zurückgekehrt. In gut- feenK^ en politischen Kreisen erklärt man im Zu-

^" Rückkehr Lavals, daß die sowjetrus- Aren Verhandlungen dadurch neuen Austrieb feien gm allernächster Zeit zu Ende geführt werden «tu sei . was man sagen könne, ohne sich zu h Jv^c^c Verhandlungen sich in der normal- toen würde» ^^p^ ^^ bestimmt mit einer Einigung

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Die Leitung $nfta$

Warschau, 25. April.

r Uebertkliu Vkilitärblatt Polska Zbrojna schreibt unter

J »Vach den Genfer Verhandlungen" wie

und seine Haltung während der Ab- ^Äg,, anlaßte zahlreiche Auslassungen, die oft w Verständnis für die Ziele der polnischen ^St» Französische, italienische und deutsche .^ sich vielfach.

4?""> feb bl Garwin unterstreicht imOb- '>» Ll/ Völkerbund die Rolle eines Gerichtshofes

Win? ^rm jedoch der Schuldige nicht erschie- W »'"nd er ^ ^ habe ihn zur Unterwerfung zwingen I ' ^uitb bei??90 weder den Gerichtshof noch das Recht, â Dvrt » man 'hu verurteilen wollte, anerkannt.

I Li1 unb d? ''ud^bèinahe die einzigen, die den wahren I ^ «shp^'^llche Bedeutung der Genfer Bespre-

"wd die gleichzeitig die von Polen ein­

41 SwVdey unter SKneemaffen begraben.

Zu Ostern wurden zwei Skifahrer namens Tolschnigg und Eduard Emautaler aus Bischofshofen auf dem Großvenediger von einer Lawine erfaßt. Die beiden Skifahrer hatten noch die Geistesgegenwart, ihre Skier durch die über ihnen lagernden Schneemassen zu stoßen. Teilnehmer einer militärischen Übung bemerkten zwei Tage später die herausragenden Skispitzen und gruben nach. Sie konnten die beiden Verschütteten bewußtlos aber noch lebend bergen. Die Verunglückten haben 41 Stunden unter den Schneemassen gelegen. Sie haben schwere Erfrierungen erlitten, sind aber außer Lebensgefahr.

Auf«. Donath.

Der berühmte GasthofZum feurigen Tatzelwurm", der durch die Erdrutschkatastrophe im Wcndelsteingebiet bei Bavrisch-Zell bedroht ist.

genommene Haltung mit Ruhe und ohne Erregung be­werten. Man könnte die sich widersprechenden Auslassungen der ausländischen Presse mit einer gewissen Gereiztheit zur Kenntnis nehmen, aber diese Gereiztheit wäre nur dann am Platze, wenn das Ziel Polens wäre, den Wünschen von jedermann zu genügen. Der Grund des Mißverständ­nisses ist, daß die, die Kritik üben, häufig selbst das Opfer von irrtümlichen Auffassungen sind, während die Politik Polens folgerichtig und geradlinig für drejemgen ist, dre sie verstehen wollen. Die Annahme, daß die polnische Po­litik die Rolle eines Trabanten spielt, der seine Stellung zwischen dem einen oder dem anderen wechselt, wird falsch sein und zu falschen Schlüssen führen. Vor Gens, in Genf und nach Genf hat Polen einzig und allein seine eigene Politik gemacht, die auf einer zu festen Grundlage steht, als daß'man in ihr irgendeine Aenderung sehen könne, die ihre Anschauung von Grund auf umwälzen würde.

Streikbewegung in USA.

Aussperrungen in der Autoindustrie.

Die Zweigstelle derC h e v r 0 l e t M 0 t 0 r E 0." in Toledo (Ohio) entließ sämtliche 2340 Arbeiter und An­gestellte und drohte, die Fabrik endgültig zu schließen. Den Anlaß zu dieser Maßnahme bildete der Ausstand von 600 organisierten Arbeitern wegen der Ablehnung ihrer Forderung nach Anerkennung der Gewerkschaften. Der Vorsitzende des amerikanischen Gewerkschaftsbundes, William Green, befürchtet, daß sich der Ausstand auf andere Kraftwaqenfabriken ausdehnen wird.

In Brooklyn (New Yorkt sind 7 0 0 0 F ä r b e r u u d Arbeiter chemischer Reinigungsanstalten sowie Last- waaensahrer in den Ausstand getreten. Es kam zu Zu­sammenstößen mit der Polizei; dabei wurde eine Person burdj einen Schuß verwundet. Drei Ausständige wurden verhaftet.

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Streitunruhen in Kanada

Vancouver, 25. April. In Vancouver kam es zwischen 2000 streikenden Arbeitern und der Polizei am Dienstag abend zu ernsten Zusammenstößen. Auf beiden Seiten wurden mehrere Personen verletzt. Zwölf Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Bürgermeister von Vancouver erklärte daß die Unruhen auf kommunistische Tätigkeit ru-ückzüführen seien und erließ ein Verbot gegen alle wetteren Kundgebungen und Umzüge.

Ser Mm als Kultm- nnb ArbeitSträger.

Zur» Internationalen Filmlorrgreß 1935 in Berlin.

Wieder ist Berlin in diesen Tagen Schauplatz eines großen internationalen Stelldicheins. Alles, was irgend­wie mit dem Film zu tun hat, Theaterbesitzer, Film­hersteller, Verleiher, Kulturfilmhersteller und die zahl­reichen Vertreter der Kinotechnik, treffen sich in den Tagen vom 2 5. April bist. Mai zum Internationa­len Filmkongreß 1 9 3 5. Aus England und Frank­reich, aus der Tschechoslowakei, aus Polen, Schweden und Norwegen, aus Österreich, aus der Schweiz und Belgien wurden Vertreter nach Berlin entsandt, und zwar bestehen die Kongreßdelegationen aus je einem Regierungs­vertreter der teilnehmenden Länder und aus je einem Vertreter jeden Zweiges der Filmindustrie. Bei diesem großen Zusammentreffen sollen alle irgendwie für die Filmherstellung, für den Filmaustausch, für die Filmdar­stellung und die Filmkritik wichtigen Fragen von Sach­verständigen erörtert werden. Wege zu gemein­samer Arbeit, Wege zur Verständigung sollen durch den Film von Volk zu Volk, von Staat zu Staat gefunden oder ausgebaut werden.

Es ist kein Zufall, daß dieses große internationale Treffen in der deutschen Reichshauptstadt abgehalten wird. Das hohe Ansehen des deutschen Films in der Welt hat den deutschen Boden für diese internationale Kon­ferenz als besonders geeignet erscheinen lassen. Die her­vorragenden deutschen Filmleistungen der letzten Jahre übten starke Anziehungskraft auf die internationalen Interessenten aus. Wir Deutschen begrüßen das Film­treffen in der Reichshauptstadt um so mehr, als sich da­durch für einen großen Kreis kulturell-interessierter Per­sönlichkeiten eine neue Möglichkeit ergibt, Augenzeuge all des wirtschaftlichen und künstlerischen Schaffens, Augen­zeuge des gesamten nationalsozialistischen Aufbaus im Reich zu werden. Eine Gelegenheit, die dazu beitragen wird, die vielfach noch im Ausland verbreiteten abwegigen Meinungen und entstellenden Urteile über das neue Deutschland zu zerstreuen.

Auch dgs deutsche Volk selbst soll mehr noch als bisher für den deutschen Film, für die deutsche Filmkunst gewonnen werden. Denn auch in dieser Hinsicht ist noch viel Versäumtes nachzuholen. Statistische Erhebungen, die die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" angestellt hat, haben ergeben, daß in einzelnen Teilen des deutschen Reiches bis zu 46 Prozent aller Einwohner noch nieim Kinogewesen sind. Diese Massen dem deutschen Film zu gewinnen, ist der Hauptzweck des Volksfilmtages, der im Reiche am 26. April, in der Reichshauptstadt am 25. April veranstaltet wird und an dem jeder Volksgenosse, der die internationale Film- kongreß-Anstecknadel erworben hat, zum Besuch des Films berechtigt ist. Damit der Film Allgemeingut aller Volksgenossen, Genuß und Freude für jedermann wird, wird es mehr noch als bisher Sache der Film­produktion sein müssen, die Filme künstlerisch so wertvoll zu gestalten, ihre Stoffe so dem innersten Empfinden des Volkes anzupassen, so aus den Quellen des deutschen Volkstums zu schöpfen, daß die Filmwerke alt und jung, Mann und Frau ansprechen und beeindrucken. Der Film soll nicht leichtes Vergnügen, sondern ein g e w i ch t i g e r, ernster K u l t u r f a k t 0 r für uns Deutsche werden. Aus diesem Grunde erfreut er sich seit den Tagen der nationalsozialistischen Erhebung der regsten Förderung der Regierung und der zuständigen Reichsstellen. Die Errichtung der Reichsfilmkammer, die Gründung der Filmkreditbank, die Schaffung eines besonderen Lichtspiel­gesetzes, die besondere Förderung des Kulturfilms und des filmkünstlerischen Nachwuchses sprechen dafür, daß deutscherseits alles geschieht, den Film zu einem wahren Kulturträger für unser Volk auszugestalten.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht kommt dem Film beachtliche Bedeutung zu. Baumwolle und Gelatineblätter sind bei der Herstellung der Celluloid­bänder unserer Filme unentbehrlich. Das glasklare Cellu­loid ist in seinen Grundbestandteilen Baumwolle, die durch chemische Bearbeitung erst zu dem Celluloidstreifen, der später Träger des Filmbildes ist, umgearbeitet wird. Durch Aufträgen der lichtempfindlichen Schicht (Gela­tine, Silber und Bromkalium) wird der Celluloid­streifen erst in die Lage versetzt, die Bilder aufzunehmen, Gegenwartsbilder für die Zukunft zu erhalten. In der Nachkriegszeit wurde die deutsche Filmindustrie, die heute auf eine über 30jährige Lebenszeit zurückblickt, in ihrem Existenzkampf schwer bedroht. Ausländische Konkurrenz­gelüste, ausländische Haßpolitik verdrängten den deutschen Film lange Zeit von den Lichtspieltheatern der übrigen Welt. Jahre schien es, als sollte es der deutschen Film­industrie unmöglich sein, die alte Weltgeltung zurückzu­gewinnen. Heute aber hat sie trotz der ibr auferlegten Fesseln die Anerkennung der Welt wiedergefunden: Be­reits ein Drittel des gesamten E r d v e r - brauchs an Filmen wird heute von der deut­schen Filmindustrie gedeckt. Deutschland ist in biet« mivHAnftli* mir kulmrell aleichwicktmen Lebens­zweig wieder an die erste Stelle geruckt. Tue deutsche Filmindustrie, die den Ruf deutscher Qualitätsleistung wieder in die Welt hinonsgetragen hat, gibt heute Tau­senden von Menschen chr tägliches Brot. Eine einzige Firma verwandte für die lichtempfindliche Schicht der Filme im Jahre 1932 170 Millionen Blatt Speisegelatine. An Feinsilber wurde eine Menge verbraucht, die acht Millionen Zweimarkstücken entspricht. Ergiebige Braun- koblengruben im Bitterfelder Gebiet waren Veranlassung zur Errichtung der großen Filmfabrik Agfa (Aktiengesell­schaft für Anilinfabrikation) in Wolfen bei Bitterfeld.