Möaer Anzeiger
Ig3£ VW. E Tageblatt Mr Rhön und Vogelsberg ; SE?Ö^SÖ §ulSa- und Haunetal -Zulbaer Kreisbla« S H^^NiAraße $42* ^/lefon loso® - KedöBtion und Geschäftsstelle: Königstraße 42❖ §ernsprech'Bnfchluß Nr. 2489 ^”*-'^^ lür den Inhalt: Bernd Heim, Fulda. Nachdruck der mit * versehrnea Mikel nur mit ÄtzreLenansabe »Zuwaer Mzeiger'-efta««.
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L toi - 12. Jahrgang
Fulda, Donnerstag, 2. Mai 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
A
er Festtag der deutschen Volksgemeinschaft
Gewaltige Kundgebung auf dem Maifeld. — Der Führer spricht.
»Wieder ist ein 1. Mai vorüber, der dritte im Staate M Hitlers. Ein neues Bekenntnis des Volkes ta a t und Führer, ein neues Bekenntnis Führers zu m V o l k. Noch klingen überall in Mi und Land die erhebenden Maifeiern nach, noch steht »und jung unter dem Eindruck des machtvollen Gcmein- Mswillens, den der 1. Mai in allen deutschen Gauen jM Ausdruck gebracht hat. Ein Fest war es, würdig einer Wsu, die in sich geeint, von einer Idee beseelt, vom Mn Glauben an Staat und Zukunft erfüllt, innerlich ms äußerlich frei ist.
[ Tas eine unterschied aber die Maiseier dieses Jahres mden zwei vorhergehenden. Unsichtbar überschattete die
Gemeinschaftskundgebung der Nation das kchwert einer neuen deutschen Armee, die Wedcmstanden ist, die friedliche Wiederausbau- Arbeit eines friedliebenden Volkes zu schützen. Die mische Ehre ist durch die Proklamation des Führers !W 16. März wiederhergestellt. Und dafür dankte das mische Volk Adolf Hitler an diesem 1. Mai ganz be- Wdns.
Wenn auch die Maifeiern überall, in der Stadt und
Der große Aufmarsch auf dem Maifeld
t Mittags gegen 11.30 Uhr war das gigantische Tempel- MFeld von den Massen bereits fast gefüllt. Von den Münen aus bot sich ringsum ein überwältigender Aus- W As dieses wogende Meer von Menschen. Festliche herrschte auf dem unermeßlichen Gelände, citteegeftöber konnte der Begeisterung keinen Ab- »«liin. Auf dem gewaltigen Podium vor den großen iMmnasten hatten die Fahnenabordnungen der Mâ, der SA., SS., des NSKK., des Arbeitsdienstes K mit ten tausenden, festlich mit frischem Maiengrün IMWdten Fahnen Aufstellung genommen.
k Arbeitervertreter aus dem Reich und die Sieger L und die Vertreter des Diplo-
I «Wn Korps nahmen die Plätze unmittelbar hinter ^ Reihen der Mitglieder der Reichsregierung, der Gauleiter ein. Vor der Rednerkanzel, auf Np1 Aorhodium die Männer der Leibstandarte des Wacht hielten, waren die 50 000 Vertrauensleute Dann hielten, stürmisch begrüßt, die Ehren- der Reichswehr, der Flieger, des Arbeits- SA. und SS. und der anderen Parteigliede- ihren Einzug.
1 !-45 die ersten Spitzen der Partei und die ^ Reichskabinetts eintrafen, wurden sie mit ,.'lurmischen Heilrufen der Massen begrüßt und zu hoffn -r ^’^t’äne geleitet. — Mitten im Schneegestöber Lj /. ReichsorganisaUonsleiter der NSDAP., Dr. ! h Kundgebung mit der
, blichen Verpflichtung der Vertrauensräte.
'' '"r ^w sprach er vor. und San für San sprachen
Der Mh , (Scherl-Bilderdienst.)
spricht zu den Massen auf dem Tempelhofer Feld.
- aus dem Dorfe, stattfanden, so horchte doch ganz Deutschland auf die große Feier in der Reichshaupt- st a d t, den Staatsakt aus dem Tempelhofer Feld. Eine Million deutscher Menschen war angetreten, um den Führer zu hören, um mit ihm gemeinsam den !• Mai in recht nationalsozialistischer Form würdig zu begehen. In 13 Säulen marschierten die Kolonnen aus vorgeschriebenen Anmarfchstraßen betriebsweise hinaus zum großen Maifeld. Kameraden der Arbeit, Brüder eines Volkes, lebendig gewordene Volksgemeinschaft. In den Straßen wehten die Fahnen des Dritten Reiches, die Häuser waren mit Grün festlich geschmückt. Das Bild eines großen Festtages.
Selbst der plötzliche Kälteeinbruch über Nacht, der das Fest des siegenden Frühlings in ein Winterfest zu verwandeln drohte, konnte die Menschen nicht hindern, ihre Marschstraße hinausziehen, um dem Führer ihren Dank am 1. Mai abzustatten. Im Schneetreiben, durchschüttelt von einem eisigen Wind, zogen sie im Marschtritt. Ihre Lieder hallten froh durch den Morgen, ihre Kapellen verscheuchten den letzten Schlaf.
im Ehor 50 000 Vertrauensmänner den töte aus Den Führer und das Volk.
Während im eisigen Wind die Fahnen aus dem riefigim Maifeld knatterten, während Schneewehen über das Feld hinwegzogen, standen die Hunderttaufende Kopf bei Kopf, eine eherne Mauer, das lebendige Sinnbild deutscher Einheit. Durch die Reihen pfiff der Wind, dichte Wolken zogen tief über die Menschen, der Schnee troff ihnen in lustigen Bächlein vom Kopfe, aber drinnen im Herzen flammte die Begeisterung, die kein Wetter aus- löschen kann.
GoMeèsèoe im Schneegestöber.
Gerade als Dr. Goebbels vor das Mikrophon trat, war das Maifeld in einen grauen Schleier eingehüllt, die Schneeflocken peitschte der Wind über das Feld. Die Fahnenmasten bogen sich und drohten zu brechen. Und die Menge lauschte, lauschte den Worten des Ministers, der dort oben auf der hohen Rednertribüne stand, und dessen markige Worte die Mikrophone in die Massen trugen. Die Rede löste mehrfach laute Heilrufe aus, die Tribüne wendete ihren Beifall durch Beifallstrampeln,
Adolf Hitler an das deutsche Volk
Begeisterungsstürme brausten über das Feld, als der Führer langsam, b a r h ä u p t i g , zur Rednertribüne heraufstieg. Im gleichen Augenblick zerriß das Gewölk, das Schneegestöberhörte auf, und die Sonne brach durch die Wolken Strahlend lag ihr Schimmer über den Hunderttausenden, deren Augen auf den Mann gerichtet waren, der dort oben vor ihnen stand, im Sturm. Strahlenden Auges schaute er auf die Menschen, deren Führer er ist, die seinem Befehl gehorchen, und denen er sein Leben verschrieben hat. In atemloser Stille hörten die Millionen ihren Führer. Immer und immer wieder wurden seine Worte von jubelnden Heilrufen, die sich wellenartig über das gewaltige Feld fortpflanzten, unterbrochen. Als er nm Schluß seiner Ausführungen bekannte: „D a s Höchste aber, w a s mir Gott ans dieser Welt gegeben hat, ist mein Volk", da setzte ein Fubelsturm von ungeheuren Ausmaßen ein, der sich am Schlüsse seiner Rede wiederholte, bis die Musik das Horst- Wessel-Lied anstimmte, das von den Millionen als Gelöbnis unwandelbarer Treue mitgesungen wurde.
Die Rede des Führers war diesmal kurz, aber sie >var inhaltsschwer, hoffnungsfroh und von Zuversicht getragen, aber ernste Mahnung zugleich. Der Führer führte folgendes aus:
Deutsche Volksgenossen und -genossinnen!
Der 1. Mai - einst der deutsche Festtag des Frühlings Und wieder ein 1. Mai — Tag des Streites und des Haders, Tag der Klassenzerreißung unseres Volkes. , ... .
Und wieder ein 1. Mar —
Taa des Frühlings der Nation! Tag der Solidarität
3 eines Volkes in der Arbeit!
Eine große Zeit ist damit wieder für Deutschland angebrochen Wenn wir dies aussprechen, dann wissen wir, daß die Größe der Zeit in der Größe der Aufgaben liegt, die ihr und damit uns gestellt sind. Große Aufgaben, wie sic geschichtlich nur ganz wenigen Generationen übergeben werden.
was Ausdruck der Begeisterung und gleichzeitig ein gutes Mittel zur Erwärmung war. Immer wieder brauste das Heil über das Feld, wenn Dr. Goebbels von der wiedererrungenen deutschen Ehre sprach, vom Ende der Schmach und Demütigung und von dem deutschen Volksheer, das ein besserer Garant für den Frieden sei als der Versailler Vertrag. Der Minister führte im einzelnen u. a. aus:
Mein Führer! Nickt nur auf dem Temvelbos--- Feld, sondern im ganzen Reich steht zu dieser Stunde Ihr Volk vor Ihnen versammelt. Es hat Schnee und Wetter nicht gescheut. Es ist gekommen, um Ihnen am Ende eines an Mühen und Sorgen reichen Arbeitsjabres den Dank der Nation abzustatten. Denn dieses Volk weiß, mein Führer, daß Sie nicht nur der erste in der Führung, sondern auch der erste in der Arbeit und der erste in der Sorge um die Nation sind. Es weiß, daß Sie im vergangenen Jahre manche schweren und verantwortungsschweren Entschlüsse auf Ihre Schultern nehmen mußten.
Dieses Volk ist gekommen, mein Führer, um Ihnen dafür zu danken. Denn wir haben dem deutschen Arbeiter nicht nur Arbeit, sondern wir haben dem deutschen Volke auch seine Ehre zurückgegeben.
(Heilrufe.) Wir haben dieses Volk befreit aus der Schmach und aus der Demütigung und haben dafür gesorgt, daß das große nationale Aufbauwerk, das wir unter Ihrer Führung schufen, nun nicht mehr der Willkür der Welt preisgegeben ist (Heilrufe), sondern daß
dieses nationale Aufbauwerk nun wieder überschattet wird vom Schwert einer neuerstandenen deutschen
Armee
(eruMte^ BeiM),. daß Me diese Armee nicht aufbauten, um Krieg zu führen, sondern um unsere Arbeit zu beschützen und um ein Garant zu sein eines besseren Friedens als der, den der Versailler Vertrag uns gebracht hat. (Heilrufe.)
In diesem Sinne, mein Führer, grüßt Sie die Nation. Sie weiß, daß, wie zu dieser Stunde, wo Regen, Schnee und Wetter auf uns herniedergehen,
auch in den kommenden Wochen und Monaten die
Winde uns um die Ohren pfeifen werden.
Sie weiß aber auch, daß, wenn Sie an unserer Spitze stehen, die Nation jeden Sturm und jedes Ungewitter üverstehen wird. (Erneute lebhafte Heilrufe.)
Dieses Volk, mein Führer, wartet nun auf Ihr Wort und weiß, daß Ihr Wort der Nation Vertrauen und Zuversicht geben wird.
Der Führer spricht zum deutschen Volke. (Stürmische Heilrufe.)
Gestern noch waren wir ein Volk, ohnmächtig, weil zerrissen in innerem Hader, sich auflösend in Streit, zerfallen in hundert Parteien und Gruppen, in Verbändchen und Vereinigungen, in Weltanschauungen und Konfessionen — ein Reich, auf diesem zerfallenen Volk bauend, ebenso schwach und ohnmächtig, ein Spielball fremder Willkür! Kleinstaaten verhöhnen es, Kleinstaaten entrechten und knebeln Menschen dieses Volkes! (Stürmische Entrüstungsrufe.) Die Wirtschaft lag im Sterben. Überall Verfall und Ruin. Alle Prinzipien waren umgestoßen Was früher gut schien, wurde schlecht; was verächtlich war. plötzlich verehrungswürdig. Was früher dem Leben einen höheren Sinn.a^ben sollte und konnte. wurde nun als Belastung der Menschen ausgegeben und empfunden. Ein Schriftsteller faßte die Eindrücke dieser Zeit zusammen in einem Buch, das er betitelte:
„Untergang des Abendlandes".
Soll also das wirklich das Ende unserer Geschichte und damit unserer Völker sein? Nein! Wir können daran nicht glauben! Nicht Untergang des Abendlandes muß es heißen, sondern W i e d e r a u f e r st e h u n g der Völker dieses Abendlandes! (Ungeheurer Beifall.) Nur was alt, morsch und schlecht war, stirbt. Und es möge sterben! Aber neues Leben wird entstehen. Der Wille findet den Glauben. Dieser Willeabcr liegt in der Führung, und der Glaube liegt im Volke!
Eine Erkenntnis allerdings ist dann notwendlg für alle.
Wer diese große Neugestaltung in Angriff nehmen will, muß im Volke selbst beginnen.
Erst ein neues Volk und damit die neue Zeit! Große Aufgaben sind stets nur von starken Führungen geleistet worden, allein die stärkste Führung muß versagen, wenn hinter ihr nicht ein gläubiges, in sich gefestigtes, wahrhaft starkes Volk steht. Es ist das Unglück der Menschheit, daß ihre Führungen nur zu oft vergessen, daß die letzte Stärke überhaupt nicht in Divisionen und Regimentern, nicht in